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Kapitel 3: Öffentliche Verstoßung

ผู้เขียน: Elegant writing
last update วันที่เผยแพร่: 2026-03-23 21:41:13

Orianas Sicht

Er hat mich nicht markiert.

Ich lag auf diesem kalten Bett, starrte die Risse an der Decke an, die sich im Mondlicht langsam bewegten – und in meinem Kopf kreisten nur diese vier Worte. Zwischen meinen Schenkeln klebte noch immer die feuchte Spur von ihm, und jeder noch so kleine Bewegungsversuch erinnerte mich an sein Gewicht, seine Tiefe. Aber er hatte nicht zugebissen.

Kein Zahnabdruck. Keine durchbrochene Haut an meinem Hals. Kein Biss, der die Verbindung für immer versiegelt hätte.

Er hatte sie nur bestätigt – und dann wie Müll weggeworfen.

Jetzt schleppte ich mich durch den Gang. Meine Beine zitterten. Es war die dunkelste Stunde vor der Morgendämmerung, das Mondlicht lag blass wie tote Finger auf den Steinfliesen. Meine Fußsohlen brannten – die Glasscherben von letzter Nacht hatten tiefe Schnitte hinterlassen, und jeder Schritt hinterließ einen dunkelroten Abdruck.

Aber ich spürte den Schmerz kaum.

Weil dort, wo mein Herz saß, etwas viel Schlimmeres tobte.

Die Verbindung war noch da. Sie pulsierte, zitterte, wie eine Saite, die bis zum Zerreißen gespannt war – und das andere Ende war irgendwo, wo ich ihn nicht sehen konnte. Wo war er? Was dachte er? Würde er vielleicht doch –

Hör auf.

Ich biss mir auf die Unterlippe, bis ich Blut schmeckte. Ein Omega hat kein Recht zu hoffen. Ein wolfloser Abschaum sollte nicht träumen.

Die Tür zur Großen Halle öffnete sich.

Alle Geräusche verstummten im selben Moment. Hunderte Augen drehten sich zu mir – wie Nadeln, die gleichzeitig in meine Haut stachen. Adelige, Krieger, Älteste, und andere Omegas wie ich. Jeder Blick eine Prüfung. Jeder Blick ein Urteil.

Ich senkte den Kopf. Ich trat ein. Meine nackten Füße hinterließen blutige Spuren auf dem polierten Holz.

Und er war da.

Alpha Anton stand ganz vorne auf der erhöhten Plattform, neben dem Rat. Ich hatte ihn noch nicht angesehen – aber ich wusste, dass er mich ansah. Die Verbindung verriet es mir. Sie spannte sich an, wurde heiß, ein unsichtbarer Kompass, der in seine Richtung zeigte.

Ich befahl mir, den Kopf unten zu halten. Er sollte mein Gesicht nicht sehen.

Aber meine Füße hielten an. Mitten in der Halle. Wie angenagelt.

Denn ich spürte, dass er sich bewegte. Er stieg von der Plattform herab. Seine Stiefel schlugen auf den Stein – eins, zwei, drei – nicht in Richtung der Ältesten, nicht in Richtung der angetretenen Mädchen –

Sondern auf mich zu.

Mein Herz drohte zu platzen.

Er kommt. Er steigt herab. Er kommt zu mir.

Ich hob den Kopf.

Seine Augen waren graublau – genau wie letzte Nacht im Mondlicht. Aber die Wärme war verschwunden. Der Sturm, die Raubtierglut, das heisere Keuchen – alles weg. Übrig geblieben war eine leere, kalte Maske.

Er blieb vor mir stehen. So nah, dass ich seinen Geruch riechen konnte – und darin, ganz schwach, noch meinen eigenen.

Seine Lippen bewegten sich.

„Geh mir aus dem Weg.“

Die beiden Worte trafen schärfer als jede Klinge. Ich konnte nicht reagieren – da war er schon an mir vorbei, seitlich, als wäre ich eine Wand, eine Säule, ein Möbelstück, das man nicht einmal eines Blickes würdigte.

Mein Verstand blieb eine volle Sekunde lang weiß.

Dann drehte ich mich um.

Er ging zu den Mädchen. Zu der vordersten – der Blonden, der Hochgewachsenen, der in der mondweißen Seide. Ashley. Die Tochter des Beta. Ihr Mundwinkel zitterte unter einem kaum verborgenen Lächeln, ihre Wangen schimmerten rosig.

Er blieb vor ihr stehen. Er nahm ihre Hand.

„Ich, Alpha Anton Niles,“ seine Stimme füllte die ganze Halle, klar, fest, ohne eine Sekunde Zögern, „erwähle dich, Ashley Vance, zu meiner Luna.“

Ich hörte meinen Herzschlag aussetzen. Einmal. Zweimal.

„Nimmst du an?“

„Ja, mein Alpha.“

Ihre Stimme war süß wie Honig. Seine Lippen kräuselten sich – nicht einmal ein Lächeln, nur ein zufriedener Zug. Dann führte er sie zum heiligen Kreis, zu genau dem Steinkreis, der mich letzte Nacht auf die Knie gezwungen hatte.

Mir wurde schwarz vor Augen.

Er wird sie markieren. Vor meinen Augen. Vor dem ganzen Rudel.

Ich grub meine Nägel in meinen Oberschenkel, bis der Schmerz mich bei Bewusstsein hielt. Ich durfte nicht fallen. Nicht ohnmächtig werden. Nicht vor ihm, nicht vor ihr, nicht vor diesen hundert gaffenden Augen –

Aber die Verbindung gab mir keine Wahl.

In dem Moment, als seine Lippen Ashleys Hals berührten – als seine Zähne in ihre Haut drangen – fuhr eine glühende Klinge durch meine Brust.

Ich hörte mich aufstöhnen. Ein dumpfer, erstickter Laut. Meine Knie gaben nach, meine Finger krallten sich in die nächste Säule, nur um nicht zu stürzen.

Es war ein Schmerz, der sich anfühlte, als würde meine eigene Haut aufgerissen – aber es war nicht meine Haut. Die Verbindung verbog sich, verdrehte sich, wurde von einem fremden Geruch erstickt. Eine Saite wurde mir aus der Brust gerissen und um ihren Hals geknotet.

Schmerz. Und dann Leere. Unendliche, bodenlose Leere.

„Von heute an,“ Alpha Antons Stimme drang wie durch Wasser zu mir, „werdet ihr sie Luna nennen. Ihr werdet ihr gehorchen. Ihr werdet ihr mit Respekt begegnen. Wer es nicht tut, wird sich vor mir verantworten.“

Ich hob den Blick nicht. Ich konnte nicht.

„Ich,“ seine Stimme wurde kälter, „weise jeden Anspruch zurück, der nicht durch mein eigenes Wort bestätigt wird.“

Er sagte es für mich. Ich wusste es.

Die Verbindung zuckte schwach – wie der letzte Zuck eines sterbenden Tieres.

Dann –

„Mein Alpha.“

Ashleys Stimme. Sie trat einen Schritt vor, ihr Blick glitt durch die Menge – und blieb an mir hängen, an der zusammengekauerten Gestalt hinter der Säule. Ihr Lächeln war süß und tödlich.

„Darf ich mir eine persönliche Dienerin wählen?“

„Wie du wünschst.“

„Ich will sie.“

Ihr Finger zeigte direkt auf mich. Auf das blutende, wolflose Omega im Schatten.

Die Halle erstarrte. Alpha Anton drehte den Kopf – nur einen Augenblick. Sein Blick streifte mein Gesicht. Kein Verweilen. Keine Regung. Wie Mondlicht, das über eine Pfütze fällt.

„Von heute an,“ sagte er, „dienst du der Luna. Du stehst unter ihrem Befehl.“

Ich öffnete den Mund. Meine Stimme klang, als wäre sie mit Sandpapier überzogen.

„…Ja, mein Alpha.“

Ashleys Lächeln vertiefte sich. Sie trat dicht an mich heran, beugte sich vor, und flüsterte nur für mich hörbar:

„Willkommen in der Hölle, kleines Ding.“

Ich sah in ihre Augen. Diese bernsteinfarbenen, schönen, siegreichen Augen – ohne eine Spur von Gnade.

Und in diesem Moment begriff ich es.

Letzte Nacht hatte er meinen Körper bestätigt. Heute Morgen hatte er mich zertreten.

Die Verbindung war noch da – aber sie war jetzt eine Kette, die an den Füßen einer anderen Frau festgemacht war.

Und der Rest meines Lebens würde ich am anderen Ende dieser Kette kriechen.

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