FAZER LOGINLouis Ich folge ihr noch immer, ohne zu sprechen. Meine Hände sind verkrampft, meine Schultern verspannt. Ich höre meinen keuchenden Atem. Mir ist kalt, mir ist heiß. Ich möchte schreien. Ich möchte sie in den Arm nehmen. Und gleichzeitig alles zerschlagen. Wir betreten einen kleinen Raum hinter dem Café. Ein Umkleideraum. Zwei Stühle. Fahles Licht. Sie schließt die Tür hinter uns. Ich laufe ruhelos hin und her. Sie sagt nichts. Ich auch nicht, zuerst. Und dann platzt es aus mir heraus. — Wie konntest du mir das antun, Anna? Meine Stimme hallt, zu laut, zu brutal. Sie zuckt zusammen. — Du bist verschwunden. Wie eine Diebin. Du hast nichts gesagt. Kein Wort. Nichts. Und jetzt erfahre ich, dass… Ich halte inne. Meine Kiefer verkrampfen sich. Ich sehe sie an. Diesen Bauch, der kaum wölbt. Diese Realität, die mir ins Gesicht schlägt. — Du
Der Flughafen ist überfüllt, aber ich höre nichts. Das Stimmengewirr, die Durchsagen, die ratternden Koffer… alles verschwindet. Es gibt nur diesen Namen, diese anonyme Nachricht, diese Stadt im Norden von New York, die in meinem Kopf kreist. Anna L. in Albany. Ein Café.Ich weiß nicht einmal, warum ich mich so überstürze. Sam hat mich noch nicht zurückgerufen. Ich hätte warten können. Vernünftig sein. Aber nein. Etwas in mir ist explodiert, als ich diese Worte las. Ich bin in ein Taxi gesprungen, habe den ersten Flug gebucht. Als ob eine unsichtbare Schnur mich zu ihr zöge.Da ist eine Dringlichkeit, die ich nicht benennen kann. Als ob jede Sekunde zählte. Als ob die Welt kippen würde, wenn ich sie nicht finde. Wenn sie es ist.Ich setze mich im Flugzeug ans Fenster. Der Himmel ist grau, watteartig, und meine Gedanken sind es auch.Ich denke an Lou. An ihren zu ruhigen Blick, an ihre Art, mir zu sagen, dass sie nichts weiß, während sie
AnnaAm nächsten Tag ist die Luft leichter. Oder vielleicht bin ich es. Vielleicht ist es dieser stille Entschluss, mich an der Realität festzuhalten, an diesen kleinen, einfachen Gesten, die den Tagen einen Sinn geben. Ich öffne den Laden etwas früher als sonst, als bräuchte ich dieses vertraute Zusammensein mit den Büchern, mit ihrem beruhigenden Geruch, ihrer diskreten Sprache.Ich sortiere die Neuheiten schweigend, gönne mir etwas Hintergrundmusik, sanft, fast unhörbar. Jede Bewegung ist bedacht. Jede Minute fragil. Aber ich bin da. Ich halte durch.Als ich ein Buch im Regal zurückstelle, höre ich sie. Eine Stimme. Sanft. Ruhig. Nicht wie die von Louis, nein. Diese sucht nicht zu besitzen, zu kontrollieren, zu fordern. Sie fragt.„Entschuldigen Sie, ich suche ein Buch für meinen Neffen. Er liebt Drachengeschichten… aber er ist erst sechs. Hätten Sie eine Empfehlung?“Ich drehe mich um. Der Mann ist da. Groß, mit widerspensti
AnnaAber ich frage mich, wie lange ich diese Last, dieses Geheimnis noch tragen kann. Wie lange, bis die Wahrheit ans Licht kommt und alles zu spät ist. Wie lange, bis Louis mich findet, bis seine Versprechen, seine Drohungen, alles zerstören, was ich aufzubauen versucht habe. Wäre ich bereit? Wäre ich fähig, erneut zu fliehen, alles hinter mir zu lassen, als wäre all dies nur ein Traum gewesen?Ich lasse einen lautlosen Seufzer entweichen, meine Gedanken kreisen endlos. Die Glocke über der Tür ertönt erneut, aber diesmal drehe ich mich nicht sofort um. Ich weiß, dass er da ist. Er. Er kann mich hier nicht finden, nicht heute, nicht in diesem Heiligtum der Bücher. Nicht in dieser kleinen Welt, in der niemand Fragen stellt.Aber als ich mich endlich umdrehe, sehe ich ihn. Louis. Er steht im Türrahmen. Sein Blick fällt auf mich, und mein gesamter Körper spannt sich sofort an. Die Welt schrumpft um ihn herum, und alles um mich herum löst sich im Kl
LouisIch war zurück in meinem Hotelzimmer, aber ich konnte dieses nagende Gefühl nicht abschütteln. Das Bild von Lou verfolgte mich, genau wie Annas Gesicht, das in meiner Erinnerung eingefroren war. Die Ähnlichkeit zwischen den beiden war zu auffällig, um ein Zufall zu sein. Ich wusste, dass ich diese Verbindung nicht erfunden hatte. Es musste etwas geben, das ich nicht gesehen hatte, etwas, das Lou mir nicht gesagt hatte. Doch sie war deutlich gewesen, fast zu deutlich in ihren Verneinungen. Sie kannte Anna nicht. Sie wusste nichts von diesem Namen, aber warum zweifelte ich immer noch an ihren Worten? Warum dieses Gefühl, dass alles nur ein Spiegelspiel war, in dem ich derjenige war, der sich verirrte?Ich setzte mich auf die Bettkante, meine Gedanken überschlugen sich. Die Stunden mit Lou in diesem Restaurant schienen wie ein ferner Traum. Die warme, gedämpfte Atmosphäre, ihr rätselhaftes Lächeln... alles vermischte sich in meinem Kopf. Und dann war d
LouisDie Atmosphäre im Restaurant schien sich verdichtet zu haben, seit ich mich Lou gegenübergestellt hatte. Das gedämpfte Licht, der dezente Geruch der in der Küche zubereiteten Speisen – alles schien in einem verschwommenen, gleichgültigen Hintergrund zu verschwinden. Nicht das Dekor interessierte mich mehr, sondern sie. Lou. Sie, die Anna so ähnlich sieht. Diese verstörende Ähnlichkeit hinderte mich daran, klar zu denken. Es war, als ob sich ein Schleier über meine Sicht legte, und alles, was ich sah, alles, was ich fühlte, war dieses vertraute Gesicht, das aber nicht das richtige war.Ich richtete mich leicht auf, meine Hände umklammerten die Tischkante, während ich versuchte, die Kontrolle über meine Gefühle zurückzugewinnen. Ich musste ruhig bleiben. Ich durfte mich nicht von dieser Illusion fortreißen lassen. Sie war nicht Anna. Aber warum war die Ähnlichkeit so frappierend? Warum erwachte jede Faser meines Seins bei dieser Frau, als wäre sie die
SashaIch habe nicht einmal Zeit, meinen Satz zu beenden, da springt Volkov auf, sein Whiskyglas knallt auf dem Couchtisch wie ein Schuss in der bedrückenden Stille des Raumes. Seine Augen werden zu zwei glühenden Kohlen, brennend vor Zorn und zugleich Verlangen, sein Kiefer so angespannt, dass ich
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m




![GEBONDEN AAN DE MAFFIA BAAS[Boek 1 van de serie ‘Entangled’]](https://www.goodnovel.com/pcdist/src/assets/images/book/43949cad-default_cover.png)


