LUST: 30 SCHATTIERUNGEN DER SÜNDE

LUST: 30 SCHATTIERUNGEN DER SÜNDE

last updateLast Updated : 2026-10-01
By:  Godsword John Updated just now
Language: Deutsch
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HAFTUNGSAUSSCHLUSS—DIESES BUCH IST EIN WERK EROTISCHER FIKTION. ES ENTHÄLT EXPLIZITE SEXUELLE INHALTE UND IST NUR FÜR LESER AB 18 JAHREN GEEIGNET. 30 SHADES OF SIN ist eine Sammlung von dreißig unwiderstehlichen Geschichten, in denen Versuchung ohne Vorwarnung auftaucht, Verlangen sich nicht länger verstecken lässt und jede Entscheidung ihren Preis hat. Von verbotenen Professoren und Milliardärserben über Mafia-Prinzen, Mitbewohner, geheimnisvolle Nachbarn, Sportstars und CEOs bis hin zu Fremden, deren Wege sich nur für eine einzige unvergessliche Nacht kreuzen—jede Geschichte folgt einer anderen Frau, deren Leben durch Leidenschaft, Geheimnisse, Verrat, Obsession und unerwartete Liebe auf den Kopf gestellt wird. Jede Geschichte entfaltet sich in fünf fesselnden Kapiteln—beginnend mit einer unwiderstehlichen Anziehung, die sich in Versuchung und Konflikte verwandelt, bevor eine Wendung alles verändert. Manche kämpfen füreinander. Andere zerstören einander. Doch niemand geht unverändert davon. Heiß, dramatisch und unmöglich aus der Hand zu legen, bietet 30 SHADES OF SIN dreißig eigenständige Liebesgeschichten voller verbotener Anziehung, emotionaler Spannung und unvergesslicher Enden. Eine Sammlung. Dreißig Fantasien. Unzählige Versuchungen. Verlier dich in der Sünde ... wenn du bereit bist, die nächste Seite umzublättern.

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Chapter 1

STORY 1: DAS GEHEIMNIS DES PROFESSORS

KATES SICHT 1:

"Ahhhh. Gott, Daniel, fick mich härterrrrr.."

Das Stöhnen riss aus mir hervor, bevor ich es stoppen konnte. Daniels Hand lag einen Herzschlag später über meinem Mund, Handfläche heiß und rau auf meinen Lippen, und der Laut starb dort, verschluckt an seiner Haut.

Er hatte mich gegen die Wand seines Zimmers gedrückt, eine Hand in meinen Haaren, die andere am Knopf meiner Jeans, als hätte er es eilig, irgendwohin zu kommen — und nur mich, um dorthin zu gelangen. Die Vorhänge waren dünn, und das Morgenlicht blutete hindurch, orangefarbene Streifen auf seinem Bett, auf dem Boden, auf der Stelle, wo sein Schenkel sich zwischen meine schob — wo ich ihn durch den Jeansstoff spüren konnte, Hitze durch Hitze, und es war schon jetzt nicht genug.

"Leise", hauchte er mir ins Ohr. "Meine Mutter ist noch da."

Ich biss in seinen Handballen — nicht hart, nur eine Warnung — und er lachte leise an meiner Kehle, der Klang vibrierte durch mich wie ein zweiter Puls. Er bekam meine Jeans auf, bekam seine Hand hinein, und ich vergaß, leise zu sein. Ich stöhnte in seine Schulter, halb verschluckt, Nägel gruben sich in seinen Rücken, und er lachte wieder, dieser Bastard, als wüsste er genau, was er mit mir machte. Als hätte er jeden Zentimeter von mir auswendig vermessen und könnte mich im Dunkeln finden.

"Schsch." Er glitt mit zwei Fingern durch die Nässe an mir, langsam, bedächtig, und meine Hüften jagten ihnen hinterher, gierig, schamlos. "Schsch, Baby."

Daniel. Mein Leben lang der Nachbar von nebenan. Der Junge, der mir mit vierzehn beigebracht hatte, aus meinem Fenster zu klettern, und mit siebzehn, die Stimme zu senken. Ein Gesicht, das mit einem Warnhinweis hätte kommen müssen, Augen, die dunkel wurden, wenn er etwas wollte, und er wollte mich, wie er es immer tat — als wäre ich das Einzige auf der Welt, für das es sich lohnte, zu spät zu kommen.

Er zog mein Shirt über meinen Kopf, öffnete meinen BH mit einer Hand und ließ seinen Mund auf meine Brust sinken. Die Hitze davon, das Schaben der Zähne, die Art, wie er sich Zeit ließ — er wusste, was das mit mir machte, wusste, dass ich mich von der Wand wölben würde, Finger in seinen Haaren, ihn näher ziehend, mit meinem ganzen Körper bettelnd, weil meine Stimme noch unter seiner Handfläche begraben lag.

"Daniel..."

"Ich weiß." Er wechselte zur anderen Brust, Zunge flach, dann Zähne, und meine Knie wurden weich, alles in mir wurde flüssig. "Ich weiß, Baby."

Er hob mich hoch, als wäre ich federleicht, und ich schlang die Beine um seine Hüften, und er trug mich zum Bett, bettete mich auf Laken, die nach ihm rochen — Waschmittel und Schweiß und ein Geruch nach Junge, den ich nie benennen gelernt hatte. Er stand über mir, zog sein Shirt aus, und ich sah ihn an, wie ich ihn immer ansah: als wäre er etwas, das ich immer noch nicht haben durfte. Das Morgenlicht schnitt Linien über seine Brust, seinen Bauch, das Muskel-V, das unterhalb seiner Taille verschwand, und mein Mund wurde trocken.

"Komm her", sagte ich.

Er kam. Er kam immer.

Er ließ sich zwischen meinen Beinen nieder, sein Mund an meiner Kehle, meinem Schlüsselbein, der weichen Haut unter meinen Rippen, und seine Hand glitt über meinen Bauch, in meine Unterwäsche. Sein Daumen fand mich, und ich stieß mit den Hüften gegen seine Finger, ein Laut riss aus mir heraus, den ich nicht wiedererkannte.

"Du bist so nass", murmelte er, und die Worte selbst waren eine Berührung.

"Das hast du gemacht." Meine Stimme klang zerstört.

Er lächelte gegen meine Hüfte — ich spürte es mehr, als ich es sah — und schob meine Unterwäsche meine Schenkel hinunter, küsste sich an der Innenseite eines Beins hinunter, langsam, qualvoll. Sein Mund an meinem Knie. Meinem Schenkel. Näher. Ich konnte seinen Atem spüren, heiß an der Stelle, an der ich ihn am meisten wollte, und ich vergrub die Hände in den Laken, ließ den Kopf zurückfallen und stöhnte, laut, hilflos, ohne mich um seine Mutter zu scheren, ohne mich um irgendetwas zu scheren außer dem Ziehen, das tief in meinem Bauch anschwoll—

Mein Handy summte auf dem Nachttisch.

Einmal. Zweimal. Ein drittes Mal, vibrierend gegen das Holz, als wäre es wütend.

Daniel erstarrte mit dem Mund einen Zentimeter von der Stelle entfernt, an der ich ihn am meisten wollte. "Ignorier es", sagte er.

Ich konnte nicht. Etwas in meiner Brust zog sich zusammen — ein Draht, vor Jahren gespannt. Das war er. Der Anruf, auf den ich gewartet hatte, seit ich alt genug war, um vom Weggehen zu träumen.

Ich griff nach dem Handy. Daniels Hand schloss sich sanft um mein Handgelenk. Eine Frage.

Das Display leuchtete auf.

*Herzlichen Glückwunsch, Kate. Sie wurden an der New York University angenommen.*

Ich starrte, bis die Wörter verschwammen.

"Kate?" Daniels Stimme klang von weit weg. "Was ist?"

"NYU", sagte ich. Meine Stimme klang nicht wie meine. "Ich bin an der NYU angenommen."

Er setzte sich auf die Fersen und sah mich an. Ein langsames Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, und etwas anderes, etwas, dem ich nicht zu genau in die Augen sehen wollte.

"Das ist es also", sagte er. "Das ist dein Ticket raus."

Ich setzte mich auf, und das Laken fiel, und die Morgenluft traf meine Haut. Aber ich griff nicht nach meinen Klamotten. Ich griff nach ihm.

"Noch nicht", sagte ich.

Er sah mich einen langen Moment an — die Art Blick, die alles sah, die Art, die ich jahrelang zugelassen hatte. Dann kam er zu mir zurück, Hände glitten über meine Schenkel, und diesmal war es anders. Langsamer. Schmerzend. Sein Mund fand meinen, und es war ein Abschied in Gestalt eines Kusses, und ich schmeckte ihn, ließ ihn mich füllen, prägte ihn mir ein.

Er bettete mich zurück auf die Laken, und ich ließ ihn. Ich ließ ihn sich Zeit nehmen, wie ich es nie getan hatte, weil wir nirgendwo mehr hinmussten außer hier, in dieser letzten Stunde von uns. Sein Mund zeichnete die Linie meines Kiefers nach, die Mulde an meiner Kehle, den Zwischenraum zwischen meinen Brüsten. Seine Hände lernten mich neu, als packte auch er mich ein — jede Kurve, jeden weichen Laut, den ich machte, alles, was er nie laut sagen würde.

"Ich will mich nicht in Bruchstücken daran erinnern", murmelte er gegen meine Haut.

"Dann vergiss nichts davon."

Er antwortete nicht. Er zeigte es mir stattdessen, mit seinem Mund, mit seinen Händen, mit der Art, wie er meinen Namen gegen meine Hüfte sagte — eine Frage und eine Antwort zugleich. Und ich gab ihm alles, wie ich es immer tat, wie ich es nie jemand anderem geben würde. Ich löste mich gegen ihn auf, die Hände in seinen Haaren, sein Name auf meinen Lippen, und er folgte mir über den Rand, vergrub das Gesicht in meiner Kehle und hielt fest, als würde die Welt enden.

Auf eine Weise tat sie das.

Danach lagen wir verschlungen da, die Laken ein Desaster, sein Herzschlag verlangsamte sich unter meiner Wange. Der Morgen war inzwischen ganz hell geworden, und irgendwo unten machte seine Mutter Kaffee, und nichts davon gehörte mehr uns.

"Ich schreibe dir", sagte ich.

"Keine Sorge, ich weiß, dass du es nicht tust. Schulleben."

Er hatte recht, und wir wussten es beide. Ich küsste ihn einmal, schnell, auf den Mund — eine Lüge, die wir beide zu erzählen beschlossen hatten — und dann war ich an seinem Fenster, derselben Fensterbank, durch die ich seit Jahren kletterte, und ich schwang mich hinaus in den Spalt zwischen unseren Häusern.

Drei Fuß Luft und ein Leben voller Übung. Ich landete weich auf meiner eigenen Fensterbank und glitt in mein Zimmer, gerade als—

"Kate!"

Mamas Stimme, von unten.

"Kate, bist du wach? Dein Frühstück wird kalt!"

Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen. Das Zimmer war genau so, wie ich es verlassen hatte — das Bett gemacht, das Kissen unter der Decke in Form eines schlafenden Körpers gestützt, die Lüge, die ich seit Jahren erzählte.

Ich schob meine Schuhe unters Bett und zog mir gerade ein Nachthemd über den Kopf, als ihre Schritte die Treppe heraufkamen.

"Kate?" Ein Klopfen. "Schatz, es ist fast neun."

Als die Tür aufging, war ich im Bad, Wasser lief, Zahnbürste in der Hand, kaltes Wasser ins Gesicht gespritzt — das Bild eines Mädchens, das seit Stunden wach war, nicht eines Mädchens, das gerade durch ein Fenster geklettert war, Daniels Geruch noch auf der Haut, das Pochen von ihm noch zwischen ihren Schenkeln.

Ihr Gesicht tauchte hinter mir im Spiegel auf, Bademantel um die Taille gebunden, Haare noch platt vom Schlaf. "Da bist du ja. Ich dachte, du hättest dich durch deinen eigenen Abschied verschlafen."

"Guten Morgen, Mom."

"Deine Zusage kam letzte Nacht", sagte sie, und ihre Stimme zitterte. "NYU. New York. Ich habe die E-Mail auf deinem Handy gesehen, und ich dachte, mein Herz bleibt stehen."

"Ich weiß", sagte ich. "Ich habe sie gerade gesehen."

Sie überquerte das Bad in zwei Schritten und zog mich in ihre Arme, nasse Hände und alles, und hielt mich so fest, dass ich ihr Herz gegen meine Wange schlagen spüren konnte.

"Mein Mädchen", flüsterte sie. "Mein kluges, stures Mädchen."

"Mom, ich bin noch im Pyjama."

"Das ist mir egal." Sie lachte, und es kam halb als Schluchzer heraus. "Onkel Mark ist draußen. Er hat den Kofferraum schon beladen."

"Er ist da?"

"Er hat gesagt, keine Nichte von ihm fährt am wichtigsten Tag ihres Lebens mit dem Bus zum Flughafen."

Ich trat zurück, Wasser tropfte mir den Hals hinunter. "Ich muss packen."

"Dann pack. Ich helfe dir."

Ich kletterte aus dem Bad, rieb mir mit dem Handtuch die Haare trocken und riss den Kleiderschrank auf. Der Geruch von Zuhause traf mich — Zeder und Lavendelsäckchen — und für eine Sekunde konnte ich mich nicht bewegen.

Mom war sofort hinter mir, griff an mir vorbei. Jeans. Pullover. Der gute Mantel, den sie mir letzten Winter gekauft hatte, der, von dem ich gesagt hatte, er sei zu teuer.

"Mom, dieser Mantel...."

"Du wirst ihn brauchen. New York ist kalt."

So packten wir, sie reichte, ich faltete, schnell und geübt. Sie redete die ganze Zeit — davon, dass ich anrufen sollte, wenn ich landete, von der Tochter ihrer Cousine, die an der NYU studiert hatte und jede Minute geliebt hatte — und ich ließ sie reden, weil ihre Stimme der Klang von Zuhause war, und ich war im Begriff, es zu verlassen.

"Kate." Sie blieb stehen, eine meiner Jeans halb auf dem Weg zum Koffer. "Bist du sicher? Du könntest bleiben. Community College, sparen, es ist keine Schande—"

"Mom." Ich nahm ihr die Jeans ab und faltete sie langsam. "Ich muss gehen. Du weißt, dass ich gehen muss."

Sie nickte. Schluckte. Zog den Koffer zu.

"Dann bringen wir dich zu diesem Flughafen."

Onkel Mark lehnte an seinem alten Truck in der Einfahrt, Kaffee in der einen Hand, das Grinsen schon im Gesicht. Er sah mich an und schüttelte den Kopf.

"Na, na. Sieh an, wer es endlich aus dieser Stadt geschafft hat."

"Fang nicht an", sagte ich, aber ich lächelte.

Er schwang meinen Koffer in die Ladefläche, als wäre er nichts. "NYU. Du weißt, ich war nie auf dem College. Musste ich nicht. Aber du — aus dir wird was, Kate. Etwas Großes."

"Du bringst mich noch zum Weinen, und ich habe heute Morgen schon einmal geweint."

"Gut. Lass es jetzt raus. New York weint für niemanden."

Die Fahrt zum Flughafen war eine Stunde lang Mamas Hand auf meinem Knie und Onkel Marks schreckliches Singen und die flache, vertraute Landschaft von allem, was ich je gekannt hatte, die am Fenster vorbeiglitt. Am Gate umarmte mich Mom, als versuchte sie, die Form von mir auswendig zu lernen.

"Ruf mich an, wenn du landest", sagte sie in meine Haare.

"Werde ich."

"Und Kate—" Sie trat zurück und nahm mein Gesicht in ihre Hände. "Was auch immer du zu fliehen versuchst, du musst nicht mehr fliehen. Du bist genau da, wo du sein sollst."

Ich fragte nicht, was sie meinte. Ich hatte Angst, dass sie es wusste.

Im Flugzeug bekam ich den Fensterplatz. Die Stadt schrumpfte unter mir — Daniels Haus, mein Fenster, der Spalt dazwischen — bis sie ein Flickwerk aus Grün und Grau war und dann gar nichts mehr.

Einen Moment lang fühlte es sich an, als würde ich mein Leben hinter mir lassen.

Einen Moment lang ließ ich es zu.

Mein Handy summte in meiner Tasche, und mein Herz hüpfte — ich zog es heraus, lächelte schon, erwartete schon seinen Namen.

Seine Nachricht war drei Wörter lang.

*Du wirst die Kälte hassen.*

Ich lachte, und es kam kleiner heraus, als ich wollte. Ich tippte zurück — *Dann komm her und halt mich warm* — und starrte lange darauf, bevor ich es löschte, Buchstabe für Buchstabe, und schrieb, was ich wirklich schicken konnte.

*Ich werde dich vermissen.*

Die Punkte hüpften. Dann stoppten sie. Dann: *Ja.*

Kein Punkt. Kein Viel Glück. Kein Abschied.

Ich steckte das Handy weg und sah den Wolken zu.

Das Flugzeug landete in LaGuardia, und New York traf mich ins Gesicht — Kerosin und Kaffee und Lärm und Licht. Ich fand meinen Koffer am Gepäckband und stand einen langen Moment da und sah die Stadt durch das Glas.

New York. Ich war in New York.

Der AirTrain trug mich durch den Morgen, an Parkplätzen und Autobahnen vorbei, bis die Stadt um mich aufstieg, als hätte sie gewartet. Ich stieg in den Zug um — voll, ratternd, Körper an Körper gepresst — und hielt mich mit einer Hand an der Stange fest, den Koffer in der anderen, und ließ die Stadt an mir vorbeirasen. Ein Typ im Anzug drückte sich zwei Stationen lang an meinen Rücken, und für eine Sekunde, nur eine Sekunde, ließ ich mich daran erinnern, wie es sich anfühlte, berührt zu werden.

Dann öffneten sich die Türen, und ich trat hinaus ins Sonnenlicht, und ich ließ es im Zug zurück.

Die NYU hatte keinen Campus, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Sie war die Stadt selbst — Gebäude, die sich in Greenwich Village woben, Vorlesungssäle zwischen Coffee-Shops und Brownstones versteckt, der Washington Square Park im Herzen, der Bogen über allem wie ein Versprechen.

Ich stieg an der 8th Street aus, schleifte meinen Koffer die Treppe hinauf ins Sonnenlicht und stand mit offenem Mund an der Ecke.

Ein Kurierfahrrad schwenkte um mich herum. Ein Mann im Anzug redete laut in sein Telefon. Irgendwo hupte ein Auto.

Ein Campus-Shuttle brachte mich zu den Toren des Wohnheims — Glas und Kalkstein, WEST DORMITORY in Messing über der Tür. Ein Resident Assistant mit Schlüsselband und geübtem Lächeln zeigte mir mein Zimmer im dritten Stock: zwei Betten, ein Schreibtisch, ein Fenster zum Innenhof. Ich ließ meinen Koffer auf die nackte Matratze fallen, packte keine einzige Sache aus und rannte.

Meine erste Vorlesung begann in zwanzig Minuten.

Der Hörsaal war schon voll, als ich die Tür aufstieß. Professor Adrian Cole hielt mitten im Satz inne, sah auf und starrte mich an — lange genug, dass der Raum still wurde, lange genug, dass ich das Gewicht davon in meiner Brust spürte. Er räusperte sich.

"Alle mal herhören. Heißt das neue Mädchen willkommen."

Ein paar Köpfe drehten sich. Irgendwo hinter mir begann ein Geflüster, noch bevor ich einen Platz erreicht hatte. Und ich spürte es — die Art, wie sein Blick auf mir ruhte, während ich ging, die Art, wie er mir den Gang hinunter folgte wie eine Hand im kleinen Rücken.

Die Vorlesung ging weiter. Ich erinnere mich an kein einziges Wort. Seine Augen fanden mich immer wieder in der Menge, und jedes Mal fühlte sich der Raum ein Grad heißer an. Seine Stimme war leise und ungehetzt, und als er sich über das Pult beugte, ertappte ich mich dabei, seine Hände zu beobachten — die Art, wie er einen Stift hielt, die Art, wie er eine Seite umblätterte — und Dinge zu denken, die ich nicht zu denken hatte.

Als die Glocke läutete und der Saal sich leerte, hielt mich seine Stimme an der Tür auf.

"Miss..."

"Kate", sagte ich.

"Kate." Er schloss seine Mappe, langsam. "Mein Büro. Jetzt."

Sein Büro lag am Ende eines schmalen Korridors im alten Flügel, das Licht niedrig und gelb. Ich klopfte zweimal. Nichts. Ich legte die Stirn gegen das Holz, fing meinen Atem—

Und hörte es.

"Mmm...ja...Professor Cole..."

Eine Frauenstimme, gedämpft durch die Tür, keuchend und leise.

"Genau da....oh Gott...Adrian...bitte...hör nicht auf..."

Der Rhythmus davon. Die Art, wie sein Name in ihrem Mund zerbrach. Ich konnte den Schreibtisch hören, der ihr Gewicht trug, das Stolpern und Keuchen davon, und meine Hand erstarrte mitten im Klopfen, und etwas tief in meinem Bauch zog sich zusammen, und ich konnte mich nicht bewegen.

Die Tür schwang auf.

Professor Cole stand da, Krawatte gelockert, Kragen offen, ein kleines Lächeln im Gesicht. Hinter ihm zog eine Frau ihre Bluse glatt, strich sich eine Haarsträhne hinters Ohr, Wangen gerötet, Augen überall, nur nicht auf mir.

Er sah sie nicht an. Er sah mich an, und die Luft in der Türöffnung war dick von dem, worüber ich gestolpert war — Parfüm und Hitze und das Echo eines Rhythmus, der sich gerade erst gelegt hatte.

Er streckte mir die Hand entgegen.

"Komm rein", sagte er.

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