LOGINAm selben Tag, an dem Ariana Carter erfuhr, dass sie schwanger war, entdeckte sie auch, dass ihr Mann sich für eine andere Frau entschieden hatte. Nicht irgendeine Frau. Ihre eigene Schwester. Als Goldgräberin diffamiert, von der Familie, für die sie alles geopfert hatte, im Stich gelassen und ohne ein einziges Wort der Erklärung geschieden, verschwand Ariana spurlos und trug ein Geheimnis mit sich, das niemand je ahnen würde. Fünf Jahre später... Sie kehrt zurück als die mysteriöse Milliardärin und CEO hinter dem am schnellsten wachsenden Luxusmodeimperium der Welt. Schön. Kraftvoll. Unantastbar. Der Ehemann, der einst ohne zu zögern die Scheidungspapiere unterschrieben hatte, folgt ihr nun überall hin, verzweifelt auf der Suche nach einer zweiten Chance. Ihre Schwester hat panische Angst davor, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Weil der kleine Junge, der Arianas Hand hält, Ethan Morgans Augen hat. Diesmal... Die Frau, die er verstoßen hat, wird nicht zurückkommen, um ihn zu lieben. Sie ist zurück, um ihn ihren Verlust bereuen zu lassen.
View MoreDer Regen begann genau in dem Moment, als Ariana Morgan aus dem Taxi stieg.
Winzige Tröpfchen schimmerten unter den Lichtern des Hauptsitzes der Morgan Group und verwandelten den gläsernen Wolkenkratzer in ein glitzerndes Monument vor dem Abendhimmel. Sie stand einen Moment auf dem Bürgersteig und drückte die isolierte Lunchtasche fest an ihre Brust. Drinnen befand sich Ethans Lieblingsessen. Geschmortes Rindfleisch mit Rosmarin. Cremiges Kartoffelpüree. Ein Stück Schokoladenmousse, an dessen Perfektionierung sie zwei Stunden lang gearbeitet hatte, weil er einmal – vor drei Jahren – erwähnt hatte, dass es ihn an seine Mutter erinnere. Er erinnerte sich wahrscheinlich nicht einmal mehr daran, es gesagt zu haben. Ariana lächelte trotzdem schwach. Manche Erinnerungen hat nur eine einzige Person am Leben erhalten. Das Gesicht der Rezeptionistin strahlte, als sie sie sah. "Mrs. Morgan! Guten Abend." „Hallo, Lily.“ Ariana erwiderte das Lächeln. „Ist Ethan noch oben?“ Lilys fröhlicher Gesichtsausdruck erlosch. "Er... er ist in einer Besprechung." Ariana warf einen Blick auf die antike Uhr hinter dem Empfangstresen. Acht fünfundvierzig. "Er hat schon wieder das Mittagessen ausgelassen, nicht wahr?" Lily zögerte kurz, bevor sie nickte. „Er hat allen gesagt, sie sollen ihn nicht stören.“ Ariana betrachtete die Lunchtüte in ihren Händen. „Wenn er so weitermacht, wird er sich den Magen verderben.“ Lily lachte leise. "Das kannst nur du sagen." Ariana wünschte, es wäre wahr. Vor drei Jahren hatte Ethan Morgan sie in einer kleinen Zeremonie mit weniger als zwanzig Gästen geheiratet. Die Boulevardzeitungen hatten es als Liebesheirat bezeichnet. Der Vorstand hatte es als strategische Allianz zwischen zwei angesehenen Familien bezeichnet. Keine der beiden Versionen war völlig falsch. Doch keiner von beiden wusste, was nach der Hochzeit geschah. Sie wussten nicht, dass Ethan oft bis zum Morgengrauen arbeitete. Dass er Geburtstage vergaß. Jahrestage vergessen. Sie hatten die Gespräche vergessen, die sie erst Stunden zuvor geführt hatten. Er vergaß nie das Geschäft. Nur... alles andere. Sie bedankte sich bei Lily und fuhr mit dem privaten Aufzug in die Chefetage. Der Korridor war menschenleer. Die meisten Lichter waren gedimmt worden, nur noch das sanfte Leuchten aus Ethans Büro war am Ende zu sehen. Sie blieb vor der Glastür stehen. Im Inneren stand Ethan vor einer Wand aus bodentiefen Fenstern mit Blick auf die Stadt. Sein anthrazitfarbenes Sakko lag achtlos über einem Stuhl. Seine Krawatte hing lose um seinen Hals. Eine Hand ruhte in seiner Hosentasche, während er mit der anderen eine Akte hielt. Selbst erschöpft strahlte er die mühelose Autorität aus, die ihn zu einem der jüngsten CEOs des Landes gemacht hatte. Einen Moment lang beobachtete Ariana ihn einfach nur. Es hatte eine Zeit gegeben, da schaute er immer sofort auf, sobald sie einen Raum betrat. Jetzt... Er hat gar nicht bemerkt, dass sie da war. Sie klopfte leise. Ethan drehte sich um. Sein Gesichtsausdruck wechselte von Konzentration zu leichter Überraschung. "Ariana?" "Du hast das Abendessen verpasst." Er warf einen Blick auf die Uhr, als ob ihm erst jetzt bewusst geworden wäre, wie spät es schon war. „Ich habe das Zeitgefühl verloren.“ "Mir ist es aufgefallen." Sie kam herein und stellte die Kühltasche auf den Couchtisch. "Ich habe Essen mitgebracht." "Das hättest du nicht tun müssen." "Ich weiß." Sie packte die Container trotzdem aus. Dampf stieg in die Luft und trug den wohligen Duft von Kräutern und langsam gegartem Rindfleisch mit sich. Ethan wirkte sichtlich überrascht. "Hast du das gemacht?" „Du klingst schockiert.“ "Ich dachte, der Koch würde das machen." „Der Koch weiß nicht, wie viel Rosmarin Sie mögen.“ Ein kurzer Ausdruck huschte über sein Gesicht. Es verschwand so schnell, dass sie sich nicht sicher war, ob sie es sich nur eingebildet hatte. Er saß ihr gegenüber. Keiner von beiden sprach, während sie das Essen servierte. Die Stille war nicht unangenehm. Es war einfach... vertraut. Wie ein altes Lied, dessen Melodie mit der Zeit verblasst ist. Ethan biss hinein. Seine Schultern entspannten sich beinahe unmerklich. "Das ist gut." Ariana lächelte. „Das nehme ich als Kompliment.“ "Es ist." Sie lehnte sich zurück und sah ihm beim Essen zu. Er merkte nicht, dass sie ihn beobachtete. Die dunklen Ringe unter seinen Augen hatten sich vertieft. Die feine Falte zwischen seinen Brauen schien nie mehr zu verschwinden. Er trug die Last eines Imperiums. Und er weigerte sich, sich von irgendjemandem helfen zu lassen. Am wenigsten seine Frau. „Du solltest mehr schlafen“, sagte sie leise. "Ich werde." "Wann?" Er antwortete nicht. Stattdessen vibrierte sein Handy. Er hob es sofort auf. Geschäft. Immer geschäftlich. Ariana wandte den Blick ab und tat so, als bewundere sie die Skyline, während er in knappen, professionellen Sätzen antwortete. „…Das Treffen in Singapur sollte auf Donnerstag verschoben werden.“ „…Nein, verzögern Sie die Übernahme nicht.“ "...Ich werde den Vorschlag heute Abend prüfen." Heute Abend. Nicht morgen. Nicht nach dem Abendessen. Heute Abend. Er beendete das Gespräch und rieb sich die Schläfen. "Es tut mir Leid." Sie lachte leise. „Du entschuldigst dich öfter bei mir, als dass du mit mir redest.“ Sein Blick wanderte zu ihr. Zum ersten Mal an diesem Abend lag etwas fast Schuldiges in ihren Augen. "Ich weiß." „Ich habe keine Entschuldigung verlangt.“ "Was wollten Sie denn?" Sie blickte auf ihren Ehering hinunter. "Ich weiß es nicht mehr." Die Worte hingen zwischen ihnen. Ethan öffnete den Mund, als suche er nach der richtigen Antwort. Es kam keiner. Ein Klopfen unterbrach sie. Marcus, Ethans persönlicher Assistent, trat ein. "Entschuldigen Sie die Unterbrechung, Sir." "Was ist das?" „Die Investoren aus Hongkong warten online.“ Ethan schloss kurz die Augen. "Ich werde da sein." Marcus nickte und zog sich wortlos zurück. Ariana stand auf. "Ich sollte gehen." "Das musst du nicht." "Du hast noch einen Termin." „Es wird nicht lange dauern.“ Sie lächelte sanft. „Das tun sie nie.“ Er griff nach ihrem Handgelenk, bevor sie sich abwenden konnte. Die Berührung erschreckte beide. „Ich werde es wieder gutmachen.“ Sie blickte auf seine Hand, die ihre umschloss. Warm. Vertraut. Selten. "Das sagst du schon seit drei Jahren." Seine Finger lockerten sich langsam. Sie sammelte die leeren Behälter ein. "Sie beenden Ihr Meeting." "Ariana." Sie blieb im Türrahmen stehen. Ohne zurückzublicken, sagte sie: „Gute Nacht, Ethan.“ Die Tür klickte zu. Ethan blieb in dem stillen Büro stehen. Sein unberührter Nachtisch stand noch auf dem Tisch. Aus unerklärlichen Gründen fühlte sich der Raum plötzlich kälter an. Eine Stunde später kam Ariana nach Hause. Morgan Manor war schon von außen atemberaubend – ein modernes Herrenhaus, umgeben von gepflegten Gärten und beleuchteten Springbrunnen. Innen... Es wirkte wie ein Museum. Schön. Teuer. Leer. Sie trug die Behälter in die Küche. Frau Harris, die ältere Haushälterin, blickte von der Zubereitung des Tees auf. „Hat Herr Morgan das Abendessen genossen?“ "Er aß." Frau Harris lächelte herzlich. "Das ist gut." Ariana nickte. Sie erwähnte nicht, dass sie weniger als zwanzig Sätze miteinander geteilt hatten. Sie stieg die große Treppe zum Hauptschlafzimmer hinauf. Die Hälfte der Garderobe gehörte Ethan. Perfekt organisiert. Die Hälfte gehörte ihr. Ordentlich arrangiert und doch irgendwie unberührt. Sie zog sich bequeme Kleidung an, bevor sie sich an den Schminktisch setzte. Neben dem Spiegel stand ein gerahmtes Hochzeitsfoto. Sie hob es auf. Auf dem Foto lächelte Ethan. Nicht höflich. Nicht für die Kameras. Er sah sie an, als wäre sie der einzige Mensch auf der Welt. Sie fuhr mit dem Daumen die Kante des Rahmens entlang. "Wann haben wir aufgehört, uns so anzusehen?", flüsterte sie. Ihr Handy vibrierte. Es war eine Nachricht von ihrem Vater. Wie geht es Ethan? Arbeitet er immer noch zu viel? Sie lächelte traurig, bevor sie antwortete. Wie immer. Fast unmittelbar danach traf eine weitere Nachricht ein. Denk daran, was ich dir gesagt habe. Eine glückliche Ehe entsteht nicht durch große, spektakuläre Momente, sondern durch die stillen. Hab Geduld mit ihm. Ariana starrte die Worte an. Sie wollte ihnen glauben. Das hat sie wirklich getan. Doch Geduld begann sich immer mehr wie Einsamkeit anzufühlen. Sie legte das Telefon beiseite und ging auf den Balkon. Vor ihr erstreckte sich die Stadt endlos, ihre Lichter funkelten unter dem Nachthimmel. Irgendwo da draußen arbeitete Ethan noch. Ich kämpfe immer noch für die Morgan Group. Er ahnte nicht, dass viele der bahnbrechenden Erfolge, die seinem Unternehmen zugeschrieben werden, still und leise mit ihr begonnen hatten. Die Marktanalysen. Die Umstrukturierungsvorschläge. Die internationalen Kontakte, die sie anonym über das Netzwerk ihrer Familie geknüpft hatte. Sie hatte nie Anerkennung gewollt. Ihm beim Erfolg zuzusehen, hatte genügt. Mindestens... Das war früher so. Eine kühle Brise hob ihr Haar, als sie die Arme um sich schlang. Unten öffneten sich langsam die Tore des Herrenhauses. Ein eleganter schwarzer Wagen rollte in die Einfahrt. Sie schaute auf die Uhr. 23:57 Uhr Ethan war endlich wieder zu Hause. Ein kleines Lächeln huschte über ihre Lippen. Vielleicht könnten sie den Tag ja doch noch gemeinsam beenden. Sie eilte die Treppe hinunter. Die Haustür öffnete sich. Ethan trat ein und lockerte seine Krawatte. Bevor Ariana ihn begrüßen konnte, klingelte sein Telefon erneut. Er antwortete ohne zu zögern. "Ja?" Sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich augenblicklich. "Ich bin unterwegs." Er drehte sich um und ging direkt zurück zur Tür. Ariana erstarrte. "Du bist... gerade erst nach Hause gekommen." Er sah sie entschuldigend an. „Es ist dringend.“ "Wann kommst du zurück?" "Ich weiß nicht." Die Tür schloss sich hinter ihm. Sein Auto verschwand in der Nacht. Ariana stand allein in der stillen Eingangshalle und lauschte dem immer leiser werdenden Motorengeräusch. Auf dem Flurtisch stand das unberührte Stück Schokoladenmousse, das sie ihm eingepackt hatte. Es würde am Morgen immer noch da sein. Genau wie sie.Die Fahrt zur Morgan Group verlief schweigend.Ariana saß auf dem Rücksitz.Ethan setzte sich neben sie.Keiner von beiden sprach.Sie blickte aus dem Fenster, während die Stadt an ihr vorbeizog.Die Menschen gingen auf den Bürgersteigen entlang.Die Autos bewegten sich durch den Verkehr.Das Leben ging seinen gewohnten Gang.Aber bei ihr hatte sich alles komplett verändert.Ihre Hand wanderte zu ihrem Bauch.Der Schmerz war zurückgekehrt.Diesmal ein dumpfer Druck.Sie schloss die Augen.Nicht jetzt.Bitte.Sie durfte das Baby nicht verlieren.Nicht nach allem.Ethan bemerkte ihre Bewegung.„Bist du krank?“Sie senkte sofort ihre Hand."NEIN."„Das tust du schon den ganzen Morgen.“„Was machst du?“„Halt dir den Bauch zu.“Ariana erstarrte.„Mir geht es nicht gut.“„Warum hast du es mir dann nicht gesagt?“Sie sah ihn an.Weil ich schwanger bin.Weil dein Kind in mir ist.Weil ich auf den richtigen Moment gewartet habe, um es dir zu sagen.Weil ich panische Angst hatte, dass du mich
8:58 UhrDrei Sekunden lang rührte sich niemand.Ethan starrte Marcus an.„Sag das noch einmal.“Marcus schluckte.„Die Person im Originalvideo nimmt die Maske ab.“Er drehte den Laptop zu Ethan.„Und das Gesicht darunter sieht aus wie deins.“Ariana erstarrte vor Entsetzen.„Das ist unmöglich.“Marcus nickte. „Ich weiß.“Ethan trat näher an den Bildschirm heran.Das Video war zwar körnig, aber das Bild war eindeutig. Ein Mann stand in Ethans Büro; er trug eine dunkle Jacke und eine täuschend echt wirkende Gesichtsmaske.Dann griff er nach oben.Ich zog es weg.Das Gesicht darunter war Ethans.Gleiche Kieferpartie.Gleiche dunkle Augen.Dieselbe Narbe in der Nähe seiner Augenbraue.Ariana starrte ungläubig auf den Bildschirm.„Er hat dein Gesicht.“Ethan antwortete nicht.Marcus pausierte die Aufnahme.„Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder handelt es sich um ein manipuliertes Video, oder jemand hat eine physische Maske mit Ethans Abbild angefertigt.“„Warum sollte jemand so etwas tun?
Daniels Gesicht wurde noch blasser.Dann flüsterte er:„Ich weiß, wer das getan haben könnte.“Ethans Augen verengten sich."WHO?"Daniel zögerte."Ich bin mir nicht sicher."„Daniel.“„Ich möchte nicht die falsche Person beschuldigen.“„Sie werden bereits beschuldigt.“Daniel schluckte.Dann sagte er langsam:„Vanessa.“Ariana erstarrte.Ethans Gesichtsausdruck veränderte sich."Warum?"Daniel blickte zur geschlossenen Tür.„Sie ist vor drei Tagen in den OP gekommen.“"Wofür?"„Sie sagte, sie helfe der Familie bei der Durchsicht einiger Finanzdokumente.“Marcus kniff die Augen zusammen.„Hat sie um Zugang gebeten?“Daniel nickte.„Sie fragte mich, wie die Genehmigung durch die Exekutive funktioniert.“Ethans Hände ballten sich zu Fäusten.„Was genau hat sie gefragt?“„Sie wollte wissen, ob jemand eine Transaktion aus der Ferne autorisieren kann, wenn er die richtigen Zugangsdaten besitzt.“Arianas Herzschlag beschleunigte sich.„Und was hast du ihr gesagt?“„Dass es möglich war.“Mar
Die Uhr auf dem Laptop hat sich verstellt.8:12 UhrAriana starrte auf die Nachricht auf dem Bildschirm.Sie haben bis 9:00 Uhr Zeit.Ihre Finger waren kalt.Mehrere Sekunden lang herrschte Stille.Es herrschte eine unnatürliche Stille im Raum, als ob das ganze Herrenhaus mit ihnen den Atem anhielte.Ethan stand hinter ihr, den Blick auf das pausierte Video auf dem Bildschirm gerichtet.Arianas Gesicht.Ihre Stimme.Ihr Körper.Alles daran wirkte echt.Zu real.Marcus beugte sich näher an den Laptop heran. „Ich werde den Ton isolieren.“Er schloss ein anderes Gerät an und begann zu arbeiten.Ariana bemerkte es kaum.Ihr Blick ruhte weiterhin auf Ethan.„Glaubst du mir?“Ethan antwortete nicht sofort.Dieses Schweigen schmerzte mehr als eine Anschuldigung.„Ariana…“„Glaubst du mir?“Sein Kiefer verkrampfte sich.„Ich glaube Ihnen, dass Sie mir sagen, was Sie für wahr halten.“Ihr Herz sank.„Das ist nicht dasselbe.“"NEIN."Ethan schaute weg.„Das ist es nicht.“Ariana schluckte schwe

















