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Kapitel 204 : Das Urteil

Author: Déesse
last update publish date: 2026-08-31 08:13:55

Diego

Die Sonne geht über Mexiko-Stadt auf. Die ersten Lichter des Tages durchdringen die Vorhänge des Schlafzimmers, zeichnen Schatten an die Wand, wecken langsam die Stadt. Valentina schläft noch, ihr Haar auf dem Kissen ausgebreitet, ihre Lippen leicht geöffnet, ihr Atem langsam und friedlich. Sie ist schön. Sie ist lebendig. Sie ist mein.

Ich sollte glücklich sein. Ich sollte diese Ruhe genießen, diesen Frieden, dieses Glück, das wir gewonnen haben. Aber ich ka
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  • Im Schatten deines Hasses   Kapitel 204 : Das Urteil

    DiegoDie Sonne geht über Mexiko-Stadt auf. Die ersten Lichter des Tages durchdringen die Vorhänge des Schlafzimmers, zeichnen Schatten an die Wand, wecken langsam die Stadt. Valentina schläft noch, ihr Haar auf dem Kissen ausgebreitet, ihre Lippen leicht geöffnet, ihr Atem langsam und friedlich. Sie ist schön. Sie ist lebendig. Sie ist mein.Ich sollte glücklich sein. Ich sollte diese Ruhe genießen, diesen Frieden, dieses Glück, das wir gewonnen haben. Aber ich kann nicht. Etwas zieht mich, ruft mich, treibt mich zu etwas, das ich nicht ganz verstehe.Ich stehe leise auf, um sie nicht zu wecken. Meine nackten Füße auf dem kalten Parkett, meine Hände suchen meine Kleider, meine Augen meiden ihr Spiegelbild. Ich will mich nicht sehen. Ich will nicht sehen, was ich geworden bin.Im Badezimmer lasse ich Wasser über mein Gesicht, meine Hände, meine Narben laufen. Das Wasser ist kalt, es weckt mich, es erinnert mich daran, dass ich lebe, dass

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    „Man lernt nie, ohne die zu leben, die man liebt. Man lebt. Das ist alles. Man geht weiter. Man versucht es. Man baut sich wieder auf."„Und du, hast du dich wieder aufgebaut?"„Ich versuche es. Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute."„Und genügt das?"„Im Moment ja. Im Moment genügt es."Ich knie mich vor sie, meine Hände auf ihren Schultern, meine Augen in ihren.„Es muss aufhören, Chiara. Du musst diesen Krieg beenden. Du musst mich leben lassen. Du musst dich leben lassen."„Ich kann nicht."„Du musst. Für dich. Für mich. Für alle."„Und wenn ich mich weigere?"„Dann werde ich dich zerstören. Nicht mit Gewalt. Nicht mit Hass. Mit der Wahrheit. Mit allem, was Valentina entdeckt hat. Mit allem, was ich über dich weiß, über deine Familie, über deine Verbrechen. Ich werde dich zu Fall bringen, Chiara. Ich werde dich tiefer als den Boden zu Fall bringen. Und wenn du am Boden bist, wenn d

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    „Komm zurück. Versprich mir, dass du zurückkommst."„Ich komme zurück."„Versprich mir, dass du nichts Dummes tust."„Ich verspreche es dir."„Versprich mir, dass du mich noch liebst, wenn du zurückkommst."„Ich werde dich immer lieben, Valentina. Immer."Ich küsse ihre Stirn, stehe auf, durchquere das Wohnzimmer. Die Tür ist da, vor mir, zwischen mir und dem, was ich tun werde. Meine Hand zittert auf der Klinke, mein Herz schlägt zu schnell, mein Kopf dreht sich.„Diego."Ihre Stimme hält mich auf. Ich drehe mich um. Sie steht da, mitten im Wohnzimmer, ihre Arme hängen herab, ihre Augen voller Tränen.„Bring ihn zurück. Bring den Mann zurück, den ich liebe."„Ich bringe ihn zurück. Ich verspreche es dir."Die Tür öffnet sich. Der Flur ist leer, still. Der Aufzug trägt mich nach unten, auf die Straße, zu meinem Auto. Meine Hände auf dem Lenkrad, meine Augen auf der Straße, me

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    Ich küsse sie. Ein langer, tiefer Kuss, der alles sagt, was Worte nicht sagen können. Ihr Mund auf meinem, sanft, warm, lebendig. Ihre Lippen, die meine schmecken, ihre Zunge, die erforscht, ihr Speichel, der sich mit meinem vermischt.„Ich liebe dich, Valentina. Ich liebe dich, wie ich nie geliebt habe. Ich liebe dich, wie man nur einmal im Leben liebt. Ich liebe dich, als gäbe es kein Morgen und als hätten wir die Ewigkeit vor uns."„Dann liebe mich. Jetzt. Hier. Als gäbe es kein Morgen."Ich nehme sie in meine Arme, trage sie zum Schlafzimmer. Hinter uns erlöschen die Kerzen eine nach der anderen und machen Platz für Dunkelheit, Intimität, Liebe.Heute Abend haben wir gewonnen.Morgen müssen wir wieder kämpfen.Aber heute Abend sind wir zusammen.Das ist alles, was zählt.DiegoChiara ist gegangen.Die Tür ist vor einigen Minuten zugeknallt und hat Stille hinterlassen, den Ger

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    „Mich. Du hast vergessen, dass ich nicht wie die anderen bin. Du hast vergessen, dass ich nicht fliehe. Du hast vergessen, dass ich kämpfe. Du hast vergessen, dass ich ihn liebe. Wirklich. Nicht wie du. Nicht wie du zu lieben weißt. Wie man liebt, wenn man bereit ist, alles zu geben, ohne etwas zu erwarten." „Du glaubst, deine Liebe genügt? Du glaubst, du kannst auslöschen, was ich getan habe? Die Jahre der Gewalt, der Lügen, der Zerstörung?" „Nein. Aber ich kann ihm helfen, wieder aufzubauen. Tag für Tag. Nacht für Nacht. Liebkosung für Liebkosung. Ich kann da sein. Ich kann ihn lieben. Ich kann ihn heilen." „Er wird nie heilen. Er ist zerbrochen. Für immer. Wie ich. Wie wir." „Dann heilen wir gemeinsam. Zerbrochen, aber gemeinsam. Das ist besser, als allein zu sein, nicht wahr?" Chiara sieht sie an. Lange. Ihre wahnsinnigen Augen wandern über Valentinas Gesicht, suchen eine Schwäche, eine Sc

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