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Kapitel 3

Penulis: Mrs. Smith
Ich entschied mich, seinen Kommentar zu ignorieren. „Was kann ich für dich tun?“

„Angela kann etwas hitzköpfig sein. Aber sie wird ab jetzt auch auf die Schule hier gehen und ich will nicht, dass es da zu Problemen kommt.“ Ich war fast enttäuscht, aber nur fast.

„Solange sie sich anständig benimmt. Ansonsten wird sie die Konsequenzen zu spüren bekommen.“ Es war keine Drohung, es war ein Versprechen.

Alec verstand, was ich meinte, und nickte. „Warum hat dein Bruder dich Ice genannt?“

„So dürfen mich nur meine engsten Freunde nennen.“

„Das beantwortet aber nicht meine Frage.“

„Ich bin nicht gerade der kuschelige und herzliche Typ“, antwortete ich etwas vage.

„Ice?“ Anscheinend hatte Ace keine Lust mehr zu warten. Alec wurde nicht aufbrausend, sondern schaute ihn nur an und beobachtete seine Körpersprache.

„Ist das dein Freund?“

„Nein. Wir sehen uns morgen“, sagte ich trocken und drehte mich um. Ace hielt mir die Tür auf und Alec raste auf seinem Motorrad davon, während Ace die Tür wieder schloss.

„Worum ging es denn da draußen?“, sagte Colt sichtlich genervt.

„Seine Schlampe geht jetzt auch auf unsere Schule und er will nicht, dass es irgendwelche Probleme gibt“, antwortete ich achselzuckend.

„Und was hast du ihm geantwortet?“, fragte Jacob in einem nicht gerade freundlichen Ton.

„Solange sie sich anständig verhält, hab ich kein Problem mit ihr. Aber ich würde es nicht mögen, wenn ich sie daran erinnern müsste.“

„Nicht mögen? Was für ein Scheiß.“ Ace schüttelte ungläubig den Kopf.

„Dein Ruf sollte eigentlich ausreichen, um sie von dir fernzuhalten“, lachte Emily.

„Ein kleiner Kampf und schon bin ich das böse, gefährliche Mädchen in der Schule“, seufzte ich.

„Es war nicht nur ein Kampf. Außerdem hast du dafür gesorgt, dass sie danach im Koma lag“, grinste Colt.

„Die Schlampe musste in die Schranken gewiesen werden.“ Ich hatte keinen Hunger mehr, aber wollte auch noch nicht nach Hause gehen.

„Lasst uns gehen!“, sagte Jacob, während er seine Limo austrank.

„Soll ich euch mitnehmen?“, bot Colt an.

„Nein, ich möchte nach Hause laufen.“

„Aber es wird schon dunkel draußen“, sagte Ace, während er aus dem Fenster guckte.

„Danke, Papa. Das hatte ich gar nicht bemerkt.“ Genervt stand ich auf und ging aus der Tür. Emmy folgte mir sofort.

„Du weißt, dass du Ärger bekommen wirst, wenn du zu spät zu Hause bist“, sagte Emmy besorgt.

Sie hatte zwar recht, aber ich hasste Ann. „Ich würde sogar Ärger bekommen, wenn ich zu früh kommen würde.“ Ich hörte, dass die Jungs auf ihren Motorrädern zu uns aufschlossen.

„Komm schon, Schwesterherz! Spring auf!“ Colt streckte mir seine Hand hin. Seufzend gab ich mich geschlagen und stieg auf sein Motorrad. Emmy stieg auf Aces Motorrad und wir fuhren los in Richtung Rudelhaus.

Die Fahrt dauerte nur fünf Minuten und schon war ich wieder zurück in meiner persönlichen Hölle. Colt setzte uns an der Tür ab und fuhr nach hinten in die Garage. Genau als wir durch die Tür traten, spürte ich, dass sich etwas an meiner Seite bewegte.

Klatsch!

Der stechende Schmerz der Ohrfeige ließ meinen Kopf nach rechts schnellen. Die Ohrfeige kam so überraschend, dass ich sogar ein wenig ins Taumeln geriet.

„Dummes Gör! Wie kannst du es wagen, mich respektlos zu behandeln?“, kreischte Luna Ann.

Purer Hass füllte meine Augen, als ich sie ansah. Ich wusste selbst nicht, was über mich gekommen war, als ich zu ihr ging und ihr auch eine Ohrfeige verpasste. Allerdings hatte ich härter zugeschlagen, sodass sie schreiend auf den Boden fiel.

„Was ist denn hier schon wieder los?“, brüllte mein Vater. Ich wusste, dass ich in Schwierigkeiten war, aber ich bereute es kein bisschen.

„Ich bin gerade einfach nur von draußen hereingekommen und da hat sie mir eine Ohrfeige verpasst! Ich halte das nicht mehr aus, Papa! Ich habe genug davon, von einer Frau so schlecht behandelt zu werden, die noch nicht mal meine Mutter ist. Ich hasse es hier! Am Tag meines Geburtstags bin ich hier weg und du wirst mich nie wieder sehen. Also bestrafe mich so viel du willst. Aber es ist mir wirklich mittlerweile total egal!“ Die Jungs kamen während meiner Tirade in den Raum. Tränen rannen über mein Gesicht und vermischten sich mit dem Blut meiner aufgeplatzten Lippe, die Ann mir durch ihre Ohrfeige verpasst hatte. Ich wartete nicht einmal auf eine Antwort, rannte nach oben in mein Zimmer und knallte die Tür hinter mir zu.

Mein Körper vibrierte und ich musste auf irgendetwas einschlagen. Glücklicherweise hatte Colt mir in meinem Zimmer einen Sandsack aufgehängt, an dem ich meine Wut auslassen konnte. Ich vergaß alles um mich herum, während ich immer und immer wieder auf den Sandsack einschlug. Erst als sich zwei massive Arme um mich schlangen und er mich an sich drückte, kam ich wieder zu mir. Meine Fäuste waren blutig geschlagen und meine Arme schmerzten.

„Ice! Beruhig dich!“ Colt drückte mich fest an seine Brust. „Es tut mir so leid.“

Meine Atmung beruhigte sich und meine Sicht wurde wieder klar. Jacob und Ace waren auch hier. „Emmy ist nach Hause gegangen.“ Ace hatte meine Gedanken gelesen.

„Geh duschen und dann ins Bett“, sagte Colt und ließ mich los. Ace kam zu mir herüber und nahm mein Kinn in seine Hand, um sich meine Lippe anzusehen.

„Ist nicht der Rede wert“, sagte ich und riss meinen Kopf von seiner Hand weg.

„Ich habe Papa überredet, dass er dir Zeit gibt, dich zu beruhigen. Du musst dich aber morgen früh mit ihm treffen.“

„In Ordnung.“ Dafür war ich wirklich dankbar. „Danke dir.“

Die Jungs nickten mir zu und verließen mein Zimmer. Mein Handy klingelte, aber ich beachtete es nicht, warf es auf das Bett und ging duschen.

Das warme Wasser brannte an meinen wunden Knöcheln, aber ich mochte den Schmerz. Nachdem das Wasser allmählich kalt geworden war, stieg ich aus der Dusche. Ich trocknete mich ab, zog mir Schlafkleidung an und legte mich in mein Bett. Plötzlich klingelte mein Handy erneut. Diesmal schaute ich nach, wer es war.

Emmy: „Ist alles ok? Geht’s dir gut?“

Ich: „Ja, alles in Ordnung.“

Emmy: „Ich glaub dir kein Wort, aber wir können morgen darüber sprechen. Vielleicht kann Ace dich ja auf andere Gedanken bringen?“

Ich: „Gute Nacht!“

Sie hatte mich zum Lächeln gebracht und ich schlief umgehend ein.

Am nächsten Morgen stand ich früh auf, um mich fertigzumachen. Ann schlief lange, deshalb wusste ich, dass mein Vater alleine in seinem Büro sein würde. Ich flocht mein Haar zu einem seitlichen Zopf und trug eine leichte Schicht Make- up auf, weil ich den blauen Fleck an meinem Kinn etwas verbergen wollte. Schließlich zog ich eine lockere Shorts und einen schwarzen Bodysuit an, griff mir ein Paar Sandalen und machte mich auf den Weg zum Büro.

Klopf!

Klopf!

Klopf!

„Herein!“, dröhnte die Stimme meines Vaters.

„Hallo, Papa“, sagte ich, während ich hineinging und mich dann hinsetzte. Da nur wir beide anwesend waren, musste ich mich nicht an irgendwelche Formalitäten halten.

„Kris, was ist eigentlich los?“

„Sie macht mir mein Leben zur Hölle. Einfach nur, weil ich Mama so ähnlich sehe. Ich bin einfach nur nach Hause gekommen und sie hat mich angegriffen. Ich weiß, dass ich sie nicht hätte schlagen sollen. Aber ich bin es leid, ihr Fußabtreter zu sein und mich von ihr misshandeln zu lassen.“ Meine Stimme drohte zu brechen, aber ich behielt die Fassung.

„Colt hat mir erzählt, dass du von hier weggehen möchtest, sobald du achtzehn geworden bist.“

„Ja, ich kann einfach nicht mehr mit ihr zusammenleben.“

„Du weißt, dass du Ann nicht einfach schlagen kannst“, begann mein Vater.

„Kannst du nicht ein Mal einfach mein Vater sein? Mir tatsächlich zuhören und mich verstehen?“, unterbrach ich ihn.

„Kris, du weißt doch, dass ich dich liebe.“

Ich stand auf. „Alpha, kannst du mir einfach eine Strafe geben und mich zur Schule gehen lassen?“ Wenn er nicht der Vater für mich sein würde, den ich brauchte, würde ich ihn auch nicht mehr so nennen.

„Hör auf damit.“ Er schüttelte enttäuscht seinen Kopf.

Ein Klopfen an der Tür bewahrte mich davor, antworten zu müssen. Die Tür wurde geöffnet, obwohl mein Vater denjenigen, der geklopft hatte, nicht hereingebeten hatte. Es war Beta Andrew. „Oh, sorry. Ich kann auch später wiederkommen.“

„Ich muss jetzt wirklich zur Schule“, sagte ich und schaute meinen Vater an.

„Darüber werden wir aber noch reden“, sagte er, während ich mich umdrehte, um zu gehen.

„Jawohl“, sagte ich etwas sarkastisch.

Ich eilte aus dem Büro und lief direkt zur Garage. Ich schwang mich auf mein Motorrad und raste davon, ohne auf irgendjemanden zu warten.

Mit dem Wind in meinen Haaren fühlte ich mich frei. Weil ich so überstürzt gegangen war, hatte ich meinen Helm vergessen. Nicht, dass ich nach einem Unfall nicht schnell heilen würde. Auf meinen Knöcheln hatte sich nach gestern bereits Schorf gebildet, sie sahen aber immer noch nicht wirklich gut aus.

Da ich so früh das Haus verlassen hatte, waren noch nicht so viel Autos auf dem Schulparkplatz. Ich stellte mein Motorrad ab und ging hinüber zu einem Picknicktisch, um mich hinzusetzen. Ich steckte mir meine Ohrstöpsel in die Ohren und hörte alte Rocksongs, während ich mich in meinen Zeichnungen verlor. Da ich eine Tätowiererin war, wollte ich immer einige meiner eigenen Designs vorbereitet haben, damit sich die Kunden welche aussuchen konnten.

Als Motiv für diese Zeichnung hatte ich einen Phoenix gewählt. Seine Flügel waren ausgebreitet und um ihn herum loderte Feuer. Ich war so verloren im Zeichnen der Schattierungen, dass ich weder hörte noch fühlte, als Ace sich mir näherte.

„Verdammt!“, schrie ich und sprang auf. Sein Schulterklopfen hatte mich total erschreckt.

Er setzte sich gegenüber von mir hin. Ich sah, wie er meine Knöchel und meine Lippe inspizierte. Es fühlte sich leicht unangenehm an, aber irgendwie gefiel es mir auch. „Alles klar bei dir?“

„Immer doch“, sagte ich und nahm mir die Ohrstöpsel raus.

„Kristen.“ Immer wenn jemand meinen richtigen Namen verwendete, wusste ich, dass sie etwas Ernstes zu sagen hatten.

Ich legte meinen Stift beiseite und schaute ihm in die Augen. „Was soll ich denn deiner Meinung nach sagen? Mir geht es blendend? Könnte nicht besser sein? Mir geht es absolut beschissen? Ist es wirklich zu viel verlangt einen Vater haben zu wollen, der einfach auch mal auf meiner Seite steht?“ Ich fing wieder an mich in die Sache reinzusteigern und Ace streckte seinen Arm aus und nahm meine Hand.

„Es ist ok. Ich wünschte, ich könnte dir deinen Schmerz nehmen.“

Es hörte sich so intim an. „Es dauert noch sieben Jahre, bis Colt den Titel des Alphas übernimmt.“ Ich seufzte und versuchte das Gespräch von uns abzulenken.

„Bald ist dein Geburtstag. Was machst du, wenn dein Gefährte unserem Rudel angehört?“ Wir hatten darüber gesprochen, dass wir vielleicht Gefährten sein könnten. Aber es hatte sich nicht richtig angefühlt.

„Wir werden sowieso in ein paar Monaten unseren Schulabschluss machen. Vielleicht will er ja eine Reise machen.“

„Was ist, wenn er keine machen kann?“ Er sprach von sich selbst und hatte recht. Sobald Colt achtzehn werden würde, würde er viel mehr Alphatraining haben und ich würde ihn kaum noch sehen. Das schloss auch Ace und Jacob mit ein.

„Ich werde Postkarten senden.“

Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass es auf dem Schulhof langsam voll wurde. Die erste Glocke läutete, was für uns bedeutete, dass wir noch fünf Minuten Zeit hatten, bis der Unterricht begann.

Ace verzog das Gesicht, während wir aufstanden und uns auf den Weg in das Schulgebäude machten. Ich fühlte, dass Augen auf mich gerichtet waren und beim Umdrehen sah ich, dass Alec mich anschaute, während Angela sich an ihn klammerte. Ich drehte mich wieder um und ging zum Unterricht.

Der Morgen verging schleppend. Der Unterricht war langweilig. Ich war in all den fortgeschrittenen Kursen, also hätte ich eigentlich gut aufpassen sollen, konnte es aber nicht.

Vor dem Mittagessen hatte ich nur noch den Mathekurs für Fortgeschrittene. Als sich die Tür öffnete, kam Alec zusammen mit einem anderen Typen herein, den ich aber nicht kannte. Alec schaute herum und sah mich, bevor er sich einen Platz am anderen Ende des Raumes suchte und hinsetzte. Sein attraktiver Freund setzte sich neben ihn. Ich saß weiter hinten im Klassenraum, da ich mich vorne nicht so gut konzentrieren konnte. Ich mochte es nicht, wenn ich nicht wusste, was hinter mir geschah. Also saß ich hinten.

Hin und wieder fühlte ich seine Augen auf mir, aber ich versuchte mich zu konzentrieren. Der Lehrer redete von den Fortschritten im letzten Halbjahr, also nahm ich meine Skizze heraus und arbeitete weiter an meinem Phoenix. Die meisten Leute wussten nicht, dass ich einen überdurchschnittlich hohen IQ besaß. Vor drei Jahren wurde ich getestet und mir wurde mitgeteilt, dass ich die Schule verlassen und direkt auf die Universität gehen könnte. Aber ich wollte kein Freak sein und entschloss mich einfach die Schule ganz normal ein Jahr nach dem anderen zu durchlaufen.

Alle Lehrer wussten davon, also riefen mich nicht auf und waren nicht besorgt, wenn ich mal eine Stunde schwänzte. Ganz zu schweigen, dass sie alle Wölfe waren und wussten, wer ich war. Mein Vater und die anderen Alphas hatten ihnen befohlen nicht ein Sterbenswort über meinen IQ zu verlieren. Es war nichts, was ich herumerzählen wollte.

Als es die Schulglocke endlich ertönte, rief mich die Lehrerin auf. „Kris, könntest du mal bitte kurz herkommen?“

Alle außer Alec und seinem Freund gingen hinaus. „Hallo, Frau Simpson. Ich bin Alec und das ist Jasper. Ich wollte mich Ihnen nur vorstellen.“

„Ja, stimmt. Alpha Marcs Sohn, nicht wahr?“

„Ja, das ist korrekt.“

„Schön dich kennenzulernen. Ich sage aber gleich, dass es keine Ausrede für vergessene Hausaufgaben ist, der Sohn des Alphas zu sein.“ Sie starrte ihn an und ich stand etwas unbeholfen daneben.

„Verstanden.“ Er war offensichtlich genervt, aber beließ es dabei.

„Kris, kann ich dieses Jahr wieder auf dich zählen?“

Ich musste grinsen. „Ja, Frau Simpson. Ich freue mich schon darauf.“

„Super. Dann schicke ich dir eine E-Mail mit den Details.“

„Hört sich gut an“, antwortete ich und ging hinaus.

„Warte!“ Alec kam angejoggt, um mich einzuholen. „Kris, das ist Jasper. Er wird später mein Beta werden. Jasper, das ist die Tochter von Alpha Brian.“

„Es ist mir eine Freude, dich kennenzulernen“, sagte er höflich.

Ich hob eine Augenbraue, da seine Anrede so förmlich klang. „Ja, freut mich auch. Wenn ihr mich jetzt entschuldigen würdet …“ Ich drehte mich um und ging davon. Mein Magen grummelte.

„Steht der Termin heute Nachmittag noch?“, rief Alec mir hinterher.

„Na klar“, rief ich zurück, ohne mich umzudrehen. Ich wusste, dass sie mir folgten, aber es war mir egal. Ich brauchte definitiv etwas zu essen.

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Die Geschichte klingt weiterhin sehr interessant und ich bin gespannt auf mehr.
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