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Kapitel 3.

Author: Kester
last update publish date: 2026-07-28 11:38:46

Ursprünglich hatte Angelina die Vereinbarung, die sie so extrem belastete, niemals unterzeichnen wollen. Aber sie konnte es einfach nicht zulassen, dass Moreen über sie triumphierte.

So entschied sich Angelina, bei der Familie Almero zu bleiben. Um den Fortbestand ihrer Ehe mit Axton zu sichern, war sie bereit, die Bitterkeit zu ertragen, ihren Ehemann eine andere Frau heiraten zu sehen.

Dass sie blieb, lag jedoch nicht nur an ihrer Liebe zu Axton. Man musste realistisch sein: Die Almeros schwammen im Geld. Und seit sie die Schwiegertochter der Familie war, hatte es Angelina nie an etwas gefehlt.

Es gab keine pompöse Hochzeitsfeier, um die Verbindung zwischen Axton und Moreen zu besiegeln. Es war lediglich ein schlichter Ringtausch im Beisein beider Familien.

In ihrem privaten Schlafzimmer saß Angelina in sich gekehrt da und krallte die Hände in den Stoff ihres Oberteils genau über der Brust. Ihr Herz war zutiefst verwundet. Wer wünschte sich schon, unfruchtbar zu sein? Auch Angelina hätte die Familie Almero zu gerne mit einer Schar von Nachkommen glücklich gemacht.

In Angelinas Augen war jede Frau auf dieser Welt vollkommen – selbst wenn sie keine Kinder bekommen konnte. Denn das geschah schließlich nicht aus freiem Willen.

Bereits seit drei Stunden beweinte sie ihr elendes Schicksal. Als es schließlich elf Uhr nachts schlug, erhob sie sich träge vom Sofa.

Das Geräusch einer sich öffnenden Tür ließ Angelina jedoch zur Seite blicken. Sie war erschrocken, als sie sah, wie Axton und Moreen ohne jedes Zögern hereinspazierten. Die beiden wirkten überaus vertraut und wie füreinander geschaffen.

»Axton, warum bringst du diese Frau in unser Zimmer?«, fragte Angelina und legte die Stirn leicht in Falten.

»Fang bloß keine Diskussionen an, Angelina! Ich bin es leid, mich mit dir zu streiten. Moreen und ich werden uns hier ausruhen!«, entgegnete Axton, ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen.

»Setz dich, mein Schatz. Du musst nicht schüchtern sein, das hier ist dein Haus und auch dein Zimmer«, bat Axton und strich Moreen dabei sanft über das lange Haar.

Moreen lächelte voller Glück und ließ sich auf das Sofa im Zimmer nieder. Doch in Angelinas Brust brannte das Feuer der Eifersucht lichterloh, als sie sah, wie liebevoll Axton mit seiner Zweitfrau umging.

»Nun gut, dann suche ich mir ein anderes Zimmer«, erwiderte Angelina.

Sie hatte das Gefühl, dass ihre Kraft aufgebraucht war, um gegen Axtons Dickköpfigkeit anzukämpfen. Sie zog es vor nachzugeben. Schließlich ging es um ihren eigenen Verstand. Wenn sie sich die Romantik zwischen Axton und Moreen weiter ansehen müsste, würde sie das völlig zermürben.

»Wer hat dir erlaubt, das Zimmer zu verlassen? Du bleibst hier! Und du schläfst dort unten auf dem Boden!«, forderte Axton streng und zeigte auf die Stelle neben dem Bett.

Angelina fuhr erschrocken zusammen. Im selben Zimmer wie die beiden schlafen? Axtons Forderung war völlig irre!

»Das kommt überhaupt nicht infrage, Axton! Ich denke nicht im Traum daran, mit euch beiden in einem Zimmer zu schlafen!«, widersprach Angelina, während sich ihre Hände hinter ihrem Rücken langsam zu Fäusten ballten.

Moreen hingegen lächelte süffisant und dachte bei sich: *»Lass deiner Wut nur freien Lauf, Axton Schatz. Je mehr Angelina leidet, desto besser!«* Moreen genoss den Streit zwischen den beiden in vollen Zügen. Genau das hatte sie gewollt – damit Axton sie nur noch mehr liebte.

»Du hast doch wohl nicht etwa die Vereinbarung vergessen, oder? Dein Leben steht unter meiner Kontrolle!«, knurrte Axton, entschlossen, Angelina jede einzelne ihrer Taten heimzuzahlen.

»Lass es doch einfach, Angelina. Mein Mann möchte sich ausruhen. Du musst nicht ständig seinen Zorn heraufbeschwören. Kein Wunder, dass Axton sich von dir abgewandt hat, wenn du ihm ununterbrochen trotzst«, schaltete sich Moreen ein, um zu demonstrieren, wie viel besser sie im Vergleich zu Angelina war.

»Halt den Mund! Niemand braucht deine Meinung!«, fuhr Angelina sie an und durchbohrte Moreen mit einem dornigen Blick.

»Zügle deinen Tonfall, Angelina. Was Moreen sagt, stimmt. Du bist wahrhaftig eine ungehorsame Ehefrau! Bleib nicht wie angewurzelt stehen – geh endlich schlafen und mach keinen Aufstand mehr!«

Daraufhin stieg Axton ohne die geringste Verlegenheit vor Angelinas Augen ins Bett und zog seine neue Frau zu sich.

Moreen wandte für einen kurzen Moment den Kopf in Angelinas Richtung. Ein hinterhältiges, spöttisches Lächeln grub sich in das Gesicht der Frau, als sie auf das arme Geschöpf hinabblickte.

Angelina legte sich auf die Seite und wandte dem Bett des frisch verheirateten Paares den Rücken zu. Ihr magerer Körper war fest in eine dicke, weiße Decke gehüllt, die sie sich bis über den Kopf gezogen hatte.

Das Schmatzen leidenschaftlicher Küsse hallte über die luxuriöse Matratze. Moreens verlockendes Seufzen schien Axtons Verlangen nur noch weiter anzustacheln. Das frisch gebackene Ehepaar erlebte offenbar seine Hochzeitsnacht.

»Ich habe noch nie so süße Lippen geküsst, Moreen. Dein wunderschöner Körper bringt meine schamlosen Hände dazu, die Beherrschung zu verlieren. Du bist einfach umwerfend, Moreen.«

Unaufhaltsam stiegen Angelina die Tränen in die Augen. Unter der dicken Decke weinte sie tonlos vor sich hin. Wie konnte Axton nur so grausam sein und Moreen vor ihren Ohren huldigen, ohne die geringste Rücksicht auf ihre Gefühle zu nehmen?

Es war wie ein Albtraum. Auf indirekte Weise musste Angelina mitansehen, wie ihr Mann einer anderen Frau die Liebe gestand und mit ihr schief. Ausgerechnet auf dem Bett, das so viele schöne Erinnerungen mit Axton barg. Drei Jahre lang hatte dieses Bett sie begleitet und war Zeuge ihrer harmonischen Ehe gewesen. Nun musste es von einer schamlosen Frau beschmutzt werden, die ihr Axton weggenommen hatte.

Am nächsten Morgen verlangte Axton von Angelina, das Frühstück für ihn und Moreen zuzubereiten. Natürlich sträubte sich Angelina dagegen. Doch sie war es leid zu diskutieren und fügte sich schließlich widerwillig.

Sorgfältig legte sie Scheibe für Scheibe mit Butter und Erdnussbutter bestrichenes Brot auf die Teller. Anschließend bereitete sie zwei Gläser fettarme Milch zu.

Das Geräusch von footsteps hallte hinter ihr wider und kam schrittweise näher. Angelina wusste genau, wer den Esstisch ansteuerte. Sie drehte sich um. Ihr Blick wanderte abwechselnd zwischen Axtons und Moreens Gesicht hin und her. Schlagartig stiegen die schmerzhaften Erinnerungen der letzten Nacht wieder in ihr hoch. Es schien, als hätten sie bis in die frühen Morgenstunden miteinander geschlafen. Aber warum bat Axton sie nicht um Verzeihung?

Moreen sah makellos aus. Ihr feuchtes, glattes Haar fiel lose auf die Schultern, ihr Gesicht war wunderschön geschminkt, und sie trug ein schlichtes, magentafarbenes Kleid. Der Duft eines teuren Parfüms umwehte ihren Körper.

Angelina blickte an sich herab und verglich ihre Erscheinung mit Moreen – die Unterschiede könnten kaum größer sein. Angelinas schlichtes Auftreten passte scheinbar einfach nicht an die Seite eines CEOs wie Axton.

*»Habe ich mich in der letzten Zeit etwa so sehr gehen lassen? Bin ich für Axton gar nicht mehr attraktiv?«*, fragte sich Angelina im Stillen.

»Träum nicht vor dich hin, bediene lieber die neue Schwiegertochter der Almeros!«, rügte Evelyn sie. Die ältere Dame trat an den Esstisch und nahm auf dem Stuhl neben Moreen Platz.

»Mutter... Sind Sie etwa schon so früh wach?«, grüßte Moreen mit einem süßen Lächeln.

»Eigentlich sollte ich euch das fragen. Ihr seid ein frisch verheiratetes Paar – warum genießt ihr nicht die Zeit miteinander?«, entgegnete Evelyn. Sie konnte es kaum erwarten, die Nachricht zu hören, dass Moreen mit ihrem ersten Enkelkind schwanger war.

»Im Büro stapelt sich gerade die Arbeit, Mutter«, antwortete Axton.

»Ach, mein Junge. Du solltest dir lieber schnell ein paar freie Tage schaufeln, damit du mit meiner Lieblingsschwiegertochter in die Flitterwochen fahren kannst.«

»Ich werde mein Bestes geben, Mutter«, sagte Axton lächelnd zwischen zwei Bissen.

»Denk daran, Axton: Du musst Moreen so schnell wie möglich schwanger machen.«

Als Angelina die Worte ihrer Schwiegermutter hörte, fiel ihr das Schlucken schwer. Ein unangenehmes Gefühl breitete sich in ihr aus.

»Keine Sorge, Mutter. Ich habe mich bestens um meinen Körper gekümmert.« Moreen warf Angelina einen hochmütigen Blick zu. »Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, ich werde sehr bald schwanger sein, damit Axton mich noch mehr liebt«, fuhr sie fort.

»Nicht nur Axton – die gesamte Familie Almero wird dich abgöttisch lieben, Moreen.«

»Hach... Ich kann es kaum erwarten, endlich schwanger zu werden.« Moreen malte sich bereits aus, wie viele Geschenke sie von der Familie Almero kassieren würde.

Für Angelina war es kaum zu ertragen, weiterhin neben dem Esstisch zu stehen, als existiere sie gar nicht. Am liebsten wäre sie davongelaufen, um diesen vertrauten Plausch nicht weiter mit ansehen zu müssen. Doch sie wollte sich keine Blöße geben. Sie musste Stärke zeigen und allen beweisen, dass diese Situation sie nicht zerstören würde.

Kurzerhand zog Angelina ihren Stuhl zurück. Doch Evelyns missbilligender Blick ließ sie stutzen.

»Wer hat dir erlaubt, dich zu uns zu setzen?«, fragte Evelyn schroff.

»Ich bin immer noch Axtons Ehefrau, Mutter. Es ist mein gutes Recht, hier zu sein!«, entgegnete Angelina, bevor sie sich auf ihren Platz direkt neben Axton setzte.

»Schon gut, Mutter. Lassen wir Angelina hier sitzen«, lenkte Moreen ein.

»Moreen, du bist wirklich zu gutmütig. Diesmal hat Axton wahrlich die richtige Wahl getroffen«, lobte Evelyn und zeigte sich noch begeisterter von ihrer neuen Schwiegertochter.

*»Keine gute Frau ruiniert die Ehe einer anderen!«*, entgegnete Angelina nur gedanklich, da sie die Stimmung nicht vollends ruinieren wollte.

Sollte ihre Schwiegermutter Moreen fürs Erste nur auf ein Podest heben. Wenn die Zeit reif war, würde Angelina scharf abrechnen mit der Frau, die es gewagt hatte, ihr das Glück zu stehlen!

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