Se connecterAria starrte Damien an und versuchte, alles zu begreifen.
„Der Mitarbeiter, der mich unter dem Vorwand, Ethan hätte mich gerufen, in die Lounge geschickt hat, die Bilder, die im Internet kursieren – das war dein Werk?“, fragte Aria und blickte den Mann an, der sie wie Beute ansah, was ihr ein seltsam unbehagliches Gefühl bereitete. „Sie sollten irgendwann sowieso an die Öffentlichkeit gelangen. Ich habe den Prozess nur beschleunigt. Nichts allzu Schlimmes.“ „Warum?“, hauchte Aria. „Er verdient dich nicht, und ich möchte unbedingt, dass du das weißt.“ „Ist er dein Sohn?“ „Mein Adoptivsohn, Miss Aria. Und auch wenn ich widerwärtiges Verhalten von meinen Familienmitgliedern nicht toleriere …“ Er hielt inne. „Ich möchte einen Deal mit dir machen. Eine Chance, das Ganze neu zu schreiben. Eine Chance auf Rache.“ „Was meinst du damit?“, fragte sie leise, während sie sich wieder auf dem Bett niederließ. Damien antwortete nicht sofort. Stattdessen blickte er aus dem Fenster, sein scharfes Profil unlesbar. „Jeder steht irgendwann in seinem Leben an einem Scheideweg. Manche wissen es, und manche merken nie, dass sie an einem stehen.“ Aria runzelte die Stirn. „Und du glaubst, heute ist meine?“ „Ich weiß, dass es so ist“, antwortete Damien. Seine Gewissheit verunsicherte sie. Sie hatte ihn, soweit sie sich erinnern konnte, erst dreimal getroffen: bei der Einführungsveranstaltung an ihrer Schule, bei einem Familienessen vor drei Jahren und das dritte Mal gestern Abend. Dennoch sprach er, als würde er sie verstehen, als wüsste er, was sie brauchte, und das ärgerte sie mehr, als sie zugeben wollte. „Ich kann nichts tun. Was geschehen ist, ist geschehen.“ „Da irrst du dich.“ Sie trat näher an ihn heran. „Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern.“ „Nein“, sagte er. Sein Blick traf ihren. „Aber die Zukunft schon. Miss Bennett, lass uns doch zu Mittag essen, oder?“ „Ähm … klar … natürlich.“ Als sie hinausgingen, wirkte der Club ganz anders als am Abend zuvor. Es war ruhig, ohne Disco-Lichter und Musik. Vor ihrem Zimmer und überall auf dem Clubgelände standen Wachleute. Der Rolls-Royce bog in die Einfahrt eines eleganten Restaurants ein. Es trug denselben Namen wie das Restaurant „NOIR“ und gehörte zu den Restaurants, die von Grand Orion boykottiert wurden. Es war ruhiger als erwartet, obwohl es mitten im Stadtzentrum lag. Die Fahrt dorthin verlief ruhig. Damien warf Aria ab und zu einen Blick zu, doch Arias Augen wanderten nicht vom Fenster ab. Sie fühlte sich müde und zugleich neugierig. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Damien ihre Tür öffnete. Sie stieg aus und sah Leibwächter, die am Eingang des Restaurants in Reih und Glied standen. Damien führte sie ins Restaurant. „Du solltest etwas essen“, sagte er. Sobald sie es sich bequem gemacht hatten, sah sie sich um und stellte fest, dass sie die einzigen Gäste waren. Das störte sie nicht sonderlich, denn sie wusste, neben wem sie saß. Trotzdem hätte sie bei seinen Worten beinahe gelacht. „Du bist aber entschlossen.“ „Du hast gestern Abend zu viel getrunken. Du brauchst etwas zu essen.“ „Ich werde schon überleben.“ „Vielleicht.“ Sein Tonfall blieb ruhig. „Aber ich habe nicht vor, mich um eine Kranke zu kümmern. Außerdem brauchst du etwas zu essen. Du hast gestern viel geweint. Du musst wieder zu Kräften kommen, damit deine Cousine nicht das Gefühl hat, sie hätte gewonnen, wenn sie dich krank und geschwächt sieht.“ Sie wollte gerade protestieren, schwieg aber und schmollte leicht. Aria starrte auf das Festmahl, das die Kellner auf den Tisch stellten. „Das kann ich unmöglich alles essen.“ „Das musst du auch nicht.“ „Warum hast du dann Essen bestellt, das für ein Dutzend Leute reicht?“ Damien nahm Gabel und Löffel zur Hand und begann, etwas Essen auf Arias Teller zu portionieren. „Ich mag es nicht, wenn der Tisch leer ist.“ „Da spricht der Reiche in dir.“ Sie schüttelte den Kopf. „Du bist seltsam.“ Zum ersten Mal seit gestern Abend ließ die Beklemmung in ihrer Brust nach. Sie nahm ihren Löffel in die Hand und nahm einen Bissen. Erst da wurde ihr bewusst, wie hungrig sie war. Niemand sprach. Man hörte nur das Klappern des Bestecks. Es war irgendwie friedlich. Schließlich legte Aria ihren Löffel hin und sah Damien, der mit seinem Steak beschäftigt war, eindringlich an. „Ich muss wohl erbärmlich aussehen“, seufzte sie. „Nein.“ Seine Antwort kam sofort. „Du wurdest betrogen.“ Ihre Blicke trafen sich. Kein Mitleid. Kein Urteil. Nur eine einfache Feststellung. „Ich habe mein ganzes Leben damit verbracht, jemanden zu lieben, der mich nicht liebt.“ „Das sagt mehr darüber aus, wie erbärmlich er ist, nicht du.“ Seine Worte überraschten sie. Sie hatte erwartet, dass er ihr sagen würde, sie solle stark sein, aufhören zu weinen und weitermachen, aber er nahm die Wunde einfach zur Kenntnis. Irgendwie tat es dadurch weniger weh. Auf der anderen Seite des Tisches musterte Damien sie schweigend – den Schmerz, die Verwirrung, die Demütigung. Er wünschte sich, er könnte all das wegwischen. Unter dem Tisch ballte er die Faust. Er erinnerte sich an ihre erste Begegnung am College. Es kam ihm vor, als hätte er einen Engel gesehen – ihr hasenhaftes Lächeln, ihre Grübchen, ihre braunen Augen, ihre gebräunte Haut und ihr lockiges Haar. Ein paar Wochen später erfuhr er, dass sie seinem Sohn ein Geständnis abgelegt hatte und dass die beiden nun ein Paar waren. Er musste sich zurückziehen, denn sie war mit dem einzigen Familienmitglied zusammen, das er noch hatte – dem Jungen, den er aufgenommen hatte und um den er sich kümmern musste, nachdem seine Eltern, sein Schwager und seine Schwägerin, wegen ihm gestorben waren. Marcus, Damiens Assistent, trat unauffällig ein. „Sir.“ Damien blickte auf. „Die Unterlagen sind fertig.“ Aria runzelte die Stirn. „Welche Unterlagen?“, fragte sie unwillkürlich. Marcus zögerte, bevor er die versiegelte schwarze Mappe neben Damien ablegte. „Ich warte draußen.“ Die Tür des Restaurants schloss sich. Es kehrte Stille ein. Damien blickte auf die Unterlagen, öffnete sie jedoch nicht. Stattdessen sah er Aria direkt an. „Ich habe einen Vorschlag.“ „Einen Vorschlag …“ „Es mag unvernünftig klingen.“ „Das ist nicht gerade beruhigend“, sagte Aria und rutschte leicht auf ihrem Stuhl hin und her. „Das sollte es auch nicht sein“, sagte Damien und sah sie an. Aria lächelte erneut, doch das Lächeln verschwand, als Damiens Miene plötzlich völlig ernst wurde. „Ich brauche eine Ehefrau.“ Aria starrte ihn an, als hätte sie sich verhört. „Wie bitte?“ „Ich brauche eine Ehefrau.“ Einen Moment lang sah sie ihn an, bevor sie herzlich lachte. „Ich bin die Ex deines Sohnes.“ „Das weiß ich.“ Damien lachte nicht. Ihr Lächeln verschwand langsam. Der Samstag auf Ashford Manor war anders als die Wochentage.Unter der Woche schien sich das Haus nach Damiens Zeitplan zu richten.Das Personal kam und ging leise.Autos fuhren vor und wieder weg.Telefonate erfüllten die Flure.Geschäftstreffen fanden hinter verschlossenen Türen statt.Doch am Samstagmorgen schien alles langsamer zu verlaufen.Im Haus war es ruhiger.Die Atmosphäre war entspannter.Und Aria war fest entschlossen, das zu genießen.Sie hatte den größten Teil des Vormittags in ihrem Zimmer verbracht und ein Buch gelesen, während sie bequem an das Kopfteil des Bettes gelehnt lag.Sie dachte nicht an die Ashford Group.Sie dachte nicht an Reporter.Und sie dachte ganz sicher nicht an Ethan.Ausnahmsweise wollte sie einfach nur ihr Wochenende genießen.Ihr Handy klingelte.Sobald sie den Namen auf dem Display sah, lächelte sie.„Sophia.“Sie nahm den Anruf entgegen.„Hallo?“„Sag mir, dass du Zeit hast.“Aria lachte.„Warum?“„Weil ich vorbeikomme.“„Warum?“„Weil ich es
Vanessa stürmte aus Ethans Wohnung.Sie wartete nicht darauf, dass er sie zurückrief.Sie drehte sich nicht um.Vanessa fuhr allein durch die Stadt.Ihre Hände blieben fest am Lenkrad.Sie hatte das Radio nicht eingeschaltet.Sie wollte keine Musik.Sie wollte keinen Lärm.Sie wollte nachdenken.Doch jedes Mal, wenn sie es versuchte, hörte sie wieder Ethans Stimme.Aria.Ihr Griff wurde fester.„Verdammt seist du.“Sie war sich nicht einmal sicher, ob sie zu Ethan oder zu Aria sprach.Vielleicht zu beiden.Die Ampel vor ihr sprang auf Rot.Vanessa hielt an.Sie betrachtete sich im Rückspiegel.Ihr Gesichtsausdruck war kalt.Sie wischte sich unter einem Auge ab, obwohl keine Tränen flossen.Sie weigerte sich, wegen Ethan zu weinen.Sie weigerte sich, Aria diese Genugtuung zu gönnen.Die Ampel sprang auf Grün.Vanessa fuhr weiter.Als sie zu Hause ankam, war ihre Wut gewachsen, anstatt nachzulassen.Sie parkte ihr Auto in der Einfahrt und stieg aus.Sie schlug die Tür härter zu, als nöt
Vanessa stöhnte ununterbrochen, während Ethan immer wieder schnell in sie stieß; sie verdrehte vor Lust und Schmerz die Augen, er packte ihr Gesicht, zog sie zu sich heran und küsste sie, während er ihr seine Zunge tief in den Hals schob; beide waren völlig außer sich, Vanessas Hände waren an das Bett gefesselt, sie hatte eine Augenbinde auf.Ethan kniete sich zwischen ihre Beine und küsste sie bis hinunter zu ihren Oberschenkeln; dabei fuhr er mit den Händen darüber und hielt ihre Beine gespreizt.„Halt still, komm nicht, bevor ich es dir sage.“Bevor sie antworten konnte, tauchte er seine Zunge tief in ihre Klitoris ein; sie keuchte und versuchte, vor lauter Lust die Beine zu schließen; er zog sich zurück, schlug ihr auf die Oberschenkel – eine Warnung, die Beine so zu halten, wie er sie positioniert hatte –, schob seine Hände in ihre Muschi und saugte gleichzeitig weiter mit dem Mund an der feuchten Klitoris.„Ethan, ich komme“, rief sie aus und versuchte ihr B
In dem Moment, als sich die Aufzugstüren schlossen, lehnte sich Aria an die Wand und stieß einen langen, übertriebenen Seufzer aus.Damien sah sie an.Sie seufzte erneut.Diesmal sogar noch lauter.Er hob die Augenbrauen.„Bist du verletzt?“„Nein.“„Hat er dir wehgetan?“„Nein.“„Warum seufzt du dann so?“Aria verschränkte die Arme.„Weil ich gelitten habe.“Damien starrte sie an.„Du hast gelitten?“„Schrecklich.“Er sagte nichts.Aria sah ihn aus den Augenwinkeln an.Sie wartete.Nichts.Sie seufzte erneut.„Liebling.“„Was?“„Du siehst nicht einmal besorgt aus.“„Ich war besorgt genug, um in dein Büro zu stürmen, bereit, einen Mann zu töten.“Arias Lippen zuckten.„Das zählt nicht.“Damien runzelte leicht die Stirn.„Wie kann das nicht zählen?“„Du hättest mich fester umarmen sollen.“Er starrte sie einen Moment lang an.Dann legte e
Als Aria am nächsten Morgen bei der Ashford Group ankam, hatte sie sich bereits dreimal ins Gedächtnis gerufen, dass sie nicht wegen Damien dort war. Zumindest nicht beruflich. Die Ehe mochte zwar der Grund gewesen sein, warum die Leute ihren Namen kannten, aber sie würde nicht der Grund sein, warum sie ihre Position behielt. Sie wollte, dass diese Unterscheidung klar blieb. Das Auto hielt vor dem hoch aufragenden Glasgebäude, und Aria blickte einen Moment lang durch das Fenster. Mitarbeiter strömten bereits durch den Eingang. Ein Auto nach dem anderen fuhr vor. Sicherheitspersonal stand in der Nähe der Türen. Alles wirkte organisiert, kontrolliert und fast einschüchternd. Aria atmete leise ein. „Sind Sie bereit, Mrs. Ashford?“ Sie blickte zum Fahrer hinüber. „Ja.“ De
Am nächsten Morgen stand Aria vor dem Spiegel in ihrem Zimmer. Sie trug eine schlichte cremefarbene Bluse, eine maßgeschneiderte schwarze Hose und einen taillierten Blazer. Nichts Extravagantes. Nichts, das darauf ausgelegt war, Eindruck zu machen. Sie wollte ernst genommen werden. Sie warf einen letzten Blick auf sich selbst, bevor sie das Schlafzimmer verließ. Heute war alles anders. Gestern war sie als Damiens Ehefrau in die Ashford Group eingetreten. Heute trat sie als Angestellte ein. Dieser Unterschied war ihr wichtig. Sie wollte, dass ihre Position nichts mit dem Ring an ihrem Finger zu tun hatte. Als sie die Treppe hinunterging, saß Damien bereits am Esstisch. Er blickte auf. Sein Blick wanderte kurz über ihr Outfit. „Du siehst bereit aus.“ „Ich hoffe doch.“ „Das bist du.“ Sie setzte sich ihm gegenüber. Das Frühstück stand bereits bere







