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Kapitel 7

Penulis: merveille encre
last update Tanggal publikasi: 2026-03-19 11:07:06

Das Anwesen der Beaumonts wirkte wie direkt einem Kostümfilm entsprungen. Makellos gestutzte Hecken, vergoldete Fensterrahmen und dieses alte Vermögen, das nicht prahlen musste, denn jeder wusste es bereits.

Isabella hasste es.

Sie hatte sich sorgfältig für den Abend angezogen. Ein lilafarbenes Kleid, das Sophie ihr drei Jahre zuvor ausgesucht hatte, damals, als sie noch versuchte, ihre Schwiegermutter zu beeindrucken, damals, als sie noch glaubte, dass Mühe etwas bedeutete.

Die Zwillinge saßen hinten im Auto, in passenden elfenbeinfarbenen Kleidern, die Geneviève ihnen geschickt hatte. Denn auf keinen Fall würden die Enkelinnen in einem Outfit erscheinen, das Isabella selbst ausgesucht hatte.

„Müssen wir wirklich gehen, Mama?“, fragte Émilie zum dritten Mal.

„Ja, mein Schatz. Es ist das Familienessen.“ „Aber Oma hat uns nicht lieb“, sagte Margot leise. Mit sechs Jahren wusste sie schon viel zu viel.

Isabella spürte einen Stich in der Brust. „Oma hat dich lieb. Sie kann es nur nicht zeigen.“

Noch eine Lüge. Sie hatte sie wie Steine in ihren Taschen gehortet, eine Last, die sie erdrückte, bis sie eines Tages zusammenbrach.

Der Wagen hielt vor der runden Auffahrt.

Étiennes Wagen stand schon da. Ein glänzender schwarzer Mercedes, der wahrscheinlich mehr kostete als das Jahresgehalt der meisten Menschen. Er war natürlich allein gekommen. Er würde es auf keinen Fall riskieren, vierzig Minuten mit seiner eigenen Familie im Auto festzusitzen.

Die Haustür öffnete sich, noch bevor Isabella klopfen konnte. Guillaume, der alte Butler, der seit dreißig Jahren für die Beaumonts arbeitete, stand da, mit seinem üblichen Ausdruck höflicher Missbilligung.

„Mrs. Beaumont.“ „Meine Damen. Bitte.“

Die Eingangshalle duftete nach Lilien und einem kostbaren Parfüm. Kristalllüster warfen ihr Licht auf einen Marmorboden, der alles wie ein Spiegel reflektierte. Isabella fühlte sich hier immer wie eine Eindringling. Als würde sie in einem fremden Leben Verkleidung spielen.

Stimmen drangen aus dem Esszimmer. Lachen. Dieses einfache, herzliche Lachen, das entsteht, wenn man die Gesellschaft anderer wirklich genießt.

Isabella hatte Étienne noch nie so lachen hören. Nicht in ihrer Gegenwart.

„Bitte hier entlang“, sagte Guillaume.

Das Esszimmer war genau das, was Geneviève am besten konnte. Ein langer Mahagonitisch, gedeckt mit Porzellan, das seit Generationen in Familienbesitz war. Kristallweingläser, die im Kerzenlicht glänzten. Weiße Rosen in silbernen Vasen. Zwanzig Gedecke für ein vermeintliches Familienessen.

Geneviève saß an einem Ende des Tisches, gekleidet in burgunderrote Seide und Diamanten, die bei jeder ihrer Bewegungen funkelten. Sie blickte auf, als Isabella eintrat, und ihr Lächeln wurde gequälter.

„Isabella. Wie bezaubernd! Du bist zu spät.“

Tatsächlich waren sie fünf Minuten zu früh.

„Es gab einen Stau“, sagte Isabella in einem neutralen, höflichen Ton, so wie sie es von ihrer Schwiegermutter gelernt hatte.

„Natürlich.“ Genevièves Blick fiel auf die Zwillinge. Ihr Gesichtsausdruck wurde etwas weicher. „Mädchen, kommt und gebt Oma einen Kuss.“

Margot und Émilie gehorchten und traten näher, um Geneviève zarte Küsse auf die gepuderten Wangen zu geben. Sie hatten schon früh gelernt, in ihrer Gegenwart diskret zu sein, still zu sein und so wenig Raum wie möglich einzunehmen.

Étienne stand am Kamin und unterhielt sich mit einem Mann, den Isabella nicht kannte. Tadelloser Anzug, perfekt frisierte Haare – und doch runzelte er die Stirn, als er mit diesem Mann sprach.

Er warf ihr einen Blick zu, als sie hereinkam. Ihre Blicke trafen sich für einen Sekundenbruchteil. Dann wandte er den Blick ab.

Keine Begrüßung. Keine Beachtung. Nur eine weitere Person im Raum, kaum wahrnehmbar für ihn.

Isabella spürte, wie etwas in ihr zerbrach. Etwas Kleines, aber Bedeutsames. Sie hatte aufgehört zu zählen, wie oft er sie ignoriert hatte.

„Nun, wir warten auf unseren Ehrengast“, verkündete Geneviève. „Guillaume, darf der Wein geöffnet werden?“

„Ja, gnädige Frau.“

„Wunderbar. Das ist ein ganz besonderer Abend, meine Damen und Herren. Ich freue mich sehr, jemanden wieder bei uns begrüßen zu dürfen, den wir so sehr vermisst haben.“

Die Haustür öffnete sich.

Schritte hallten durch den Flur. Absätze klackten auf dem Marmorboden.

Dann trat sie ein.

Vivienne Dubois sah aus, als wäre sie direkt einem Modemagazin entsprungen. Groß und schlank trug sie ein schwarzes Kleid, das wahrscheinlich mehr kostete als Isabellas gesamte Garderobe. Ihr blondes Haar war zu einem perfekten Chignon hochgesteckt. Rote Lippen. Ein selbstbewusstes Lächeln.

Doch es war Étiennes Gesicht, das Isabellas Herz ergriff.

Es strahlte.

Das war das einzige Wort, das ihn beschrieb. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig. Die Langeweile war wie weggeblasen. Die Distanz schmolz dahin. Er lächelte, und es war ein echtes, aufrichtiges Lächeln, die Art von Lächeln, nach der Isabella sieben Jahre lang gesucht hatte, ohne es je zu bekommen.

„Vivienne“, sagte er und durchquerte den Raum mit drei Schritten.

„Étienne, Liebling.“

Sie umarmten sich. Nicht der höfliche Kuss von Bekannten. Eine innige Umarmung, seine Arme um ihre Taille, seine Hände auf ihren Schultern, beide hielten einander einen Moment länger fest, als nötig.

Als sie sich lösten, lächelten sie beide wie Teenager.

„Du hast dich nicht verändert“, sagte Étienne.

„Lügner. Ich habe jetzt Falten.“

„Unmöglich.“

Sie lachten zusammen. Einfach, natürlich und vertraut, auf eine Weise, die Isabella das Gefühl gab, durch ein Fenster in das Leben eines anderen zu blicken.

Geneviève strahlte: „Liebe Vivienne, willkommen zurück. Wir haben dich schrecklich vermisst.“

„Vielen Dank für die Einladung, gnädige Frau. Ihr Haus ist so schön, wie ich es in Erinnerung hatte.“

Viviennes Blick schweifte durch den Raum und verweilte einen Augenblick auf Isabella, bevor sie den Blick abwandte. Sie wurde ignoriert. Nicht einmal eines Blickes würdig.

„Bitte, setzen Sie sich“, sagte Geneviève. „Das Essen wird in wenigen Augenblicken serviert.“

Sie hatte die Sitzordnung bereits festgelegt. Natürlich.

Geneviève nahm den Ehrenplatz ein. Étienne saß zu ihrer Rechten. Und Vivienne, selbstverständlich, neben Étienne.

Die Zwillinge saßen in der Mitte, neben zwei älteren Cousins, die Isabella kaum kannte.

Und Isabella saß ganz hinten. So weit wie möglich von Étienne entfernt, aber dennoch am selben Tisch.

Die Botschaft war eindeutig: Du gehörst hier nicht hin.

Die Kellner brachten die Vorspeise. Eine Art Suppe mit einem reichhaltigen, raffinierten Aroma. Isabella nahm ihren Löffel, konnte sich aber nicht dazu durchringen zu essen.

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