Início / Fantasy / Käfig aus Licht / 5. Der Schatten im Augenwinkel - Alix

Compartilhar

5. Der Schatten im Augenwinkel - Alix

Autor: Eva Jenning
last update Data de publicação: 2026-09-25 19:42:13

Die Hitze im Bereich von Schrein Vier besaß eine erstickende Dichte. Sie stieg aus den tiefen Schächten der tiefer liegenden Triebwerke empor, vermischte sich mit dem nasskalten Wind des offenen Himmels und legte sich als klebriger Film aus Schmieröl und Ruß auf die Haut. Alixandir schritt über die eisernen Gitterroste des Verbindungsgangs, die unter seinen schweren Stiefeln klirrten. Hinter ihm hielt Durand mühsam Schritt, das rhythmische Klappern seiner Ausrüstung ein ständiger Störfaktor in der Geräuschkulisse der Anlage.

Ohne die betäubende Wirkung der getrockneten Kräuter drang jedes Geräusch ungefiltert in Alixandirs Gehör. Das hohle Fauchen der Transformatoren, das Zischen der Überdruckventile und das dumpfe Scharren von Schaufeln tief unter ihnen schufen einen konstanten Lärm, der hinter seinen Schläfen pulsierte. Seine unverletzte Schulter spannte sich unter dem stählernen Harnisch an. Jede Faser seines Körpers verlangte nach der bitteren Taubheit, die er sonst mit den Blättern herbeiführte. Doch sein Gesicht blieb eine aus Stein gemeißelte Maske.

Sein Blick scannte den Sektor mit der kalten Präzision eines Falken. Er registrierte eine unsauber verlegte Kupferleitung an der Wand, das Fehlen einer Sicherungsschraube am Hauptventil und das nervöse Zucken im Augenwinkel eines jungen Wachpostens, der beim Anblick des Kommandanten hastig die Hellebarde straffte. Nichts entging ihm. Die Welt war ein System aus Fehlern, die es unnachgiebig zu korrigieren galt.

„Die Arbeitsleistung im vierten Sektor ist seit dem Alarm um zehn Prozent eingebrochen, Kommandant“, berichtete Durand von hinten, die Stimme gedämpft durch das dumpfe Dröhnen der Kessel. „Die Krankenquote steigt. Die Priester sprechen von einer seelischen Prüfung.“

„Die Priester sollen beten“, entgegnete Alixandir kalt, ohne den Schritt zu verlangsamen. „Die Männer sollen die Ventile reinigen. Wer nicht arbeitet, friert.“

Sie erreichten das tiefer gelegene Podest vor dem vierten Kessel. Hier, im Halbdunkel unter den monumentalen Basaltbögen, arbeiteten die Lichtpfleger der Unterstadt. Sie glichen grauen Schatten, die sich im Schein der glühenden Kontakte bewegten. Ihre Gesichter waren rußverschmiert, die Rücken gebeugt unter der Last der Werkzeuge und der permanenten Demut, die das System ihnen abverlangte. Sobald sich Alixandirs eiserne Silhouette den Arbeitsplätzen näherte, senkten sich die Köpfe noch tiefer. Die Männer und Frauen wichen zur Seite, drückten sich an die feuchten Steinwände und mieden jeden Blickkontakt. Es war die gewohnte, feige Unterwürfigkeit, die Alixandir im täglichen Dienst erwartete und gleichermaßen verachtete.

Dann blieb sein Blick hängen.

An den heißen Transformatoren von Brenner Vier arbeitete eine Gestalt, die sich nicht in das gewohnte Bild der furchtsamen Herde fügte. Das helle, fast silberne Haar der Lichtpflegerin war zu einem strammen Zopf geflochten, doch einige Strähnen hatten sich gelöst und klebten feucht an ihrem schmalen Nacken. Ihre Bewegungen besaßen keine der hastigen, unkoordinierten Gesten, die die Angst der anderen Arbeiter verrieten. Sie agierte mit einer beunruhigenden, chirurgischen Effizienz. Ihre Finger, obwohl von Brandnarben gezeichnet, führten ein langes Werkzeug mit absoluter Ruhe durch die feinen Kontakte des Verteilers.

Alixandir stoppte.

Durand stolperte hinter ihm beinahe über die eigenen Füße, fing sich ab und schwieg, als er den starren Blick seines Kommandanten bemerkte.

Die Lichtpflegerin ignorierte die Anwesenheit der Soldaten zunächst vollständig. Sie bog eine verbogene Messingfeder mit minimalem Kraftaufwand zurück, wartete das kurze, reine Summen der Leitung ab und trug eine Notiz in das schmutzige Logbuch auf dem Schemel ein. Ihr Rücken war gerade. Keine Spur von der typischen, gebückten Haltung der Schwindsüchtigen.

Alixandir fixierte sie. Sein Gehirn, gewohnt an das sofortige Erkennen von Abweichungen, sezierte ihre Haltung. Sie passte nicht in das Raster. Sie war zu ruhig. Zu methodisch.

Als spüre sie das physische Gewicht seines Blickes, hielt sie in der Bewegung inne. Langsam legte sie das Werkzeug beiseite. Sie drehte sich nicht hastig um, wie es die Gardisten taten, wenn sie ertappt wurden. Ihre Bewegung war fließend, beinahe gelassen.

Sie hob den Kopf.

Ihre Blicke trafen sich über die Distanz von zehn Schritten hinweg. Alixandir sah in zwei dunkle, scharf geschnittene Augen. Darin lag keine Ehrfurcht. Keine Demut. Keine der üblichen, stumpfen Ängste, die er in den Slums täglich sah. Ihr Blick war kalt, analytisch und von einer messerscharfen Intelligenz, die ihn auf eine Weise musterte, wie es noch nie ein Mensch in dieser Festung gewagt hatte. Sie sah ihn nicht als den unfehlbaren Kommandanten des Sol. Sie sah ihn an wie eine komplizierte Maschine, deren Einzelteile sie im Geiste bereits zerlegte.

In Alixandirs Brust zog sich etwas zusammen. Es war ein plötzlicher, heißer Impuls, der nichts mit der physischen Hitze der Kesselhalle zu tun hatte. Seine Finger am Griff des Schwertes spannten sich an, die Knöchel wurden weiß unter dem Leder seiner Handschuhe. Ein seltsames, unberechenbares Gefühl von Bedrohung stieg in ihm auf, gepaart mit einer tiefen Faszination, die er augenblicklich als Schwäche verwarf. Diese Frau blickte hinter seine Maske. Sie sah das Zittern, das er so mühsam unterdrückte. Sie sah die Erschöpfung in seinen Zügen.

Sie hielten den Blickkontakt für den Bruchteil einer Ewigkeit. Keiner von beiden wich aus. Um sie herum fauchten die Brenner, Arbeiter huschten wie graue Ratten durch den Ruß, doch in diesem winzigen Korridor zwischen ihnen herrschte eine lautlose, hochelektrische Spannung.

Alixandir registrierte den feinen Schmutzstreifen auf ihrer linken Wange und das leichte Heben ihrer Schultern bei jedem tiefen Atemzug. Sie war dünn, fast zerbrechlich, doch von ihr ging eine kühle Kraft aus, die das gesamte theokratische Gefüge der Halle wie eine Lüge wirken ließ.

„Kommandant?“, unterbrach Durands Stimme die Stille. „Sollen wir die Leitungen des oberen Rings ebenfalls prüfen?“

Alixandir riss sich nicht los. Er zwang seine Augen langsam, Zentimeter für Zentimeter, von der Lichtpflegerin abzuweichen. Seine Kiefermuskeln mahlten aufeinander, bis der Schmerz in seinen Zähnen den rasenden Puls in seiner Brust übertönte.

„Nein“, sagte Alixandir. Seine Stimme klang noch rauer, noch schneidender als sonst. „Wir sind fertig hier.“

Er wandte sich ab, die Bewegung so abrupt, dass sein schwarzer Mantel mit einem peitschenden Geräusch durch die rußige Luft schnitt. Seine Schritte hämmernten auf dem eisigen Gitterrost, als er das Podest verließ. Er sah nicht noch einmal zurück.

Doch im Schatten seines Augenwinkels blieb das Bild ihrer dunklen, unnachgiebigen Augen zurück. Seine Schritte führten ihn fort von den heißen Dämpfen der Kessel, hinein in die zugigen Verbindungsbrücken des äußeren Rings, wo die Temperatur schlagartig unter den Gefrierpunkt sank. Der plötzliche Kälteschock wirkte wie eine Erlösung auf seinen erhitzten Körper. Durand versuchte keuchend, Schritt zu halten, doch Alixandir entließ ihn mit einer knappen, abweisenden Handbewegung. Er brauchte keine Gesellschaft. Er brauchte körperliche Erschöpfung, um die innere Unruhe niederzukämpfen.

Kurz darauf betrat er den offenen Exerzierplatz des Nordwalls. Unter dem aschegrauen Winterhimmel pfiff der Wind ungehindert zwischen den massiven Steinzinnen hindurch und wirbelte feinen Schneestaub über den gefrorenen Boden. Eine Gruppe junger Rekruten, darunter der schmächtige Theron, stand im gefrorenen Matsch. Sie führten monotone Stoßübungen mit schweren Holzlanzetten aus. Ihre Atemwolken stiegen wie dichter Qualm in die eisige Luft. Der Ausbilder, ein wettergegerbter Korporal namens Vance, brüllte heisere Befehle gegen das Heulen des Windes an.

Alixandir blieb am Rand des Platzes stehen. Die Arme hinter dem Rücken verschränkt, die Haltung schnurgerade. Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, während er jede Bewegung der Jungen sezierte. Er sah alles. Theron hielt den Schwerpunkt zu weit hinten; seine Stiefel rutschten auf dem glatten Untergrund weg. Ein anderer Rekrut ließ nach jedem Stoß die Deckung fallen – eine tödliche Einladung für jede Moroi-Kralle. Es war schlampig. Unkonzentriert. Lebensgefährlich.

Mit langsamen, bewussten Schritten trat der Kommandant auf das gefrorene Pflaster. Sofort verstummten die Rufe des Ausbilders. Die Rekruten erstarrten mitten in der Bewegung, die Lanzen zitterten in ihren klammen Fingern, während Alixandir direkt vor Theron stehen blieb. Ohne ein Wort zu sagen, griff er nach dem hölzernen Schaft von Therons Waffe und riss sie ihm mit einem kurzen, präzisen Ruck aus den Händen.

„Vance“, sagte Alixandir, und seine Stimme schnitt schärfer durch den Wind als der Frost. „Greif an.“

Der Korporal zögerte keine Sekunde. Er zog sein Übungsschwert aus schwerem, eisenbeschlagenem Hartholz und stürmte voran. Alixandir bewegte sich kaum. Er wartete, bis die Spitze des Gegners nur noch handbreit von seiner Brust entfernt war, machte einen minimalen Ausfallschritt zur Seite und ließ Vances Klinge ins Leere laufen. Mit dem stumpfen Ende der Lanze stieß er dem Korporal trocken gegen die Brustplatte. Das dumpfe Krachen von Holz auf Stahl hallte über den leeren Platz. Vance taumelte rückwärts, fing sich mühsam ab und setzte sofort zu einem weiten Aufwärtshaken an.

Alixandir parierte. Der harte Aufprall vibrierte durch seine Knochen, rüttelte an seiner verletzten Schulter und jagte einen brennenden Schmerzimpuls durch das frisch versorgte Gewebe. Er verzog keine Miene. Er nutzte den Schmerz. Er hieß ihn willkommen, nutzte das dumpfe Pochen, um die störenden Gedanken an die Kesselhalle und die kühlen, dunklen Augen der Lichtpflegerin hinwegzufegen. Mit einer schnellen Drehung aus der Hüfte fegte er Vance die Beine weg. Der stämmige Mann schlug schwer auf dem gefrorenen Boden auf, Schnee und Dreck spritzten auf seine Rüstung.

„Keine weiten Bögen“, sagte Alixandir, während er Vance die Lanze flach vor die Kehle hielt. Seine Stimme war völlig ruhig, sein Atem ging flach. „Jede Bewegung, die keinen Zweck erfüllt, ist euer Tod. Ihr kämpft nicht, um schön auszusehen. Ihr kämpft, um eine Linie zu halten. Noch einmal. Alle.“

Er warf Theron die Waffe vor die Füße. Für die nächsten zwei Stunden trieb er die Rekruten gnadenlos über den Platz. Er duldete kein Zögern, kein Jammern. Wenn ein Junge im Schlamm landete, trat er ihm leicht gegen die Stiefelsohle, bis er wieder stand. Er korrigierte ihre Haltung mit harten, schmerzhaften Griffen. Die Kälte fraß sich in ihre Glieder, Schweiß gefror auf ihren Stirnen, doch unter seinem unnachgiebigen Blick wagte es niemand aufzugeben. Er trieb sie an die Grenze ihrer Kräfte, weil er wusste, dass nur der absolute Drill sie vor den Bestien da draußen bewahrte.

Als die Glocke zur sechsten Stunde schlug, entließ er die erschöpfte Truppe mit einem knappen Handzeichen. Alixandir selbst suchte die einsame Waffenkammer auf. Es war ein stiller, kühler Raum, der intensiv nach Waffenöl, Schleifstaub und kaltem Fett roch. Hier fand er seine gewohnte Ordnung wieder. Er legte den schweren Harnisch ab, ignorierte den dunklen Fleck auf seinem Hemd, wo die Wunde durch die Belastung leicht nachgeblutet hatte, und setzte sich auf die hölzerne Werkbank.

Mit einem sauberen Leinentuch und einer Flasche klarem Öl begann er, seine Klinge zu reinigen. Es war eine meditative Arbeit, die er mit obsessiver Gründlichkeit vollzog. Er strich das Tuch Zentimeter für Zentimeter über den kalten Stahl, entfernte den feinen Rußfilm der Kesselhalle und die letzten unsichtbaren Rückstände der vergangenen Nacht. Er polierte das Metall, bis kein einziger Makel mehr zu sehen war. Erst als die Oberfläche des Schwertes das matte Licht der Öllampe fehlerfrei und ohne jede Trübung reflektierte, legte er es beiseite. Das Chaos war geordnet. Die eiserne Disziplin hatte seinen Geist wieder gereinigt, kalt und glatt wie der blanke Stahl in seiner Hand.

Continue a ler este livro gratuitamente
Escaneie o código para baixar o App

Último capítulo

  • Käfig aus Licht   5. Der Schatten im Augenwinkel - Alix

    Die Hitze im Bereich von Schrein Vier besaß eine erstickende Dichte. Sie stieg aus den tiefen Schächten der tiefer liegenden Triebwerke empor, vermischte sich mit dem nasskalten Wind des offenen Himmels und legte sich als klebriger Film aus Schmieröl und Ruß auf die Haut. Alixandir schritt über die eisernen Gitterroste des Verbindungsgangs, die unter seinen schweren Stiefeln klirrten. Hinter ihm hielt Durand mühsam Schritt, das rhythmische Klappern seiner Ausrüstung ein ständiger Störfaktor in der Geräuschkulisse der Anlage.Ohne die betäubende Wirkung der getrockneten Kräuter drang jedes Geräusch ungefiltert in Alixandirs Gehör. Das hohle Fauchen der Transformatoren, das Zischen der Überdruckventile und das dumpfe Scharren von Schaufeln tief unter ihnen schufen einen konstanten Lärm, der hinter seinen Schläfen pulsierte. Seine unverletzte Schulter spannte sich unter dem stählernen Harnisch an. Jede Faser seines Körpers verlangte nach der bitteren Taubheit, die er sonst mit den Blätte

  • Käfig aus Licht   4. Das blasse Recht - Veda

    Kalter Wind kanalisierte sich durch die engen, schluchtartigen Gassen des Industrieringes und trieb den Ruß der Kesselhäuser in dichten Schlieren vor sich her. Veda zog den Kragen ihres dünnen Kittels höher, während sie über das feuchte, von Schlacke rutschige Kopfsteinpflaster ging. Über ihr spannte sich der aschegraue Himmel von Frostdale wie eine schmutzige Glocke, kaum unterscheidbar von dem ewigen Qualm der Schornsteine. An den hölzernen Fassaden der dicht gedrängten Mietskasernen klebte der schwarze Staub der Jahrzehnte, fraß sich in die Ritzen des mürben Holzes und sickerte durch die dünnen Fensterscheiben der schlafenden Arbeiter.Aus einer dunklen Toreinfahrt drang das rhythmische, heisere Husten eines Nachbars. Es war ein vertrautes Geräusch, das den Takt des Lebens im unteren Ring bestimmte, so beständig wie das ferne Dröhnen der Scheinwerfertürme. Auf den hölzernen Treppenstufen ihrer Unterkunft knarrte jede Planke unter Vedas Stiefeln. Der Aufgang roch nach kaltem Talg, f

  • Käfig aus Licht   3. Das Echo des heiligen Feuers - Alix

    Der Alarm kam in der dritten Stunde der Nacht, wie ein Fluch, der die Stille zerriss.Es war kein langsames Erwachen. Ein schrilles, schneidendes Heulen drang durch das massive Gestein des Walls und riss jeden Schlaf mit der Gewalt eines physischen Schlages aus den Knochen. Sofort stand Alixandir auf den Beinen, noch bevor der zweite Ton der Sirene richtig verklungen war. Der Körper handelte vollkommen ohne Bewusstsein; fünfzehn Jahre unerbittlicher Grenzdienst hatten jedes Zögern aus den Muskeln weggebrannt. Während die abgehärteten Hände nach den Rüstungsteilen griffen, die geordnet auf der Holzbank bereitlagen, rief der Verstand bereits das vertraute Bild des Nordwalls ab. Wehrgänge, Zinnen, die offenen Aufgänge aus den Kasernenhöfen.Die Stahlplatten lagen eisig auf der Haut. Ein tiefes Knarren ging vom schweren Leder der Gurte aus, als er sie mit einer gewohnten, kraftvollen Bewegung festzog. Beim Schließen der schweren Brustplatte murmelten die Lippen wie von selbst die heiligen

  • Käfig aus Licht   2. Atemzüge - Veda

    Das unbarmherzige Dröhnen der großen Lichtkessel war das Erste, was Veda jeden Morgen hörte. Noch bevor sie die Lider hob, noch bevor der bittere Geschmack von abgestandenem Talg und Kohlenstaub auf ihrer Zunge brannte. Die Vibration kroch durch den feuchten Mörtel ihrer Behausung, fraß sich durch das gestopfte Stroh der Pritsche und setzte sich als konstantes, dumpfes Zittern in ihren Knochen fest. Die Plerome nannten es das Herz von Frostdale. Für Veda war es das ununterbrochene Mahlen der Zähne eines Gottes, der an seiner eigenen Schöpfung erstickte.Reglos blieb sie liegen. Die Wolldecke war dünn, das raue Material kratzte an ihrem Kinn. Es gab keinen Grund für hastige Bewegungen. Der Tag im Industriering besaß ohnehin nur eine Farbe: das aschegraue Licht der ewigen Schichten. Draußen würden die großen Brenner wieder das flackernde Weiß über die Stadtmauer speien.Und Mina?Veda schloss die Augen, bis die Dunkelheit hinter ihren Lidern zu flimmern begann. Mina atmet noch. Vier Woc

  • Käfig aus Licht   1. Asche auf dem Nordwall - Alix

    Der Nordwall von Frostdale roch nach altem, in das Gestein gefressenen Ruß und dem beißenden Beigeschmack von gefrorenem Blut. Der Schnee fiel waagerecht in einer einzigen, ununterbrochenen weißen Flut, die die Welt auf wenige Armlängen Entfernung reduzierte. Alixandir stand an der Brüstung, den Rücken gegen die eisige Mauer gepresst, und ließ sich die Kälte in die Lungen ziehen, bis sie brannte.„Sie sind da!“, schrie Brant, und die Panik in seiner Stimme schnitt scharf durch die Luft.Alixandir antwortete nicht. Er brauchte keine Worte; er spürte das Grollen der Moroi in seinen Sehnen. „Formation!“Mit einem harten Klick bohrten sich die Spannhaken in das gefrorene Mauerwerk, als Alixandir seine Winden-Gurte zum Einsatz br

Mais capítulos
Explore e leia bons romances gratuitamente
Acesso gratuito a um vasto número de bons romances no app GoodNovel. Baixe os livros que você gosta e leia em qualquer lugar e a qualquer hora.
Leia livros gratuitamente no app
ESCANEIE O CÓDIGO PARA LER NO APP
DMCA.com Protection Status