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Kapitel 5

Penulis: Crispy Coco
Ich ging in mein Apartment zurück. Als Erstes trat ich an den Schminktisch.

Dort lag ein blauer Diamantring mit zwölf Karat.

Vincents Verlobungsring. Der Ring, den er mir vor zehn Jahren gegeben hatte.

Ich nahm ihn in die Hand und warf ihn ohne das geringste Zögern ins Feuer.

Die Flammen fraßen sich am Platin fest. Doch der Diamant blieb unversehrt. Er lag mitten in der Glut und funkelte weiter.

Ein vollkommenes Sinnbild für meine Liebe.

Kalt. Hart. Tot.

„Fräulein Rossi, Sie sind zurück.“

Mein Butler Andre kam herein. Ein Blick auf mein Gesicht reichte ihm.

Er verstand sofort.

„Rufe alle Ältesten der Familie zusammen“, sagte ich und drehte mich zu ihm um. „Heute Abend. Acht Uhr. Dringende Sitzung.“

„Ja, Fräulein Rossi. Und noch etwas ...“ Er zögerte einen Moment. „Aus Chicago kam wieder ein Anruf. Wegen des Heiratsantrags. Dieses Jahr bereits zum dritten Mal.“

Diese rätselhafte Familie aus Chicago.

Seit zwei Jahren baten sie um ein Bündnis. Und ich hatte sie jedes Mal abgewiesen, blind vor Liebe zu Vincent.

„Sag ihnen, dass ich zustimme.“

Andres Augen weiteten sich. Doch er fing sich sofort wieder.

„Soll ich ein Treffen arrangieren?“

„Nein. Kein Treffen. Eine Hochzeit. In drei Tagen.“

„In drei Tagen?“ Selbst Andre verlor beinahe seine gewohnte Fassung. „Fräulein Rossi, das ist äußerst kurzfristig...“

„In drei Tagen“, wiederholte ich.

Ich leerte mein Glas Whiskey in einem Zug und spürte, wie die Schärfe meinen Hals hinunterbrannte.

„Und verbinde mich mit Sotheby. Ich will die gesamte Auszahlung der gestrigen Auktion. Liquidiert. In bar. Alles.“

Noch in derselben Nacht versammelten sich die fünf Ältesten der Familie in meinem Konferenzraum.

Es waren Männer der alten Schule. Männer, die mich hatten aufwachsen sehen. Männer, denen wirklich etwas an mir lag.

„Isabella, was ist passiert?“, sprach Lester als Erster. Er war der engste Vertraute meines Adoptivvaters und hatte meine Verlobung mit Vincent immer am entschiedensten unterstützt.

„Ich löse die Verlobung“, sagte ich ohne Umschweife. „Der Vertrag mit Vincent Corleone ist mit sofortiger Wirkung aufgehoben.“

Im Raum wurde es still.

„Gab es ein Problem?“, fragte ein anderer Ältester, Salvatore, mit ruhiger Stimme. „Falls es nur ein Streit war, können wir vermitteln...“

„Es war kein Streit“, sagte ich und sah in ihre besorgten Gesichter. „Es war Verrat.“

Dann erzählte ich ihnen alles.

Die ganze Wahrheit über diese zehn Jahre.

Vincents Sabotage. Avas wahre Identität. Das verschwundene Vermögen. Die Konfrontation von heute.

Ich verschwieg nichts.

Als ich fertig war, herrschte im Raum eine Stille, die fast körperlich weh tat.

„Dieser Bastard“, Lester schlug mit der flachen Hand auf den Tisch. „Die Familie Rossi hat das Bündnis mit den Corleones immer in Ehren gehalten. Und so wagt er es, Sie zu behandeln?“

„Dafür ist jetzt keine Zeit mehr“, sagte ich und stand auf. „Entscheidend ist, was als Nächstes kommt. Ich werde den Mann aus Chicago heiraten.“

Die Ältesten wechselten Blicke.

„Isabella“, sagte Salvatore vorsichtig, „wir wissen kaum etwas über diese Familie. Eine so überstürzte Hochzeit ist ein enormes Risiko.“

„Ein größeres Risiko als Vincent?“, fragte ich.

Darauf antwortete niemand.

„Ich brauche drei Tage, um diese Hochzeit vorzubereiten“, sagte ich in einem Ton, der keinen Widerspruch zuließ. „Das ist meine Entscheidung.“

In den nächsten zwei Tagen kam ich keine Sekunde zur Ruhe.

Ich entwarf mein Hochzeitskleid selbst.

Weiße Seide. Diamanten.

Diamanten im Wert von dreihundert Millionen Euro.

Der Preis meiner Freiheit.

Jetzt funkelte er in meinem Kleid.

Wenn Vincent dieses Geld unbedingt haben wollte, dann konnte er ja versuchen, es mir vom Leib zu reißen.

Am Morgen des dritten Tages wurde ein Paket an meine Tür geliefert.

Darin lag eine tote Taube mit gebrochenen Flügeln.

Und ein Zettel.

„Isabella, ich habe Blumen an das Grab deiner Mutter schicken lassen. Ich habe meine Entscheidung getroffen. Du bleibst meine Donna, aber in diesem Haus seid ihr und Ava gleichgestellt. Und du wirst kein Wort dagegen sagen. Das ist mein letztes Angebot. Bring mir die Eigentumsurkunde der Galerie, sonst hat das Konsequenzen. Vergiss nicht: Du wirst immer mir gehören.

— V.C.“

Ich blickte auf den Zettel und lachte.

Vincent Corleone, wie wahnsinnig verblendet kann ein Mensch eigentlich sein?

Du glaubst wirklich, die Welt dreht sich um dich?

Du glaubst wirklich, ich könnte ohne dich nicht leben?

Ich zerriss den Zettel in kleine Stücke und warf sie in den Müll.

Drei Stunden später stand ich vor der St. Mary’s Cathedral.

Das Kleid aus Diamanten war eine offene Kriegserklärung. In der Sonne brannte es beinahe vor Licht.

Lester trat an meine Seite und bot mir den Arm.

„Bist du bereit, kleines Kind?“

Ich legte meine Hand auf seinen Arm und spürte seine Wärme. Seine Ruhe. Seine Kraft.

„Ich bin bereit.“

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