LOGINKapitel 4
Ich runzelte die Stirn, während ich ihm in die Augen sah.
Abendessen? Was könnte er denken?
In meinem früheren Leben war mir bewusst, dass er Gefühle für mich hatte, aber wir hatten uns nie wirklich verabredet. Warum sollte er mich plötzlich zu einem Date mitnehmen wollen?
Im Gegensatz zu Liam versuchte Ethan nicht, mir Angst zu machen. Trotzdem lag in seinem ruhigen Auftreten eine stille Stärke, die alle meine Instinkte reagieren ließ.
„Du hast dich verändert“, bemerkte er, wechselte das Gespräch und legte den Kopf schief, während er mich ansah.
Ich habe mich entschieden, nicht zu antworten. Ich hielt meinen Blick auf seinen gerichtet und musterte ihn genau so, wie er es mit mir tat. Er war sehr aufmerksam, und ich versuchte mich an das letzte Mal zu erinnern, als ich ihm in dieser Perspektive das letzte Mal begegnet war. Ich konnte mich nicht genau daran erinnern, wann ich ihn das letzte Mal in dieser Zeitleiste getroffen hatte, aber es konnte nicht allzu lange her sein, als er sofort darauf hinwies, dass ich anders aussah.
„Du scheinst wacher und konzentrierter zu sein, als ich es in Erinnerung habe“, fügte er hinzu und trat einen Schritt näher, während er dennoch einen respektvollen Abstand wahrte.
Ich hob eine Augenbraue und beschloss schließlich, eine Antwort zu geben. Seine Einladung zum Abendessen hatte mich so völlig überrascht, dass ich sprachlos war. „Soll das ein Kompliment sein oder sollte ich es als eine Art Warnung verstehen?“ Ich habe nachgefragt.
Er stieß ein leises Lachen aus – einen tiefen, bedeutungsvollen Laut. „Wow, mein Instinkt hatte recht. Du hast dich wirklich verändert.“
Dann, bevor ich antworten konnte, legte er den Kopf schief und wiederholte seine Frage: „Also, was denken Sie? Abendessen. Bei mir. Heute Abend.“
Ich blieb völlig stehen, während mein Gehirn anfing, die Optionen abzuwägen. In diesem Moment war eine romantische Beziehung das absolut Letzte, woran ich dachte. Es kann jedoch äußerst nützlich sein, sich Unterstützung, insbesondere Alpha-Unterstützung, zu holen. Außerdem würde die Zusammenarbeit mit ihm meinen Einkaufseinfluss erhöhen und meine Wahrnehmung durch andere verbessern.
Nachdem ich noch etwas darüber nachgedacht hatte, habe ich mich entschieden. Ethan an meiner Seite zu haben, wäre weitaus nützlicher als jeder andere.
Gerade als ich ihm meine Antwort geben wollte, drang eine raue, unangenehme Stimme durch die Luft.
„Natalia“
Der durchdringende Schrei durchschnitt die Umgebung wie ein Messer.
Ich wirbelte herum, als sich eine Frau mittleren Alters durch die Menschenmenge drängte, die sich versammelt hatte, um Alpha Ethan anzusehen. Ihr Gesichtsausdruck war völlig vor Wut verzerrt.
„Wie kannst du es wagen, Alpha Liam zu betrügen“, spuckte sie aus, ihr Tonfall triefte vor Wut.
Ihre laute Anschuldigung war leicht laut genug, dass die gesamte Menge sie verstehen konnte, was dazu führte, dass sich unter den Umstehenden ein Gemurmel verbreitete und sogar Ethans Grinsen in einen finsteren Blick überging.
In meinem früheren Leben hätte mich eine Szene wie diese erschreckt und mich über meine eigenen Worte stolpern lassen. Aber dieses Mal nicht. Ich drehte mich ohne Eile um und richtete meinen Blick direkt auf ihren.
„Sylvia“, murmelte ich leise; Es machte absolut Sinn, dass sie es sein würde.
In meinem alten Leben war sie eine der Rudelältesten gewesen, die mein Leben zu einem absoluten Albtraum gemacht haben. Sie bezeichnete mich immer als unwürdig und unverdient und als Feigling.
Ich sagte kein Wort und beschloss stattdessen, sie mit einem Ausdruck puren Mitleids anzusehen. Diese leise Reaktion fühlte sich noch kraftvoller an als ihr lauter Ausbruch.
„Sprich laut“, forderte sie scharf. „Schleichst du hier draußen hinter seinem Rücken herum?“
Mehrere Zuschauer der Versammlung traten näher und wollten unbedingt jedes Wort des ihrer Meinung nach skandalösen Dramas mitbekommen.
Ich trat einen Schritt näher an sie heran, wobei mein Gesichtsausdruck völlig gelassen und mein Blick konzentriert blieb.
„Seit wann“, begann ich mit finsterer Miene, „gelte ich jemals als sein Eigentum?“
Sylvia blinzelte überrascht. „Du – versuch nicht, die Dinge zu verdrehen, du Schlampe!“ Sie schnappte: „Das ganze Rudel weiß bereits, dass er dich ausgewählt hat.“
„Und ich habe ihn zurückgewiesen“, sagte ich mit erhobener Hand und unterbrach sie.
Bei diesen Worten breitete sich in der Menge ein Schock aus.
Ich trat näher an sie heran, bis wir kaum noch Zentimeter voneinander entfernt waren. Nah genug, dass sie ihren Kopf nach oben neigen musste, um mir in die Augen zu sehen.
„Wenn du mir etwas vorwirfst, Sylvia“, fuhr ich mit fester, aber eisiger Stimme fort, „stelle zumindest sicher, dass es echt ist.“
Ihre Lippen öffneten sich, aber es kam kein Laut heraus. Sie... und Angst war in ihren Gesichtsausdruck eingraviert.
Ich beugte mich leicht vor und starrte direkt in ihre sich schnell verändernden Augen. „Wenn du das nächste Mal über mich sprichst“, hielt ich einen Moment inne, „Stelle sicher, dass du zuerst denkst. Sonst.“
Ihre Knie wackelten und sie schluckte. Sogar das Feuer in ihren Augen erlosch. Sie trat einen Schritt zurück und erkannte sofort, dass ihre Anschuldigung verstummt war, bevor sie überhaupt begonnen hatte.
Ein langsames Klatschen durchbrach die Stille, die sich gebildet hatte. Ich drehte mich um und stellte fest, dass Ethan mich neugierig anstarrte.
„Das war sehr beeindruckend“, sagte er leise, aber laut genug, dass jeder es hören konnte.
Ich richtete mich auf, strich mir eine lose Haarsträhne übers Ohr und sagte: „Ich habe keine Zeit für Vorwürfe oder die Illusion anderer, wie mein Leben aussehen sollte.“ Ich sagte mit ruhiger Stimme: „Ich habe viel zu viel zu tun.“
Er lächelte erneut und dieses Mal kam er näher, bis wir kaum noch Zentimeter voneinander entfernt waren.
„Das gefällt mir“, flüsterte er, „die Welt verbiegt dich nicht.“
Ich erlaubte mir ein kleines Lächeln, schwieg aber.
Auch wenn ich nicht auf der Suche nach Romantik war, erkannte ich, dass es unglaublich vorteilhaft sein würde, eine Verbindung zu Ethan aufzubauen. Ich war nicht auf ihn angewiesen, ich war durchaus in der Lage, meine Ziele ganz alleine zu erreichen, aber er hatte die Macht, mir viel schneller Chancen zu eröffnen, als ich es alleine schaffen könnte.
Ich blickte ihn an und bemühte mich bewusst, weiter zu lächeln. „Was Ihre Einladung angeht“, erklärte ich, „ich akzeptiere das Abendessen. Aber lassen Sie uns ganz klar sein: Ich mache das nicht zum Vergnügen, noch habe ich vor, eine Beziehung mit Ihnen aufzubauen. Ich mache das einfach, weil ich es möchte.“
Ethan hielt einen kurzen Moment inne, dann wurde sein leichtes Grinsen noch breiter. „Gut“, sagte er mit einem Lächeln, „das liebe ich.“
Ich nickte und antwortete: „Ich werde um acht Uhr erreichbar sein. Rufen Sie mich an, um Ihnen die Adresse zu geben.“
Er blinzelte, verblüfft darüber, wie selbstbewusst und mutig ich war, stimmte aber trotzdem mit einem Nicken meinen Bedingungen zu.
„Das werde ich“, antwortete er.
Eine kleine Welle der Befriedigung überkam mich, als ich mich umdrehte und wegging. Ich war gerade einmal fünf Schritte von ihm entfernt, als er meinen Namen rief.
„Natalia“,
Ich blieb wie angewurzelt stehen und drehte mich um, um ihn mit hochgezogenen Augenbrauen anzusehen.
„Tragen Sie etwas Sexyes“, antwortete er. „Es ist ein Date.“
Ich lachte leise. „Das werden wir sehen.“
Bevor er antworten konnte, drehte ich mich wieder um und ging weg. Die Schaulustigen, die sich um uns versammelt hatten, hatten sich bereits zerstreut, aber ich konnte immer noch spüren, wie die Leute mich beobachteten.
Ich atmete erleichtert auf, als ich den Parkplatz erreichte. Als ich in mein Auto stieg, schaltete ich die Zündung ein, warf einen Blick auf mein Telefon und grinste.
„Es waren noch fünf Stunden bis acht Uhr.
Mehr als ... über die Notizen, die ich gemacht habe.“
Natalias POV„Ich halluziniere“, flüsterte ich und mein durchscheinender Geist schwebte einen Zentimeter über dem makellos weißen Boden. „Ethan, sag mir, dass ich halluziniere.“Aus reinem Instinkt griff ich nach seiner Hand, aber meine goldenen Finger gingen einfach durch seine Schulter. Ethan stand nicht mehr als Geist neben mir. Er war wieder in seinem physischen Körper, kniete auf dem polierten Marmor und schnappte nach Luft, als wäre er gerade aus einem Ozean aus Eis gezogen worden. Sein zerrissenes schwarzes Hemd war durchnässt von dem flüssigen Schatten, der uns verschluckt hatte, aber die dunklen Adern an seinem Hals waren vollständig verschwunden. „Du bist nicht verrückt, Natalia“, krächzte Ethan und stützte sich auf seinen gesunden rechten Arm. Mit großen silbernen Augen wischte er sich einen Streifen dunklen Ruß vom Kinn, während er an mir vorbei auf den goldenen Thron starrte. „Weil ich sie auch sehe.“Die Frau auf dem Thron rührte sich nicht. Sie saß mit geradem Rücken
Natalias POV„Komm zu mir, kleine Luna.“Die Stimme kroch durch die Dunkelheit. Ich kannte diese Stimme. Es war Ethans Stimme. Aber es war nicht Ethan. Ich konnte nichts sehen. Nicht meine Mutter. Nicht der silberne Wolf. Nicht einmal meine eigenen Hände. Es gab nur Dunkelheit. Kalte, endlose Dunkelheit. „Ethan!“ Ich schrie. Meine Stimme verschwand in der Dunkelheit. „Ethan!“Nichts. Dann hörte ich ein leises Lachen. „Immer noch besorgt um ihn?“Ich wirbelte herum. "Wer bist du?"Ein Paar rote Augen erschien in der Dunkelheit. Dann noch ein Paar. Und noch einer. Hunderte von roten Augen öffneten sich um mich herum. Mein Geist zitterte. „Zeig dich!“Die Dunkelheit bewegte sich. Eine Frau stieg heraus. Die Frau, die genauso aussah wie ich. Ihr silbernes Haar umspielte ihr Gesicht, obwohl kein Wind wehte. Ihr schwarzes Kleid bewegte sich wie Rauch und ihre Augen hatten nicht mehr das gleiche warme Gold wie die meiner Mutter. Sie waren rot. Sie lächelte. „Du erin
Natalias POVEin paar Sekunden lang konnte ich nicht atmen. Ich wusste, dass ich keine Lunge mehr hatte. Ich wusste, dass ich nur ein Geist war. Doch die Worte der Frau ließen meine ganze Seele erstarren. Meine Tochter. Ich starrte sie von der anderen Seite der riesigen weißen Marmorhalle aus an. Meine echte Mutter. Die Worte wiederholten sich immer wieder in meinem Kopf. Meine echte Mutter. NEIN. Das war unmöglich. Meine Mutter war gestorben, als ich ein Kind war. Mein Vater hatte mir hundertmal dieselbe Geschichte erzählt. Er hatte gesagt, sie sei beim Schutz des Nordens gestorben. Er hatte gesagt, sie habe sich geopfert, damit der Rat überleben könne. Er hatte mir den Gedenkstein mit ihrem eingravierten Namen gezeigt. Er hatte meine Hand gehalten, während ich neben ihrem leeren Grab weinte. Aber jetzt saß sie vor mir. Lebendig. Schön. Und die Krone von Sol tragen. Ich drehte mich langsam zu Ethan um. Er stand ein paar Meter von mir entfernt, durchnässt von sch
Natalias POV"Vater?" Das Wort entkam meinem Geist wie ein kaltes Keuchen und flatterte nutzlos in der erstickenden Luft der Halle. Ich schwebte auf ihn zu, mein goldenes Licht flackerte unregelmäßig und beleuchtete die harten, scharfen Linien seines Gesichts. Er sah nicht wie ein Geist aus. Er sah nicht wie eine Erinnerung aus meiner Kindheit aus. Er wirkte solide, echt und völlig frei von der Wärme, die er mit sich herumgetragen hatte, als er mich in Sol-Keep in mein Bett brachte. „Bleib zurück, Natalia“, sagte mein Vater leise. Seine Stimme hatte diesen vertrauten, tiefen Tonfall, der mir früher ein sicheres Gefühl gab, aber jetzt schickte sie eine Welle absoluter Abscheu direkt durch meine Seele. „Du schwebst ohne Hülle. Du bist im Moment zerbrechlich. Zwinge mich nicht, dich noch einmal zu fesseln.“„Du solltest tot sein!“ Jax brüllte und trat mit erhobenen Zwillingsdolchen vor Ethan. „Wir haben dich in den nördlichen Katakomben begraben! Ich habe gesehen, wie sie den Stein ü
Ethans POV"Festhalten!" Ich schrie, meine Stimme zerriss den rauschenden Wind, als die riesige Steinhand tiefer in den pechschwarzen Abgrund eintauchte. Kalte Luft wehte an uns vorbei und roch nach zerkleinertem Schiefer, nassem Kiefernholz und altem Staub, der seit dreitausend Jahren nicht mehr die Sonne gesehen hatte. Meine Finger krallten sich verzweifelt in den rauen Granitboden der riesigen Palme und versuchten, nicht vom Rand in die dunkle Leere darunter abzurutschen. Jede Bewegung löste eine neue Welle des Schmerzes in meiner linken Schulter aus, wo Lyra den Knochen gebrochen hatte. Natalias durchsichtige Geistergestalt kniete direkt neben mir und ihr goldenes Licht warf weiche, flackernde Schatten auf die alten Runen, die in die Steinfinger gemeißelt waren. „Ethan, beweg dich nicht!“ rief sie, ihre Stimme hallte in meinem Kopf wider wie eine silberne Glocke. Sie schlang ihre leuchtenden, geisterhaften Arme um meine Brust und eine wohltuende, kühle Wärme breitete sich dur
Natalias POV„Zerbrich es“, sagte ich leise in die Dunkelheit meines Kristallgefängnisses, während mein Geist gegen die Glaswand drückte. „Ethan, du musst die Kugel zerbrechen.“"Bist du verrückt?" kam Ethans Antwort über unseren Link und klang wütend und wild. „Wenn du dieses Glas zerbrichst, wird dein Geist wegfliegen! Ich werde dich nicht töten!“„Es wird mich nicht umbringen!“ Ich flehte ihn an, während ich durch das Glasgefängnis die schreckliche Szene draußen beobachtete. „Ich bin mit deinem Herzen verbunden! Brich es und alles, was ich verliere, ist meine Energie, aber nicht mich! Aber wenn du ihr dieses Glas gibst, wird sie meine Seele zur Krone bringen und der ganze Kontinent fällt!“Ethan schwieg. Er konnte nicht sprechen. Der schneebedeckte Wald um uns herum wurde totenstill. Dreihundert Reiter auf Schreckenswölfen standen mit erhobenen Waffen regungslos und schweigend da und atmeten Nebel in der kalten Luft. Niemand wagte es, sich zu bewegen. Niemand atmete. Lyra war fün
Kapitel 2Natalias POVSobald ich diese Worte sagte, wurde es in meinem Zimmer völlig und unangenehm still. Meine Mutter starrte mich völlig geschockt an und sah mich an, als wäre ich ein völlig Fremder. „W – Was hast du gesagt?“ sie fragte. Ihre Stimme war leise, aber sie klang gefährlich. Anst
Kapitel 1Natalias POV„Hör auf, dagegen anzukämpfen, Natalia.“Alpha Liams Stimme war viel zu ruhig für jemanden, der seine eigene Frau direkt vor seinen Augen sterben sah. Meine Beine gaben nach und ich krachte auf den kalten Marmorboden, während meine ganze Energie verschwand. Ich schmecke Meta
Das Abendessen begann ruhig. Es war nicht unangenehm oder erzwungen, wie ich es für die ersten Minuten erwartet hatte; es war einfach kontrolliert.Ethan hatte nicht überstürzt das Wort ergriffen, sobald ich mich gesetzt hatte. Stattdessen hatte er sich herübergebeugt und mir ein Glas Wein eingesch
„Is er der Grund, warum du mich abgewiesen hast?“ Diese Worte schnitten tief durch die Nacht. Sein Tonfall mochte ruhig gewesen sein, aber darunter lag etwas, das meine Nerven blank legte – etwas Dunkleres. Ich musste mich nicht umdrehen, um zu wissen, wer es war. Doch ich tat es trotzdem. Alpha







