MasukCamilleIch wähle die Nummer, ohne zu zittern.Es ist seltsam, diese Beherrschung, die ich plötzlich wiederfinde. Wie ein alter Mantel, den man verloren glaubte, vergessen auf einem Dachboden. Sie kehrt zurück. Sie legt sich um meine Schultern. Sie hält mich aufrecht, eisig.Die Leitung klingelt. Einmal. Zweimal. Dreimal.Dann seine Stimme, trocken, autoritär:„Camille? Es ist spät."„Ich weiß."Schweigen. Er wartet. Er weiß, dass ich nicht ohne Grund anrufe. Ich war nie impulsiv. Nicht bei ihm. Bei niemandem, übrigens.Ich bin diese Art von Frau, die man für fügsam hält, weil sie schweigt. Bis das Schweigen zur Waffe wird.Ich betrachte den Schatten der Dachluke, dort oben, wohin Louis sich geflüchtet hat, mit seiner Geliebten, mit seiner Reue, mit seiner Flucht.Das Bett ist noch warm. Die Wände hallen noch wider von ihrem Geflüster.„Ich wollte, dass Sie der Erste sind, der es erfährt."„Was erfährt?"Meine Stimme ist ruhig. Ruhiger, als sie je war. Ich spreche die Worte aus, wie m
Louis Ich gehe durch den leeren Flur. Meine Schritte hallen, schwer, gedämpft vom zu dicken Teppich, den zu sauberen Wänden, den zu präsenten Erinnerungen. Alles hier erstickt mich. Ich habe zwei Frauen in diesem Raum zurückgelassen, und ich bin wie immer gegangen, unfähig, dem standzuhalten, was ich verursacht habe. Zwei Frauen, die ich mit meinem Schweigen, meinen Fluchten, meinen nie getroffenen Entscheidungen verletzt habe. Zwei Versionen meines Scheiterns. Zwei Spiegel, in denen ich mich nicht mehr erkenne. Ich öffne die Tür zu meinem Arbeitszimmer. Der Geruch von Leder, gewachstem Holz, alten Büchern verursacht mir Übelkeit. Jeder Gegenstand hier klagt mich an. Jedes Ding ist an seinem Platz, perfekt aufgeräumt, als ob das Chaos es nie gewagt hätte, sich hier einzunisten. Aber das ist falsch. Das Chaos, das bin ich. Ich setze mich. Meine Hände zittern. Ich öffne eine Schublade. Ein Brief, nie abgeschickt. Für Camille. Geschrieben an einem Abend, als der Wein nicht genügte, u
Camille Ich bleibe da, erstarrt im Schatten. Ich bin allein, ertrunken in meinen Gedanken und meiner Wut. Louis hat mich betrogen. Er hat alles zerstört. Und selbst wenn ich ihn dafür hasse, bin ich immer noch da. Immer noch in diesem Haus, in dieser Ehe. Weil ich Angst vor der Wahrheit habe. Weil ich weiß, dass es nichts anderes gibt als dieses Leid, das uns verbindet. Er ist gegangen, und er wird nicht zurückkommen. Nicht auf diese Weise. Aber ich, ich bleibe. Weil ich nirgendwo hingehen kann. Weil ich eine Gefangene dieser Vergangenheit bin, die ich nicht auslöschen kann. Die Stille überflutet das Zimmer, schwer und erstickend. Er wird sie in ihrem Zimmer aufsuchen, um zu tun, was auch immer. Er gibt ihr alles, was er mir immer verweigert hat. Louis Ich gehe langsam hinunter, jeder Schritt hallt wie eine Warnung. Das Haus ist still, aber es ist nicht der Frieden. Es ist das Warten
LouisIch fixiere sie, ihr Gesicht gezeichnet von Angst, aber auch von etwas Dunklerem. Sie wird es nie sagen, aber ich weiß es. Sie hat mich nie vergessen. So wie ich sie nie vergessen konnte.— Ich will nicht, dass du zurückkommst. Ich will nur, dass du verstehst, dass das, was du getan hast… nicht ausgelöscht wird, Anna.Ich trete noch näher, bis keine Distanz mehr zwischen uns ist, diese lastende Stille wie ein Abgrund, der uns trennt und vereint. Ich könnte sie packen, sie festhalten, sie an alles erinnern, was sie mir angetan hat. Sie daran erinnern, dass sie trotz allem vor mir geflohen ist. Aber da ist dieses Gewicht, dieses Ding, das ich nicht auslöschen kann: das Kind, das sie trägt.— Ich kann dir nicht geben, was du verdienst, Anna, nicht jetzt. Nicht seinetwegen.Ich sehe, wie ihr Blick sich verhärtet, eine Flamme der Herausforderung, die in ihren Augen aufflammt. Sie will nicht das Zentrum dieses Spiels sein, aber
AnnaIch will nicht hoffen.Ich will nicht glauben.Aber als er meine Finger in seinen drückt, als er sagt, dass er mit ihr reden wird… atme ich auf. Gegen meinen Willen.Als ob sich etwas öffnete, langsam, dort, wo alles erstarrt war.Ich stehe hier, in der Stille dieses Hauses, das nur noch eine Theaterbühne ist. Ein Haus, in dem jedes Zimmer die Spuren unserer Lügen trägt, unserer falschen Lächeln, der zu schweren Stille, um ignoriert zu werden. Jede Ecke dieses Ortes verweist mich auf Camille. Auf diese Frau, die da ist, die den Raum einnimmt, ohne jemals Fragen zu stellen. Und doch kann ich nicht anders, als zu denken, dass sie es irgendwo weiß. Sie muss es wissen.Louis hat seine Frau nie geliebt.Jeder weiß das.Aber sie bleibt da. Sie ist da, immer. Wie ein Schatten, der uns überallhin folgt, der uns in jeder Ecke erwartet. Die perfekte Fassade, ohne Leidenschaft, ohne Leben. Ein Haus, gebaut auf nie gehaltenen Versprechen.Ich schmiege mich ein wenig mehr an ihn, suche Trost
LouisIch will, dass sie versteht.Nicht mit Worten.Sondern mit meinem Atem.Meinem Mund.Meinen Händen.Ich will, dass sie weiß, dass sie begehrt wird.Geliebt.Auserwählt.Ich nehme sie in meine Arme, sanft, als wäre sie zerbrechlich.Doch es ist keine Zerbrechlichkeit, die ich unter meinen Fingern spüre.Es ist ein Feuer, bereit auszubrechen.Sie sieht mich an, ohne ein Wort zu sagen.Aber ihre Augen sprechen.Sie brennen vor einer Mischung aus Angst, Wut und einem Bedürfnis, das mich wahnsinnig macht.Ich küsse sie.Langsam.Dort, auf ihre Lippen, geschwollen von den unseren.Dann auf ihre Wange, ihren Hals, ihre feuchte Schulter.Ich koste jeden Zentimeter ihrer Haut, als wäre sie mir zu lange verboten gewesen.Und das ist die Wahrheit.AnnaIch möchte kämpfen.Ich möchte ihm sagen, er soll aufhören.Doch mein Körper gehorcht nicht.Er erschaudert, wölbt sich, antwortet auf jede seiner Gesten.Louis— Lass mich dir zeigen.Wie sehr ich dich liebe.Wie sehr ich dich will.Ich las
SashaIch mache einen Schritt auf ihn zu. Dann noch einen. Meine Hüften wiegen sich bei jeder Bewegung, meine Brüste springen leicht, meine Nippel streifen durch die Luft, als suchten sie seine Berührung. Als ich nur noch einen Meter von ihm entfernt bin, bleibe ich stehen. Nah genug, dass er die W
SashaDas goldene Licht der Wandleuchten streichelt die dunklen Wände der Suite, wirft lange, geschwungene Schatten, die auf dem schwarzen Samt des Sofas tanzen. Die Luft ist schwer, geladen mit einem betörenden Duft – einer Mischung aus neuem Leder, gealtertem Whiskey und diesem moschusartigen, fa
SashaMeine Hüften rollen in langsamen, hypnotischen Kreisen. Ich hebe die Arme über meinen Kopf, lasse das Kleid noch tiefer über meine Schultern gleiten, enthülle die Kurve meiner Wirbelsäule, das Grübchen genau über meinem Hintern. Meine Finger krallen sich in mein Haar, ziehen gerade so, dass m
SashaDer Schweiß klebt auf meiner Haut, zeichnet salzige Spuren zwischen meine Schulterblätter, während ich mich in den Schatten des Clubs verziehe. Die Bässe vibrieren unter meinen nackten Füßen, steigen wie eine elektrische Liebkosung meine Beine hinauf. Ich habe nichts weiter an als dieses zerr

![GEBONDEN AAN DE MAFFIA BAAS[Boek 1 van de serie ‘Entangled’]](https://www.goodnovel.com/pcdist/src/assets/images/book/43949cad-default_cover.png)





