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Kapitel 3

ผู้เขียน: KarenW
Lenas Perspektive

Ich hatte gedacht, dass ich den Schock bereits überwunden hatte, dass ich die Wahrheit über Caleb und unsere Ehe akzeptiert hatte.

Aber in dem Moment, als ich sie zusammen sah, schien mein Herz für einen Augenblick stillzustehen.

Dieser Caleb … war nicht der Mann, den ich kannte.

Der Caleb vor mir war immer sanft, ruhig und fast geduldig gewesen.

Aber die Art, wie er Ruby jetzt hielt … wie er sie küsste … das war leidenschaftlich, wild – völlig ungezügelt und voller Liebe.

Tick. Tack. Tick. Tack.

Ich hörte das leise Ticken der Autouhr, vermischt mit dem Geräusch meines eigenen Atems.

Eine Träne lief über mein Gesicht. Ich bemerkte es erst, als sie auf meinem Handrücken landete.

Ich hatte gedacht, ich war stark genug – stark genug, um wegzugehen und alles hinter mir zu lassen.

Aber es tat immer noch höllisch weh.

„Lena, reiß dich zusammen“, flüsterte ich. „Du musst stark sein. Für dich selbst. Für das Baby, das in dir wächst.“

Das Baby mochte Calebs Blut in sich tragen, aber ich war es, die so hart dafür gekämpft hatte, dieses Kind zu bekommen.

Ich konnte nicht zulassen, dass meinem Baby etwas zustieß.

Ich atmete tief durch und zwang mich, meine Gefühle zu beruhigen. Langsam ließ die Enge in meiner Brust nach.

Nach einer Minute startete ich den Motor erneut.

Gerade noch rechtzeitig, um Caleb zu sehen, wie er Ruby mit seinem Arm um sie zurück ins Haus führte.

Ich trat fest aufs Gaspedal und fuhr in die entgegengesetzte Richtung.

…

Das Leben hatte wirklich einen verdrehten Sinn für Humor.

Am nächsten Morgen betrat ich das Krankenhaus für meine monatliche Untersuchung. Ich war auf dem Weg zum Sprechzimmer meines Arztes, als ich um die Ecke bog – und erstarrte.

Ruby saß auf einer Bank im Flur. Caleb kniete vor ihr und hielt ihr eine Flasche Wasser sowie einen kleinen Behälter mit Essen hin.

Ich konnte einfach weggehen, aber die Neugier überkam mich. Nach dem gestrigen Tag hatte ich das Gefühl, meinen Mann nie wirklich gekannt zu haben. Nun fragte ich mich, wie er wohl war, wenn er mit der Frau zusammen war, die er wirklich liebte. Deshalb hielt ich an, stand ruhig im gegenüberliegenden Flur und beobachtete sie.

„Ich kann wirklich kein Wasser mehr trinken, Schatz“, sagte Ruby schmollend.

Caleb blieb kniend, seine Stimme sanft und beruhigend. „Was hat der Arzt eben gesagt? Du musst genug trinken. Trink noch ein bisschen mehr.“

Er hielt ihr die Flasche wieder hin. „Ich sag dir was“, fügte er sanft hinzu. „Wenn du die Flasche austrinkst, hole ich dir heute noch die Diamantkette, die dir gefallen hat. Was sagst du?“

Rubys ganzes Gesicht erleuchtete. „Echt?!“, keuchte sie. „Aber hast du nicht gesagt, dass sie ausverkauft ist?“

Caleb lächelte sie ruhig und selbstsicher an. „Für wen hältst du mich?“

„Du verwöhnst mich viel zu sehr“, lachte Ruby, schlang die Arme um ihn und küsste ihn auf die Wange.

Menschen verlangsamten ihren Schritt, als sie an ihnen vorbeigingen. Ich konnte das Lächeln und den stillen Neid in ihren Gesichtern sehen.

Sie dachten, dass sie einen perfekten Ehemann sahen, der sich um seine schwangere Frau kümmerte.

Einen Moment später trat Calebs Assistent Jake mit einem engen Freund von Caleb aus einem anderen Flur.

Ich erstarrte.

Lange starrte ich einfach nur.

Ich hatte immer geglaubt, dass alles zwischen Caleb und Ruby ein Geheimnis war.

Aber die Art, wie Jake Ruby begrüßte … die Art, wie sie so selbstverständlich mit ihr sprachen …

Sie wussten Bescheid. Sie hatten es die ganze Zeit gewusst.

Jake sprach Ruby sogar mit „Donna“ an.

Mein Herz sank.

Wusste jeder um Caleb herum davon?

Meine Finger verkrampften sich um meine Tasche.

Wenn sie alle Bescheid wussten, dann hatten sie ihm geholfen, mich anzulügen. Alle hatten zugesehen, wie ich lächelte, wie ich an ein Leben glaubte, das niemals real war.

Für sie war ich nichts weiter als ein Witz. Eine Frau, die glücklich in einer Lüge lebte.

Plötzlich fühlte sich mein Magen schwer an.

Ich atmete langsam ein und zwang mich, ruhig zu bleiben. Instinktiv wanderte meine Hand zu meinem Bauch.

„Ich werde durchhalten“, flüsterte ich sanft. „Mach dir keine Sorgen, Kleines. Ich werde niemanden zulassen, dir wehzutun. Nicht einmal mich selbst.“

Als ich wieder aufblickte, trafen meine Augen Rubys Blick.

Langsam und absichtlich, beugte sie sich zu Caleb hinüber und drückte ihm einen weiteren Kuss auf die Lippen.

Ihr Gesichtsausdruck war selbstgefällig, zuversichtlich – umgeben von Menschen, die alle auf ihrer Seite standen. Ich hingegen stand im Schatten des Flurs und sah dem ganzen Geschehen zu, wie eine Fremde.

Ruby sah mich direkt an und formte mit den Lippen drei Worte: „Du hast verloren.“

Ich drehte mich um und ging weg.

Ruby hatte vollkommen unrecht. Eine Beziehung sollte nie ein Spiel um Gewinnen oder Verlieren sein.

Ja, ich war verraten und belogen worden.

Gut. Ich konnte damit umgehen.

Ruby hielt Caleb für den Hauptgewinn.

Aber in meinen Augen war er jetzt nichts weiter als ein Lügner und Manipulator.

Ein Mann, der eine Frau so leicht täuschen konnte, nur um diejenige zu schützen, die er angeblich liebte, war kein guter Mann.

Und Caleb, er war jetzt vielleicht Ruby verfallen, aber er hielt sie immer noch verborgen, wann immer es ihm passte. Er hatte ihr nicht einmal den Titel gegeben, von dem sie glaubte, ihn verdient zu haben.

Was für ein Mann war das?

Als ich wirklich darüber nachdachte, verblasste die Traurigkeit über unsere Ehe langsam.

Es gab keinen Grund, eine Beziehung zu betrauern, die nie real war.

Als ich nach Hause kam, rief ich einen Scheidungsanwalt an und bat ihn, die Papiere aufzusetzen.

Da ich von Caleb nichts wollte – und auch nichts von ihm für das Baby –, waren die Bedingungen einfach.

Ich druckte die Unterlagen heute Nachmittag aus, unterschrieb sie und schickte sie ab.

Der Zustellungstermin war in drei Tagen – am selben Tag, an dem ich New York endgültig verlassen wollte.

Caleb hatte vielleicht einen enormen Einfluss in dieser Stadt, aber außerhalb davon gab es unzählige Orte, an die ich gehen konnte.

Selbst wenn er mich finden wollte, müsste er sicherlich Zeit aufwenden.

Und ich bezweifelte, ob sich Caleb noch die Zeit für mich nehmen wollte. Rubys Baby würde bald zur Welt kommen. Er würde viel zu sehr damit beschäftigt sein, den fürsorglichen Vater zu spielen – und Ruby als seine neue Donna zu krönen.

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