LOGINIch starrte auf mein Spiegelbild im marmorgerahmten Spiegel der privaten Toilette des Veranstaltungsortes, das Herz hämmerte gegen meine Rippen.
„Jesus Christus“, flüsterte ich, fuhr mit einer zittrigen Hand durch meine Haare. „Fuck, fuck, fuck.“ Wenn ich nur eine dieser verdammten Nachrichten von Mama geöffnet hätte. Wenn ich einen einzigen Anruf angenommen hätte. Wenn ich gewusst hätte, dass der Mann, der die ganze Nacht in mir vergraben war – mich markierte, mich besaß – mein Stiefbruder werden würde, wäre ich in die entgegengesetzte Richtung gerannt, sobald er mich in dieser Bar angesehen hatte. Jetzt spürte ich ihn jedes Mal, wenn ich blinzelte: das tiefe Ziehen in meinen Oberschenkeln, die schwachen Blutergüsse an meinen Hüften, das Gespenst seiner Zähne an meiner Schulter. Ich hatte den neuen Stiefsohn meiner Mutter in der Nacht vor ihrer Hochzeit gefickt. Sie wäre am Boden zerstört, wenn sie es je herausfände. Am Boden zerstört und würde sich für mich schämen. Ich presste meine Handflächen auf die kühle Theke und zwang einen langsamen Atemzug. „Es ist in Ordnung“, murmelte ich zu mir selbst. „Wir können so tun, als wäre es nie passiert. Einfach wie Fremde handeln. Einfach.“ Die Tür schwang hinter mir auf. „So tun, als wäre was nie passiert?“ Diese Stimme – tief, rau, mit Belustigung durchzogen – sandte gleichzeitig Hitze und Eis mein Rückgrat hinunter. Ich traf seine Augen im Spiegel, als Lorenzo hereinkam und die Tür mit einem leisen Klicken schloss. Er trat ans Waschbecken neben mir, als gehörte ihm der Laden, krempelte seine Ärmel hoch und enthüllte starke Unterarme, die mit dunklen Haaren bestäubt waren. Er streifte seine Ringe und die Uhr ab, legte sie mit leisen Klirren ab, drehte dann den Wasserhahn auf, um einen Klecks Hochzeitstorte von seinen Fingern zu waschen. „Dass ich dich nie besinnungslos gefickt habe?“, fuhr er fort, die Stimme beiläufig, die Augen auf seine Hände fixiert. „Dass du nie um meinen Schwanz gebettelt hast, als wärst du am Verhungern?“ Mein Kiefer spannte sich an. „Was zur Hölle machst du hier drin?“ Er drehte das Wasser ab, trocknete seine Hände an einem gefalteten Handtuch und drehte sich schließlich zu mir um. Dieses ärgerliche Grinsen umspielte seinen Mund. „Das ist keine Art, deinen neuen Stiefbruder zu begrüßen, kleiner Bruder.“ Ich zeigte warnend mit dem Finger auf ihn. „Ich bin nicht dein kleiner Bruder.“ Er trat näher und drängte sich in meinen Raum. „Ich bin vierundzwanzig. Du bist zweiundzwanzig.“ Sein Blick glitt hinunter und verharrte. „Kid.“ Das Wort sandte einen verbotenen Schauer durch mich. Ich wich instinktiv zurück, die Fersen trafen die geflieste Wand. „Bleib verdammt noch mal weg von mir. Dein Vater hat gerade meine Mutter geheiratet. Wir… wir können so tun, als hätten wir uns nie getroffen. Nichts ist passiert. Verstanden?“ Er hörte nicht auf. Kam weiter, bis meine Handflächen flach auf seiner Brust landeten und versuchten, Abstand zu halten. Die Hitze von ihm drang durch sein frisches Hemd; ich konnte sein Herz ruhig und stark unter meinen Händen schlagen spüren. „Leider wird das schwierig werden, Bruder“, murmelte er, die Stimme sank in diese gefährliche Tonlage, die mich letzte Nacht zerstört hatte. „Denn ich erinnere mich genau, wie eng du dich um mich angefühlt hast. Wie hübsch du ausgesehen hast, als du auf meinem Schwanz auseinandergefallen bist. Wie du meinen Namen wie ein Gebet gestöhnt hast.“ Seine Finger streiften meine Brust – leicht, neckend – glitten über die Knopfleiste meines Hemdes, über meinen Bauch und hielten gerade oberhalb meines Gürtels inne. Ich schluckte hart und hasste, wie mein Körper sofort reagierte. „Siehst du?“ Sein Blick glitt nach unten. Mein verräterischer Schwanz drückte bereits gegen den Reißverschluss, offensichtlich und pochend. „Du bist steinhart. Ganz klar nicht nur bei mir.“ „Fuck“, atmete ich, der Kopf schlug zurück gegen die Wand, als seine Hand mich durch den Stoff umfasste – fest, besitzergreifend. Er drückte einmal zu, langsam und bedächtig, der Daumen presste entlang des Kamms. „Spürst du das? Du tropfst schon, Baby. Wette, du bist unter diesen schicken Hosen durchweicht.“ „Enzo—“ presste ich hervor, die Finger krallten sich in sein Hemd. „Ja, Stiefbruder?“ Das Wort troff vor schmutziger Verhöhnung. „Hör auf… du bist—“ Mein Protest zerbrach in ein Stöhnen, als er mich mit geübter Leichtigkeit aufmachte und seine Hand hineinschob. Warme, schwielige Finger schlossen sich um meinen nackten Schwanz und streichelten von der Wurzel bis zur Spitze in einem langen, quälenden Zug. „Fuck, du tropfst für mich“, knurrte er an meinem Ohr, heißer Atem, Bartstoppeln schabten über meinen Kiefer. „Schau dich an – schon zitternd. Du liebst das, oder? Zu wissen, dass ich jetzt dein Stiefbruder bin. Zu wissen, dass jederzeit jemand reinkommen und sehen könnte, wie ich meinen neuen kleinen Bruder in einer öffentlichen Toilette abwichse.“ Ich keuchte, die Hüften stießen trotz allem in seine Faust. Er begann einen gleichmäßigen Rhythmus – enge, drehende Züge, die meine Knie weich werden ließen. „Diese hübschen Geräusche, die du machst“, raunte er, Lippen streiften meine Kehle. „Stöhnst wie eine verzweifelte kleine Schlampe jedes Mal, wenn ich dich berühre.“ „Fick dich“, brachte ich heraus, die Stimme zerstört. Er lachte tief und dunkel. „Wir wissen beide, dass ich hier derjenige bin, der fickt.“ Sein Daumen kreiste um die glitschige Spitze, verteilte Vorsaft an meinem Schaft und machte jeden Gleitvorgang glatter, schmutziger. Er beschleunigte – unerbittlich, perfekter Druck – der Unterarm spannte sich, während er mich bearbeitete. „Stell dir vor, jemand würde jetzt diese Tür öffnen“, flüsterte er, Zähne streiften mein Ohrläppchen. „Sie würden sehen, wie du an die Wand gepinnt bist, Hose offen, meine Hand streichelt deinen Schwanz, als gehörte er mir. Sie würden hören, wie nass du für mich bist.“ Ich wimmerte, klammerte mich an seine Schultern, um aufrecht zu bleiben, das Vergnügen ballte sich heiß und eng tief in meinem Bauch zusammen. „Wirst du für deinen großen Bruder kommen, Levi?“ Seine Stimme war pure Sünde. „Wirst du eine Sauerei über meine Finger machen wie der gierige Junge, der du bist?“ Ich war nah – so verdammt nah – balancierte genau am Rand, Atem abgehackt, Sicht verengte sich. „Levi!“ Mamas Stimme ertönte scharf von der anderen Seite der Tür, gefolgt von einem Klopfen. Panik und rohes Verlangen trafen mich gleichzeitig. Mein Schwanz zuckte hart in seinem Griff. „Was machst du da?“, zischte ich, versuchte ihn wegzuschieben, während meine Hüften vorwärts rollten. „Du musst aufh—“ Er unterbrach mich mit einem brutalen Streich, der Daumen drückte hart unter die Spitze, genau dort, wo ich am empfindlichsten war. Ein gebrochenes Stöhnen riss aus mir heraus. „Enzo—“ „Shh.“ Seine freie Hand legte sich fest über meinen Mund, bestimmt, aber nicht grausam, dämpfte mich, während er schneller pumpte, die Augen auf meine fixiert – dunkel, hungrig, fordernd, dass ich auseinanderfiel. Mamas Stimme kam wieder, lauter. „Levi…“ Mein Körper kümmerte sich nicht um die Gefahr. Er kümmerte sich nur um seine Hand, seine Hitze, das schmutzige Versprechen in seinem Blick. Ich war Sekunden davon entfernt, hier auseinanderzufallen, mit meiner Mutter auf der anderen Seite der Tür. “Levi!“Ich stürmte halb nackt heraus, die Jeans hastig angezogen, aber das Shirt vergessen, das Herz schlug, als ich die Stimme meiner Mama hörte, nicht Enzos Knurren, wie ich gedacht hatte. „Was ist los?“ Panik schwang in meinen Worten mit. Enzo und sein Vater starrten sich an wie in einem Duell, Dolche in den Augen, die Hand seines Vaters zuckte immer noch. „Du kannst zurück auf dein Zimmer gehen, Sohn. Hier gibt’s kein Problem.“ Die Stimme seines Vaters war ruhig. „Er hat Lorenzo erwürgt!“ schnappte Mama, ihr Nachthemd verdreht, das Gesicht rot vom Rennen. „Was?“ Unglauben traf mich hart. Ich schob mich zwischen sie, riss Enzo hinter mich in Sicherheit, meinen Rücken an seine Brust. Seine Hitze sickerte durch mich und weckte Scheiß, an den ich jetzt nicht denken konnte. „Er ist dein Sohn.“ „Genau. Er ist mein Sohn. Er sollte es besser wissen.“ Dads Augen huschten zu mir, kalte Einschätzung, als wäre ich das Problem. „Ist alles okay?“ Bethany steckte den Kopf aus meinem Zimmer, d
Lorenzo POV Er weiß, dass ich ihn sehen kann. Dieses kleine Stück Scheiße weiß, dass ich ihn sehen kann. Ich umklammerte das Handy fest in meiner Hand und starrte auf den Bildschirm, während Levi mit dieser rothaarigen Frau rummachte. Ihre Hände waren überall an ihm, und seine verhedderten sich in ihrem Haar. Er tat das, um mich wütend zu machen – ich wusste es verdammt noch mal. Die Kamera, die ich in seinem Zimmer versteckt hatte, fing jede Sekunde ein, und obwohl ich sein Spiel kannte, funktionierte es. Mein Blut kochte, die Brust eng wie ein Schraubstock. Ich griff nach meinem anderen Handy und wählte Sebastian, ohne nachzudenken. Er war der Einzige, der es verstand, der Einzige, dem ich vertraute, dass er nicht durchdrehte. „Er macht mit einer Frau rum“, spuckte ich ins Telefon. „Was?“ Sebastians Stimme kam eng und schläfrig heraus, als hätte ich ihn vom Rand einer Blackout gezogen. „Levi. In seinem Zimmer. Gerade jetzt.“ Ich ging in meiner Suite auf und ab, die Augen
Levi POV Ich nahm einen Bissen von meinem Fleisch und versuchte, das Grinsen zu unterdrücken, das sich an meinen Lippen kräuselte. Das hier machte Spaß. Bethany saß neben mir und lächelte glücklich, während sie mit meiner Mama plauderte, als kennten sie sich schon seit Jahren. „Ja. Das erste Mal, als wir uns trafen, war in einer Bar…“ fuhr sie fort und redete mit Leichtigkeit weiter. Meine Mama wirkte komplett von ihr eingenommen. Und wir brauchten kein Mikroskop, um die Anspannung und Wut zu sehen, die von Enzo ausströmte. Sie hing mit jedem Wort, das Bethany sagte, in der Luft, in der Anspannung seines Kiefers, in der Art, wie sein Schweigen lauter wirkte als das Gespräch selbst. Ich behielt den Fokus auf meinem Teller und kämpfte dagegen an, zu zufrieden mit mir selbst auszusehen. Er stach praktisch in sein Fleisch, als schulde es ihm etwas, das Messer schnitt härter als nötig gegen den Teller. Ich wusste, dass es ihn umbrachte. Ihn umbrachte, weil er nichts sagen kon
Levi POV „Also, wer ist sie?“ fragte meine Mutter, als sie mir am Frühstückstisch gegenübersaß und ihren Orangensaft mit einem wissenden Lächeln schlürfte, das mich sofort in Alarmbereitschaft versetzte. Morgensonne strömte durch die Küchenfenster, zu warm, zu friedlich für die Art, wie mein Puls plötzlich anhob. Ein Teller mit halbgegessenen Snacks stand zwischen uns, aber ich schmeckte kaum noch, was ich kaute. „Wer ist wer?“ fragte ich und nahm trotzdem einen weiteren Bissen, versuchte, beiläufig zu klingen. Seit Mama vor zwei Tagen nach Hause gekommen war, waren Enzo und sein Vater nicht viel da gewesen. Laut ihr hatten sie Geschäfte zu erledigen und ihr Haus und Lagerhaus hatten auch Probleme. Passte mir. „Die rothaarige Dame“, fügte sie hinzu und hob eine Braue. Ich runzelte die Stirn. „Welche rothaarige Dame?“ „Komm schon, spiel nicht den Dummen.“ Ihr Lächeln wurde breiter. „Die Dame aus dem Restaurant, mit der du auf einem Date warst.“ Meine Hand stockte auf ha
Levi POV „Es gibt keinen Grund, deine Sachen ins Gästezimmer zu räumen“, sagte Enzo träge, seine Schulter lehnte am Türrahmen, als gehöre ihm der ganze Raum. Ich schaute nicht von dem Koffer auf dem Bett hoch. Meine Hände bewegten sich trotzdem weiter und falteten Kleidung, die ich schon zweimal gefaltet hatte, nur um mich beschäftigt zu halten. Meine alten Shirts vermischten sich mit den neueren, die er mir gebracht hatte. „Ja?“ schoss ich zurück, ohne mich umzudrehen. „Und wenn meine Mutter fragt, kann ich dann genau was sagen? ‚Oh, ich habe Angst vor der Dunkelheit und ich genieße es einfach total, im selben Zimmer wie mein Stiefbruder zu schlafen‘?“ Die Worte kamen schärfer heraus, als ich beabsichtigt hatte, aber es war mir egal. Meine Mutter kam heute zurück. Heute Abend. Und das allein fühlte sich an wie ein Countdown, der in meinem Schädel tickte. Das Letzte, was ich brauchte, war Verdacht. Dieser Blick, den sie gibt, wenn sie schon alles rausgefunden hat, aber darau
Levi POV Ist es unhöflich zu sagen, dass ich mich nicht wirklich freue, dass meine Mutter bald zurückkommt? Fuck. Ich fühle mich wie ein schrecklicher Sohn, nur weil ich das denke. Ich liebe sie. Ich habe sie vermisst. Ich wollte sie wiedersehen… aber der Gedanke, dass sie diese Woche zurückkommt, sitzt wie ein Stein in meinem Magen. Die Dinge mit Enzo waren intensiv, chaotisch und gefährlich süchtig machend. Wenn Mama und Steve wieder im Haus sind, bedeutet das, dass wir alles verstecken müssen. Ich seufzte und rieb mir die Schläfe. „Nun, da dachte ich, du stehst auf mich“, sagte eine glatte Stimme vom anderen Ende des Tisches. Meine Augen schossen zu Bethany hoch. Sie sah unter dem weichen Restaurantlicht noch umwerfender aus – dunkles Haar fiel über eine Schulter, rote Lippen krümmten sich amüsiert, und dieser selbstbewusste Glanz in den Augen. Ich hatte sie impulsiv nach dem Treffen in der Bar zu einem Date eingeladen, in dem Glauben, ein Date würde meinen Kopf freimache






