登入Alodie dachte, sie hätte bereits alles verloren. Von ihrem Ehemann verraten und in eine Ehe gedrängt, in der ihre Gefühle keine Rolle spielten, endete ihr Leben mit Schmerz und Reue. Doch als sie eine zweite Chance erhält und wiedergeboren wird, erinnert sie sich an alles, was zuvor geschehen ist. Diesmal schwört Alodie, dieselben Fehler nicht noch einmal zu machen. Sie will ihrem früheren Schicksal entkommen, ihre eigene Stärke finden und vor allem dem mächtigen Milliardärs-Alpha Everard fernbleiben. Aber Everard ist nicht bereit, sie einfach gehen zu lassen. Während alte Geheimnisse ans Licht kommen, werden Verrat, Macht und Gefühle miteinander verknüpft. Alodie muss herausfinden, wem sie vertrauen kann – und ob ihre zweite Chance tatsächlich dazu bestimmt ist, ihr Leben zu retten oder sie erneut in dieselbe Falle zu führen. Wenn die Vergangenheit zurückkehrt, kann Alodie ihr Schicksal diesmal selbst bestimmen?
查看更多Das Schloss drehte sich im Türrahmen, und die Wachen zerrten mich zum Fenster der Hinrichtungszelle. Sie hielten meine Arme so fest, dass meine Handgelenke sofort schmerzten.
Ich lehnte meine Stirn gegen die Gitterstäbe. Als ich in den Hof hinunterblickte, sah ich Everard an der Mauer stehen. Er trug seinen Alpha-Mantel, während eine andere Frau neben ihm stand und ihre Hand auf seinen Arm gelegt hatte. Diese Frau war Lavinia, dieselbe Person, die vor drei Jahren als Freundin in mein Leben getreten war und nun den Luna-Ring an ihrem Finger trug – alles, was einst mir gehört hatte. „Sehen Sie sie an“, höhnte einer der Wächter hinter mir und drückte meinen Kopf näher an die Gitterstäbe. „Dein Alpha kümmert sich nicht mehr um dich, und er wird keine Mörderin vor der Hinrichtung retten.“ „Ich habe niemanden getötet“, sagte ich mit trockener Stimme nach Monaten des Schreiens in der Dunkelheit. „Ich habe das Rudel nie verraten, und ich habe diesen Dolch nie berührt.“ „Spar dir den Atem für den Henker“, lachte der Wächter. „Der Alpha hat dein Urteil selbst unterschrieben. Hör also auf, dich selbst zu belügen.“ Ich starrte in den Hof. Für einen Moment hob Everard den Kopf, und seine dunklen Augen trafen meine. Doch in seinem Blick lag keine Wärme, keine Zuneigung und keine Erinnerung an die Versprechen, die er mir gemacht hatte, als wir jung waren. Vor drei Jahren hatte er mitten im Rudelhaus gestanden und mich beschuldigt, während die Ältesten schrien. Er behauptete, ich hätte Geheimnisse des Rudels an unsere Feinde weitergegeben. Obwohl ich ihn anflehte, die Aufzeichnungen zu überprüfen, weigerte er sich zuzuhören, wies mich als seine Gefährtin zurück und trieb mich in die Kälte. Als ich das Gebiet verließ, wusste ich nicht, dass ich sein Kind in mir trug. Zwei Monate später griffen maskierte Männer mein kleines Haus in der Menschenstadt an. Sie schlugen mich, bis ich verletzt war, und ich verlor das Baby, bevor ich ihm die Wahrheit sagen konnte. Danach wurde mein Leben zu einer Kette von Katastrophen, die in der Ermordung des Rudelältesten Theodore im vergangenen Jahr gipfelte – ein Verbrechen, das jemand sorgfältig mir anhängte, während ich versuchte, im Gebiet Arbeit zu finden. „Bringt sie heraus“, rief eine Stimme vom Flur. Zwei weitere Wachen öffneten die schwere Zellentür, packten meine Ketten und zogen mich in die zentrale Kammer, wo die steinerne Plattform wartete. Everard betrat den Raum. Er ging an den Wachen vorbei und hielt den Blick auf mein Gesicht gerichtet. Er wirkte ruhig und gefühllos, als würde er einen gewöhnlichen Geschäftsabschluss prüfen, statt dabei zuzusehen, wie seine frühere Gefährtin sterben sollte. „Das hast du dir selbst eingebrockt, Alodie“, sagte Everard und blieb zwei Schritte vor mir stehen. Seine Stimme war flach. „Wenn du deine Verbannung einfach akzeptiert und dich von den Rudellanden ferngehalten hättest, würdest du heute nicht hier stehen.“ „Ich habe Theodore nicht getötet, Everard“, sagte ich und sah ihm direkt in die Augen. „Du hast Lavinia geglaubt. Du hast zugelassen, dass dein Rat Beweise fälscht. Und jetzt wirst du mich hinrichten lassen, nur um dein Gewissen zu beruhigen.“ „Die Beweise waren eindeutig. Der Dolch trug deinen Geruch, und drei Zeugen sahen dich in jener Nacht sein Haus verlassen“, erwiderte Everard langsam. „Ich habe dir vor drei Jahren eine zweite Chance gegeben, aber du bist immer wieder zurückgekommen, um mein Rudel zu zerstören.“ „Du hast mir nie eine Chance gegeben“, zischte ich. „Du hast mich zurückgewiesen, weil du zu schwach warst, die Wahrheit zu untersuchen. Und du hast deine Gelübde gebrochen, sobald eine andere Frau dich angelächelt hat.“ Everard verlagerte sein Gewicht. Sein Kiefer spannte sich an, doch sein Ton blieb kalt. „Ich wünschte, die Dinge zwischen uns wären anders gelaufen, Alodie. Aber ein Anführer muss sein Volk vor Verrätern schützen.“ Ich brach in ein Lachen aus, das hart und gebrochen durch die kahlen Wände hallte. „Du darfst mich jetzt nicht bedauern, Everard. Du darfst nicht hier stehen und so tun, als wäre dir Gerechtigkeit wichtig.“ „Führt das Urteil aus“, befahl Everard den Wachen. Er drehte mir den Rücken zu und ging ohne eine weitere Sekunde zu warten zur Tür, wo Lavinia auf ihn wartete. Der Henker trat vor. Die lange silberne Klinge wurde erhoben. Noch bevor ich einen weiteren Atemzug holen konnte, traf mich der Schlag, und ich stürzte zu Boden. Schmerz durchfuhr mich, doch als meine Sicht schwarz wurde, begann der Stein unter mir zu leuchten. Eine seltsame Wärme strömte durch meine Adern und verdrängte die Kälte des Todes. „Du solltest hier niemals sterben“, flüsterte eine Frauenstimme direkt in meinem Kopf. „Nimm dein Leben zurück, Kind, und schreibe dein Schicksal neu.“ Ich schloss die Augen und erwartete die Dunkelheit. Stattdessen traf eine warme Brise mein Gesicht. Der Geruch frischer Bettwäsche lag in der Luft, und ich schnappte nach Atem, als ich mich in einem Bett aufrichtete. Ich tastete nach meinem Hals und erwartete Wunden, doch meine Haut war vollkommen glatt. Ich schlug die Decke zurück. Mein dünnes Sommernachthemd war sauber, frei von dem Schmutz, den zerrissenen Kleidern und den alten Verletzungen meiner Gefangenschaft. Ich sprang aus dem Bett und rannte zu dem Schreibtisch, auf dem neben der Lampe ein kleiner Kalender lag. Das Datum lautete 15. Juni – genau vier Jahre vor dem Tag meiner Hinrichtung. „Das kann nicht wahr sein“, murmelte ich und sah mich im Zimmer um. Meine alten Poster, mein ordentliches Bücherregal und die Kleidung, die ich getragen hatte, bevor Everard mich verstoßen hatte, waren wieder da. Dann traf mich die Erinnerung an die vergangene Nacht. Vier Jahre zuvor, am Abend des 14. Juni, hatte ich mich betrunken, nachdem ich Fotos von Everard gesehen hatte, wie er bei einem Rudelbankett dicht neben Lavinia saß. Ich war spät in der Nacht weinend zu seiner Wohnung gegangen. Wir hatten gestritten, und die Nacht hatte mit einer impulsiven Entscheidung in seinem Bett geendet – jener Nacht, in der mein Kind gezeugt worden war. Ich war im Morgengrauen aus seiner Wohnung geschlichen und erst vor einer Stunde in mein Zimmer zurückgekehrt. Das bedeutete, dass mein Kind in dieser neuen Zeitlinie bereits in mir heranwuchs. Ich legte eine Hand auf meinen flachen Bauch. Jetzt wachte Everard wahrscheinlich in seiner leeren Wohnung auf und erwartete, dass ich ihm schrieb oder wie immer nach unseren Streitigkeiten zu ihm zurückkam. Ich sah zum Fenster und erblickte mein Spiegelbild. Ich war nicht mehr schwach, nicht mehr zerbrochen und nicht mehr bereit, die Rolle des Opfers in seiner Geschichte zu spielen. „Diesmal wird Everard Drake niemals die Chance bekommen, mich zu zerstören.“Alodie hielt ihr Telefon noch immer in der Hand.Die Nachricht ihrer Mutter ließ sie nicht los.Finde den ersten Geburtsregistereintrag. Dort steht der Name deines Vaters. Und Richard weiß, warum er ihn damals verschwinden ließ.Langsam drehte sie sich zu Richard um.„Was bedeutet das?“Richard stand regungslos neben dem Tisch.„Ich kann es erklären.“„Dann erklär es.“Er blickte auf das Dokument, das Lavinia mitgebracht hatte.„Der erste Eintrag wurde nicht einfach entfernt. Er wurde durch einen anderen ersetzt.“„Warum?“„Weil dein Vater nicht wollte, dass sein Name öffentlich bekannt wurde.“Alodie spürte, wie ihr Herz schneller schlug.„Du kennst seinen Namen?“Richard schloss die Augen.„Ich kenne den Namen, der damals eingetragen wurde.“„Das ist nicht meine Frage.“„Alodie, bitte.“„Nein! Du hast mir jahrelang erzählt, du wüsstest nichts. Jetzt sagt meine Mutter, dass du den Namen meines Vaters verschwinden ließest. Ich will endlich die Wahrheit hören.“Everard trat neben sie.
Alodie konnte den Blick nicht von dem Zettel lösen.Die Nachricht war kurz, aber jedes Wort machte ihr mehr Sorgen.Wenn du deine Mutter finden willst, komm allein zum alten Bahnhof. Bring das Foto mit. Vertraue niemandem, der behauptet, Lavinia sei deine Feindin.Darunter stand Elara.Everard nahm den Zettel erneut in die Hand.„Das ist keine gute Idee.“„Ich weiß.“„Jemand möchte dich allein an diesen Ort locken.“„Aber wenn die Nachricht wirklich von meiner Mutter stammt, könnte dies unsere einzige Gelegenheit sein.“„Und wenn sie nicht von ihr stammt?“Alodie schwieg.Selma betrachtete das Foto.„Wir müssen zuerst herausfinden, wer es geschickt hat. Die Unterschrift allein beweist nichts.“Richard saß am anderen Ende des Tisches. Seit er das Bild gesehen hatte, wirkte er ungewöhnlich angespannt.„Das Foto wurde an diesem Haus aufgenommen“, sagte er schließlich.Alodie drehte sich zu ihm.„Du erkennst den Ort?“„Ja. Ich war dort.“„Mit meiner Mutter?“Er nickte.„Aber nicht an dem
Alodie konnte den Blick nicht von dem Foto lösen.Zwei Mädchen standen nebeneinander vor einem alten Gebäude. Eines davon war Lavinia. Das andere hatte Alodies Gesicht.Nicht nur ähnliche Augen oder dieselbe Haarfarbe. Das Mädchen sah ihr so ähnlich, dass es beinahe wirkte, als würde sie ein Bild von sich selbst aus ihrer Kindheit betrachten.„Das bin nicht ich“, sagte Alodie schließlich.Richard nickte langsam.„Ich weiß.“„Dann erklär mir, warum jemand ein Mädchen mit meinem Gesicht fotografiert hat.“Richard nahm das Foto entgegen. Seine Finger zitterten leicht.„Weil dieses Mädchen vor dir geboren wurde.“Mira stand regungslos neben dem Tisch.„Du meinst, Elara hatte noch eine Tochter?“„Ich weiß nicht, ob sie ihre Tochter war“, antwortete Richard. „Aber ich weiß, dass Elara dieses Kind beschützen wollte.“Alodie sah ihn an.„Und du solltest es nach Hause bringen?“„Ja.“„Zu wem?“Richard senkte den Blick.„Zu mir.“Niemand sagte etwas.Gavin brach schließlich die Stille.„Warum s
„Lavinia hatte einen anderen Namen?“Alodie wiederholte die Worte, als würde sie hoffen, dass sie beim zweiten Mal weniger beunruhigend klangen.Selma nickte.„Zumindest stand in den alten Unterlagen ein anderer Name.“„Welcher?“, fragte Everard.„Das weiß ich nicht.“Gavin sah sie ungläubig an.„Du scheinst eine Menge zu wissen, aber ausgerechnet den Namen kennst du nicht?“„Ich habe die Unterlagen nicht selbst gesehen. Ich habe nur eine Abschrift erhalten.“„Von wem?“Selma blickte kurz zu Richard.„Von jemandem, der behauptete, damals im Haus der stillen Hoffnung gearbeitet zu haben.“Mira trat näher an den Tisch.„Warum hat diese Person nicht direkt mit uns gesprochen?“„Weil sie Angst hatte.“„Vor wem?“Selma antwortete nicht sofort.Dann sagte sie: „Vor dem Mann mit der Narbe an der linken Hand.“Richard setzte sich wieder.Alodie sah ihn an.„Du hast Lavinia zu diesem Haus gebracht. Was ist danach passiert?“„Ich bin noch am selben Abend zurückgekehrt.“„Und?“„Elara wartete au






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