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On his bed

Author: Debbie's ink
last update publish date: 2026-07-17 19:07:22

~Nächster Morgen~

Elena wachte vom Geruch nach Antiseptikum auf. Für eine Sekunde dachte sie, sie wäre wieder im Schlafzimmer des Ostflügels. Dann kam der Schmerz. Ihr Rücken fühlte sich an, als wäre er aufgeschlitzt und mit Feuer wieder zusammengenäht worden. Sie biss ein Stöhnen zurück und zwang ihre Augen auf.

Weiße Decke. Infusionsständer. Ein Arzt in Kittel, der eine Tasche packte.

"Ganz ruhig", sagte der Arzt, nicht unfreundlich. "Sie sind wach. Kein bleibender Schaden. Aber bewegen Sie sich in den nächsten 48 Stunden nicht zu schnell."

Elena versuchte, sich aufzusetzen.

"Warum bin ich hier?" Ihre Stimme war heiser.

"Sie wurden ausgepeitscht", sagte der Arzt direkt. "Ihr Ehemann hat es gestoppt, bevor Sie das Bewusstsein verloren haben. Ich wurde vor einer Stunde gerufen."

Ehemann.

Damien.

Er hatte es gestoppt. Aber erst nach acht Schlägen. Erst nachdem sie schlaff geworden war.

"Wer hat Sie bezahlt?", fragte Elena.

Der Arzt zögerte, dann sagte er: "Nicht Ihr Ehemann. Ein Mann, der sagte, wenn ich nicht komme, würde er meine Zulassung überprüfen lassen."

Er ließ eine Flasche Schmerzmittel und einen Zettel auf dem Nachttisch zurück. Kein Name. Nur: Nehmen Sie eine. Essen Sie. Schlafen Sie.

Elena widersprach nicht. Sie nahm die Pille, trank das Wasser, das für sie hingestellt worden war, und schlief wieder ein.

Als sie wieder aufwachte, stand die Sonne hoch. Ihr Rücken war in Bandagen gewickelt. Jemand hatte sie gewaschen, ihr Kleidung gewechselt und ein schlichtes Baumwollkleid auf den Stuhl gelegt.

Sie zog sich langsam an, jede Bewegung eine Erinnerung.

Das Haus war still, als sie hinaustrat. Zu still. Kein Personal. Keine Sophias Stimme. Nur das Echo ihrer eigenen Füße auf Marmor.

Sie fand Damien in der Eingangshalle, während er seine Manschettenknöpfe justierte, bereit für die Arbeit.

"Morgen", sagte er, ohne sie anzusehen.

Elena blieb drei Fuß entfernt stehen.

"Wer war der Arzt?"

"Geht dich nichts an", erwiderte Damien. Er warf einen Blick auf sie, dann schnell weg. Sein Kiefer spannte sich, als er sah, wie sie sich hielt. "Du wirst heute das ganze Haus putzen. Von oben bis unten. Küche, Flure, Ostflügel, mein Büro. Wenn ich nach Hause komme und ein Staubkorn finde, machst du es morgen noch einmal."

Er ging hinaus, bevor sie antworten konnte.

Die Haustür schloss sich.

Erst dann bemerkte Elena den anderen Mann im Wohnzimmer.

Er war groß, Mitte dreißig, in einem dunklen Anzug, der nicht nach Sicherheitsdienst aussah. Er hatte die ganze Zeit im Sessel in der Ecke gesessen, schweigend. Jetzt stand er auf.

"Sie sind wach", sagte er. Seine Stimme war ruhig. Keine Grausamkeit darin.

Elena wich instinktiv zurück.

"Wer sind Sie?"

Er antwortete nicht sofort. Er musterte ihr Gesicht, die Bandagen unter ihrem Kragen, die Art, wie ihre Hände zitterten.

"Können Sie sich setzen?", fragte er.

"Ich habe gefragt, wer Sie sind."

"Victor Hale", sagte er. "Damiens Cousin. Und ja, ich bin derjenige, der den Arzt gerufen hat."

Elena blinzelte.

"Sie..."

"Ich habe auch Essen hochschicken lassen", fuhr Victor fort und deutete auf ein abgedecktes Tablett auf dem Couchtisch. "Essen Sie. Sie haben seit 18 Stunden nichts gegessen."

Elena bewegte sich nicht.

"Warum?"

Victors Gesichtsausdruck änderte sich nicht.

"Weil es mich nicht besser machen würde als ihn, wenn ich Sie auf einem Betonboden verbluten ließe."

Er sagte es sachlich, als würde er über das Wetter sprechen.

Elenas Kehle zog sich zusammen.

"Warum helfen Sie mir?"

Victor lächelte schwach. Es erreichte seine Augen nicht.

Elena runzelte die Stirn.

"Was soll das heißen?"

Victor schüttelte den Kopf.

"Nicht heute. Essen Sie zuerst. Seien Sie ein braves Mädchen und bewahren Sie sich Ihre Kräfte auf."

Ein braves Mädchen.

Die Worte hätten sie ärgern sollen. Stattdessen fühlten sie sich seltsam sicher an. Als würde er nicht versuchen, sie zu brechen.

"Wer sind Sie wirklich?", fragte Elena erneut.

Victor sah auf seine Uhr.

"Damiens Cousin. Seine einzige verbliebene Familie. Und die einzige Person in diesem Haus, die keine Angst hat, ihm ins Gesicht zu sagen, dass er ein Idiot ist. Den Rest erzähle ich Ihnen ein andermal."

Er ging zur Tür, hielt inne und sah zurück.

"Essen Sie auf. Wenn Damien fragt, sagen Sie ihm, Sie hätten zuerst die Küche geschrubbt. Er mag es zu denken, dass er die Kontrolle hat."

Dann war er weg.

Elena stand eine ganze Minute da und lauschte der Stille.

Dann ging sie zum Tablett.

Brathähnchen, Kartoffelpüree, noch warmes Brot. Sie aß im Stehen, weil Sitzen zu weh tat. Das Essen schmeckte wie die erste richtige Mahlzeit seit Monaten.

Sie dachte über Victors Worte nach, als sie zum Waschraum ging.

Hatte Damien schon einmal geheiratet?

Sie schob es beiseite. Ein Problem nach dem anderen.

Unten im Auto schlüpfte Victor auf den Beifahrersitz von Damiens Wagen.

Damien schwieg, fuhr zu schnell die Straße hinunter.

"Was hast du zu ihr gesagt?", fragte Damien schließlich.

Victor hielt den Blick auf die Straße gerichtet.

"Gute Worte. Keine Todesworte."

Damiens Kiefer mahlte.

"Fang nicht damit an."

"Wann wirst du dieses Theater beenden, Damien?", sagte Victor leise. "Willst du, dass sie stirbt wie deine erste Frau?"

Der Wagen schwenkte leicht.

Damien sagte lange nichts.

Dann: "Sie ist nicht sie."

"Nein", stimmte Victor zu. "Sie ist stärker. Deshalb behandelst du sie so."

Damien antwortete nicht.

~Abend, Damiens Anwesen~

Das Haus war riesig.

Elena begann in der Küche. Auf den Knien den Boden zu schrubben ließ ihren Rücken schreien, aber die Schmerzmittel dämpften es zu einem dumpfen Pochen. Sie arbeitete langsam, methodisch. Wenn sie sich auf die Fugen konzentrierte, musste sie nicht an Sophias Lächeln oder Damiens Befehl denken. Sie ging zu den Fluren, zum Ostflügel.

Um 18 Uhr war sie in Damiens Zimmer.

Sie hasste dieses Zimmer.

Es war zu groß, zu kalt, zu voll von ihm. Sein Geruch hing noch in den Laken. Das Bett war von heute Morgen ungemacht. Sie sagte sich, dass sie es abziehen, waschen, neu beziehen und gehen würde.

Aber ihre Beine gaben nach, bevor sie fertig war.

Elena setzte sich auf die Bettkante.

Es war weich. Weicher als alles, worauf sie geschlafen hatte, seit sie mit 18 ihre Eltern verlassen hatte. Sie hatte nicht gemerkt, wie müde sie war, bis sie sich setzte.

Nur eine Minute, sagte sie sich. Nur um durchzuatmen.

Sie legte sich zurück.

Die Matratze wiegte sie, als hätte sie sie vermisst. Ihre Augen schlossen sich, bevor sie es verhindern konnte.

Minuten vergingen.

Sie hörte nicht die Haustür aufgehen.

Hörte keine Schritte im Flur.

Hörte nicht die Tür zu diesem Zimmer zuklicken.

Sie wachte auf, weil Gewicht auf dem Bett lag.

Elenas Augen schossen auf, und sie fand Damien über sich.

Betrunken. Wieder.

Seine Augen waren unscharf, seine Krawatte gelockert, sein Kiefer angespannt, als hätte er den ganzen Abend mit sich selbst gekämpft.

"Damien", sagte sie und rutschte zurück. Schmerz schoss durch ihren Rücken, und sie zischte.

Er hielt nicht an.

Er folgte ihr, kletterte auf das Bett, umschloss sie mit seinen Armen, sodass sie sich nicht bewegen konnte. Sein Atem roch nach Whiskey und etwas Dunklerem. Wut.

"Geh runter von mir", sagte Elena, die Stimme zitternd.

Damien antwortete nicht.

Er streckte die Hand aus und drehte ihr Gesicht zu sich, der Daumen strich über ihre Wange, als würde er prüfen, ob sie echt war.

"Du bist noch hier", murmelte er.

Elenas Herz raste.

"Geh runter von mir, Damien."

Er beugte sich näher.

Zentimeter.

Sein Gesicht war genau da. Sie konnte das Blutunterlaufene in seinen Augen sehen, die Erschöpfung, die in seine Haut eingraviert war.

Er würde sie küssen.

Elena spürte einen Kloß in ihrer Kehle. Angst.

Sein Blick wanderte zu ihren Lippen, dann zurück zu ihren Augen.

Elena drückte sich langsam tiefer ins Bett, klammerte sich an die Decke vor ihrer Brust. Ihr Rücken schrie vor Protest.

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