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Kapitel 27: Raven Moonshadow

last update Veröffentlichungsdatum: 23.09.2026 15:44:42

Ravens / Scarletts Sicht

Blutgeschmack füllte meinen Mund, als ich mir auf die Innenseite der Wange biss und jeden abtrünnigen Gedanken gewaltsam dorthin zurückdrängte, wo er hingehörte: in die dunkelste Ecke meines Verstandes.

Ich senkte den Kopf und zwang meine Stimme zu vollkommener Ruhe. „Ich danke Ihnen, Alpha.“

Ehe das feine Zittern in meinen Fingerspitzen mich verraten konnte, legte ich die Hände ordentlich ineinander.

Frühstück.

Das Wort hallte unaufhörlich in meinem Kopf wider.

Ich kon
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  • Die gezeichnete Heilerin des Alphas   Kapitel 27: Raven Moonshadow

    Ravens / Scarletts SichtBlutgeschmack füllte meinen Mund, als ich mir auf die Innenseite der Wange biss und jeden abtrünnigen Gedanken gewaltsam dorthin zurückdrängte, wo er hingehörte: in die dunkelste Ecke meines Verstandes.Ich senkte den Kopf und zwang meine Stimme zu vollkommener Ruhe. „Ich danke Ihnen, Alpha.“Ehe das feine Zittern in meinen Fingerspitzen mich verraten konnte, legte ich die Hände ordentlich ineinander.Frühstück.Das Wort hallte unaufhörlich in meinem Kopf wider.Ich konnte mich nicht erinnern, wann mich das letzte Mal jemand eingeladen hatte, eine Mahlzeit zu teilen, einfach nur, weil er meine Gesellschaft wünschte.Das hier war nicht so.Das durfte es gar nicht sein.Um uns herum geriet das geschäftige Treiben im Raum keinen Augenblick ins Stocken. Mägde falteten die letzten Kleidungsstücke von Alpha Dimitri zusammen, während Wachen das Gepäck festschnallten – jeder Einzelne bewegte sich mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte er diesen Ablauf schon hunde

  • Die gezeichnete Heilerin des Alphas   Kapitel 26: Lügen riechen

    Ravens / Scarletts Sicht„Ja, Alpha.“Auf unsicheren Beinen wich ich rückwärts auf die Verbindungstür zu, während mein Herz wie wild gegen meine Rippen hämmerte. Ich rückte den Schal an meinem Hals zurecht und schlüpfte zurück in meine Kammer. Das leise Klicken der Tür, als sie hinter mir ins Schloss fiel, klang in meinen Ohren um ein Vielfaches lauter, als es hätte sein dürfen.Einen langen Moment lang lehnte ich mich gegen das Holz und schloss die Augen, um meinen Atem wieder unter Kontrolle zu bringen.Meine Hände an meinen Seiten zitterten noch immer leicht, während Alpha Dimitris Worte unablässig durch meinen Kopf kreisten.Es gibt viele Dinge, von denen du nichts weißt, Scarlett.Wir treffen uns morgen mit den Hexen.Die Sätze verwoben sich ineinander, bis ich nicht mehr wusste, welcher Gedanke mich tiefer beunruhigte.Ich zwang mich dazu, mich zu bewegen, und suchte nach irgendeiner Beschäftigung, die meinen Kopf frei bekommen konnte. Ich begann mit den Büchern. Band für Band s

  • Die gezeichnete Heilerin des Alphas   Kapitel 25: Hexen

    Ravens / Scarletts SichtHexen.Das Wort kam ihm so beiläufig über die Lippen, als gehörte es ganz selbstverständlich in diese Welt.In meinem früheren Leben war es schon gefährlich gewesen, Hexen auch nur laut beim Namen zu nennen. Sie sollten ausgestorben sein – tot und begraben mitsamt den uralten Sagen, in denen sie vorkamen. Sie existierten nur noch in Schauergeschichten, mit denen man unartigen Welpen Angst einjagte, und in Warnungen, die man hinter verschlossenen Türen flüsterte. Jeder wusste, dass es verboten war, überhaupt über sie zu sprechen, und dass man sie besser im Reich des Vergessens ließ.Und doch hatte Alpha Dimitri von ihnen gesprochen, als gäbe es sie wirklich. Als lebten sie noch immer irgendwo jenseits jener Märchen, mit denen ich aufgewachsen war. Als wären sie in Wahrheit nie verschwunden.Ein eisiger Schauer kroch mir über den Rücken, während sich mein Magen schmerzhaft verkrampfte. Instinktiv unterdrückte ich den Drang, eine Hand schützend auf das winzige G

  • Die gezeichnete Heilerin des Alphas   Kapitel 24: Krankheiten und Namen

    Alpha Dimitris SichtIch wog den Vorschlag ab und drehte ihn im Kopf hin und her.Der Gedanke hatte zweifellos seine Berechtigung. Ironclaws verschwundene Luna in den Händen zu halten, würde Bloodfang ein Druckmittel verleihen, das kaum ein Alpha ignorieren konnte.Und doch verwarf ich die Idee fast augenblicklich wieder.Eine unschuldige Frau als Verhandlungsmasse zu missbrauchen, war eine Grenze, die ich nicht zu überschreiten gedachte, solange mir eine andere Wahl blieb.„Nein“, antwortete ich nach einem Augenblick. „Wenn Raven Moonshadow solche Mühen auf sich genommen hat, um spurlos zu verschwinden, liegt ihr ganz sicher nichts daran, gefunden zu werden. Ich habe nicht die geringste Absicht, Bloodfangs Zeit oder Ressourcen an die Suche nach einer Frau zu verschwenden, die mir nichts zu bieten hat.“Petru neigte den Kopf und fügte sich der Entscheidung ohne ein weiteres Wort.Ich erhob mich von meinem Platz und ließ den Ratssaal hinter mir. Meine Schritte hallten durch die steiner

  • Die gezeichnete Heilerin des Alphas   Kapitel 23: Verhandlungen

    Alpha Dimitris Sicht„Sieben meiner Grenzpatrouillen sind tot“, sagte Lucan, jedes Wort abgehackt von mühsam gezügeltem Zorn. „Ihre Leichen wurden weniger als eine Meile von der Grenze zu Bloodfang geborgen, jeder Einzelne von deinen Kriegern niedergestreckt.“Ich musterte ihn, ohne auch nur die geringste Regung zu zeigen.„Dann haben sie die Grenze dort übertreten, wo sie nichts verloren hatten.“Seine Augen wurden hart wie Stein.„Sie haben Abtrünnige verfolgt.“„Dann hätten sie sie auf dem Boden von Ironclaw verfolgen sollen.“Seine Faust schmetterte mit solcher Wucht auf das polierte Holz, dass die über den Tisch ausgebreiteten Karten erzitterten.„Du nennst das Abschlachten meiner Patrouillen Grenzsicherung?“„Ich nenne es die Durchsetzung meiner Grenzen“, erwiderte ich kühl. „Bloodfangs Gesetze hören nicht auf zu existieren, bloß weil Ironclaw beschließt, sie zu ignorieren.“Für mehrere quälend lange Augenblicke sprach keiner von uns ein Wort.Um den Tisch herum tauschten die Mi

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    Scarletts / Ravens SichtAn jedem anderen Tag hätte ich ihr alles anvertraut – die allergische Reaktion, Frau Darkmoons plötzliche Panik, Alpha Dimitris Drohungen. Ich hätte ihr jedes noch so winzige Detail ohne jedes Zögern erzählt.Doch Alpha Dimitris Warnung dröhnte mir im Kopf wider:Wenn du jemals wieder einer Menschenseele von meiner Krankheit erzählst, werde ich dich eigenhändig hinrichten.Er wusste genau, wer Fiona war.Dieses Kriegermädchen, an dem du so hängst.Ich konnte das Leben von uns beiden nicht aufs Spiel setzen.„Es ist … eine lange Geschichte“, sagte ich stattdessen und zwang mich zu einem schwachen Lächeln. „Gestern hat mir einfach mehr abverlangt, als ich dachte.“Fiona musterte mich weiter, vollkommen unüberzeugt. „Bist du sicher, dass es nur das ist?“Ich legte eine Hand auf meinen Bauch und sah sie so flehend an, wie ich nur konnte. „Im Moment glaube ich, dass deine Nichte oder dein Neffe viel mehr an Essen interessiert ist als an langen Erklärungen.“Sie sta

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