ANMELDEN„Warum hast du so lange gebraucht?“, fragte Kara mit leicht misstrauischem Unterton. „Ich habe mich zu Tode gelangweilt, während ich auf dich gewartet habe.“
Adrian versuchte, schwach zu lächeln. Er lockerte sogar seine Krawatte, nur damit ihm nach den Ereignissen dieses Tages, die Schlag auf Schlag gekommen waren, nicht die Luft wegblieb. Sein Kopf war voller Gedanken
Taras Büro.„Willst du meine Frage nicht beantworten?“, fragte Victor mit einem leichten Lächeln. Sein Blick war die ganze Zeit über auf nichts anderes gerichtet gewesen als auf die Frau, die ihm gegenübersaß.„Es ist nicht so, dass ich sie nicht beantworten will. Nur hat deine Frage eine doppelte Bedeutung, Dad.“ Tara bemühte sich, ruhig zu bleiben. „Aber wenn du meine Antwort nach diesem Angebot hören möchtest, dann denke ich ... das genügt.“Victors Finger klopften leicht auf die Armlehne des Sofas, auf dem er saß. Er schien einen Moment nachzudenken, bevor er schließlich sagte: „Gut, wenn du das so willst.“Tara nickte kurz. „Danke für all deine Unters
Sofort nachdem das Gespräch abgebrochen war, wich alle Farbe aus Karas Gesicht. Die Finger, die ihr Handy umklammerten, begannen zu zittern. In ihren Ohren hallten noch immer Helenas panische Stimme und der Schrei nach, der unmittelbar vor dem Abbruch der Verbindung zu hören gewesen war.„Mom?“, rief Kara erneut, obwohl der Bildschirm bereits anzeigte, dass der Anruf beendet war. „Mom, sag doch etwas. Was ist passiert?“, fragte sie panisch.„Kara?“ Adrians Stimme ließ sie wieder zu sich kommen.„Liora hat sich schon wieder übergeben.“ Kara sah Adrian besorgt an. Erst jetzt wurde ihr bewusst, in welcher Situation sie sich befanden. „Und Mom klang völlig panisch.“Adrians Stirn legte sich
„Verdammt“, murmelte sie.Sie presste beide Hände fest ineinander. Ihr Ärger wurde immer größer. Wie konnte Adrian sie nur so behandeln?Eigentlich war Tara an allem schuld, aber warum wurde ausgerechnet sie in die Enge getrieben?Mit schnellen Schritten eilte Kara den Krankenhausflur entlang. Das Klacken ihrer Absätze hallte leise über den glänzenden Boden, während ihre Gefühle unaufhörlich durcheinanderwirbelten. Ihre Brust fühlte sich eng an. Frustration. Demütigung. Wut. Alles vermischte sich zu einem einzigen Gefühlschaos.Als wäre das, was Adrian ihr eben angetan hatte, noch nicht genug gewesen, konnte sie eine Tatsache einfach nicht verdrängen. Wie war das möglich? Wie kon
„Liora“, seufzte Kara tief. Langsam verlor sie die Geduld. „Iss doch erst einmal etwas, ja? Du hast seit gestern Abend nichts mehr gegessen.“Im VIP-Krankenzimmer, in dem Liora untergebracht war, herrschte ein weitaus größeres Chaos als noch in der Nacht zuvor. Seit sie aufgewacht war, quengelte das kleine Mädchen ununterbrochen. Selbst die weiße Decke auf ihrem kleinen Körper war völlig zerwühlt, weil sie sich mehrfach dagegen gewehrt hatte, von den Krankenschwestern berührt zu werden.„Ich will nicht!“, rief Liora mit tränennassen Augen. „Ich will die Suppe, die Mommy Tara gemacht hat! Wo ist Mommy Tara?“Kara, die seit einer Weile versuchte, sie zu beruhigen, rieb sich langsam die Schläfen. Das sanfte Lächeln,
„Bist du verrückt?!“ Adrian starrte Tara fassungslos an und konnte nicht glauben, was sie gerade gesagt hatte. „Was hast du eben gesagt? Du willst Schadensersatz verlangen, weil ich deinen Ruf geschädigt habe? Und jetzt wirfst du mir all diese Anschuldigungen nur wegen dieser lächerlichen Beweise an den Kopf?“Aus der geringen Entfernung zwischen ihnen lösten sich ihre Blicke keinen Augenblick voneinander. Es war weder der Blick von Liebe, Bewunderung oder Zuneigung, wie er zwischen Eheleuten sein sollte. Stattdessen sahen sie sich scharf an, erfüllt von aufgewühlten Emotionen.„Ja, und ich werde mich nicht wiederholen.“ Tara atmete leise aus. „Ich denke, Ihr Anwalt hat sehr gut zugehört. Nicht wahr, Jimmy?“ Sie seufzte leise. „Und ... wo sind die Scheidungspapiere, die ich
Nicht nur Adrian war überrascht, sondern auch Tara. Für einen Moment schien die junge Frau nicht mehr denken zu können, als sie Victor Ashbourne zusammen mit Gilbert und einem weiteren Mann, der wie ein professioneller Anwalt aussah, ihr Büro betreten sah. Doch Tara fing sich schnell wieder. Sie zwang sich, ruhig zu bleiben, obwohl ihr Herz schneller schlug als sonst.Im gesamten Raum trat augenblicklich völlige Stille ein.Keiner der Mitarbeiter wagte es noch, auch nur ein Wort zu sagen.Victors Ausstrahlung war von einer ganz anderen Art. Während Adrian andere mit seiner Kälte und Arroganz unter Druck setzte, ging von Victor ein kaum erklärbarer Druck aus, der allein aus seiner Gelassenheit entstand. Der Mann besaß eine beeindruckende Autorität und natürliche Ausstrahlung. Selbst ohne die Stimme zu erheben, brachte Victor alle dazu, den Atem anzuhalten.Sein scharfer Blick glitt einmal durch den gesamten Raum, bevor er langsam näher trat.„Was ist hier eigentlich passiert?“, fragte







