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Kapitel 19: Der urzeitliche Abstieg

Author: Preta
last update publish date: 2026-10-28 18:07:42

Die uralte Glocke, die unter dem Boden läutete, war weder aus Messing noch aus Eisen.

Sie erklang mit einem tiefen, metallischen Klang, der direkt gegen meine Rippen vibrierte und das Mark meiner Knochen mit einer uralten, vergessenen Magie summen ließ. Die Luft, die aus dem neu geöffneten Steingang aufstieg, war eiskalt und roch nach Ozon, verkohltem Obsidian und urzeitlichem Staub, den seit fünfhundert Jahren kein Sonnenlicht berührt hatte.

Alexander reichte Preta behutsam an Anabelle weiter.
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    Die Hitze schlug vom südlichen Gebirgspass herab wie der Atem eines Schmelzofens.Hinter uns verblassten die kalten Kiefern und der graue Stein des Obsidianfelsens zu purpurnen Bergrücken. Vor uns lag der Schlund des Blutes, ein enger, zerklüfteter Canyon, der durch rote Sandsteinklippen geschnitten war, die dreihundert Fuß senkrecht in einen gebleichten, wolkenlosen Himmel ragten. Der Sand unter den Hufen der Streitrösser war nicht gelb. Er war rostfarben, trocken wie pulverisierter Knochen und stank nach Schwefel und getrocknetem Pech.Alexander ritt neben mir auf seinem schwarzen Kriegshengst. Sein schwarzer Fellmantel war durch leichte Kampfleder ersetzt worden, verstärkt mit geschichteten Obsidianplatten. An seiner Hüfte hing sein Breitschwert; auf seinem Rücken ruhte die zerbrochene Henkerskette, die er als Erinnerung daran behalten hatte, wo wir angefangen hatten. Auf seiner Stirn saß unnachgiebig das dunkle Stahldiadem, dessen geschnitzte Klauen das grelle Licht der Wüstensonn

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    Das uralte Horn der Ersten Dynastie hallte nicht nur durch die Obsidianfestung.Es rollte über die schneebestäubten Felsklippen, hinab in die Kiefertäler und über die weiten Ebenen, auf denen sich gewöhnliche Wölfe ein Vierteljahrhundert lang vor Angst versteckt hatten. Der Klang war tief, donnernd und trug die unverkennbare Resonanz zweier vereinter Alpha-Auren.Als Alexander und ich aus den unteren Katakomben traten und den hohen Balkon der Großen Halle betraten, nahm mir der Anblick unter uns den Atem.Die gesamten inneren und äußeren Höfe waren Schulter an Schulter mit Tausenden von Wölfen gefüllt.Es gab keine Eisenketten. Keine Silberhalsbänder. Keine Vollstrecker mit Henkersklingen, die zitternde Bürgerliche bewachten.In den vordersten Reihen standen Kommandant Tristan und seine altgedienten königlichen Gardisten, ihre Brustpanzer blank geputzt vom befleckten Wappen der Kingsleys. Neben ihnen stand James, breit grinsend, die Arme über einem brandneuen Köcher mit schwarzen Pfei

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    Die uralte Glocke, die unter dem Boden läutete, war weder aus Messing noch aus Eisen.Sie erklang mit einem tiefen, metallischen Klang, der direkt gegen meine Rippen vibrierte und das Mark meiner Knochen mit einer uralten, vergessenen Magie summen ließ. Die Luft, die aus dem neu geöffneten Steingang aufstieg, war eiskalt und roch nach Ozon, verkohltem Obsidian und urzeitlichem Staub, den seit fünfhundert Jahren kein Sonnenlicht berührt hatte.Alexander reichte Preta behutsam an Anabelle weiter.„Bring sie zum königlichen Heilpavillon", befahl Alexander mit angespannter Stimme. „James, stelle vierzig Nordische Schattenwölfe vor ihrer Tür auf. Keine Ratsältesten. Keine Palastwachen. Wenn jemand ohne mein persönliches Siegel näher als zehn Schritte an ihre Kammer herantritt, nimm ihm den Kopf."„Bei meinem Leben, Alex", antwortete James, dessen lässige Art völlig verschwunden war. Er löste sein Kurzschwert vom Gurt und gab zehn gepanzerten Wachen das Zeichen, eine Schutzmauer um Anabelle

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    Die Kälte, die vom Podium ausging, war anders als die Schneestürme des Frostkaisers. Es war ein lebloser, metallischer Frost, der mir den Atem aus der Lunge saugte.Unter Pretas Fingern rollten Anabelles dunkle Augen zu mir, überquellend von stummen Tränen. Der graue Metallfleck auf ihrem Schlüsselbein war bereits bis zur Rundung ihres Kiefers gekrochen und verwandelte ihre weiche Haut in starres, spiegelndes Silber.„Tu es nicht, Phyna ...“, keuchte Anabelle durch steife Lippen. Ihre Halsmuskeln bewegten sich unter der kriechenden Legierung kaum noch. „Sie will ... den Minenkern ...“„Schweig, kleiner Vogel“, murmelte Preta, ihre silbernen Nägel tippten mit einem leisen Klinken gegen Anabelles Wange.Alexander trat vor, die Eisenplatten seiner Stiefel mahlten über den silberglatten Marmor. Die Adern an seinem Hals waren gespannt wie Stahlseile, sein Kiefer verriegelt in reiner, tödlicher Wut.„Nimm deine Hände von ihr, Preta“, knurrte Alexander, seine Stimme sank in das furchterregen

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