INICIAR SESIÓNSie schenkte ihm ihr Herz, und er zerbrach es in tausend Stücke. Wenn es ein Verbrechen wäre, der Liebe nachzujagen, hätte sie wohl für unzählige Jahre hinter Gittern gesessen. Haley gab William Nash alles, was sie hatte. Sie opferte sich selbst, ihre Träume und ihr ganzes Leben – denn sein Glück war ihr einziges Ziel. Seine Gleichgültigkeit hatte sie nie gestört. Bis zu jener Nacht, in der er ihr die kältesten Worte entgegenschleuderte. „Haley Nash, überschreite deine Grenzen nicht. Ich werde niemals Kinder mit dir haben. Vergiss nicht, wie du mich überhaupt erst dazu gebracht hast, dich zu heiraten!“ Für ihn war alles, was sie tat, eine einzige große Lüge. Gefangen in seiner Vergangenheit und noch immer an seine Ex-Frau gebunden, zog er eine Frau, die ihr ähnlich sah, seiner eigenen Ehefrau vor. Doch sein Verrat war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Haley ließ ihn los und begann, die Scherben ihres gebrochenen Herzens aufzusammeln. Doch dann verschwand sie aus seinem Leben. Das einst so lebendige Zuhause, das von ihrer Liebe erfüllt gewesen war, verwandelte sich in einen Ort der Leere. Und in Williams Herzen riss eine tiefe Wunde auf – eine Wunde, von deren Existenz er nie gewusst hatte. Verdammt! Hatte er gerade den größten Fehler seines Lebens begangen?
Ver másDuftkerzen, Champagner und Rosenblätter … erledigt!
Haley schritt durchs Schlafzimmer.
Ein purpurrotes Seidenkleid schmiegte sich an ihre Kurven und fiel bis zu den Knöcheln, mit einem gewagten Schlitz, der einen Blick auf ihr schlankes Bein freigab.
Im Hintergrund spielte eine sanfte Melodie, die sie fast dazu verleitete, der Erschöpfung nachzugeben, die von der Vorbereitung des ganzen Tages herrührte.
Die Luft war erfüllt von einer Mischung aus Jasmin- und Lavendelduft, und mit jeder verstreichenden Minute wurde der Drang zu schlafen stärker.
Einschlafen war jedoch unmöglich. Neunundzwanzig Tage lang hatte sie auf diese Nacht hingefiebert und sich darauf vorbereitet.
Liam kam selten nach Hause.
Sie waren seit drei Jahren verheiratet, doch ihre Beziehung war kaum mehr als ein distanziertes Nebeneinanderher-Leben.
Ihr Mann war stets bequemerweise mit der Arbeit beschäftigt und hatte kaum Zeit für sie. Der einzige Beweis ihrer Beziehung war die Intimität, die sie einmal im Monat teilten.
Heute Nacht war ihr dritter Hochzeitstag.
Da dies eine der wenigen Nächte war, in denen Liam ihr nahekam, musste alles perfekt sein.
Wenn er doch nur jetzt nach Hause käme. Die Geschäftsreise müsste vorbei sein. Seine Assistentin hatte ihr gesagt, Liams Flugzeug sei vor einer Stunde gelandet.
War in seiner Firma ein Notfall aufgetreten, um den er sich kümmern musste?
Gelangweilt setzte sich Haley auf die Bettkante und griff nach ihrem Handy.
Sie öffnete ihr Social-Media-Konto, um die Zeit totzuschlagen, während ihre Hoffnung mit jeder verstreichenden Minute mehr in Trübsal verblasste.
Haley loggte sich in einen Nachrichtenkanal ein, der stets über die bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt sowie über große Wirtschaftsmagnaten und Unternehmen berichtete.
Es war eine der verschiedenen Möglichkeiten, mit denen sie ihren Mann im Auge behielt. Dabei bezweifelte sie, dass dort je etwas über ihn stehen würde. Seine Firma geriet kaum je in einen Skandal.
Gerade in diesem Moment tauchte eine Meldung über die NK Enterprise auf, das Unternehmen ihres Mannes.
Aufgeregt tippte Haley auf die Meldung: „William Nash, berühmter CEO von NK Enterprise, checkt mit seiner mysteriösen Freundin in ein Hotel ein, Beziehung enthüllt“
William?
Ihr Liam?
Haley stand auf, ihr Blick starr auf den Bildschirm ihres Handys geheftet, von Schock und Unglauben übermannt. Auch Wut stieg in ihr auf, als sie das Bild sah, wie ihr Mann das berühmte Eden Suites Hotel betrat, den Arm um die Taille einer Frau gelegt.
Und als das Gesicht der Frau zu erkennen war, überfluteten Haleys Gedanken sie mit einem Mal.
Unglauben, Angst und Ungewissheit.
Leah!
Das Mädchen, das Lisa, Liams Ex, so sehr ähnelte.
Leah war lediglich Empfangsdame bei NK Enterprise gewesen, bis Liam eines Tages die Ähnlichkeit zu seiner Ex bemerkte.
Keine Woche verging, bis er sie zur Sekretärin beförderte.
Damals kursierten Gerüchte, William Nash habe eine Schwäche für seine Sekretärin.
Gerüchte, die Haley kaum glauben konnte. Liam mochte ihr gegenüber kühl und unromantisch sein, doch sie hatte nie geglaubt, er wäre der Typ Mann, der eine Affäre hätte, geschweige denn mit seiner Sekretärin.
Aber worum ging es bei dieser Nachricht?
Liam musste mit seiner Sekretärin wegen irgendwelcher geschäftlicher Angelegenheiten ins Hotel gegangen sein, oder?
Trotzdem, wieso hielt er Leahs Taille umfasst?
Im Zweifel zu versinken hatte keinen Sinn. Haley wählte seine Nummer.
Er nahm nicht ab, was ihre Angst verstärkte. Beim dritten Versuch ging er schließlich ran.
„Was ist?“, murmelte seine tiefe Stimme, schwer vor Müdigkeit, durchs Telefon.
Haley atmete tief durch, um ihre Gefühle zu kontrollieren. „Liam, wo bist du? Heute ist unser dritter Hochzeitstag, weißt du noch?“
„Und?“ An seinem gleichgültigen Ton konnte Haley sich nur vorstellen, wie er die Augen verdrehte. „Ich komme nicht nach Hause. Schlaf allein.“
Obwohl er wusste, was sie sich wünschte, wies er sie brutal zurück, seine Stimme ohne eine Spur von Reue, ein Schlag mitten in ihren Stolz.
Gerade in diesem Moment erklang eine weibliche Stimme, weich und verführerisch, im Hintergrund. „Willy, ich habe Durst.“
Willy?
Nicht einmal Haley durfte ihn so nennen.
Er war wirklich mit einer Frau zusammen!
Um diese Uhrzeit war ihr Mann mit einer verdammten Frau zusammen!
Das Telefon piepte. Er hatte aufgelegt.
Benommen fiel Haleys Blick auf die Dekoration, ihre mühevolle Arbeit. Sie sank aufs Bett, ihre Gedanken wirbelten, während diese Stimme in ihrem Kopf widerhallte.
Leah.
Das war Leahs Stimme gewesen.
Was ging hier vor? Hatte sie Liams mangelnde Zuneigung fälschlich für einen Teil seines kühlen Wesens gehalten?
Der Schlaf wich aus Haleys Augen, und plötzlich war ihre Kehle trocken. Sie sehnte sich nach irgendetwas, das sie von den verwirrenden und herzzerreißenden Gedanken ablenken konnte, also trank sie den Champagner in einem Zug, in der Hoffnung, er würde ihre Traurigkeit fortspülen.
Warum liebte er es, ihre Gefühle zu verletzen?
War er, während jener Nächte, in denen er nie nach Hause kam, tatsächlich bei seiner Sekretärin gewesen, wie die Gerüchte behaupteten?
Haley rührte sich mitten in der Nacht, schläfrig und dennoch hellwach spürte sie kräftige Hände, die an ihrem Kleid nestelten.
Sie fand Liam über sich, wie er versuchte, sie auszuziehen. Haley blinzelte. Ugh! Warum träumte sie von diesem Mann, der es nur verstand, ihr das Herz zu brechen?
Doch als seine Finger über ihren Körper strichen, breitete sich eine Gänsehaut auf ihrer Haut aus, und sie zuckte zusammen.
„Warte …“, hielt Haley ihn auf, ihre Stimme heiser vom Weinen, noch immer wollte sie sich vergewissern, ob sie träumte.
Liam grinste. „Du hast mich zurückgerufen. Ist es nicht dafür?“
Haley errötete.
Er war zurückgekommen. Vielleicht hatte sie sich wieder geirrt.
„Ich habe unser Jahrestagsgeschenk besorgt. Willst du es sehen?“, fragte sie.
„Langweilig.“ Er zog eine Spur von Küssen ihren Hals hinab und schob ihr Nachthemd nach unten.
„Ähm, Liam …“
Ärger blitzte in seinen Augen auf, als sie ihn erneut unterbrach.
Haley schluckte, sammelte ihren Mut, dankbar für die ganze Flasche Champagner, die sie in sich hineingeschüttet hatte. „K- Kannst … kannst du es heute Nacht nicht tragen?“
Liam hielt inne.
Seine dunklen Augen bohrten sich durch ihr Herz, sein Gesichtsausdruck fror ein.
Die Atmosphäre wurde so abgestanden und erstickend, und ihr Atem stockte, als er sie wegstieß.
„Du bist immer damit einverstanden, dass ich Schutz benutze.“ Seine dunkle Stimme ließ sie erschauern. „Warum jetzt nicht?“
Haley duckte sich zum Kopfteil des Bettes, errötet und verlegen.
Sie senkte den Blick. „Es geht um deine Großmutter. Sie beklagt sich jeden Tag darüber, dass wir kein Kind haben.“
„Großmutter, aha?“ Er lachte höhnisch und durchbohrte sie mit einem Blick. „Eher bist du verzweifelt danach, ein Kind zu bekommen, um in dieser Familie den Titel Mrs. Nash zu behalten!“
Sein Mund spie Gift.
Haley hielt ihre Tränen zurück und ballte die Fäuste, während die Bitterkeit seiner Worte sich von ihrem Herzen ausbreitete und sie ganz betäubte.
Richtig!Warum war Liam nicht darauf gekommen?Es war der schnellste Weg, herauszufinden, ob Haley oder seine Mutter die Wahrheit sprach.Aber dann,Brauchten sie die Überwachungskamera wirklich?Wie konnte er die offensichtliche Wahrheit leugnen, wenn sie direkt vor ihm lag?Sollte sich herausstellen, dass seine Mutter log, würde das sie nicht nur öffentlich demütigen,Ihr Ruf wäre auch dahin.„Mein Enkel ist wie immer klug.“ Großmutter Lily nickte nachdenklich. „Mary, hol die Sicherheitsleute, damit sie die Überwachungsaufnahmen von letzter Nacht überprüfen.“„Haley, Liebes…“, wandte sich Großmutter Lily ihr zu, umfasste ihre Wangen. „Großmutter wird dir diesmal Gerechtigkeit verschaffen. Diese böse Frau wird heute ihre Lektion lernen.“Während sich Veras Pupillen zusammenzogen, ihr Gesicht erblasste, war die Ehrlichkeit in Haleys trüben Augen deutlich zu erkennen.Liam rutschte unbehaglich hin und her.Als die Haushälterin davonging, räusperte er sich. „Mary, komm zurück.“„Häh?“ D
Die Luft gefror, und eine ohrenbetäubende Stille senkte sich herab.Liam erstarrte auf der Stelle, sein Blick fest auf seinen Bruder gerichtet,und das Mädchen, das bei ihm war.Haley?Sie sah nicht nur mitgenommen und staubig aus, sie wirkte auch schwach, lehnte sich zur Unterstützung an seinen Bruder.„Aaaaahhh!“ Ein schriller Schrei durchdrang die Atmosphäre.Der Schrei kam von niemand anderem als der Frau, die nun zitternd in Liams Armen lag.Seine Mutter sprang buchstäblich auf ihre Füße.War sie nicht bewusstlos gewesen?Doch niemand schenkte ihr Aufmerksamkeit, da sich alle um Daryl versammelten.„Unmöglich, es ist der zweite junge Herr!“„Oh mein Gott! Er ist zurück!“„Der zweite junge Herr lebt!“„Wie unglaublich!“Die Diener sprangen aufgeregt umher, klatschten und lächelten.Während Großmutter Lily noch mehr Tränen vergoss. „Mein lieber Enkel, wo warst du? Wie bist du zurückgekommen? Ich, ich habe mir große Sorgen gemacht. Wurdest du entführt, Liebes?“Doch vor fünf Jahren
Der Keller war schon immer Daryls Lieblingsversteck gewesen.Er hatte manchmal den ganzen Tag dort verbracht, ohne dass es jemand bemerkte, bis er sich irgendwann entschied, wieder herauszukommen.„Ah! Der Keller! Sie haben recht, junger Herr!“, rief die Dienerin aus.Doch auf Liams Mutters Gesicht lag ein alarmierter Ausdruck. „Seit Jahren hat niemand mehr diesen Keller besucht! Wie kann sich dort ein Mensch verstecken?“„A-Aber, gnädige Frau, wir haben überall sonst gesucht, außer-“„Halt den Mund!“, schnitt Vera der jungen Dienerin mit einer schallenden Ohrfeige das Wort ab.Ihre Handlung kam so plötzlich, dass alle zusammenzuckten, einschließlich Liam.„Du! Vera, warum bist du so grob? Warum kannst du den Dienerinnen gegenüber keine Gnade zeigen?“, starrte Großmutter Lily sie missbilligend an.„Siehst du nicht, dass sie respektlos ist, Mutter? Wie kann sie es wagen zu sprechen, während ich am Sprechen war?“Die junge Dienerin hatte nur einen einfachen Satz gesagt, den jeder hier h
Instinktiv trat sein Bein auf die Bremse, und das Auto kam mit quietschenden Reifen zum Stehen.Liam musste das Telefon von seinem Ohr nehmen, um den Kontakt genauer zu betrachten.Derjenige, der vermisst wurde?Sein Bruder?„Sind Sie sicher, dass er es ist?“„Meine Leute lügen nie, Herr Nash“, antwortete die andere Person. „Ich habe das Foto an Ihr Handy geschickt.“Ein Foto?Hoffnung vermischt mit Verwirrung brachte Liam dazu, in seine Medien-Nachrichten zu schauen, ohne sich darum zu kümmern, aufzulegen.Er klickte auf das Foto.Er ist es.Es war sein Bruder.Erinnerungen strömten sofort zurück, beim Anblick dieser vertrauten Gestalt, die aus dem Flughafen schritt.Eine Reisetasche hing über seiner Schulter, und die andere Hand streckte er aus, als versuche er, ein Taxi anzuhalten.Es war derselbe Kerl, der vor fünf Jahren verschwunden war.Obwohl er auffällige Kleidung trug, ein gelbes T-Shirt mit roter Sonnenbrille, würde Liam diese Gesichtszüge, die den seinen so stark ähnelten,











