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Der erste Schritt ins Unbekannte

last update Zuletzt aktualisiert: 30.01.2026 18:24:47

Der Samstag begann ruhig, fast schon trügerisch ruhig. Mila sass mit einer Tasse Kaffee am Fenster ihrer Wohnung und beobachtete, wie die Stadt langsam zu Leben erwachte. Autos fuhren vorbei, Menschen eilten mit Einkaufstaschen über den Gehweg, doch Mila fühlte sich als stände sie still. Ihre Gedanken kreisten immer wieder um denselben Namen;

Elias!

Seine Worte Worte aus dem Büro liessen sie einfach nicht los.

Von dem Moment an , als ich dich zum ersten Mal gesehen habe…

Es war nicht nur das, was er gesagt hatte, sondern wie ruhig, ehrlich , ohne Druck und genau das machte ihr Angst.

Ein Teil von ihr wolle glauben, dass es anderst sein könnte. Dass Nähe nicht zwangsläufige Schmerz bedeutet.

Ein Klopfen an der Tür riss sie aus ihren Gedanken.

Kira trat ein, geschniegelt, gut gelaunt und wie immer volle Energie.

„Raus mit dir“, sagte sie ohne Begrüssung. „Shoppen und frische Luft schnappen und Ablenkung.“

Mila seufzte, griff aber nach ihrer Lederjacke. „Du gibst mir keine Wahl, oder?“

„Nein“, grinste Kira. „Und das weisst du auch.“

Die Innenstadt war voll, die Läden überfüllt doch genau das war gut, Farben, all die Stimmen und die Bewegungen.

Sie schlenderten von Geschäft zu Geschäft, probierten Kleider an, lachten über absurde Preisvorstellungen und gönnten sich zwischendurch einen Cappuccino.

Irgendwann, als sie in einer Umkleidekabine sassen und Mila gedankenverloren an einem Ärmel zupfte, sah Kira sie prüfend an.

„Okay“, sagte sie langsam. „Wie gehen wir jetzt reden.“

Mila wusste, dass es keine Sinn hatte auszuweichen, also gingen sie rüber zum Café. Sie setzte sich, atmete tief durch und begann zu erzählen. Von dem Bürogespräch mit Elias. Von seinem Geständnis, etwas zu empfinden für sie und von ihrer Angst verletzt zu werden.

„Er macht mir keine Angst“, schloss sie leise. „Aber das, was ich fühle schon.“

Kira hörte aufmerksam zu, ungewöhnlich ernst, doch dann nahm sie plötzlich Milas Hand.

„Weisst du Mila“, sagte sie ruhig. „Du kannst nicht dein ganzes Leben damit verbringen, dich zu schützen. Du hast Schlimmes erlebt, ja aber du bist nicht mehr dieses kleine Mädchen von damals.

„Ich weiss“, flüsterte Mila.

„Elias wirkte nicht wie jemand, der dich kaputtmachen will“, fuhr Kirs fort. „Vielleicht ist er genau der Mensch, der dir zeigt das Nähe auch heilen kann. „

Mila schluckte. „Und wenn nicht!“

„Dann hast du es wenigstens versucht.“, sagte Kira sanft. „Und das ist mehr, als du dir bisher erlaubt hast.“

Sie sassen eine Weile schweigend da. Mila spürte, wie etwas in ihr nachgab. Nicht die Angst- aber der Widerstand. Okay“, sagte sie schliesslich. „Du hast recht.“

Kiras Gesicht hellte sich sofort auf. „Wirklich?“

„Ja“, antwortete Mila entschlossen. „Ich sollte ihm eine Chance geben.“

Noch im Café zog sie ihr Handy hervor. Ihre Finger zitierten leicht, als sie Elias‘ Namen auswählte.

Hey Elias. Hättest du Lust dich heute Abend zu treffen. Ich glaube, wir sollten reden.

Die Antwort kam schneller als sie erwartet hatte.

Sehr gerne. Sag mir wann und wo.

Schrieb er zurück.

Am Abend trug Mila ein schlichtes Kleid nichts auffälliges. Sie wollte sich sie selbst sein, nicht Perfekt sondern Echt.

Elias wartete vor einem kleinen Restaurant am Fluss. Als er sie sah, lächelt er- dieses ehrliche Lächeln, das ihr Herz jedesmal schneller schlagen lässt.

Sie gingen in das Restaurant rein und setzten sich an ein grosses Fenster mit Ausblick auf den Fluss.

„Du wolltest reden“, sagte er sanft.

Mila nickte. „Ich habe viel nachgedachte“.

Sie erzählte ihm von ihren Ängsten, von ihrer Vergangenheit und von den Stimmen in ihr, die sie immer warnte. Elias hörte zu und unterbrach sie nicht ein einziges Mal.

„Und trotzt allem“, schloss sie leise, „fühle ich genau das Gleiche wie du. Aber ich habe echt Angst mich darauf einzulassen.“

Elias sah sie lange an. Dann sagte er ruhig: „Ich erwarte nicht, dass du keine Angst hast. Ich erwarte nur Ehrlichkeit.“

Sie lächelte schwach. „Dann möchte ich es probieren aber langsam. Schritt für Schritt. Vielleicht… kannst du mir helfen, dass es anderst wird.“

Elias stand auf und trat näher. „Das würde ich gerne.“

Er beugte sich zu ihr runter, zögerte einen Moment- gab ihr Raum. Als sie nicht zurückwich, sondern ihm entgegen kam , küsste er sie sanft. Kein fordernder Kuss sondern ein Versprechen.

Als sie sich lösten, lehnte er seine Stirn an ihre. „Lass uns gemeinsam über das nächste Wochenende nach New York fliegen. Ich buche auch 2 Zimmer, da wir es ja langsam angehen und ich dir Raum geben möchte.“

Mila lachte leise überrascht. „New York?“

„Ein Tapetenwechsel“, sagte er. „Nur wir ohne Vergangenheit.“

„Okay“, sagte sie. „Lass uns nach New York gehen.“

Und in diesem Moment wusste Mila: Manchmal beginnt Heilung genau dort, wo man es nicht gesucht hat.

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