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Author: Helsa
last update publish date: 2026-07-01 11:43:51

MINA

„Du warst mit dem kriminellen Neuen zusammen?“ Magdalena setzte sich so ruckartig auf, dass sie fast ihren Kaffee verschüttete.

„Was zur Hölle hast du dir dabei gedacht?“, fiel Carolin sofort mit ein.

Ich stöhnte auf und ließ mich tiefer in die Kissen sinken. „Warum tut ihr so, als hätte ich ein Schwerverbrechen begangen?“

Die Köpfe meiner beiden besten Freundinnen schnellten zueinander, dann synchron zurück zu mir.

„Nett?“ Carolin schnaubte. „Nett sagt man zu einem Golden Retriever, nicht zu einem tätowierten Typen mit fragwürdigem Ruf.“

„Er hat doch nur ein paar Tattoos …“

„Bist du wahnsinnig?“ Carolin griff durch die Decke nach meinem Knöchel. „Weißt du, was mit Mädchen passiert, die sich mit solchen Kerlen einlassen? Nichts Gutes. Gar nichts.“

„Oh, entschuldige. Beleidigen wir etwa deinen neuen Schwarm?“ Magdalena legte sich theatralisch die Hand aufs Herz. „Carolin, sprich nicht so über ihre wahre Liebe.“

„Verpisst euch“, lachte ich und zeigte ihnen den Mittelfinger. „Und danke. Zu eurer Information: Es ist nichts passiert. Jan wurde weggerufen, ich bin gegangen. Es war peinlich. Ende der Geschichte.“

In meiner Brust breitete sich ein schlechtes Gewissen aus. Ich verschwieg meinen besten Freundinnen wichtige Details. Aber da sie ihn offensichtlich nicht ausstehen konnten, musste ich noch nichts erzählen.

„Was willst du Jan jetzt sagen?“, fragte Magdalena und wackelte mit den Augenbrauen. „Wir brauchen einen Plan.“

Carolin warf einen völlig unnützen Vorschlag in den Raum, und die beiden begannen sofort zu streiten. Ich ließ sie gerne machen. Meine Gedanken waren sowieso ganz woanders.

Ich hatte gesagt, es sei nichts passiert. In Wahrheit fühlte es sich an, als wäre alles passiert. Als wäre ich zum ersten Mal richtig aufgewacht. Er war unglaublich attraktiv – diese Lippen, diese dunklen Augen, die Tattoos auf seiner Haut. Dazu diese starke, fast magnetische Anziehung, die ich so noch nie gespürt hatte. Ich biss mir auf die Unterlippe.

Er hatte sich einfach episch angefühlt.

Mein Handy piepte vom anderen Ende des Zimmers. Ich stützte mich auf die Ellenbogen und starrte hinüber.

Es piepte erneut. Und noch einmal. Die Mädchen hörten auf zu streiten und stürzten sich gleichzeitig darauf. Carolin war schneller, schnappte es sich und warf es mir zu, während Magdalena auf ihren Rücken sprang.

„Carolin! Wir können ihr nicht vertrauen, dass sie vernünftige Entscheidungen trifft!“

Ich kicherte, während ich die Nachrichten öffnete. „Es ist Jan“, sagte ich und scrollte nach oben.

„Ach was“, spottete Magdalena und sprang herunter. Die beiden kamen neugierig näher, doch mein Lächeln verblasste mit jeder weiteren Zeile.

„Was schreibt er?“, drängte Carolin.

Ich ließ das Handy aufs Bett fallen, als hätte es mich verbrannt.

Jan: Ich mag meine Spielzeuge sowieso am liebsten fabrikneu.

Jan: Tiffany lässt grüßen.

Die Stille im Zimmer war erdrückend. Carolin las über meine Schulter und flüsterte: „Heilige Scheiße.“

Doch das war noch nicht einmal das Schlimmste. Während ich noch auf den Bildschirm starrte, kam eine neue Nachricht – diesmal von einer unbekannten Nummer.

Unbekannt: Das Tageslicht ist fast da, Irmina.

Jamin Heitmann.

Mein Herz setzte einen Schlag aus.

Woher zur Hölle hatte er meine Nummer?

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