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Kapitel 3

Penulis: Kayla Sango
Habe ich die Hochzeitsfeier schon für luxuriös gehalten, was sollte ich dann erst über den Ort sagen, an den Christian mich danach gebracht hat?

Ein absurdes Penthouse ganz oben im Rosemont Hotel, mit Panoramablick über die Stadt, einem privaten Pool und einer Einrichtung, die förmlich schrie: „Ich bin reich und mache mir nicht einmal die Mühe, auf die Preise auf der Speisekarte zu schauen.“

Und ich… nun, ich war völlig überwältigt. Gleichzeitig war ich wie betäubt, als wäre diese ganze Nacht ein Film, zu dessen Hauptbesetzung ich nicht gehörte.

„Himmel…“, hauchte ich, drehte mich mitten im Raum um die eigene Achse und nahm jedes Detail in mich auf. Eine riesige Minibar, ein Sofa, das größer war als mein ganzes Schlafzimmer, und ein Kronleuchter, der wahrscheinlich mehr kostete als mein Auto. Nun ja, ich hatte nicht einmal ein Auto. Aber hätte ich eins, wäre es trotzdem weniger wert als dieser Kronleuchter.

Und natürlich gab es einen beleuchteten Infinity-Pool, der aussah, als wäre er direkt aus einem Film entsprungen.

„Das ist ja verrückt! Wie kannst du dir so etwas leisten? Wenn du für jede Kundin so viel ausgibst, machst du doch garantiert Verlust, weißt du das?“

Christian lachte. Dieses tiefe, amüsierte Lachen, das mich für einen Moment das hohle Gewicht vergessen ließ, das mir seit dem Anblick von Alex und Elise zusammen auf der Brust lag.

„Jemand, den ich kenne, hat mir das Zimmer überlassen“, sagte er schlicht.

Sofort runzelte ich misstrauisch die Stirn. Ein Gigolo mit Zugang zu einem Penthouse im teuersten Hotel der Stadt? Spielt er diese Rolle wirklich selbst jetzt noch weiter?

„Ach, sicher. Du ‚kennst jemanden‘.“ Ich setzte mit den Fingern Anführungszeichen in die Luft und verdrehte die Augen. „Spielst du sogar weiter den Mann mit den besten Kontakten, wenn wir allein sind? Du nimmst deinen Job wirklich ernst, was?“

Er schenkte mir nur ein geheimnisvolles Lächeln und sagte nichts, was meine Zweifel nur noch größer machte. Langsam fragte ich mich, was für ein Gigolo sich in solchem Luxus so wohlfühlte.

Für einen halben Augenblick weckte das meine Neugier. Aber ganz ehrlich? Direkt vor mir lag ein privater Pool, und ich brauchte verzweifelt irgendetwas, egal was, um die Gedanken zu verdrängen, die mich verfolgten. Die Bilder von Alex, wie er Elise küsste. Die Erinnerungen an all die gebrochenen Versprechen.

Ich dachte keine Sekunde nach.

Ich streifte meine High Heels ab, zog den Reißverschluss meines Kleides auf und ließ es zu Boden fallen, während die Nachtbrise über meine nackte Haut strich. Die schwarze Spitzenunterwäsche, nun vollständig sichtbar, hob sich wunderschön vom blauen Leuchten des Pools ab.

Christian stieß einen leisen Pfiff aus, während sein Blick langsam über jeden Zentimeter meines Körpers glitt.

„Wow.“

Ich warf ihm einen Blick zu, der spielerisch wirken sollte, auch wenn er den Sturm in mir vermutlich kaum verbergen konnte.

„Was?“

Er neigte den Kopf leicht, und in seinen Augen glänzte eine Mischung aus Bewunderung und etwas anderem… Verständnis?

„Langsam glaube ich, dass ich hier die eigentliche Investition gemacht habe.“

Ich verdrehte die Augen, lächelte aber trotzdem. Ein Lächeln, das meine Augen nie erreichte.

Dann tauchte ich ohne zu zögern ins Wasser. Als könnte ich für ein paar Sekunden darin ertrinken. Als könnte das Wasser den Schmerz wegwaschen.

Der Aufprall war sanft, die Temperatur perfekt. Das heiße Wasser glitt wie eine luxuriöse Umarmung über meinen Körper und löste jeden Muskel. Ich drehte mich im Wasser, ließ mich ein paar Augenblicke treiben und tauchte dann wieder auf.

Von dort, wo ich war, spiegelte sich das Sternenlicht im Meer und malte ein Bild, das direkt aus einem Traum stammen konnte.

„Das ist unglaublich!“, rief ich und zwang mich zu einem Lachen, während ich mit den Händen durchs Wasser fuhr.

Die Wahrheit? Ich fühlte mich überhaupt nicht unglaublich.

Die Wärme legte sich wie eine Umarmung um meinen Körper, doch sie konnte den gefrorenen Knoten in meiner Brust nicht schmelzen.

Denn selbst dort, in dieser perfekten Kulisse, umgeben von Luxus und mit einem Mann, der wirkte, als wäre er für die Sünde erschaffen worden … dachte ich immer noch an ihn.

An Alex, wie er am Altar stand. Elise an seiner Seite, strahlend in dem Kleid, das ich ihr selbst verkauft hatte.

An die Art, wie er mich auf dieser Hochzeit angesehen hatte. Die Überraschung. Den Zweifel.

Er hatte erwartet, dass ich zerbrochen war. Dass ich mich versteckt hatte. Dass ich noch immer um ihn weinte.

Und die Wahrheit war: Das tat ich. Nicht in der Öffentlichkeit, nicht dort, wo es irgendjemand sehen konnte. Aber allein in meinem alten Jugendzimmer im Haus meiner Eltern, wohin ich zurückziehen musste, nachdem ich Alex und Elise zusammen erwischt hatte. Jede Nacht weinte ich mich in den Schlaf und fühlte mich genau wie die Versagerin, für die sie mich hielten.

Ich liebte diesen Mann. Ich vertraute ihm. Ich hatte ein ganzes Leben mit ihm geplant.

Am Ende hatte er mich einfach weggeworfen, als hätte ich nie etwas bedeutet. „Du bist schon immer so langweilig gewesen.“ Elises Worte hallten wie ein grausames Mantra in meinem Kopf wider. Ich war langweilig. Ich war gewöhnlich. Ich war ersetzbar.

Das Schlimmste daran? Käme er heute und sagte, dass alles ein Fehler gewesen sei und dass er mich zurückhaben wollte …

Wahrscheinlich liefe ich direkt in seine Arme. Und dafür hasste ich mich.

Meine Kehle zog sich zusammen, und eine andere Art von Hitze brannte hinter meinen Augen. Diesmal konnte ich sie nicht zurückhalten. Eine Träne löste sich und vermischte sich mit dem Poolwasser. Dann noch eine. Und noch eine.

Ich tauchte tief unter und ließ das Wasser meine Schwäche verbergen. Als ich wieder auftauchte, holte ich tief Luft und versuchte, mich zusammenzureißen.

Als ich zu Christian hinübersah und hoffte, er hätte meinen verletzlichen Moment nicht bemerkt, lag er noch immer auf dem Liegestuhl und sah mich mit ernster, beinahe besorgter Miene an.

„Was?“, fragte ich, schwamm zum Rand und versuchte, beiläufig zu klingen. „Noch nie eine Frau gesehen, die ihr Leben genießt?“

Er schenkte mir ein schiefes Lächeln, doch seine Augen blieben ernst.

„Es ist nur lustig, jemanden zu sehen, der wegen eines Penthouses so aus dem Häuschen ist.“

Ich runzelte die Stirn.

„Was heißt hier so aus dem Häuschen?“

Er zuckte mit den Schultern. Sein Hemd war bereits aufgeknöpft und gewährte einen Blick auf seine feste, perfekt geformte Brust.

„Du benimmst dich, als hättest du so etwas noch nie gesehen.“

Ich schnaubte, spritzte Wasser in seine Richtung und versteckte meinen Schmerz hinter Gereiztheit.

„Weil ich so etwas noch nie gesehen habe. Ich weiß nicht, mit welchen reichen, gelangweilten Frauen du normalerweise zu tun hast, aber da, wo ich herkomme, glänzt bei mir zu Hause höchstens die überfällige Stromrechnung.“ Ich hielt inne und musterte ihn. „Aber du spielst deine Rolle gut. Ich habe dir fast abgenommen, dass du wirklich ein Erbe bist. Wie lernt ein Gigolo, so natürlich über Investitionen und Weingüter zu sprechen?“

Und wie schaffst du es, mich wenigstens kurz vergessen zu lassen, dass ich mich jede Nacht in den Schlaf weine? Das hätte ich beinahe hinzugefügt, doch ich biss mir auf die Zunge.

Er sah mich lange an, als könnte er direkt durch die Fassade blicken, die ich so krampfhaft aufrechtzuerhalten versuchte.

„Weißt du, Zoey, ich mag dich so, wie du bist.“

„Wer tut das denn nicht?“, schoss ich zurück, doch am Ende brach meine Stimme und verriet mich. Alex mochte es nicht. Elise mochte es nicht. Niemand tat es je wirklich.

Christian lächelte schief und neigte den Kopf, als würde er meine Antwort analysieren.

„Bescheidenheit scheint auch eines deiner Talente zu sein.“ Er hielt kurz inne und fügte hinzu: „Aber ich frage mich, was du beweisen willst. Oder vergessen.“

Seine Worte trafen mich wie eine Ohrfeige. Einen Moment lang überlegte ich, aus dem Pool zu steigen, meine Sachen zu nehmen und zu gehen. Aber wohin? Zurück in dieses Zimmer im Haus meiner Eltern? Um jedes Mal, wenn ich mit roten Augen aus der Dusche komme, die mitleidigen Seufzer meiner Mutter zu hören?

„Ich will gar nichts beweisen“, log ich, leiser, als ich beabsichtigt hatte.

Christian betrachtete mich noch einen langen Moment, als würde er entscheiden, ob er mir glauben sollte. Dann begann er wortlos, sein Hemd aufzuknöpfen.

Und, lieber Gott.

Hatte ich schon gedacht, dass er im Anzug gut aussah, war er ohne Hemd noch schlimmer. Goldbraune Haut schimmerte im sanften Licht der Terrasse, jeder Muskel war perfekt definiert, Tattoos verteilten sich über seine Arme und seinen Oberkörper und bildeten einen scharfen Kontrast zu dem gepflegten, eleganten Bild, das er sonst abgab.

Mein Körper reagierte, bevor ich überhaupt merkte, was geschah. Herr, vergib mir, aber dieser Mann war wandelnde Sünde. Und vielleicht … vielleicht konnte er mich für eine Nacht vergessen lassen, wie leer und bedeutungslos ich mich fühlte.

Er krempelte die Manschetten hoch, warf das Hemd auf einen Stuhl und begann, seinen Gürtel zu öffnen.

„Warte…“ Ich hob eine Augenbraue und versuchte, mir ein kleines bisschen Kontrolle zurückzuholen. „Du kommst rein?“

„Willst du keine Gesellschaft?“ In seinen Augen lag etwas, eine Sanftheit, die weder zu seinem Job noch zu der Rolle passte, die wir eigentlich spielen sollten.

„Ich habe gedacht, du wärst der Typ, der so tut, als dürfe sein Haar nicht nass werden.“

„Und ich habe gedacht, du wärst diejenige, die mich schon längst hereingebeten hätte.“

Weil ich verzweifelt nach irgendeiner Verbindung suche, nach irgendetwas, das mich wieder begehrenswert fühlen lässt, dachte ich, sagte aber nur: „Dann komm rein.“ Ich lud ihn ein, mir vollkommen bewusst, wohin das führen würde. Eine Nacht mit einem Fremden, um die Einsamkeit zu betäuben, die mich innerlich auffraß, seit ich alles verloren hatte.

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