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Zwischen Müdigkeit und Mut

Penulis: Selisblum
last update Terakhir Diperbarui: 2026-01-30 21:08:23

Die Woche zog sich wie Kaugummi.

Mila hatte selten so intensiv gearbeitet.

Termine reihten sich aneinander, Meetings dauerten länger als geplant und Elias war ständig unterwegs oder in Gesprächen vertieft. Trotz allem funktionierte sie als Team erstaunlich gut, fast zu gut. Jeder Blick, jede Lächeln, jedes zufällige Berühren ihrer Hände trug etwas Ungesagtes in sich, etwas das sie beide bewusst nicht aussprechen- weil sie beschlossen hatten, es langsam anzugehen.

Jedoch konnte langsam auch anstrengend sein. Die Lust danach sich zu küssen, sich zu berühren sogar auch intimer zu werden ist gross.

Am Donnerstagabend sass Mila erschöpft auf dem Sofa, als Kira mit einer Take-away Sack vor der Tür stand.

„Du siehst aus, als hätte man dich einmal durch die Woche gezogen“, sagte sie grinsend.

„Fühlt sich auch genau so an“, murmelte Mila und liess sich dankbar das Essen reichen.

Sie setzten sich an den kleinen Küchentisch. Für einen Moment assen sie schweigend, bis Kira sie neugierig musterte.

„Also“, begann sie schliesslich. „Erzähl.“

Mila atmete tief durch. „Ich gehe mit Elias über das Wochenende nach New York.“

Kiras Augen wurden gross. „Wie bitte?“

„Nicht so“, lachte Mila. „Wir haben viel geredet und wir haben beschlossen, es langsam anzugehen ohne Druck und keine Erwartungen.“

Kira legte die Gabel ab. „Das klingt… erwachsen.“

„Das fühlte sich auch so an „, sagte Mila.

„Ich habe ihm gesagt, dass ich Angst haben, dass meine Vergangenheit immer wieder hochkommt, wenn mir jemand zu nahe komm.“

„Und er?“, fragte Kira neugierig.

„Er hat zugehört“, antwortete Mila. „Nicht versucht, es wegzudrengen. Er hat gesagt, er hätte viel Zeit.“

Kira lächelte sanft. „Dann gib sie ihm auch und dir aber auch.“

Mila nickte. In ihrem Inneren war noch immer diese leise Unsicherheit, aber sie war nicht mehr so laut wie früher. Vielleicht, weil sie das Gefühl hatte, nicht alleine damit zu sein.

Am nächsten Tag fuhr Mila nach der Arbeit zu ihrer Mutter in die Klinik. Sie hatte ihre Mutter die ganze Woche nicht gesehen und wolle ihr sagen, dass sie übers Wochenende nicht da sein würde.

Der vertraute Geruch empfing sie, als sie den Flur entlangging. Ihre Mutter sass wie oft am Fenster.

„Du siehst müde au“, sagte sie, als Mila eintrat.

„Diese Woche war auch streng“, gab Mila zu und setzte sich zu ihr. „Aber ich wollte dir etwas sagen.“

Ihre Mutter sah sie aufmerksam an. „Was denn?“

„Ich bin dieses Wochenende nicht da“, begann Mila. „Ich… fahre weg .“

„Wohin“, fragte ihre Mutter.

Mila zögerte kurz. „Nach New York.“

Ihre Mutter hob überrascht die Augenbrauen, dann lächelt sie schwach. „Das klingt schön.“

„Ich fahre nicht alleine“, fügte Mila hinzu. „Ich habe jemanden kennengelernt, er heisst Elias.“

Ihre Mutter sagte nichts, liess sie weiterreden.

„Er is mein Chef“, erklärte Mila schnell. „Aber… es ist kompliziert. Ich hab ihm gesagt, dass ich Angst habe, dass ich nicht weiss ob ich bereit bin.“

„Und was hast du entschieden?“, fragte ihre Mutter ruhig.

Mila sah aus dem Fenster. „Dass ich es versuchen möchte aber es langsam angehen möchte.“

Ihre Mutter legte ihre Hand auf Milas Hand. „Angst bedeutet nicht, dass du falsch liegst“, sagte sie.

„Manchmal bedeutet sie nur, dass dir etwas wichtig ist.“

Mila spürte, wie sich ihre Kehle zuschnürte. „Ich habe so lange gedacht, dass ich nicht lieben kann.“

„Du konntest es immer“, antwortete ihre Mutter. „Du hattest nur niemanden auch mich nicht, der dir gezeigt hat wie sich Liebe sicher anfühlt.“

Sie sassen noch eine Weile zusammen. Als Mila sich verabschiedete, fühlte sie sich leichter. Nicht frei von Angst- aber getragen.

Am Abend packte sie ihre Koffer. Nicht viel nur das Nötigste. Als sie den Reisverschluss schloss, vibrierte ihr Handy.

„Freust du dich?- Elias

Mila lächelte und tippte zurück. Ich habe etwas Angst da ich noch nie soweit geflogen bin aber ja, ich freue mich.

Die Woche war anstrengend gewesen, Emotional sowie auch Körperlich.

Doch jetzt, am Vorabend dieser Reise, hatte Mila das Gefühl, dass sie nicht davonlief- sondern sich zum ersten Mal wirklich bewegt.

Langsam aber in die richtige Richtung.

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