LOGINAcht Jahre lang waren sie ein Paar. Anna Müllers war einmal Alexanders heiß ersehnte erste Liebe gewesen. Jetzt wollte er sie nur noch loswerden. Drei Jahre lang hatte sie gekämpft, bis auch der letzte Funke an Gefühl für ihn erlosch. Als auch ihre letzte Zuneigung erloschen war, gab Anna auf und ging. Am Tag der Trennung höhnte Alexander kalt: „Anna, ich warte darauf, dass du zurückkommst und mich um Versöhnung bittest.“ Doch was er erwartete, trat nicht ein. Stattdessen erreichte ihn die Nachricht von Annas Verlobung. Voller Wut wählte er ihre Nummer. „Ist das jetzt genug?“, brüllte er sie an. Am anderen Ende der Leitung antwortete eine tiefe, männliche Stimme: „Herr Schmidt, meine Verlobte duscht gerade. Sie kann Ihren Anruf nicht entgegennehmen.“ Alexander lachte verächtlich, legte auf und war sicher: Das war nur ein billiger Trick von Anna, um seine Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. Erst auf der Hochzeit begriff Alexander, dass Anna ihn wirklich nicht mehr wollte. Sie kam im Brautkleid auf einen anderen Mann zu, den Strauß in den Händen. Wie von Sinnen stürzte er auf sie zu. „Anna! Ich weiß, dass ich falsch lag. Bitte heirate keinen anderen, ja?“ Er sank vor ihr auf die Knie. Anna hob den Saum ihres Kleides und ging an ihm vorbei. „Herr Schmidt, haben Sie nicht immer behauptet, Sie und Diana Weber wären füreinander bestimmt? Warum knien Sie dann ausgerechnet auf meiner Hochzeit hier?“
View MoreAnna nickte zustimmend. „Ja, Frau Vogt. Ich habe heute Nachmittag eine Gerichtsverhandlung. Ich muss mich zuerst um die Unterlagen kümmern.“„Alles klar. Viel Erfolg.“„Danke Ihnen.“Den ganzen Vormittag über brodelte die Geschichte von Alexanders Untreue mit Diana weiter. Neben den Beschimpfungen gegen die beiden diskutierten viele im Netz auch darüber, ob Alexander wirklich der uneheliche Sohn des Vorstandsvorsitzenden der Schmidt-Gruppe sei.Es gab zwar unzählige Spekulationen. Aber alle basierten fast ausschließlich auf winzigen Indizien. Niemand hatte handfeste Beweise vorgelegt, um die Gerüchte zu bestätigen.Eine Kollegin in der Kanzlei konnte es nicht lassen, Anna zu fragen, ob die Gerüchte über Alexander als unehelichen Sohn der Schmidt-Gruppe wahr seien. Anna antwortete, sie wisse es nicht genau. Wenn die Kollegin so neugierig sei, könne sie Alexander doch direkt fragen.Nach dieser Abweisung erwähnte kein Kollege mehr Dinge, die mit Alexander zu tun hatten, in ihrer Ge
Während der Fahrt war sein Herz erfüllt von Wut – wütend, daneben aber auch von einer undefinierbaren Panik und Ratlosigkeit.Indem Anna die Beweise online veröffentlicht hatte, hatte sie offensichtlich vor, endgültig mit ihm die Fassade fallen zu lassen und Schluss zu machen. Sie wollte ihm keinen einzigen Spielraum mehr lassen.Hatte sie sich wirklich entschlossen, für immer mit ihm Schluss zu machen? War es kein Spiel der Zurückhaltung mehr?Er war immer davon überzeugt gewesen, dass sie ihn niemals verlassen würde, egal wie sehr er sie verletzte.Aber in diesem Moment war er sich nicht mehr so sicher.Nachdem er das Auto vor Annas Wohnhaus geparkt hatte, blieb Alexander lange Zeit im Wagen sitzen.Er konnte nicht genau benennen, was er in diesem Moment fühlte. Wut, Ratlosigkeit – alle möglichen Gefühle vermischten sich in ihm.Eigentlich war er hergekommen, um Anna zur Rede zu stellen und zu fragen, warum sie das getan hatte. Aber jetzt hatte er keine Lust mehr, nach oben zu
Anna steckte das Handy weg, startete den Wagen und fuhr nach Hause.Nachdem sie nach Hause gekommen war, wechselte sie die Schuhe. Kaum hatte sie sich auf das Sofa gesetzt, ging ein Sprachanruf von Elena ein.„Anna, diese beschissene offizielle Erklärung von Fernflug eben! Da steht, du und Alexander hättet euch schon ewig getrennt, und diese Schlampe Diana wäre nie zwischen euch getreten. Ich habe es nicht ausgehalten und unten einen Kommentar geschrieben. Jetzt rufen mir die blinden Fans von Diana und Alexander Schimpfwörter hinterher!“Eine warme Welle durchzog Annas Herz, zugleich überkam sie ein leichtes Schuldgefühl.Wäre es nicht wegen ihr gewesen, hätte Elena sich wohl niemals dazu herabgelassen, sich online mit Fremden zu streiten und beschimpft zu werden.„Elena, danke. Aber verschwende keine Zeit mit diesen Streitereien. Ich übernehme die Sache selbst.“„Brauchst du wirklich keine Hilfe? Ich habe nur Angst, dass Diana und Alexander dich ausnutzen und verletzen.“Eigent
Alexander runzelte die Stirn. Seine Stimme wurde noch tiefer. „Ist das deine ganze Reaktion?“„Und welche Reaktion erwartest du von mir? Alexander, hast du nur deshalb angerufen, um mir diese langweilige Frage zu stellen?“Alexander hörte die Ungeduld in Annas Tonfall. Er zog die Augenbrauen zusammen, ein eiskalter Blitz fuhr ihm durch die Augen.Er unterdrückte seine aufsteigende Wut und sagte: „Du hast mir doch immer vorgeworfen, dass ich dir keine offizielle Stellung geben will. Wenn du jetzt zur Fernflug-Technik GmbH kommst, können wir die Gelegenheit nutzen, unsere Beziehung öffentlich zu machen und gleich den Hochzeitstermin bekanntzugeben.“Für ihn war das bereits ein riesiges Zugeständnis. Anna hatte also keinen Grund, weiter Theater zu machen.Kaum hatte er den Satz beendet, herrschte auf der anderen Seite der Leitung völlige Stille.Er wartete eine Weile, aber Anna sagte kein Wort.Gerade als seine Geduld völlig am Ende war, öffnete Anna endlich den Mund. „Alexander, w





