เข้าสู่ระบบDas Klingeln. Einmal. Zweimal. Dreimal.„Diego?"Ihre Stimme. Ihre sanfte, warme, lebendige Stimme. Sie ist da. Sie antwortet. Sie lebt.„Valentina... geht es dir gut?"„Mir geht es gut. Und dir? Wo bist du?"„Ich... ich weiß nicht. Auf der Straße. Ich komme von Chiara. Ich bin in ihrem Bett aufgewacht. Ich erinnere mich an nichts. Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich..."„Diego. Beruhige dich. Atme. Wo bist du?"„Ich weiß nicht. Im Viertel Lomas. Ich..."„Ich komme dich holen. Schick mir deinen Standort. Warte auf mich. Beweg dich nicht."„Valentina, ich habe Angst. Ich habe Angst vor dem, was ich getan haben könnte. Ich habe Angst vor dem, was ich bin. Ich habe Angst..."„Hör mir zu. Hör mir gut zu. Ich liebe dich. Nichts, was passiert ist, ändert das. Ich liebe dich, Diego. Und ich komme dich holen. Warte auf mich."Sie legt auf. Ich bleibe da, an eine Wand gelehnt, das Telefon in meiner Hand, das Blut, das noch immer über meine Wange läuft, die Stadt, die sich um mich dreht.Sie
Ihre Worte sind Messer. Sie dringen ein, drehen sich, zerreißen. Aber etwas in mir widersteht. Etwas, das Valentina gepflanzt, kultiviert, wachsen lassen hat. Eine Gewissheit. Eine Kraft. Ein Licht.„Ich bin nicht wie du. Ich bin nicht mein Vater. Ich bin Diego. Und Diego liebt Valentina. Diego hat Valentina gewählt. Diego wird hier weggehen, heute, jetzt, und zu ihr zurückkehren. Selbst wenn er kriechen muss. Selbst wenn er betteln muss. Selbst wenn er den Rest seines Lebens damit verbringen muss, zu reparieren, was er zerbrochen hat."„Du verdienst sie nicht."„Nein. Ich verdiene sie nicht. Aber sie hat mich gewählt. Sie hat mich gewählt, als ich am Boden war. Sie hat mich gewählt, als ich am gewalttätigsten war. Sie hat mich gewählt, als alle vor mir flohen. Und ich werde sie nicht enttäuschen. Ich werde sie nicht verraten. Ich werde sie nicht im Stich lassen."Ich durchquere das Zimmer mit langsamen Schritten, meine Hände suchen die Wände, die Möbel, alles, was mich stützen kann.
DiegoDas Licht ist eine Klinge, die meinen Schädel durchbohrt. Weiß, grell, erbarmungslos. Es dringt hinter meine geschlossenen Lider, durchwühlt meine Augen, erhellt die Dunkelheit, in die ich mich geflüchtet habe. Ich will im Dunkeln bleiben. Ich will das Licht nie wieder sehen. Ich will verschwinden, mich auflösen, der Schatten werden, der ich bin.Aber das Licht gewinnt. Es gewinnt immer.Meine Augen öffnen sich auf eine Decke, die ich zu gut kenne. Weiß, glatt, seelenlos. Die Stuckleisten, die goldenen Wandleuchten, der Kristalllüster, der Regenbogen an die Wände wirft, wenn die Sonne ihn durchquert. Chiaras Schlafzimmer. Unser Schlafzimmer. Das, in dem sie auf mich wartete, in dem sie mich liebte, in dem sie mich zerstörte.Der Geschmack in meinem Mund ist der von verdorbenem Tequila, von Galle, von Tod. Meine Schläfen pochen, meine Hände zittern, mein ganzer Körper ist nur ein Schmerz, der im Rhythmus dieses Herzens pulsiert, das weiter schlägt, hartnäckig, als wüsste es nicht
Der Aufzug hält an. Die Tür öffnet sich. Der Korridor ist still, beleuchtet von goldenen Wandleuchten, bedeckt mit einem dicken Teppich, der meine Schritte erstickt. Die Tür der Wohnung ist vor mir. Massiv, aus dunklem Holz, geschlossen. Ich hebe die Hand. Zögere eine Sekunde. Denke an Diego, an seine verbrannten Hände, an seine wahnsinnigen Augen, an seine Stimme, die meinen Namen sagt. Denke an Chiara, an ihren Wahnsinn, an ihren Hass, an diese Liebe, die tötet. Ich klopfe. Das Schweigen. Lang. Endlos. Dann Schritte. Leicht, weiblich, sicher. Die Tür öffnet sich. Chiara steht da, vor mir. In einem schwarzen Morgenmantel, die Haare aufgelöst, das Make-up halb verwischt. Ihre Augen sind rot, umschattet, aber ihr Blick ist der einer Kämpferin, einer Kriegerin, einer Verrückten.
Die Welt steht für eine Sekunde still. Die Luft wird zu schwer, das Schweigen zu laut, das Licht zu grell. — Sie hat... sie wollte ihn töten? — Nein. Ihn verletzen. Ihn leiden lassen. Damit er zu ihr zurückkehrt. Damit er sie braucht. — Sie ist eine Verrückte. — Sie ist eine Moreno. Das ist schlimmer. Ich setze mich auf eine Kiste, meine Beine tragen mich nicht mehr. Mein Kopf dreht sich, meine Hände zittern, alles, was ich geglaubt habe, alles, was ich erlebt habe, alles, was ich geliebt habe, alles bricht zusammen, baut sich wieder auf, bricht wieder zusammen. — Und Diegos Mutter? Die Frau, die ins Krankenhaus kam? Das war auch sie? — Ja. Chiara hat seine Mutter gefunden. Eine Obdachlose, eine Drogensüchtige, ein Wrack. Sie hat sie bezahlt, damit sie ihm die Wahrheit sagt. Dass sein Vater nicht sein Vater war. Dass er der Sohn ei
Er kommt, während er ihren Namen schreit. Sein Körper spannt sich, entspannt sich, fällt auf mich zurück. Seine Augen öffnen sich, sehen mich, sehen mich nicht. Er ist woanders. Er ist bei ihr. Er ist verloren. — Ich liebe dich, murmelt er noch, bevor er in den Schlaf sinkt. Ich bleibe da, unter ihm, seine Arme um mich, sein Atem an meinem Hals, sein Herz an meinem. Und zum ersten Mal in meinem Leben weine ich. In Stille. Ohne Geräusch. Ohne Bewegung. Die Tränen laufen über meine Wangen, fallen auf das Kissen, verlieren sich in den weißen Laken. — Ich liebe dich auch, Diego. Ich liebe dich auch. Aber er hört mich nicht. Er wird mich nie hören. Ich bin ein Gespenst in seinem Leben, ein Schatten in seinem Herzen, ein Fehler in seiner Geschichte. Dennoch bleibe ich. Ich bleibe da, unter ihm, sehe ihm beim Schlafen zu, höre seinen Atem, spüre seine Wärme. Weil das alles ist, w
GiuliaDie Tür meiner Wohnung schließt sich hinter mir mit einem dumpfen Klicken, einem endgültigen Geräusch, das die Dichtigkeit der Welt besiegelt. Hier gibt es keinen Lorenzo Conti mehr. Keine strahlende Chiara. Kein Büro, keine Zahlen, keine von Hass erfüllten Blicke. Es gibt nur die Stille. Ei
GiuliaDie Lüge war so gewaltig, so monströs, dass sie beinahe wahr wurde. Ihr Glück war das Einzige, woran ich mich noch klammern konnte. Die einzige Rechtfertigung, die im Trümmerfeld meines Lebens noch Bestand hatte.— Du bist die beste Schwester der Welt, flüsterte sie mit feuchten Augen. Ich m
GiuliaDie Stille im Büro nach zwanzig Uhr ist ein lebendiges Wesen. Sie senkt sich schwer auf meine Schultern, dringt in meine Lungen ein, ersetzt das Blut in meinen Adern durch eine eiskalte, stehende Flüssigkeit. Im grellen Licht meiner Lampe ist mein Gesicht im schwarzen Spiegel des Bildschirms
LorenzoDie ehrgeizige Frau, von der ich glaubte, sie zu kennen, hätte sich gewehrt. Sie hätte ihre Waffen eingesetzt – diesen Blick, dieses Lächeln, das mich um den Verstand brachte –, um ihr Los zu mildern. Sie hätte versucht, mich erneut zu verführen, die Kontrolle zurückzugewinnen.Aber Giulia







