MasukTINAIch konnte es wirklich nicht fassen, dass Steffany & Co. mich dafür bezahlten.Es war mein erstes Mal als Model für einen Luxusjuwelier, und ich hoffte inständig, dass es nicht das letzte Mal sein würde. Die Firma flog nicht nur mich und meinen Manager (auch bekannt als mein Ehemann) First Class nach Kanada, sie hatten auch einen Privatwagen organisiert, der uns vom Flughafen direkt zum edelsten Ressort in den kanadischen Rocky Mountains brachte – ein Chateau, das vor der Bergkulisse wie ein echtes Märchenschloss aussah.Meine Suite hatte einen eigenen gemauerten Kamin, und vom Balkon aus blickte man auf das türkisblaue Gletscherwasser des Moraine Lake. Ich fühlte mich eher wie im Luxusurlaub als auf Geschäftsreise.Als Milan mir ursprünglich erzählt hatte, dass die Leute von Steffany mir einen Vertrag anboten, war ich davon ausgegangen, dass das Shooting irgendwo in Hamburg oder zumindest in den USA stattfinden würde.Aber als er sagte, es ginge nach Banff, konnte ich vor Freude
MILAN„Wälzt du da drinnen wieder schwere Gedanken?“, fragte Valentina sanft.„Ja. Aber mach dir keinen Kopf“, sagte ich und nahm ihre Hand. „Lass uns einfach die Zeit genießen.“Sie freute sich schon seit Tagen auf diese Party, und ich wollte nicht, dass sie sich meinetwegen Sorgen machte. Ich liebte es, wie ihr Gesicht aufstrahlte, wenn sie aufgeregt war; sie hatte es verdient, mit Nika und Zoe Spaß zu haben.Ich gab ihrer Hand einen beruhigenden Druck, während ich in die Tiefgarage einbog.Als wir oben bei Jannis und Nika ankamen, platzte die Wohnung fast aus allen Nähten. Viele Gesichter kannte ich, viele nicht.Nikas Stiefmutter Sabine war da, dazu ein ganzer Schwarm von Nikas Uni-Freunden und ihre beste Freundin Leni, die ich schon ein paar Mal getroffen hatte. Auch einige von Jannis’ engsten Geschäftskontakten aus der Branche mischten sich unter die Gäste.Sie mussten einen Profi für die Deko engagiert haben, denn die Wohnung war kaum wiederzuerkennen. Lichterketten schmückten
MILANValentina und ich hatten noch genau fünf Minuten, bis wir zur Gender-Reveal-Party von Jannis und Nika aufbrechen mussten, und ich nestelte immer noch an meiner Krawatte vor dem Spiegelschrank herum. Normalerweise konnte ich das im Schlaf, aber heute Morgen war ich völlig von der Rolle.In meinem Kopf ping-pongten eine Million Gedanken hin und her; ich brauchte einen Moment, um mich zu sammeln. Genau deshalb bat ich Valentina auch nicht darum, mir bei dem verdammten Knoten zu helfen.Ich musste ständig an das denken, was sie gesagt hatte, während ich mich um Mr. Koda kümmerte – dass ich eines Tages ein guter Vater wäre.Das hatte mich eiskalt erwischt. Jahrelang hatte sich mein Leben nur um eines gedreht: um mich. Und genau so gefiel es mir. Keine Verpflichtungen, keine Rechenschaft gegenüber irgendwem oder irgendetwas. Absolute Freiheit.Aber als wir Mr. Koda adoptierten, verschob sich etwas in meinem Inneren. Der kleine Kerl flitzt zur Tür, um mich zu begrüßen, wenn ich nach Ha
TINA„Das war nicht meine Frage.“Er wirbelte zu mir herum, seine Augen sprühten förmlich Funken.Mr. Kodas Kopf schoss in die Höhe; er blickte verunsichert zwischen uns hin und her, die kleine Hundestirn voller Sorge in Falten gelegt.Ich rollte mit den Augen und versuchte abzuwiegen. Auf dieses Theater hatte ich jetzt absolut keine Lust. „Wir waren tanzen, Herr Wachtmeister. Kein großes Ding. Und jetzt bin ich müde, also lass uns ins Bett gehen.“„Ja, ich weiß, dass ihr tanzen wart.“ Milan schüttelte meine Hand von seinem Arm ab, griff nach seinem Handy und hielt es mir unter die Nase. „Es ist überall im Netz. Mal wieder.“Ich scrollte durch die verfänglichen Bilder, auf denen mein bester Freund und ich uns auf der Tanzfläche aneinanderrieben; nichts, was die Leute nicht schon tausendmal gesehen hätten.Früher hätte ich mich deswegen vielleicht schlecht gefühlt, aber heute nicht mehr.Die ganze Welt weiß, dass Noel nur ein Freund ist. Wenn sie mehr hineininterpretieren wollen, ist d
TINADer elektronische Bass hämmerte so gewaltig, dass ich ihn bis in die Rippen spürte.Ich warf mich mitten auf die Tanzfläche, die Arme in der Luft, völlig aufgeputscht – einerseits von dem neonglauen Drink, den ich gerade hinuntergekippt hatte, andererseits von der schlichten Tatsache, dass Noel endlich wieder da war.Meiner Erfahrung nach hilft es, sich mit einer Art „Signature Move“ warmzulaufen. Also konzentrierte ich mich auf meine Hände: Ich fuhr mir durchs Haar, ließ sie über meinen Oberkörper gleiten und streckte sie dem Himmel entgegen, während ich mich immer intensiver und gewagter zum Rhythmus bewegte.Ich warf einen Blick über die Schulter und sah meinen besten Freund herantänzeln, einen Long Island Iced Tea in der Hand, die obersten Hemdknöpfe offen, was den Blick auf seine kalifornische Bräune freigab.Als Noel meinen Blick auffing, strahlten wir beide übers ganze Gesicht und legten eine Performance hin, genau wie in alten Zeiten.Der Club hier im Viertel war der Wahn
MILANEndlich, während wir auf die Rechnung warteten, klingelte mein Handy. Mr. Koda war seine Eier los und aus dem Aufwachraum entlassen.Ich warf ein Bündel Scheine auf den Tisch, zog Valentina von ihrem Stuhl hoch und schleifte sie praktisch zurück zur Tierarztpraxis. Als sie den Hund im Wartezimmer zu uns herausbrachten – mit einem Plastiktrichter, dem „Kragen der Schande“, um den Kopf –, sprang ich sofort auf.Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so froh gewesen, diesen verdammten Fellball zu sehen. Er war in die Decke eingewickelt, die Valentina vorhin mitgebracht hatte, und sah von der Narkose noch völlig benommen aus.„Koda!“„Die Halskrause muss die nächsten zehn bis vierzehn Tage dranbleiben“, erklärte die Helferin, „und die Schmerzmittel bekommen Sie am Tresen, wenn Sie bezahlen.“Der Hund sah zu mir auf, die Augen glasig, die Rute wedelte nur ganz schwach. Die Helferin versicherte uns, das sei normal, aber ich kaufte ihr das nicht ab.Auf dem Heimweg saß ich hinten nebe
TINAMeine Finger brannten darauf, über die harten Linien seiner Brust und seiner Bauchmuskeln zu gleiten, die Länge seines Schwanzes nachzufahren, aber ich hielt mich zurück.Er hatte jetzt die Kontrolle, und ich wollte es gar nicht anders.Mit einer schnellen Bewegung hob er mich in seinen starke
TINAMilan entzog seine Hand meinem Griff und verschwand in der Menge. Ich drehte mich um und rief nach ihm, aber ich sah nur noch seinen Hinterkopf, während er davonstürmte.Mein Herz sank.Es war offensichtlich, dass er am Ende war, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich auf ihn zugehen sollte – wa
MILANWas auch immer ihre Geste zu bedeuten hatte, es war eine, mit der ich nicht gerechnet hatte – und in einer Zeit, in der sie meine Familie komplett hätte im Stich lassen können, musste die Tatsache, dass sie Präsenz zeigte, doch bedeuten, dass es noch Hoffnung für unsere Beziehung gab.Oder? O
MILANDer wichtigste Rat, den unser Anwaltsteam Jannis und mir gegeben hatte, lautete: Bleibt ruhig, gefasst und selbstsicher während der Gerichtsauftritte.Aber egal, wie oft man seine Aussage im Kopf durchgeht – die Realität, im Zeugenstand vereidigt und dann vor einem Gerichtssaal voller Geschwo







