MasukSofia Das Geräusch des Deckels hallt noch immer wider, unendlich. Ein Zuschlagen, das kein Geräusch ist, sondern ein Ende. Ein letztes Wort, das die Welt mir zuwirft, bevor das Schweigen mich verschlingt. Das Schwarz ist total. Ein schweres, klebriges Schwarz, das sich nicht damit begnügt, mir das Licht zu verbergen: Es erdrückt mich. Es kriecht in meine Lungen, sickert in meine Poren. Ich sehe nichts, ich erkenne nicht einmal meine Hände, wenn ich sie vor meinem Gesicht bewege. Der Samt klebt an meiner Haut. Zu weich, zu eng. Eine Weichheit, die zur Folter wird, als wäre dieser Stoff geschaffen worden, um mich lebendig zu begraben. Ich schlage. Ich kratze. Meine Nägel knirschen, reißen ab. Das Metall wirft nur ein dumpfes, ersticktes Echo zurück. Keine Hilfe kann mich hören. Ich bin eine Stimme, verloren in einem Grabmal. Die Luft wird bereits knapp. Meine Atemzüge zerbrec
Sofia Valente Die Stille verdichtet sich wie eine Bleiplatte nach seinen Worten. „Und du, Sofia… meine dritte Mätresse." Dritte. Die Zahl hallt wie eine Verurteilung wider. Kein Name. Keine Frau. Kein Mensch. Nur ein Platz in seinem Harem, nummeriert, reduziert, ausgelöscht. Meine Kehle schnürt sich zu. Mein Herz schlägt so heftig, dass ich das Gefühl habe, es wolle aus mir herausspringen. Meine Finger zittern, aber es ist nicht die Angst, die sie bewegt: Es ist die Wut. Eine schwarze, brennende, vulkanische Wut. Leonardo steht vor mir, reglos, seines Sieges gewiss. Seine Arme öffnen sich, als hätte er mich soeben in den Rang einer Auserwählten erhoben. Hinter ihm warten seine Männer, erstarrte Silhouetten, aber ihre Blicke glänzen vor stummer Erwartung. Sie wissen, dass sich ein einzigartiger Augenblick abspielt, ein Bruch im Marmor. Und die Frauen… oh, die Frauen. Sie bilden einen
Sofia Valente Meine Schläfen pochen wie dumpfe Trommeln. Ich weiß nicht mehr, seit wann ich nichts mehr geschluckt habe. Der Hunger hat sich in eine Klinge verwandelt, die unter meinen Rippen steckt, geschärft von jedem Atemzug. Der Durst ist schlimmer noch: ein Brennen, das meine Zunge an meinen Gaumen klebt, das meine Lippen aufreißt, das jedes verschluckte Wort in Schmerz verwandelt. Die Zeit verschwimmt. In Momenten bin ich nicht mehr in diesem Flugzeug, sondern anderswo. Ich glaube, die Stimme meiner Mutter zu hören, ein ersticktes Lachen, das Klirren von Besteck gegen einen Teller. Dann erlischt alles, und es bleibt nur das dumpfe Brummen des Motors, wie ein unsichtbares Monster, das mich von innen verschlingt. Meine Gedanken werden zu Trugbildern. Ich sehe wieder das klare Wasser eines Brunnens, ich strecke die Hand aus, aber da ist nichts. Nur meine zitternden Finger, meine bläulichen Nägel, meine allzu blasse Haut
Sofia Valente Der Hunger verlässt mich nicht. Er pulsiert in meinem Bauch, bohrt in meinen Schläfen, verwirrt meine Gedanken. Aber er bricht mich nicht. Noch nicht. Er macht mich paradoxerweise klarer. Als ob mein Körper verblasste und einem geschärften, schneidenden Bewusstsein Platz machte. Jede Sekunde, die ich durchhalte, jede Weigerung, die ich ausspucke, gibt mir die Kraft zu beobachten. Ich zwinge meine Augen, das glänzende Tablett, das mich foltert, zu verlassen, um mich auf den Raum zu konzentrieren. Der Jet ist nicht riesig, aber jedes Detail zählt. Die Cockpittür ist geschlossen, zweifellos verriegelt. Doch eine Leuchtanzeige blinkt in regelmäßigen Abständen: interne Kommunikation. Die Piloten sprechen mit ihm. Nicht mit mir. Ich bin keine Passagierin. Ich bin ein Paket. Die Luft ist trocken, zu sehr gefiltert, beladen mit dem Geruch von Leder, Desinfektionsmittel und männlichem Parfüm. Sie verbre
Sofia Valente Das tiefe Brummen des Jets ist nicht mehr nur ein Geräusch. Es ist eine dumpfe Vibration, die in meinen Knochen widerhallt, ein gleichmäßiges Grollen, das im Rhythmus meines rasenden Herzens schlägt. Die Luft riecht nach Leder und Metall, kalt und geschlossen, wie ein Käfig aus Luxus. Ich halte mich steif, den Rücken an den Sitz gepresst, jeder Muskel verkrampft, jeder Atemzug gemessen. Mir gegenüber bleibt er unerschütterlich. Vollkommen entspannt, der Körper ruhend, die Hände gefaltet. Kein Zittern, kein Zweifel. Er besetzt den Raum, als gehörte selbst die Luft, die ich atme, ihm. Sein Blick weicht nicht von mir. — Du scheinst schwach, Sofia, sagt er schließlich mit tiefer, fast streichelnder Stimme. Willst du etwas trinken? Wasser? Einen Saft? Einen Tee? Eine eisige Welle läuft meine Wirbelsäule hinab. Das ist keine Aufmerksamkeit, das ist eine Provokation. Ein vergiftetes Angebot.
Sofia Valente Ich richte mich auf, noch erschüttert von der Absurdität der Situation. Meine Fäuste ballen sich, mein Atem beschleunigt sich. — Wo… wo sind wir wirklich? frage ich, die Stimme zitternd, aber scharf. Ich will Antworten! Der Mann, den ich geohrfeigt habe, erhebt sich langsam, ohne heftige Bewegung, aber jede Bewegung wiegt wie eine stille Herausforderung. Sein grausames Lächeln lässt mein Blut gefrieren. — Wir sind in meinem Jet, auf dem Weg in die Vereinigten Staaten, Sofia, sagt er ruhig. Alles ist bereits im Gange. Die Welt schwankt um mich herum. Ich weiche instinktiv zurück, meine Hände zittern. — Was?! schreie ich, die Panik durchfährt mich schlagartig. Das ist unmöglich! Du kannst nicht… Ich versuche aufzustehen, um zu schlagen, um ihm die Stirn zu bieten, um die Kontrolle zurückzugewinnen, aber ein plötzlicher Schmerz explodiert an meinem Hint
SashaIch habe nicht einmal Zeit, meinen Satz zu beenden, da springt Volkov auf, sein Whiskyglas knallt auf dem Couchtisch wie ein Schuss in der bedrückenden Stille des Raumes. Seine Augen werden zu zwei glühenden Kohlen, brennend vor Zorn und zugleich Verlangen, sein Kiefer so angespannt, dass ich
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaDer Schweiß klebt auf meiner Haut, zeichnet salzige Spuren zwischen meine Schulterblätter, während ich mich in den Schatten des Clubs verziehe. Die Bässe vibrieren unter meinen nackten Füßen, steigen wie eine elektrische Liebkosung meine Beine hinauf. Ich habe nichts weiter an als dieses zerr







