LOGIN70In ihrem ruhigen, privaten Büro umklammerte Betty Calliesta mit zitternden Fingern ein Blatt Papier. Ihre Augen, um die sich bereits feine Fältchen zeichneten, weiteten sich vollkommen, während sie die Reihen von Daten und Profilfotos anstarrte, die ihr gerade von ihrem vertrauten Informanten zugeschickt worden waren. Ihr Atem wurde flach und beklemmend, schwer von dem Unglauben, der ihr mit voller Wucht in die Brust fuhr.„Vivienne …“, flüsterte Betty. Ihre Stimme zitterte, als der Name durch die stille Luft hallte. „Die Ehefrau von Dominic Thorne?“Betty sank in ihrem Stuhl zurück und warf die Papiere auf den hölzernen Schreibtisch, sodass sie sich ungeordnet darauf verteilten. Sie massierte ihre plötzlich schmerzenden, pochenden Schläfen. Ihr aristokratischer Verstand raste, während sie versuchte, die Informationen zu verarbeiten, die sie erhalten hatte, nachdem sie den ganzen Tag Spione darauf angesetzt hatte, die mollige Frau aufzuspüren, die sie am Vortag in Alistairs Villa
69Viviennes schwere Schritte fühlten sich ungewöhnlich beschwerlich an, als sie durch das Seitentor des prachtvollen Anwesens trat. Ihr kurviger, achtzig Kilogramm schwerer Körper war von schierer körperlicher Erschöpfung überwältigt, die durch das unerfüllte Verlangen verstärkt wurde, das nach ihrem Aufenthalt in Alistairs Villa noch immer in ihr nachwirkte. Kaum hatte sie sich auf das weiche Sofa im Wohnzimmer fallen lassen, da vibrierte das Handy in ihrer Handtasche erneut.Bzzzt ... Bzzzt ... Bzzzt ...Vivienne griff in ihre Tasche, holte das schlanke Gerät heraus und sah, wie das Display erneut mit demselben Namen aufleuchtete, der sie bereits seit mehreren Stunden anrief: Tristan Vance.„Tsk, dieser verrückte Mann ist unglaublich hartnäckig“, murmelte Vivienne mit zusammengebissenen Zähnen.Da sie sicher war, dass Alistair nicht mehr in der Nähe war und keinen Verdacht schöpfen konnte, strich Vivienne über die grüne Taste. Sie richtete ihre Haltung auf und setzte einen möglich
68Der Bildschirm des Telefons auf dem Nachttisch leuchtete unaufhörlich auf und zeigte immer wieder Tristans Namen, als würde er eine Antwort verlangen. Vivienne, deren Atem zwischen Alistairs ausgiebigen Zungenbewegungen, die noch immer ihren intimsten Bereich verwöhnten, stoßweise ging, zwang ihre üppige Hand, nach dem Gerät zu greifen. Ihre zitternden Finger berührten den Bildschirm, und mit einer schnellen Bewegung drückte sie auf den roten Button.Anruf abgelehnt.Doch diese Ruhe dauerte nur drei Sekunden. Das flache Gerät vibrierte erneut heftig auf dem hölzernen Nachttisch. Tristan rief wieder per Video an und weigerte sich, eine weitere Zurückweisung aus Tausenden Kilometern Entfernung hinzunehmen.Tausende Kilometer entfernt, in einem luxuriösen Hotelzimmer in Peking, lehnte sich Tristan Vance mit dem Rücken gegen die Lehne seines Bürostuhls. Sein Gesicht war vor Ärger dunkelrot angelaufen. Seine markante Kieferpartie war fest angespannt, während eine deutlich hervortretend
Kapitel 67Vivienne war gerade erst aus dem Auto gestiegen. Doch plötzlich legte sich ein großer, kraftvoller Griff von der Seite fest um ihr Handgelenk.„Hey – lass mich los! Wer—“„Steig ein, Vivienne.“ Eine tiefe, kalte und gebieterische Baritonstimme schnitt ihr abrurupt das Wort ab.Vivienne blickte auf und sah in Alistair Vances dunkle Augen, die sie ohne das geringste Fältchen von Freundlichkeit anstarrten. Der reife, zweiundvierzigjährige Mann zog Viviennes üppigen Körper mit einem einzigen scharfen Ruck zu sich heran, öffnete die Hintertür seiner luxuriösen schwarzen Limousine und stieß die füllige Frau mit ihren achtzig Kilo auf die Rumpffläche der schallgeschützten Kabine. Alistair sprang direkt hinterher und verriegelte die Türen von innen mit extrem schnellen Bewegungen.Vivienne stieß einen langen Atemzug aus und korrigierte ihre Sitzposition auf dem weichen Ledersitz. Sie warf einen Blick auf Alistair, der nun mit angespannten Kiefern neben ihr saß.„Wohin bringst du m
Kapitel 66Vivienne lehnte ihren üppigen Rücken gegen die lederne Rückenlehne des Bürostuhls in ihrem Arbeitsbereich. Der Stapel von Marketingunterlagen, den sie gerade unterschrieben hatte, lag ordentlich auf dem Schreibtisch. Nach drei vollen Stunden anstrengender Diskussionen mit Benita und den Investoren löste sich die Spannung in ihren Schultern allmählich. Die kurvige Frau mit ihren achtzig Kilo auf der Waage trug ein zufriedenes Lächeln im Gesicht; ihr erstes Treffen als CEO war reibungslos und ohne den kleinsten Makel verlaufen.Sie griff nach dem schwarzen Telefon in der Ecke ihres Schreibtischs und drückte auf den Einschaltknopf. In dem Moment, als der Bildschirm aufleuchtete, prasselte eine unaufhaltsame Flut von Benachrichtigungen herein, die das schlanke Gerät violently in ihrer fülligen Hand vibrieren ließ.*Bzzzt... Bzzzt... Bzzzt...*Mehr als hundert Anrufe in Abwesenheit und Tausende von Textnachrichten füllten den Bildschirm. Jede einzelne davon stammte von demselbe
64Julian Vance schlug mit der Faust auf den Glastisch im Wohnzimmer seines Apartments, was ein lautes Krachen erzeugte. Sein Atem ging stoßweise, und seine breite Brust hob und senkte sich rasch, während er darum kämpfte, seine Wut unter Kontrolle zu halten. Seine dunklen Augen blieben auf den Fernsehbildschirm gerichtet, auf dem noch immer stumm der Film für Erwachsene lief.„Verdammt nochmal! Wie kannst du es wagen, solche Spielchen mit mir zu spielen, Vivienne!“, brüllte Julian, und seine Stimme hallte durch den gesamten Raum.Er griff nach dem Telefon, das neben einem Teller mit frischem Obst lag – genau jenem Obst, das Vivienne so schätzte –, und wählte erneut ihre Nummer.Das Ergebnis war dasselbe.Die kühle Stimme der automatischen Ansage teilte ihm mit, dass die Nummer nicht erreichbar sei.„Verdammtes Telefon!“, fluchte Julian.Er pfefferte es auf das Sofa, bevor er mit großen Schritten auf das bodentiefe Fenster zuging und mit der Handfläche gegen das Glas schlug.Die Vor







