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In der Nacht des Vollmonds. Die Tür schloss sich hinter uns.
Deucalion ging zum Fenster und starrte eine lange Weile den Mond an. Ich blieb in der Nähe der Tür, das zeremonielle Kleid klebte noch an meiner Haut. Schließlich drehte er sich um. Er sah mir in die Augen. „Geh aufs Bett.“ Seine Stimme war flach. Ich bewegte mich nicht. Dann sah er mich nur kurz an, und die Kälte in seinen Augen ließ meine Brust sich zusammenziehen. „Mach es nicht schwieriger, als es schon ist.“ Ich ging zum Bett und setzte mich an den Rand. Er zog sein Hemd aus, ohne ein Wort zu sagen. Die harten Linien seiner Brust und Schultern fingen das Mondlicht ein. Als er zu mir kam, war jede Bewegung kontrolliert. Effizient. Distanzierend. Er küsste mich tief. Seine Hände schoben das Kleid von meinen Schultern. Der Stoff glitt meine Arme hinunter und sammelte sich an meiner Taille. Seine Handflächen bewegten sich über meine Brüste, fest und prüfend, die Daumen strichen über meine Nippel, bis sie sich unter seiner Berührung verhärteten. Es lag keine Zärtlichkeit darin. Nur die langsame, absichtliche Art, wie ein Mann eine erforderliche Aufgabe erledigt. Er drückte mich auf den Rücken. Ich starrte an die Decke und versuchte, in meinem eigenen Kopf zu verschwinden. Sein Mund schloss sich um einen Nippel und saugte so fest, dass mir ein scharfer Atemzug aus der Kehle geholt wurde. Seine Zähne schabten leicht. Eine Hand glitt über meinen Bauch, zwischen meine Beine und fand mich trotz allem bereits nass. Zwei Finger stießen ohne Vorwarnung hinein, krümmten sich, dehnten, prüften. Er arbeitete sie mit derselben kalten Präzision hinein und heraus, die er für alles andere benutzte, das feuchte Geräusch laut im stillen Raum. Als er sich schließlich zwischen meine Schenkel legte, spürte ich den dicken Kopf von ihm gegen mich pressen. Er schob sich langsam hinein, Zentimeter für Zentimeter, füllte mich vollständig aus, bis mein Körper keine andere Wahl hatte, als ihn aufzunehmen. Die Dehnung brannte. Die unvollständige Markierung an meinem Nacken pulsierte im Takt mit jedem tiefen Stoß. Seine Hüften bewegten sich mit stetigen, kraftvollen Stößen. Jeder trieb ihn tiefer. Das Bett knarrte. Mein Atem wurde kürzer. Hitze baute sich tief in meinem Bauch auf, während meine Brust hohl blieb. Sein Körper war schwer, heiß, unerbittlich. Eine seiner Hände griff meine Hüfte so fest, dass sie blaue Flecken hinterlassen würde. Die andere stützte sich neben meinem Kopf ab. Irgendwann streifte sein Atem mein Ohr. „Du bist nicht sie.“ Die Worte schnitten tiefer als die Markierung. Ich schloss die Augen. Er machte weiter, härter jetzt, jagte seiner eigenen Befreiung hinterher, ohne Rücksicht auf meine. Das Klatschen von Haut auf Haut füllte den Raum. Mein Körper reagierte trotzdem, zog sich zusammen, pulsierte, verriet mich mit einem scharfen, ungewollten Höhepunkt, der mich unter ihm zittern ließ. Er kam Momente später mit einem tiefen, rauen Laut, begrub sich tief, als er kam. Als es vorbei war, zog er sich heraus und stand auf, griff bereits nach seinen Kleidern. Die unvollständige Markierung brannte immer noch. Sie pulsierte im Takt meines Herzschlags und erinnerte mich daran, dass die Bindung erzwungen und im selben Atemzug abgelehnt worden war. Ich setzte mich langsam auf und zog das Laken um mich. Mein Körper kribbelte noch. Meine Schenkel waren feucht. Die Luft roch nach Sex und Ablehnung. Keiner von uns sprach. Draußen ging die Paarungsfeier weiter. Stimmen. Lachen. Musik. Dann änderte sich der Lärm. Geschrei. Eine Frauenstimme, scharf und wütend, schnitt durch die Feier. Ich runzelte die Stirn. Deucalions Kopf drehte sich zur Tür. Mehr Geschrei. Dann ein Crash. Ich stand auf und ging zum Fenster. Von hier aus konnte ich einen Teil des Steinkreises sehen. Menschen bewegten sich in alle Richtungen. Die Ältesten sahen alarmiert aus. Deucalion öffnete die Tür ohne ein Wort und ging hinaus. Ich griff nach dem abgelegten zeremoniellen Kleid, zog es so schnell ich konnte an und folgte. In dem Moment, als ich den Flur betrat, traf mich das Chaos voll. Aria, meine jüngere Schwester, stand mitten im Steinkreis. Ihr Haar war zerzaust. Ihre Augen waren rot und wild. Sie sah aus, als hätte sie den ganzen Weg hierher gerannt. „Wo ist sie?“ schrie Aria. „Wo ist meine Schwester?“ Und in dem Moment, als ihre Augen auf mich fielen, wusste ich, dass diese Nacht noch viel schlimmer werden würde. Wochen zuvor war ich in meinem Zimmer wütend aufgewacht. Meine Wölfin pacete bereits unter meiner Haut, bevor meine Augen sich überhaupt öffneten. Sie hasste dieses Zimmer. Hasste die dünne Matratze. Hasste, dass niemand jemals an meine Tür klopfte, außer wenn etwas geputzt oder repariert werden musste. So wurde ich behandelt. Ich stand auf und ging direkt zum Trainingsgelände, während der Rest des Rudels noch schlief. Der Schmutz war kalt. Es war mir egal. Ich schlug auf den Holzpfosten ein, bis meine Knöchel aufplatzten. Blut schmierte über das Holz. Meine Wölfin drängte härter, wollte echten Schmerz, echten Kampf. Ich gab ihr, was ich konnte. Als die Sonne aufging, trat Aria, meine jüngere Schwester, auf die Veranda hinaus, als gehöre ihr der Morgen. Perfektes Haar. Saubere Kleidung. Dieses weiche kleine Lächeln, das jeder liebte. Dad ging direkt an mir vorbei, die ich noch trainierte. Ohne ein Wort ging er geradewegs zu ihr. „Zeig mir diese neue Form“, sagte er, Stimme warm. Sie bewegte sich wie Wasser. Ihre Wölfin blitzte hell und stark unter ihrer Haut auf. Stärker als meine. Das sagten immer alle. Zwei Krieger hielten an, um zuzusehen. Einer von ihnen pfiff. Ich schlug weiter auf den Pfosten. Niemand sah zu mir. Mom kam mit Tee heraus und hatte nur Augen für Aria. „Dräng dich nicht zu sehr, Baby. Du hast später dieses Treffen. Wir brauchen dich in Bestform.“ Aria warf mir einen halben Blick zu. Gerade lange genug, um die kleine, zufriedene Kurve ihres Mundes zu sehen. Dann drehte sie sich zurück zu Dad und lachte über etwas, das er sagte. Ich wischte das Blut von meinen Händen an meiner Hose ab und ging in die Küche. Der Boden war wieder mit Mehl bedeckt. Arias gescheitertes Backen von letzter Nacht. Ich putzte es. Dann begann ich mit dem Morgenessen. Als eines der jüngeren Mädchen einen Topf fallen ließ und erschrocken aussah, reparierte ich es, bevor Mom anfangen konnte zu schreien. Als Aria ihre Jacke zum dritten Mal in dieser Woche auf dem Boden liegen ließ, hob ich sie wortlos auf. Beim Mittagessen saß ich am anderen Ende des Tisches. Dad redete über Patrouillen. Niemand fragte, wie mein Training gelaufen war. Niemand tat es jemals. Danach war ich draußen und reparierte den Ostzaun, als zwei Krieger vorbeikamen und leise redeten. „Die Schuld gegenüber Blackridge ist schlimmer, als sie dem Rudel gesagt haben.“ „Sie werden Territorium verlieren, wenn sie nicht bald einen Deal machen.“ Ich hämmerte den Nagel härter hinein, als nötig. Das Geräusch übertönte den Rest ihrer Worte. An diesem Abend fühlte sich die Luft im Haus falsch an. Schwer. Ich trug Wasser, als ich Stimmen aus Dads Studierzimmer hörte. Die Tür war fest geschlossen. Das passierte nur, wenn etwas Schlechtes beschlossen wurde. Ich stellte die Eimer ab und trat näher. Moms Stimme kam zuerst, scharf. „Wir können Aria nicht dem älteren geben. Er ist zu groß für sie. Der jüngere Bruder wird perfekt sein.“ Dad klang müde. „Blackridge will, dass die Paarungsbindung am kommenden Vollmond stattfindet. Sie haben sie namentlich verlangt.“ Schweigen dehnte sich. Dann Mom wieder, leiser. „Es gibt eine andere Option. Den älteren.“ Mein Blut wurde kalt. „Malia?“ fragte mein Vater. „Ja, wir können Malia ihrem ersten Sohn anbieten und Aria kann mit dem zweiten Sohn gehen.“ „Ist das in Ordnung? Aria und der erste Sohn haben schon etwas laufen, du—“ „Mach dir nichts aus Aria, sie ist zu jung, um zu sehen, dass der älteste Sohn zu viel für sie ist. Ich kann mein achtzehnjähriges Baby nicht mit jemandem paaren lassen, der alt genug ist, um ihr Vater zu sein.“ „Du hast einen Punkt. Also was sagst du?“ fragte mein Vater. Ich hörte die Bewegung von Stühlen. „Da Malia nächste Woche dreißig würde, warum sollte sie nicht mit ihm paaren? Ihr Altersunterschied beträgt nur zehn Jahre, verglichen mit Aria.“ Ich wartete nicht, mehr zu hören. Ich trat in den Raum, bevor weitere Entscheidungen hinter meinem Rücken getroffen wurden. „Was zum Teufel geht hier vor?“ fragte ich mit geballter Faust. Meine Mutter sah meinen Vater an. Dann wandte sie sich mir zu und ließ einen langen Atemzug aus. „Wie viel hast du gehört?“Der StreitAm nächsten Morgen hörte ich es zufällig. Zwei Diener unterhielten sich in der Nähe der Waschküche, als ich vorbeiging.„Der Alpha hat heute Morgen wieder nach ihr gefragt.“„Er wollte wissen, ob sie gegessen hat.“„Er fragt immer häufiger nach ihr.“Ich blieb stehen. Mein Herz schlug seltsam und unangenehm.Deucalion hatte nach mir gefragt.Derselbe Mann, der mich wochenlang kaum ansehen konnte. Derselbe Mann, der mir gesagt hatte, dass die Ehe nur eine Pflicht sei.Derselbe Mann, der mich in das Gästezimmer verlegt hatte, sobald Aria angekommen war.Warum fragte er jetzt nach mir? Ich ging weiter, bevor die Diener mich bemerkten.Den ganzen Tag ließ mich diese Frage nicht los. Ich versuchte, sie zu ignorieren. Ich versuchte, mir einzureden, dass es nichts bedeutete.Doch je mehr ich darüber nachdachte, desto unruhiger wurde ich.Am späten Nachmittag konnte ich nicht länger stillsitzen.Ich brauchte Antworten.Ich musste wissen, woran ich bei ihm war. Wenn er mich weiterhi
Die unerwünschte AnziehungDer intensive Blickwechsel zwischen Deucalion und mir wurde von der Blackridge-Luna unterbrochen.„Genug!“Ihre Stimme hallte durch die Halle. Alle verstummten.Sie trat zwischen uns, während ihr Blick von Deucalion zu mir wanderte. „Das hier ist eine Rudelfeier und kein Kampfplatz.“Deucalions rote Augen blieben noch eine Sekunde lang auf meinen gerichtet, bevor sie langsam wieder ihre normale Farbe annahmen.Bei mir geschah dasselbe.Ich konnte immer noch spüren, wie sich meine Wölfin unruhig in mir bewegte. Die Luna wandte sich mir zu. „Malia, geh zurück in dein Zimmer.“Ich hätte beinahe widersprochen. Dann bemerkte ich Lucian, der auf der anderen Seite der Halle stand.Er beobachtete mich immer noch. Sein Gesichtsausdruck hatte sich verändert. Jetzt sah er besorgt aus, nicht mehr amüsiert.Ich nickte einmal und wandte mich ab. Während ich auf die Türen zuging, konnte ich spüren, wie Deucalions Blick mir folgte.Ich weigerte mich, zurückzusehen. Draußen
Der eifersüchtige AlphaDer Fremde bewegte sich schließlich. Er trat von der Steinsäule weg und begann, auf mich zuzugehen.Ich blieb stehen, wo ich war. Ein Teil von mir war neugierig.Ein anderer Teil von mir war vorsichtig. Trotzdem befanden wir uns mitten in einer überfüllten Halle. Dutzende Menschen waren um uns herum. Was auch immer seine Absichten waren, er konnte kaum etwas Dummes tun, ohne dass es alle mitbekamen.Also blieb ich stehen und beobachtete, wie er auf mich zukam.Mit jedem Schritt bemerkte ich mehr an ihm.Er war groß, gut gebaut und trug einen perfekt sitzenden schwarzen Anzug. Seine Bewegungen waren ruhig und selbstbewusst, aber nichts an ihm wirkte arrogant. Alles an ihm deutete auf eine gute Erziehung hin.Als er schließlich vor mir stehen blieb, lächelte er. „Guten Abend.“ Seine Stimme klang angenehm.„Guten Abend.“Er streckte mir beide Hände entgegen. „Mein Name ist Lucian Vale.“Ich betrachtete seine Hände einen Moment lang, bevor ich meine in seine legte.
Die öffentliche DemütigungSo hatte es sich noch nie angefühlt. Nicht einmal nach den Nächten, in denen er mich genommen hatte.Etwas veränderte sich in meinem Inneren.Es gab nichts, was ich tun konnte. Ich konnte ihn nicht zurückrufen und ihn anflehen, mich zu ficken. Ich würde ihm gegenüber verletzlich wirken.Ich stand auf und ging ins Badezimmer.Ich stellte die Dusche an und ließ das warme Wasser über mich laufen. Ich wusch mich und versuchte, meinen Kopf freizubekommen.Es funktionierte nicht.Als ich ins Schlafzimmer zurückkehrte, zog ich ein einfaches Nachthemd an und kletterte ins Bett.Ich sagte mir, dass ich mich am Morgen um alles kümmern würde.Der Schlaf kam schnell.Ich wusste nicht, wie lange ich schon geschlafen hatte, als mich ein seltsames Geräusch aus meinen Träumen riss.Musik, Stimmen und Gelächter.Ich öffnete die Augen.Einen Moment lang dachte ich, ich würde träumen. Dann hörte ich die Musik erneut, diesmal lauter. Ich setzte mich auf.Was war hier los?Ich b
Unerwünschte PflichtDie Tür fiel mit einem Knall hinter uns ins Schloss.Ich stand mitten im Gästezimmer und atmete schwer. Mein Arm schmerzte immer noch dort, wo er ihn gepackt hatte.Deucalion schloss die Tür ab. Das leise Klicken ließ sich mein Magen zusammenziehen.Er drehte sich zu mir um.Seine Augen waren dunkel. Nicht auf die Weise wütend, die ich erwartet hatte. Etwas anderes lag darin. Etwas Schwereres.Er ging langsam auf mich zu. Ich wich zurück, bis meine Beine gegen die Bettkante stießen.Er blieb direkt vor mir stehen. Als er sprach, war seine Stimme leise. „Willst du wissen, warum ich mich während der Versammlung geweigert habe, dich gehen zu lassen?“Ich sah zu ihm auf. „Warum?“Er beugte sich zu mir hinunter, bis sein Mund nahe an meinem Ohr war.Sein Atem war warm auf meiner Haut. „Weil du zufällig eine der Lunas bist, mit denen ich im Bett jemals am meisten Spaß hatte.“Die Worte trafen mich härter als die Ohrfeige, die ich dem Dienstmädchen gegeben hatte. Ich zog
Vergiftete FlüstereienAm nächsten Morgen konnte ich den Unterschied spüren.Die Leute sahen mich anders an.Dienstboten, die früher den Kopf gesenkt hatten, wenn ich vorbeiging, nahmen mich jetzt kaum noch wahr. Einige flüsterten hinter meinem Rücken. Andere hörten auf zu reden, sobald ich einen Raum betrat.Ich wusste genau, woher das kam.Aria.Sie hatte kaum einen Tag in Blackridge verbracht, und doch hatte ihre Anwesenheit bereits verändert, wie die Leute mich behandelten. Ich ging durch die Haupthalle und hörte zwei Dienstboten in der Nähe der Treppe flüstern.„Sie glaubt wirklich, dass sie nach allem hierbleiben kann.“„Sie sollte nie die Luna sein.“Ich blieb stehen. Sie verstummten schnell. Ich sah sie an. „Hattet ihr etwas zu sagen?“Beide Dienstboten senkten den Kopf. „Nein, Luna.“Ich ging weiter. Meine Hände zitterten. Nicht aus Angst, sondern aus Wut.Mein ganzes Leben lang war ich so behandelt worden, als wäre ich weniger wichtig als Aria. Ich hatte akzeptiert, von mein







