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Kapitel 2.

Author: Kester
last update publish date: 2026-07-28 11:38:25

Als Angelina Axtons Geständnis hörte, war sie zutiefst enttäuscht und ihr Herz zerbrach. Der Mann, den sie all die Jahre als den wichtigsten Menschen ihres Lebens angesehen hatte, erniedrigte sie nun bis aufs Äußerste.

Axton Barayev Almero war ein Mann mit einem unbeugsamen Charakter. Von Evelyn streng erzogen, war er zu einem CEO mit festen Prinzipien geworden. Wer es wagte, ihn zu verraten, musste mit den Konsequenzen rechnen. Er zögerte nicht, solche Menschen aus seinem Leben zu verbannen oder sie sogar leiden zu lassen.

„Sprich nicht so über mich. Ich bin kein Verbrecher!“

Angelina erhob sich vom Boden und sank erneut vor ihrem Ehemann auf die Knie.

„Wir können in Ruhe darüber reden. Ich habe dich nie belogen, Axton.“

Axton wandte den Blick ab. Er wollte ihren tränengefüllten Augen nicht begegnen.

„Bitte hör mir zu, Axton. Ich habe das Laborergebnis erst vor etwa zwei Wochen vom Arzt erhalten. Ich wollte es dir sagen, aber du warst ständig beschäftigt ...“

Bevor Angelina ihren Satz beenden konnte, fiel Evelyn ihr ins Wort und brachte sie zum Schweigen.

„Was für ein Unsinn! Diese missratene Frau sucht nur Ausreden, damit du dich nicht von ihr scheiden lässt! Ich bin mir sicher, dass sie dich von Anfang an hereingelegt hat. Ich weiß genau, dass sie meinen Sohn niemals freiwillig gehen lassen würde. Sie hat Angst, als Bettlerin auf der Straße zu enden, nicht wahr?“

„Es ist die Wahrheit, Mommy. Ich habe ehrlich zu euch gesprochen“, entgegnete Angelina und hoffte verzweifelt, Axton würde ihr glauben.

Der Streit ließ Axton schwer ausatmen. Die Enttäuschung stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben.

„Du bist auf frischer Tat ertappt worden und leugnest immer noch! Welche Sünde hat die Familie Almero begangen, dass wir eine Schwiegertochter mit einer unfruchtbaren Gebärmutter wie dich bekommen haben? Bevor Axton noch größeres Unglück widerfährt, verschwinde endlich von hier!“

Evelyn zog Angelina am Arm von ihrem Sohn weg.

„Bitte, Mommy. Werft mich nicht hinaus. Ich habe keine Familie außer euch“, flehte Angelina und weigerte sich, sich von Axtons Füßen zu entfernen.

„Axton, bitte verzeih mir! Ich liebe dich von ganzem Herzen. Lass mich weiterhin deine Ehefrau sein!“

Obwohl Angelina unzählige Male um Vergebung gebeten hatte, blieb Axton unnahbar und sagte kein Wort.

Stattdessen holte er mit seinem langen linken Bein aus und trat ihr heftig gegen die rechte Schulter.

Angelina wurde nach hinten geschleudert und stürzte zu Boden.

Ohne ihr auch nur einen Blick zu schenken, ging Axton weiter zu seinem Wagen, stieg ein, drehte den Zündschlüssel und fuhr mit quietschenden Reifen vom Grundstück.

Angelinas schmerzvolle Schluchzer hallten herzzerreißend über den Hof.

Eine Frau, die verzweifelt um ihre Ehe kämpfte und dafür sogar ihre Würde vor ihrem Ehemann opferte, erhielt nicht den geringsten Funken Mitgefühl.

„Dienstmädchen!“

Evelyns scharfer Ruf ließ die beiden Hausangestellten sofort herbeieilen.

„Packt sofort alle Sachen von Angelina zusammen. Es darf nicht ein einziges Teil hierbleiben!“

Sie wollte eine Schwiegertochter wie Angelina nicht länger im Haus haben.

„Ich werde meine Sachen selbst packen“, sagte Angelina und richtete sich auf.

„Du bleibst draußen! Wenn du es wagst, dieses Haus zu betreten, sorge ich dafür, dass du nie wieder laufen kannst!“

Nachdem Evelyn ihre Warnung ausgesprochen hatte, schloss sie die Haustür und verriegelte sie.

Die Tränen, die Angelina die ganze Zeit zurückgehalten hatte, liefen schließlich über ihre Wangen.

Nie hätte sie gedacht, dass ihre Liebesgeschichte mit Axton – dem Mann, der seit sechs Jahren ihre große Liebe war – auf so tragische Weise enden würde.

Diese Liebe war für sie das Schönste gewesen.

Sie hatten unzählige glückliche wie auch schmerzhafte Erinnerungen miteinander geteilt.

Axton zu vergessen, war für Angelina schlicht unmöglich.

---

Eine halbe Stunde war vergangen.

Angelina stand noch immer vor dem Haus, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Sie wartete schweigend darauf, dass sich die Tür vielleicht doch noch öffnen würde.

Schließlich kamen die beiden Hausangestellten mit ihren großen Koffern heraus und stellten sie vor ihr ab.

„Wir wissen nicht, was passiert ist, Angelina“, sagte eine der beiden leise. „Wir hoffen nur, dass dich nach deinem Weggang von hier ein besseres Schicksal erwartet.“

Den beiden tat es aufrichtig leid, mit ansehen zu müssen, wie die Schwiegertochter der Familie Almero auf so demütigende Weise hinausgeworfen wurde.

Angelina nahm die Koffer entgegen, nickte dankbar und seufzte. Sie hatte sich ihrem Schicksal beinahe ergeben und wusste nicht mehr, wohin sie gehen sollte.

Plötzlich fuhr Axtons Wagen wieder auf das Grundstück.

Angelinas Blick richtete sich sofort auf das Auto.

Ich wusste es doch, Axton ... Du wirst mich nicht leiden lassen, dachte sie.

Ein schwaches Lächeln erschien auf ihren Lippen, als sie glaubte, ihr Mann sei zurückgekehrt, um sie zurückzuholen.

Doch dieses Lächeln verschwand augenblicklich.

Axton stieg aus und öffnete die Beifahrertür für eine junge, außergewöhnlich schöne Frau.

Sie hatte langes, blondes Haar, das ihr bis zur Taille reichte, war elegant gekleidet und strahlte den Luxus und die Anmut einer Frau aus der gehobenen Gesellschaft aus.

Wer ist diese Frau?, fragte sich Angelina.

Axton nahm die Fremde an die Hand.

Seite an Seite gingen sie auf Angelina zu.

Die beiden Hausangestellten, die den drohenden Ärger spürten, verschwanden eilig zurück in die Küche.

„Bist du also endlich bereit zu gehen, Angelina?“, fragte Axton, als sie vor ihr stehen blieben.

„Wer ist sie?“

Angelinas Blick blieb an der hellen, makellosen Hand hängen, mit der die fremde Frau liebevoll den Arm ihres Mannes umschlungen hielt.

Ihre Brust zog sich schmerzhaft zusammen.

Sie hätte niemals erwartet, dass Axton mit einer anderen Frau zurückkehren würde.

Was hatte das zu bedeuten?

Die Fremde streckte ihr lächelnd die Hand entgegen.

„Freut mich, dich kennenzulernen. Ich heiße Moreen Aluna, bin die Assistentin von Herrn Axton und werde schon bald Mrs. Axton Barayev Almero sein.“

Angelinas Augen weiteten sich vor Schock.

„Sag mir, Axton, dass das nicht wahr ist! Ich werde niemals zulassen, dass irgendeine Frau meinen Platz als Mrs. Axton Almero einnimmt!“, sagte sie entschlossen.

„Doch“, erwiderte Axton gleichgültig. „Moreen hat recht. Wir werden so bald wie möglich heiraten.“

„Ich bin nicht einverstanden!“, rief Angelina.

„Und wer hat überhaupt nach deiner Zustimmung gefragt?“

Axton zog ein Blatt Papier hervor und hielt es ihr hin.

„Du musst nur diese Vereinbarung unterschreiben, wenn du weiterhin ein Teil der Familie Almero sein willst.“

Perfekt! Alles läuft genau nach Plan. Schon bald werde ich die Schwiegertochter einer Adelsfamilie sein, jubelte die hinterlistige Moreen innerlich.

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