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Kapitel 282

Chloe Laurent
Aidens Perspektive

Das gelang mir.

Trotzdem saß ich da mit einem Gefühl, das sich kaum in Worte fassen ließ.

Es wuchs seit Jahren in mir. Seit Lucy mir im Park zuwinkte und sich dann wieder ihren Fragen über Haie widmete. Seit sie vor dem Aquarium einem beinahe Fremden erklärte, dass er ihre Augen hatte. Als wäre das ganz einfach. Seit den vierzehn Minuten am Quallenbecken, in denen ich Rosie und Alessandro beobachtete. Seit all den Abenden mit Geschichten, den Debattierwettbewerben und den Frag
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  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 310

    Rosalies PerspektiveDr. Oswell kam uns am Empfang entgegen.Sie begann nicht mit Beruhigungen, bevor sie die Situation überhaupt einschätzte. Das schätzte ich an ihr. Erst brauchten wir Klarheit. Dann wussten wir, wie viel Grund zur Hoffnung oder Sorge es gab.Auf dem Weg ins Untersuchungszimmer stellte sie Fragen. Wir antworteten. Als ich auf dem Bett lag und die Überwachung begann, kannte sie bereits den bisherigen Verlauf.„Das sind echte Wehen“, sagte sie.Sachlich. Direkt. Ich war dankbar dafür.„Eine Geburt hat bisher nicht eingesetzt. Ihr Muttermund ist geschlossen. Trotzdem sind das keine Übungswehen. Wir nehmen sie ernst.“„Was können wir tun?“, fragte Aiden.„Wir können Medikamente geben, um die Wehen zu bremsen und möglichst zu stoppen. Bei Ihrer zweiten Schwangerschaft hat die Behandlung in derselben Woche gut angeschlagen.“ Sie sah mich an. „Ich möchte jetzt damit beginnen.“„Ja“, sagte ich. „Bitte.“Sie leitete die Behandlung ein.Die Krankenschwester legte einen Zugang.

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 309

    Rosalies PerspektiveIch nickte.Der Wagen fuhr an.Aiden saß neben mir. Ruhig. Inzwischen konnte ich diese Ruhe lesen. Er verschloss sich nicht. Regelte nicht alles irgendwo hinter einer Mauer, die mich draußen hielt.Er handelte.Ein Schritt nach dem anderen. Genau das, was gerade nötig war. Die Angst lag unter dieser konzentrierten Ruhe. Er verdrängte sie nicht. Er gab ihr nur noch keinen Raum, solange wir zuerst anderes brauchten.„Du warst vorbereitet“, sagte ich.Er sah mich an. „Wenn es um dich geht, immer.“An einem anderen Tag machte ich vielleicht eine Bemerkung darüber, was für ein guter Satz das war. Aber er stimmte. Ohne Inszenierung. Ohne den Versuch, gut zu klingen. Er sagte einfach die Wahrheit.Ich hatte Angst.Richtige Angst.Vierundzwanzig Wochen waren früh. Viel zu früh. Das wusste ich. Nach dem ersten Schreck las ich einen ganzen Nachmittag lang medizinische Informationen. Bis ich den Laptop schloss, weil mehr Wissen mir in diesem Moment nicht weiterhalf.Ich kannt

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 308

    Rosalies PerspektiveIch stande die Trauung durch.Daran blieb ich mit meinen Gedanken hängen. An den Wehen auch. An jeder einzelnen, die ich mit aller Konzentration veratmete. Aber vor allem daran, dass ich bleiben konnte. Dass mein Körper mir diesen Augenblick mit meinem Bruder nicht ganz nahm.Ich stand mit meinem Strauß an meinem Platz, während Jeffery und Mara vor zweihundertvierzehn Menschen ihre Eheversprechen ablegten. Eine Wehe nach der anderen. Und ich war trotzdem dabei.Maras Versprechen war kurz und präzise. So formulierte sie alles. Sie wusste, dass viele Worte nicht zwangsläufig viel sagten.„Ich bin in eine komplizierte Situation gekommen“, sagte sie. „Aber für mich war sie nie wirklich kompliziert. In ihrer Mitte stand etwas ganz Einfaches. Du, Jeffery. Ich entscheide mich selten leichtfertig. Auch diesmal nicht. Ich habe mich bewusst für dich entschieden. Und ich werde es nicht bereuen.“Jeffery sprach mit dieser Wärme, die in den letzten drei Jahren immer mehr Raum i

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 307

    Aidens PerspektiveMara sprach. Ihre Stimme hatte diese Klarheit, mit der sie alles formulierte, was ihr wirklich wichtig war. Auch für ihre Gefühle fand sie genaue Worte. Jeffery hörte zu, als wollte er keines davon je vergessen.Ich beobachtete Rosie.Vier Minuten nach der zweiten kam die dritte Wehe.Ich sah es sofort. Sie atmete gleichmäßig weiter. Wusste, was sie tat. Mitten in dieser Zeremonie stand sie da und veratmete die Wehe, ohne dass jemand im Saal etwas bemerkte.Sie war unglaublich.Das wusste ich seit Jahren. Trotzdem traf es mich erneut. Diese Kraft, in einer schwierigen Situation die Fassung zu bewahren und gleichzeitig bei den Menschen um sie herum zu bleiben. Vierundzwanzigste Schwangerschaftswoche. Die Wehen kamen immer schneller. Sie hielt ihren Strauß und stand weiter an ihrem Platz.Sie war unglaublich.Natürlich hatte ich Angst. Unter den Berechnungen, der ruhigen Haltung und der Planung war sie deutlich zu spüren.Ich musste sie nicht nach außen tragen. Es war

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 306

    Aidens PerspektiveDie erste Wehe bemerkte ich um 12:17 Uhr.Ich war sicher, dass es die erste war. Seit Rosie ihren Platz vorne im Saal einnahm, behielt ich sie im Blick. Das tat ich überall. An diesem Tag hatte ich einen zusätzlichen Grund.Sie war in der vierundzwanzigsten Woche, seit sieben Uhr auf den Beinen und als Trauzeugin ständig beschäftigt. Deshalb achtete ich schon beim Einzug auf sie. Ich kannte sie. Solange es sich irgendwie vermeiden ließ, sagte sie von sich aus nicht, dass etwas nicht stimmte.Die Veränderung war kaum sichtbar. Sie atmete bewusster. Ihre Konzentration galt plötzlich nicht mehr allein der Trauung. Um ihre Augen spannte sich etwas an, das drei Minuten zuvor noch nicht da war.Ich registrierte es und blieb ruhig stehen.Jeffery stand links von mir. Hinter uns saßen zweihundertvierzehn Gäste. Er sprach sein Eheversprechen, während ich Rosies Gesicht beobachtete und die Zeit im Kopf festhielt.Als unsere Blicke sich trafen, schüttelte sie kaum merklich den

  • Geheimes Baby von Bruders bestem Freund   Kapitel 305

    Rosalies PerspektiveDann kam die dritte.Vier Minuten nach der zweiten.Ich kannte das. Bei Lucy. Bei Alessandro, der in einer Mittwochnacht zur Welt kam, während Jeffery an meiner Seite war.Ich wusste, wie sich Geburtswehen anfühlten. Wie Übungswehen sich davon unterschieden.Das hier fühlte sich nicht nach Üben an.Ich atmete weiter, bis das Zusammenziehen nachließ. Die Trauung ging ungestört voran. Jetzt sprach Mara. Ruhig und bestimmt. Mit der Stimme einer Frau, die jedes Wort meinte.Alle hörten ihr zu. Niemand sah mich an.Ich stand mit meinem Strauß da und bewahrte die Miene einer Trauzeugin. Vierundzwanzigste Woche. Drei Wehen. Die Abstände wurden kürzer.Ich sah zu Aiden.Er blickte mich bereits an.Sein Blick lag auf meinem Gesicht.Unauffällig. Ohne die Aufmerksamkeit anderer auf mich zu ziehen. Inzwischen behielt er mich in jedem Raum auf diese Weise im Blick. Er kannte meine Mimik. Sah auch das, was unter meiner ruhigen Fassade geschah.Die zweite Wehe bemerkte er. Viell

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