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Kapitel 7

Marlene
Als er Mia erwähnte, verzog Sophia wieder die Mundwinkel.

Wenn sie Adrian wirklich heiratete – was würde Mia wohl davon halten?

Aber Adrians Gesicht.

Es war wirklich schwer, da nicht schwach zu werden.

Sie brauchte jemanden zum Heiraten, den sie nicht verabscheute und der charakterlich solide war. Adrian war tatsächlich die beste Wahl.

Sophias rote Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, sie blinzelte: „Adrian, ich glaube, ich habe keinen Grund abzulehnen.“

„Dann morgen, zehn Uhr vormittags, am Standesamt.“

Adrian sah sie an.

Sophia nickte.

Adrian schien noch andere Dinge zu erledigen. Er drehte sich zum Gehen, hielt dann plötzlich inne, runzelte leicht die Stirn und fragte vielsagend: „Dieser Julian Hartmann...“

„Ist vorbei.“ Sophia senkte den Blick, dachte an Julians widerliches Gesicht vorhin. „Keine Sorge, ich bin nicht der Typ, der zum Ex zurückkehrt.“

Erst dann drehte sich der Mann um und ging.

Sophia blickte ihm nach, als ein seltsames Gefühl der Unwirklichkeit in ihr aufstieg.

Sie ... würde tatsächlich Adrian Berg heiraten.

...

Von der Hochzeit erzählte Sophia ihrer Mutter nichts im Voraus.

Adrian war stets zurückhaltend und in den Medien äußerst mysteriös. Außerdem war diese Ehe für sie beide eher eine Pflichterfüllung gegenüber ihren Familien.

Ehrlich gesagt, bestand ihre Verbindung zu Adrian – abgesehen von jener verrückten Nacht und ihrer einst verschwommenen kurzen Schwärmerei – hauptsächlich aus der Tatsache, dass er Mias Cousin war.

Am nächsten Tag verließen die beiden das Standesamt nach der Trauung.

Jeder hielt ein Heftchen in der Hand.

Erst jetzt bekam Sophia ein echtes Gefühl dafür, verheiratet zu sein.

„Jetzt, wo wir verheiratet sind, sollten wir in die Ehewohnung ziehen, oder?“ Sophia hatte keine Erfahrung damit und fragte zögernd.

Sie kannte Adrian eigentlich nicht besonders gut.

Sie wusste nur, dass die Familie Berg äußerst wohlhabend war. Die genauen Geschäfte kannte Sophia nicht.

Aber in solchen Familien war eine Ehewohnung immer vorbereitet.

Als er „wir“ hörte, verzogen sich Adrians schmale Lippen kaum merklich, dann verschwand das Lächeln sofort wieder.

„Natürlich.“

Seine Stimme klang kühl: „Hier sind die Schlüssel zur Wohnung, und außerdem...“

Er reichte ihr einen Schlüsselbund und eine kleine rote Schachtel.

Sophia öffnete sie und stockte.

Darin lag ein Diamantring.

Und zwar genau in dem Stil, den sie mochte.

Dezent und fein gearbeitet, aber luxuriös und strahlend.

Genau Sophias früherer Geschmack.

„Der Ehering.“ Adrians Tonfall war gelassen. Er fixierte Sophia und sagte leichthin: „Willst du ihn anprobieren?“

Selbst nach drei Jahren als arme Studentin konnte Sophia solch funkelnden Dingen nicht widerstehen.

Sie nickte.

Adrian nahm den Diamantring heraus und steckte ihn ihr an.

„Gefällt er dir?“ Sein Blick war ruhig, aber konzentriert auf sie gerichtet, und er sagte beiläufig: „Wenn nicht, können wir ihn umtauschen.“

„Er gefällt mir.“

Sophias rote Lippen verzogen sich zu einem Lächeln.

Ein fast achtstelliger Diamantring – sie hatte keinen Grund, ihn nicht zu mögen.

Mit Julian hatte das beste Geschenk, das er ihr je gemacht hatte, ein Ring für ein paar hundert Euro gewesen.

Überweisungen hatte sie größtenteils zurückgeschickt.

Julians Geld war nie für sie ausgegeben worden.

Die beste Geste der Wertschätzung eines Mannes bestand eigentlich darin, für sie Geld auszugeben.

Die Familie Winter hatte genug Geld, aber Adrians Aufrichtigkeit zu spüren, hob ihre Stimmung ungewöhnlich.

Adrian reichte ihr noch eine Karte. Sophia dachte zunächst, es sei für den gemeinsamen Haushalt.

Doch der Mann warf ihr einen Blick zu und sagte gemächlich: „Für den Haushalt haben wir eine Haushälterin. Das hier ist dein Taschengeld, Frau Berg.“

Seine Stimme war kühl und gleichgültig.

Als würde er von einer Kleinigkeit sprechen.

Sophia hob eine Augenbraue, ihre roten Lippen lächelten, und sie scherzte: „Adrian, hast du keine Angst, dass ich dich um Geld und Körper betrüge?“

„Um Geld...“

Adrian schien leise zu lachen, seine Stimme tief und sanft: „Gerne. Frau Berg, nenn mir eine Zahl. Und was den Körper angeht...“

Sophia begegnete seinem Blick. Die schmalen Augenwinkel des Mannes, seine porzellanweiße Haut und seine makellosen Züge kamen immer näher.

Er beugte sich vor, umfasste ihre Taille und küsste sie.

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