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Schatten der Verfolgung

Penulis: Estluxen
last update Tanggal publikasi: 2026-06-30 01:42:13

Der Wind heulte durch die Bäume. Jasmine keuchte. Jeder Schritt brannte in ihren Beinen. Lucian zog sie weiter. Seine Hand hielt ihre fest. Das Band pulsierte wild. Es warnte vor Gefahr. Es gab Kraft. Doch die Erschöpfung kroch heran.

Sie erreichten eine enge Schlucht. Felsen ragten steil auf. Schnee bedeckte die Pfade. Lucian blieb stehen. Er lauschte. Sein Körper war angespannt wie eine Bogensehne.

"Sie sind nah." Seine Stimme klang rau. "Diesmal mehr als vorher. Viktor hat die gesamte Garde geschickt."

Jasmine drückte seine Hand. "Wie viele?"

"Zu viele." Er sah sie an. Seine silbernen Augen glühten. "Aber wir sind schneller. Das Band macht uns eins."

Sie kletterten den Hang hinauf. Hände gruben sich in kalten Stein. Füße rutschten auf Eis. Einmal glitt Jasmine ab. Lucian fing sie. Er presste sie gegen den Fels. Sein Atem streifte ihr Ohr.

"Du schaffst das." Er flüsterte es eindringlich. "Ich lasse dich nicht fallen. Niemals."

"Ich weiß." Sie nickte. Schweiß lief trotz der Kälte über ihren Rücken. "Aber wenn sie uns einkreisen?"

"Dann kämpfen wir." Sein Ton duldete keinen Widerspruch. "Und wir siegen."

Oben angekommen bot sich ein kurzer Ausblick. Der Wald erstreckte sich endlos. In der Ferne ragte der Schwarzfels auf. Düster. Bedrohlich. Noch zwei Nächte bis Vollmond. Die Zeit drängte.

Sie rannten weiter. Äste knackten unter ihren Stiefeln. Hinter ihnen ertönten Rufe. Hunde bellten. Das Geräusch jagte eisige Schauer über Jasmines Haut.

"Da vorne." Lucian zeigte auf eine Gruppe dichter Tannen. "Wir verstecken uns dort. Kurz."

Sie tauchten in das Dickicht. Lucian zog sie zu Boden. Ihre Körper pressten sich aneinander. Wärme floss durch das Band. Es beruhigte. Es erregte. Es verband.

"Erzähl mir mehr vom Ritus." Jasmine sprach leise. Ihre Lippen berührten fast seine. "Was genau passiert wenn das Blut sich mischt?"

Lucian strich eine Strähne aus ihrem Gesicht. "Die alten Texte sagen. Das Blut ruft die Götter. Es brennt wie Feuer. Wenn das Band echt ist erscheint das dunkle Mal. Es sieht aus wie Schatten die sich um einen Mond winden. Es bindet uns für immer."

"Und der Schmerz?" Sie suchte seinen Blick. "Mara sprach von Qual."

"Ja." Er nickte langsam. "Es tut weh. Aber es heilt. Und danach spürst du mich. Immer. In jedem Gedanken. In jedem Traum."

Jasmine schluckte. "Ich will das. Dich spüren. Ganz. Aber ich habe Angst vor dem was danach kommt."

"Der Duell." Lucians Stimme wurde hart. "Viktor ist stark. Alt. Aber listig. Er wird Tricks benutzen. Silber. Gift. Alles was erlaubt ist."

"Du wirst siegen." Sie sagte es fest. Überzeugt. "Weil du für uns kämpfst. Nicht für Macht."

Er küsste ihre Stirn. Kurz. Intensiv. "Für dich. Nur für dich."

Die Hunde kamen näher. Ihr Bellen hallte von den Felsen wider. Lucian hob den Kopf. Er fluchte leise.

"Sie haben unsere Witterung." Er stand auf. Zog sie hoch. "Weiter. Jetzt."

Sie flohen erneut. Der Schnee wurde tiefer. Er behinderte ihre Schritte. Jasmines Lunge brannte. Doch das Band gab neue Energie. Es fühlte sich an als liefe Lucians Wolf neben ihr. Stark. Unermüdlich.

Sie erreichten einen zugefrorenen Bach. Lucian prüfte das Eis. Es hielt. Sie überquerten es vorsichtig. Auf der anderen Seite warteten dichte Büsche. Perfekt für eine Pause.

Sie kauerten sich nieder. Lucian teilte das letzte Stück Fleisch. Sie aßen schweigend. Ihre Blicke trafen sich immer wieder.

"Was ist mit Seraphina?" fragte Jasmine nach einer Weile. "Denkst du sie ist in Sicherheit?"

"Sie ist klug." Lucian kaute langsam. "Sie wird den Schein wahren. Bis zum richtigen Moment. Dann kommt sie zu uns."

"Ich hoffe es." Jasmine seufzte. "Sie hat alles riskiert. Für mich. Die unsichtbare Schwester."

"Du bist nicht mehr unsichtbar." Er nahm ihre Hand. Drückte sie. "Nicht für mich. Nicht für die Welt nach dem Ritus."

Ein Schrei durchschnitt die Stille. Nah. Menschlich. Dann Wolfsgeheul.

"Sie verwandeln sich." Lucians Augen verengten sich. "Das macht sie schneller. Gefährlicher."

Jasmine griff nach der gestohlenen Klinge. "Dann verwandeln wir uns auch."

"Noch nicht." Er schüttelte den Kopf. "Spar deine Kraft. Das Band verstärkt den Wolf in dir. Aber erst wenn es nötig ist."

Sie liefen weiter. Stunden vergingen. Die Sonne stieg höher. Dann sank sie wieder. Schatten wurden länger. Die Verfolger holten auf. Immer wieder hörten sie Rufe. Befehle. Das Knacken von Ästen.

In einer kleinen Senke machten sie Halt. Lucian baute eine winzige Schutzwand aus Schnee und Ästen. Kaum sichtbar. Gerade genug Schutz.

"Setz dich." Er zog sie nah zu sich. "Wir reden. Das hält uns wach."

Jasmine lehnte ihren Kopf an seine Schulter. "Erzähl mir von deiner Kindheit. Im Nordrudel."

Lucian starrte in die Ferne. "Kalt. Hart. Mein Vater lehrte mich früh. Schwäche bedeutet Tod. Ich durfte nicht weinen. Nicht zögern. Jeder Fehler wurde bestraft. Mit Schlägen. Mit Hunger. Mit Isolation."

"Das klingt schrecklich." Sie strich über seinen Arm. "Ähnlich wie bei mir. Nur dass ich nie Hoffnung auf mehr hatte."

"Du hattest Seraphina." Er lächelte schwach. "Ich hatte niemanden. Bis jetzt."

Das Band glühte auf. Es sandte Wärme durch ihre Adern. Jasmine spürte seine Erinnerungen. Fragmente. Schmerz. Einsamkeit. Dann sie. Das Licht darin.

"Du siehst mich wirklich." Sie flüsterte es. "Nicht das fehlende Mal. Nicht die Bastardin. Mich."

"Ja." Seine Stimme wurde tiefer. "Und ich will dich. Nicht nur das Band. Dich. Deine Stärke. Deinen Mut. Deinen Körper unter meinem."

Hitze stieg in ihre Wangen. "Lucian."

"Ich weiß." Er knurrte leise. "Nicht jetzt. Aber bald. Nach dem Ritus. Ich werde dich nehmen. Langsam. Dann hart. Bis du meinen Namen schreist."

Jasmine erschauerte. Das Band reagierte. Es zog tief in ihrem Unterleib. Verlangend. Sie presste die Schenkel zusammen.

"Du machst es schwer." Sie lächelte trotz der Angst. "Inmitten der Jagd."

"Das ist der Punkt." Er küsste ihren Nacken. Zähne streiften die Haut. "Das Band will uns verbinden. Körper. Seele. Alles."

Ein neues Geräusch. Schritte. Viele. Lucian sprang auf. Er schob sie hinter sich.

"Sie sind hier." Er zog seine Klinge. "Bleib hinter mir."

Fünf Wachen brachen aus dem Unterholz. Ihre Augen glühten gelb. Zwei waren halb verwandelt. Krallen. Zähne. Drohend.

"Der Alpha und die Hure." Der Anführer lachte. "Viktor schickt Grüße. Er will euch lebend. Für das Schauspiel."

Lucian stellte sich breitbeinig hin. "Kommt und holt uns."

Der Kampf explodierte. Die Wachen stürmten vor. Lucian warf sich dem Ersten entgegen. Ihre Körper prallten hart aufeinander. Knurren erfüllte die Luft. Klingen schlugen aufeinander.

Jasmine duckte sich nicht. Sie kämpfte. Die Klinge in ihrer Hand fühlte sich lebendig an. Ein Wächter kam auf sie zu. Er grinste böse.

"Kleine Bastardin. Ohne Mal. Wertlos."

"Probier es." Sie fauchte zurück.

Er schlug zu. Sie parierte. Der Aufprall vibrierte in ihrem Arm. Das Band gab ihr Kraft. Sie drehte sich. Stach zu. Die Klinge traf seine Seite. Blut floss warm.

Lucian tötete zwei schnell. Brutal. Ein Biss in die Kehle. Ein Genickbruch. Er war eine Maschine aus Muskeln und Wut.

Der Anführer verwandelte sich ganz. Ein großer grauer Wolf sprang auf Jasmine zu. Sie schrie nicht. Sie rollte zur Seite. Stach von unten zu. Die Klinge drang tief ein.

Lucian beendete den Letzten. Er stand über dem Körper. Blut tropfte von seinen Händen. Er drehte sich zu ihr. Die Sorge in seinen Augen war echt.

"Bist du verletzt?"

"Nur ein Kratzer." Sie zeigte den Schnitt am Arm. Er heilte bereits. Das Band arbeitete schnell.

Er zog sie an sich. Küsste sie hart. Adrenalin mischte sich mit Verlangen.

"Du kämpfst wie eine Luna." Er keuchte gegen ihre Lippen. "Meine Luna."

"Und du wie mein Alpha." Sie erwiderte den Kuss. Tief. Hungrig. "Lass uns nicht aufhören. Wir müssen weiter."

Sie plünderten die Toten. Nahmen Vorräte. Waffen. Einen kleinen Kompass. Dann flohen sie tiefer in die Nacht. Der Schwarzfels schien näher. Doch die Gefahr wuchs.

Stunden später fanden sie eine alte verlassene Mine. Eingang halb verschüttet. Drinnen war es dunkel. Feucht. Aber sicher für ein paar Stunden.

Lucian blockierte den Eingang mit Steinen. Er entzündete eine kleine Fackel die sie mitgenommen hatten. Das Licht warf lange Schatten.

"Wir ruhen uns aus." Er setzte sich auf den Boden. Zog sie auf seinen Schoß. "Aber nicht lange."

Jasmine schmiegte sich an ihn. Ihr Körper schmerzte. Doch das Band heilte und wärmte.

"Was wenn Viktor den Ritus stört?" fragte sie leise. "Oder das Rudel spaltet sich?"

"Dann spaltet es sich." Lucians Hand streichelte ihren Rücken. "Einige werden mir folgen. Die die echte Macht spüren. Nicht nur das alte Mal."

"Und dein Vater im Nordrudel?"

"Er ist schwach. Wenn ich mit dir zurückkehre als gebundene Gefährtin. Mit dem dunklen Mal. Wird er abdanken. Oder ich zwinge ihn."

Jasmine hob den Kopf. Sah ihn an. "Du würdest deinen eigenen Vater töten?"

"Für dich." Er sagte es ohne Zögern. "Für uns. Die alte Welt stirbt. Eine neue beginnt mit uns."

Sie küssten sich wieder. Länger diesmal. Hände wanderten. Seine unter ihr Hemd. Ihre über seine Brust. Das Band flammte auf. Hitze. Verlangen. Fast zu viel.

"Wir sollten nicht." Sie flüsterte atemlos. "Noch nicht. Der Ritus..."

"Ich weiß." Er stöhnte. Zog seine Hand zurück. "Aber es wird immer schwerer. Ich rieche dich. Ich will dich. Mein Wolf will dich markieren jetzt."

Jasmine lächelte trotz allem. "Bald. Auf dem Schwarzfels. Mit Blut. Dann ganz."

Sie sprachen stundenlang. Leise Gespräche in der Dunkelheit. Über Träume. Über Ängste. Über die Zukunft nach dem Duell. Wie sie die Rudel vereinen würden. Wie Seraphina frei sein könnte. Wie Kinder mit oder ohne Mal willkommen wären.

Die Fackel flackerte. Draußen heulte wieder ein Wolf. Diesmal näher. Feindlich.

"Sie finden uns nie zur Ruhe." Lucian stand auf. "Wir müssen weiter. Der Morgen kommt bald."

Sie verließen die Mine. Der Himmel war grau. Schnee begann erneut zu fallen. Dicke Flocken die Spuren verdeckten. Ein kleiner Segen.

Doch die Verfolger waren hartnäckig. Gegen Mittag sahen sie Gestalten in der Ferne. Mindestens zehn. Mit Hunden und Wölfen.

"Sie blockieren den direkten Weg zum Schwarzfels." Lucian knurrte. "Wir müssen einen Umweg nehmen. Durch die verbotenen Klippen."

"Das ist gefährlich." Jasmine wusste es. "Lawinen. Abgründe."

"Ja." Er nahm ihre Hand. "Aber zusammen schaffen wir es."

Der Aufstieg war brutal. Wind peitschte. Schnee blendete. Einmal rutschte ein ganzer Teil des Pfades weg. Sie sprangen gerade noch. Lucian hielt dich fest. Das Band rettete sie.

Oben auf einem Vorsprung machten sie Pause. Unter ihnen lag das Tal. Der Schwarzfels ragte wie ein Zahn aus der Landschaft.

"Nur noch eine Nacht." Jasmine flüsterte. "Morgen ist Vollmond."

"Ja." Lucian zog sie nah. "Morgen bluten wir zusammen. Morgen kämpfe ich um unser Leben. Und dann gehörst du mir. Für immer."

"Und du mir." Sie lächelte.

Sie küssten sich ein letztes Mal vor dem Weitergehen. Die Jagd ging weiter. Doch ihre Verbindung war stärker als je zuvor.

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