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Ich war seine Donna, bis sie schwanger kam
Ich war seine Donna, bis sie schwanger kam
Penulis: KarenW

Kapitel 1

Penulis: KarenW
Lenas Perspektive

Die Stiefschwester meines Mannes – des Dons – tauchte auf und sagte mir, dass sie sein Kind trug. Ich brach nicht zusammen. Ich sah ihr einfach in die Augen und sagte: „Du kannst ihn haben.“ Ich hatte ohnehin nicht die Absicht, bei einem verlogenen, untreuen Mann zu bleiben.

„Du weißt doch, dass Caleb niemals will, dass ich vor dir auftauche.“

Ruby – Calebs Stiefschwester – sah mich mit einem selbstgefälligen Lächeln an, ihr Blick glitt langsam über mein Gesicht. „Aber ich muss es tun. Er hat erwähnt, dass du jetzt schwanger bist?“

Ihr Blick glitt hinab zu meinem Bauch.

„Wie schade“, fuhr sie leichthin fort. „Meins wird ein Junge, und mein Geburtstermin steht schon kurz bevor.“

Mein Blick senkte sich auf die Fotos und Überweisungsnachweise, die Ruby zuvor auf den Tisch geworfen hatte. Auf jedem einzelnen Foto waren Caleb und Ruby sich nah – intim, fast so, als waren sie das wirkliche Ehepaar.

Ich sammelte alles zusammen und begann, es langsam durchzublättern.

Das älteste Foto stammte aus der Zeit vor drei Jahren. Ich starrte auf das Datum. Es war unübersehbar. Das war der Tag, an dem ich mein erstes Baby verlor.

Es war auch der Tag, an dem Caleb den ganzen Tag über verschwunden war. Später erzählte er mir, dass ein dringender Termin dazwischengekommen war.

Als Don vom Stone House waren dringende Termine nichts Ungewöhnliches. Seine Geschäfte waren düster und kompliziert. Verschwinden kam ständig vor.

Ich hatte das nie hinterfragt.

Ich hatte mir das einfach nie vorgestellt, dass sein sogenannter dringender Termin in Wirklichkeit bedeutete, den ganzen Tag mit Ruby zu verbringen – seiner sogenannten Stiefschwester.

Den Fotos nach war es wohl ein ziemlich luxuriöser Tag gewesen. Zuerst brachte er sie in eines der teuersten Restaurants in der Innenstadt. Später folgte ein Pokerabend mit einigen seiner Freunde.

Meine Finger krampften sich fester um das Foto. Für mich war dieser Tag ganz anders verlaufen.

Der Arzt sagte, dass das Baby bis dahin stabil sein sollte. Aber an jenem Nachmittag durchfuhr ein stechender Krampf meinen Bauch. Blut rann mir die Beine hinunter, während ich die Haushälterin anschrie: Sie soll sofort einen Krankenwagen rufen – und Caleb.

In diesem Krankenwagen dachte ich wirklich, dass ich sterben würde, dass ich Caleb nie wiedersehen und unser Baby niemals kennenlernen würde.

Ich war voller Angst und Verzweiflung.

Wie sich herausstellte, verbrachte er all die Zeit, in der ich um unser Kind kämpfte – um Caleb kämpfte –, seine Nächte mit Ruby.

Während ich auf dem Operationstisch lag und darauf wartete, dass der Arzt mit der Operation begann, um mein erstes Kind aus meinem Körper zu holen … stieß Caleb mit Ruby an und feierte ihren Sieg beim Poker.

Meine Augen brannten, aber ich zwang die Tränen zurück. Vor Ruby zu weinen, war das Letzte, was ich zulassen würde.

Und es war nicht Caleb – und auch nicht unsere zerstörte Ehe –, was mir jetzt die Brust zuschnürte. Es war die Erinnerung daran, wie ich mein erstes Kind verloren hatte.

Ich blätterte die Fotos langsam weiter durch. Auf einem davon kniete Caleb und hielt einen riesigen Diamantring in der Hand. Der Datumsstempel fiel mir ins Auge. Es war mein Geburtstag im letzten Jahr.

Seltsamerweise fühlte ich nach all den Schocks kaum noch etwas. Die Vorstellung, dass er meinen Geburtstag kniend vor Ruby verbracht und ihr einen Ring geschenkt hatte, schockierte mich nicht einmal so sehr, wie sie es tun sollte.

„Nun, sei nicht traurig, Lena“, sagte Ruby leicht. „Caleb hat immer darauf geachtet, dass du dich mir gegenüber nicht minderwertig fühltest. Was auch immer er mir schenkte – dir gab er praktisch dasselbe.“

Sie lächelte und legte eine Hand auf ihren geschwollenen Bauch. „Aber jetzt steht die Geburt meines Babys kurz bevor. Ich will den Titel der Donna unbedingt zurückhaben, weißt du. Mein Sohn verdient das Recht, die Familie Stone zu erben.“

Ihre Finger glitten über die Halskette, die sie trug.

Ich erkannte sie sofort. Sie war fast identisch mit der, die Caleb mir dieses Jahr zu unserem Jahrestag geschenkt hatte. Fast.

Die Kette an Rubys Hals funkelte deutlich heller. Die Diamanten waren größer, zahlreicher, und eindeutig wertvoller als meine.

„Nun, da du jetzt alles weißt“, sagte Ruby und stand auf, während sie ihr Kleid glatt strich, „soll ich wohl besser gehen. Caleb wird sich vielleicht Sorgen machen, wenn er nach Hause kommt und mich nicht dort findet.“

Caleb hatte mir erzählt, dass er nach Italien fliegen musste, um sich um das Casinogeschäft zu kümmern. Er hatte mir nicht gesagt, dass er längst zurück war.

Nachdem Ruby gegangen war, ging ich in mein Zimmer und holte die Halskette hervor, die Caleb mir geschenkt hatte. Ich hielt sie in meiner Handfläche und starrte sie an.

Als ich sie damals zum ersten Mal bekam, war ich überglücklich gewesen. Ich hatte mir dieses Schmuckstück so lange gewünscht und geglaubt, dass Caleb es endlich bemerkt hatte.

Aber jetzt drehte sich mir schon beim bloßen Anblick der Magen um.

Es war nicht schwer, Rubys Social-Media-Profile zu finden. Sie liebte es, ihr luxuriöses Leben zur Schau zu stellen.

Bis zu diesem Tag hatte ich mir nie viele Gedanken darüber gemacht, was wir gemeinsam hatten. Ruby war Calebs Stiefschwester. Natürlich hatte sie Geld.

Aber als ich durch ihre Fotos scrollte, wurden die Gemeinsamkeiten unübersehbar.

Chanel-Taschen. Gucci-Absatzschuhe. Ringe.

Immer dieselben Modelle. Nur waren ihre Stücke oft seltener, teurer und besser.

Ich scrollte weiter durch Rubys Beiträge. Sie zeigte niemals Calebs Gesicht. Vielleicht hatte er es ihr verboten. Aber ich konnte ihn überall erkennen. Mal war es nur eine Hand auf dem Tisch. Mal ein Paar Schuhe neben ihren.

Einer von Rubys Beiträgen war ganz oben auf ihrer Seite angepinnt. Ich klickte ihn an.

Fast augenblicklich erklang Calebs Stimme aus dem Lautsprecher. „Ruby, ich liebe dich. Es gibt niemanden, den ich mehr liebe als dich.“

Der Beitrag war neu. Vielleicht hatte Ruby ihn angepinnt, weil sie wusste, dass ich früher oder später danach suchen würde.

Ich stoppte das Video nicht. Calebs Stimme lief im Hintergrund weiter.

Langsam ließ ich mich rückwärts aufs Bett sinken und starrte zur Decke. Seine Stimme klang jetzt fern. Das Lauteste im Raum war mein eigener Herzschlag, der immer schneller in meinen Ohren pochte.

Wenn Caleb Ruby so sehr liebte, warum hatte er dann mich geheiratet?

Oder vielleicht war die Antwort ganz einfach. Ich war einfach die bequeme Wahl gewesen. Eine Ehefrau, die nach außen hin respektabel wirkte. Eine Frau, die als seine Donna an seiner Seite stand, die Familienangelegenheiten regelte, Empfänge ausrichtete und den anderen Familien zulächelte.

Während die Frau, die er wirklich liebte, ihn ganz ohne all diese Lasten haben konnte.

Ich war nicht einmal die zweite Wahl gewesen. Ich war nur ein Platzhalter.

Als ich Ruby vorhin gegenüberstand, glaubte ich, dass ich ruhig geblieben war.

Aber jetzt verstand ich es. Das war keine Ruhe gewesen. Ich war so geschockt gewesen, dass mein Verstand für einen Moment einfach abgeschaltet hatte. Es fühlte sich an, als ob ich aus meinem eigenen Körper ausgetreten war und mir selbst dabei zusah, wie ich das Leben eines anderen lebte.

Die Traurigkeit kam trotzdem. Ich konnte sie nicht leugnen, selbst wenn ich mich lächerlich fühlte, überhaupt noch etwas für Caleb zu empfinden.

Ich legte sanft eine Hand auf meinen Bauch. Das Baby war noch zu klein, um es zu spüren.

„Gib mir nicht die Schuld, Kleines“, flüsterte ich leise. „Ich muss uns hier rausholen.“

Ich hatte nicht die Absicht, Caleb zur Rede zu stellen.

Als Don hatte er mehr als genug Macht, um mich verschwinden zu lassen – oder mich genau dort festzuhalten, wo er mich haben wollte.

Diesen Ort zu verlassen, den ich einst mein Zuhause genannt hatte – und vollständig aus Calebs Leben zu verschwinden –, war die einzige Wahl, die mir blieb. Vielleicht sogar die sicherere.

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