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Kapitel 2: Die Bestätigung

last update Petsa ng paglalathala: 2026-03-23 21:31:50

Orianas Sicht

»Zieh dich aus.«

Die beiden Worte brannten wie glühende Kohlen in meinem Schädel.

Ich rührte mich nicht. Nicht, weil ich nicht wollte – sondern weil mein Körper nicht gehorchte. Meine Finger waren zu Fäusten geballt, die Nägel gruben sich in meine Handflächen, und ich spürte bereits das feuchte Brennen von Blut. Das Mondlicht fiel schräg durch das hohe Fenster und warf meinen langen Schatten zu seinen Füßen.

Er wartete zwei Sekunden.

Dann bewegte er sich.

Nicht, weil ich es tat. Sondern weil er es tat. Seine Hand umschloss mein Handgelenk, drückte mich gegen die kalte Steinwand, und mit der anderen riss er den Stoff meines Kleides auf. Das Reißen des Gewebes klang scharf in der Stille, und die nackte Kälte traf meine Schulter – aber nur für einen Herzschlag.

Denn im nächsten Moment lag seine Hand darauf. Heiß, rau, mit Schwielen an den Fingerspitzen. Diese Berührung ließ mich fast zusammenzucken.

Sein Atem strich an meinem Ohr vorbei, seine Stimme kam tief aus der Brust:

»Du brauchst nicht zu kämpfen. Dein Körper ist ehrlicher als dein Mund.«

Er hatte recht. Ich hasste es, dass er recht hatte.

Mein Körper reagierte auf ihn – von jener gespannten Saite tief in meiner Brust abwärts bis in jede Pore. Jede Stelle, die er berührte, wurde heiß. Meine Brustwarzen richteten sich in der kühlen Luft auf, und zwischen meinen Beinen breitete sich eine feuchte Wärme aus, die ich nicht kontrollieren konnte. Ich presste die Schenkel zusammen – aber er bemerkte es.

Er lachte leise. Dieses Lachen war nicht zärtlich. Es war raubtierhaft, siegessicher.

»Sieh«, sagte er und glitt mit dem Finger über mein Schlüsselbein, die Mulde zwischen meinen Brüsten, bis knapp vor meine Brustwarze – aber er berührte sie nicht. Er neckte mich, beobachtete, wie ich zitterte. »Dein Wolf – nein, du hast keinen Wolf. Aber dein Körper weiß, wer ich bin.«

Dann griff er zu. Durch den dünnen Stoff hindurch. Ich japste laut auf, die Knie gaben nach – aber er fing mich auf, hob mich hoch, trug mich die zwei Schritte zum Bett und ließ mich in die weichen Decken sinken.

Sein Kuss kam ohne Zögern. Kein Testen, kein sanftes Tasten – ein Erobern. Seine Lippen pressten sich auf meine, seine Zähne bissen sanft in meine Unterlippe, ein winziger Stich, und ich schmeckte Blut. Ein erstickter Laut entwich mir – aber er nutzte die Gelegenheit, seine Zunge in meinen Mund zu schieben, tief, fordernd, als wollte er mir den Atem rauben.

Seine andere Hand war nicht untätig. Der zerrissene Stoff wurde weiter aufgerissen, der Rock bis zur Hüfte geschoben. Seine Finger strichen über mein Inneres, jede Berührung ließ meinen Rücken sich durchbiegen. Und dann spürte ich ihn – dort, wo der Stoff bereits durchfeuchtet war.

Ein schamvolles, heiseres Keuchen entwich mir.

»So nass«, sagte er mit rauer Stimme, fast grausam zufrieden. »Du sagst Nein, aber dein Körper hat schon auf mich gewartet, nicht wahr?«

Ich schüttelte den Kopf – aber mein Becken hob sich ihm entgegen. Ich konnte es nicht verhindern. Das Mondband zog wie ein glühendes Eisen an mir, jede Sekunde fester, heißer, auswegloser.

Er schob den nassen Stoff zur Seite. Ein Finger drang in mich ein. Ich stieß einen kurzen Schrei aus – doch schon der zweite Finger folgte. Eng, feucht, brennend heiß. Ich spürte, wie sich meine Wände um ihn zusammenzogen, ihn umschlossen. Er zischte leise durch die Zähne und beschleunigte die Bewegung.

»Du bist so eng …«, brach er ab und ersetzte die Worte durch Taten.

Als der dritte Finger kam, stöhnte ich schon ununterbrochen – ein zerbrochener Laut, den ich selbst kaum wiedererkannte. Meine Zehen krümmten sich, meine Sicht verschwamm. Nur sein Gewicht, sein Geruch, der Rhythmus seiner Finger waren noch real.

Dann zog er sie heraus.

Ich blinzelte verwirrt in die Dunkelheit. Er stand am Fußende des Bettes. Das Mondlicht blitzte auf seiner Gürtelschnalle auf. Ein leises »Klicken«, das Leder gab nach, seine Hose fiel.

Er beugte sich vor, seine Knie schoben meine Beine auseinander. Und dann spürte ich es – hart, glühend heiß, an meinem feuchten Eingang.

Er sah mich an. Graublaue Augen, in denen ein Sturm tobte.

»Das ist die Bestätigung des Mondes«, sagte er. »Wenn du meine Gefährtin bist, gehörst du mir in diesem Augenblick. Wenn nicht – wirst du bluten. Und sterben.«

Ich hatte keine Zeit, über das Wort »sterben« nachzudenken –

Er stieß zu.

Der Schmerz riss mich entzwei. Ein scharfer, reißender Riss, der mich den Rücken durchbiegen ließ – ich krallte meine Nägel in seine Schulterblätter, ein dumpfer, erstickter Schrei entrang sich meiner Kehle. Zu eng, zu groß, als würde ich lebendig gespalten. Aber inmitten dieser Qual brach etwas in meiner Brust auf – tiefer, urgewaltiger. Ein silberner Blitz zuckte hinter meinen Augen auf, als ob eine Saite aus meiner Seele gerissen und sich mit ihm verflocht.

Er hielt inne. Schweiß perlte auf seiner Stirn, sein Atem war schwer – aber er zog sich nicht zurück. Er blieb in mir, blickte hinab auf die Stelle, wo wir eins waren, auf den dünnen roten Faden, der seinen Schaft benetzte.

Dann beugte er sich vor und drückte seine Lippen auf meine Stirn.

»Du lebst«, sagte er, und für einen Augenblick klang seine Stimme fast erschüttert. »Also … ist es wahr.«

Er begann sich zu bewegen.

Erst langsam, tief – jeder Stoß traf den Grund. Ich biss mir auf die Unterlippe, Tränen rannen in meine Haare, aber mein Körper verriet mich – ich umschloss ihn, hob mich ihm entgegen, und meine Stöhne wurden lauter, unzusammenhängender.

Er beschleunigte. Seine Hände umklammerten meine Hüften, hielten mich fest, jeder Stoß war wie ein Einschlag. Die Welt löste sich auf in blendendes Weiß. Irgendwann schrie ich – ich hörte mich selbst schreien, während mein Körper in heftigen Wellen um ihn zuckte – und in demselben Moment stieß er einen tiefen, rauen Laut aus, drang noch einmal so tief in mich ein, dass ich das Pulsieren seiner Wärme tief in mir spürte.

Wir lagen da, keuchend, verschmolzen.

Nach einer langen Zeit richtete er sich auf. Zog sich zurück. Die feuchte Wärme rann mir den Schenkel hinab. Ich war schmerzhaft leer, mein Blick verschwommen, die Saite in meiner Brust zitterte noch immer.

Er stand am Bett, den Rücken zu mir, und begann sich anzuziehen.

»Das war die Bestätigung«, sagte er. Seine Stimme war wieder kalt, flach, ohne jede Regung. »Die Verbindung des Mondes existiert tatsächlich. Aber –« Er drehte sich um, sein Blick traf mich, ohne Wärme. »– ich akzeptiere sie nicht.«

Er schloss den Gürtel, öffnete die Tür – und ging, ohne einen Blick zurück.

Die Tür fiel ins Schloss.

Das Mondlicht blieb. Ich blieb. Die feuchte Spur zwischen meinen Beinen kühlte langsam ab.

Ich zog die Knie an und vergrub mein Gesicht im Kissen. Tränen sind für Menschen, die noch jemanden haben, der sie sieht. Und ich – ich hatte nicht einmal die Kraft zu weinen.

Denn morgen würde das ganze Rudel erfahren, dass er mein Gefährte war. Und er würde die Verbindung vor aller Augen zertreten.

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