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Kapitel 384

Autor: Tana Sil
Luna stockte einen Moment, dann sagte sie leise: „Das ist vorbei. Ich trage es dir nicht nach. Erwachsene Töchter haben eben Abstand zu ihren Vätern. So ist das bei den meisten.“

Tristan schien sie nicht zu hören und murmelte vor sich hin: „Aber sei beruhigt. Ich lasse dich nicht noch einmal im Stich. Die Leute sind wieder aufgetaucht. Diesmal beschütze ich dich. Mit allem, was ich habe. Selbst mit meinem Leben.“

Luna blieb stehen. Die Worte klangen seltsam. Sie runzelte die Stirn. „Papa, wovo
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  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 404

    Vor dem Fenster war die Nacht so dicht, dass kein Lichtschimmer durchkam. Wind und feine Schneeflocken zogen durch den Fensterspalt herein. Die leichte Kälte konnte die heiße, feuchte Luft im Zimmer nicht vertreiben.Luna streckte einen schmalen, zarten Arm aus der Decke, um die Nachttischlampe anzuknipsen.Da legte er sich wieder auf ihren nackten Rücken und küsste ihren Nacken. Als sie zu zittern begann, machte er erst recht weiter und küsste sich die Wirbel hinunter bis zum Kreuz.Luna lag bäuchlings auf dem Kissen, krümmte sich unter dem Kitzeln und wollte sich umdrehen, um ihn wegzuschieben. Julian verschränkte seine Finger mit ihren und legte sie neben das Kissen, beugte sich zu ihr und küsste sie.Luna fand, dass Julian … irgendwie anhänglich war.Gestern Abend hatte der kranke Mann wie ein Streuner zu ihren Füßen gelegen. Jetzt klammerte er sich an sie und ließ nicht mehr los.Sie hatte das eigentlich kein zweites Mal mit ihm gewollt. Er rieb sich an ihr, und sie versank,

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 403

    Luna hörte hinter der Ecke gedämpfte Männerstimmen und ging direkt hin.Da standen Julian und Florian nebeneinander, jeder eine Zigarette in der Hand. Vom Ton her wirkte es, als kennten sie einander.Bei ihren Schritten drehten sich beide um.Florian wusste, dass Luna Julian suchte. Er nickte höflich und ging hinein.Julian drückte die Zigarette aus und kam auf sie zu: „Wie kommst du raus?“Luna stutzte: „Sie kennen Florian Reiter?“Julian sagte beiläufig: „Erinnern Sie sich an die Pokerrunde auf dem Schiff der Brandts, an den Reiter mit am Tisch?“„Ja.“An jenem Tisch hatten gesessen: Matthias, der Risikokapitalgeber aus Weststadt; Julian, das Schwergewicht aus Flussstadt; Konrad, der Immobilienmagnat aus Birkstadt; und der Tech-Riese aus Rosenheim, ein Reiter.Luna hob die Brauen. Derselbe Reiter?Julian strich ihr ein paar Strähnen hinters Ohr, die Fingerkuppen berührten kurz die zarte Haut. Er sagte mit dunklen Augen: „Florian ist sein Cousin.“In Lunas Kopf machte es kl

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 402

    Mitten im Essen rief Berta an. Luna ging vor das Séparée, um zu telefonieren.Berta sagte, Tristan hätte in den letzten Tagen plötzlich angefangen zu trinken. Er hatte sich jeden Tag bis zur Bewusstlosigkeit getrunken. Renate hatte nichts ausrichten können. Sie hatte Angst, dass etwas passieren würde, und fragte Luna, was zu tun wäre.Luna hatte schon bei ihrer Abreise aus Lindenfelde gespürt, dass mit Tristan etwas nicht stimmte. Jetzt sogar Alkohol?Sie zog die Stirn zusammen. Was sie wirklich Sorgen machte, war Renate. Wenn sie sich um Tristan grämte, ging es ihr körperlich wieder schlechter.„Sobald er morgen nüchtern ist, ruf mich an. Ich rede mit ihm.“Berta sagte zu.Luna kam zurück ins Séparée. In der kurzen Zeit waren nur noch Vivian und Frida da, die drei Männer waren alle weg.„Wo sind sie?“Vivian antwortete knapp: „Rauchen, telefonieren, Toilette.“Luna ging zurück auf ihren Platz, der Blick streifte die zwei leeren Stühle. Sie fragte Frida: „Bist du gerade aus Fl

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 401

    Unterschriften wurden geleistet, der Scheck wurde übergeben, alles notariell beurkundet. Damit war die Sache erledigt.Nachdem die Lenzs gegangen waren, kippte Konrad in der nächsten Sekunde wieder auf Lunas Seite. Strahlend sagte er: „Lasst uns das feiern. Heute Abend gehe ich auf meine Rechnung. Ins Rêve d'une Vie.“Luna und Vivian winkten beide ab. Sie zu dritt? Was sollte das werden? So eine Runde wäre einfach schräg.„Zu wenig Leute?“ Konrad zog sein Handy hervor. „Kein Problem. Ich rufe noch ein paar dazu.“So wie er sich aufführte, hätte man ihn für Lunas Spitzel im Hause Lenz halten können. Wer verlor schon eine solche Summe und war gleichzeitig in Feierlaune?Da er aber unbedingt feiern wollte, blieb Luna und Vivian nichts übrig, als mitzugehen, wenigstens das Essen mitzunehmen.Der Mann, den Konrad dazugerufen hatte, war Anfang dreißig, gediegen und ruhig im Auftreten. Luna kannte ihn nicht, Vivian aber stockte deutlich, als sie ihn sah.Konrad stellte vor: „Florian Re

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 400

    Luna hatte keine Lust auf einen Ortswechsel. Sie traf die Lenzs im selben Restaurant, in dem sie mittags mit Vivian gegessen hatte, nur jetzt draußen unter den Sonnenschirmen.Die Silvesterferien waren vorbei, alle wieder bei der Arbeit, die Straßen waren leer. Unwillkürlich dachte Luna an die Silvesternacht. Hand in Hand mit Julian war sie durch die lebhaften Straßen gegangen, in ein Konzertcafé, um eine Aufführung anzuhören. Sie war einen Augenblick in Gedanken versunken.Erst als der Stuhl ihr gegenüber zurückgezogen wurde, kehrte sie aus ihren Gedanken zurück und sah hin.Vom Himmel rieselte wieder Schnee. Der Mann, der sich setzte, war Julian.Von dem kranken Mann der letzten Nacht war nichts mehr zu sehen. Er trug einen neuen, sorgfältig sitzenden Anzug, jede Naht akkurat. Er war wieder ganz der unerreichbare Herr Becker.Luna stockte: „Herr Becker, Sie bringen Ihre Krankheit her, um mir Beistand zu leisten? Ich fühle mich geehrt. Ich habe meine Anwältin dabei, das reicht. S

  • Herr Becker, sie ist es wert!   Kapitel 399

    Im Hotelzimmer ließ Julian sich frische Kleidung bringen.Diese Krankheit war nicht aus heiterem Himmel gekommen.Schon in Lindenfelde hatte er sich angeschlagen gefühlt. Dann war er wegen Luna über Nacht von Flussstadt nach Weststadt gefahren, und der Schnee hatte ihm den Rest gegeben.Vor dem Garderobenspiegel zog er das Hemd an, die langen Finger schlossen Knopf um Knopf. Sein scharfgeschnittenes Gesicht war wieder kühl. Von dem schamlosen Liebsten in Lunas Zimmer war keine Spur mehr.Ja, dass er gestern Nacht hatte bleiben dürfen, hatte er nur seiner Schamlosigkeit zu verdanken. In Wahrheit hatte Luna ihm nichts vergeben.Die alten Wunden saßen tief. Ihr Frieden war so dünn wie Eis. Die paar guten Tage über Silvester, und schon hatte eine Tanja alles wieder zerstört. Jetzt hatte sie wieder eine Mauer hochgezogen.Es war wirklich eine Vergeltung.Unwirsch zog er den Mantel an und ging hinaus zum Aufzug.Und traf auf Max, der aus einem oberen Stockwerk herunterkam.Max steck

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