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Lass das Schicksal entscheiden
Lass das Schicksal entscheiden
Auteur: Lia

Kapitel 1 - Der Morgen danach

Auteur: Lia
last update Date de publication: 2026-06-03 01:28:20

Der Morgen kam leise.

Nicht abrupt, nicht grell – eher wie ein langsames Zurückgleiten in die Realität, während die Nacht noch irgendwo zwischen Erinnerungen und Müdigkeit festhing.

Draußen im Garten stand noch der große Party-Pavillon.

Der Ort, an dem sie gefeiert hatten.

Die Lichterketten hingen schlaff im Tageslicht, Ballons waren nur noch halb aufgeblasen, und zwischen den Wegen lagen vereinzelt Luftschlangen. Alles wirkte ein bisschen erschöpft – als hätte die Nacht selbst beschlossen, nicht einfach zu verschwinden.

Aber der Garten war aufgeräumt.

Derek hatte dafür gesorgt.

Gläser weg, Müll verschwunden, Tische sauber, alles ordentlich verstaut. Die Mädchen mussten sich am nächsten Morgen um nichts kümmern. Keine Reste, kein Chaos – nur die leise Erinnerung an eine Nacht, die zu groß gewesen war, um sie komplett festzuhalten.

Im Haus war es noch ruhig.

Bis sich Schritte bewegten.

Katy war die Erste, die wirklich wach wurde.

Sie zog sich leise an, warf sich eine Jacke über und schnappte sich Giotto, der sofort aufmerksam wurde, als würde er genau wissen, dass der Tag begonnen hatte.

„Komm schon, Großer“, murmelte sie leise.

Draußen war die Luft kalt, aber klar.

Sie gingen eine kleine Runde durch den Garten, vorbei am Pavillon, der jetzt so friedlich wirkte, als hätte er nie voller Musik, Lachen und Stimmen gestanden. Nur die Spuren der Nacht lagen noch in der Luft.

Als sie zurückkam, blieb Katy kurz im Wohnzimmer stehen.

Sie sah den Kamin.

Zögerte nicht lange.

Ein paar Holzscheite, ein Funke – und langsam begann das Feuer zu knistern. Wärme breitete sich aus, ruhig und gleichmäßig.

Katy atmete tief durch, als würde sie damit den Tag festhalten.

Dann ging sie in die Küche.

Und begann automatisch den Tisch zu decken.

Teller, Tassen, Besteck.

Kaffee.

Tee.

Für alle.

Der Duft der Kaffeemaschine füllte bereits den Raum, und für einen Moment war es einfach nur still.

Dann Schritte auf der Treppe.

„Du bist ja schon wach…“

Katy drehte sich um.

Lia stand in der Tür.

Barfuß.

Zerzauste Haare.

Und ein viel zu großer Hoodie von Flynn, der sie komplett einhüllte. Sie hielt die Ärmel leicht fest, als würde sie sich darin ein kleines Stück von der Nacht bewahren wollen.

Und dann dieses Gesicht.

Dieses ruhige, warme Strahlen, das noch gar nicht ganz in den Alltag zurückgekehrt war.

Katy blieb einen Moment stehen.

Und dann lächelte sie.

„Oh mein Gott… du siehst aus wie ein Happy-Emo-Sonnenaufgang.“

Lia lachte leise und trat in die Küche.

„Ich fühle mich auch so.“

Katy griff sofort nach einer Tasse und stellte sie ihr hin.

„Setz dich. Sofort. Und dann erzählst du mir alles nochmal.“

Lia setzte sich, nahm die Tasse mit beiden Händen und atmete kurz durch, als müsste sie sich erst wieder im echten Leben verankern.

Katy setzte sich ihr gegenüber – und sah sie einfach an.

Einen Moment lang sagte sie nichts.

Dann lehnte sie sich leicht nach vorne.

„Okay… nein, stopp.“

Lia hob den Blick.

Katy grinste leicht, aber ihre Augen waren voller etwas Weichem.

„Ich weiß, ich war dabei. Ich hab alles gesehen. Ich hab es gehört. Ich stand direkt daneben.“

Kurze Pause.

„Aber ich will es nochmal hören.“

Lia blinzelte.

„Was genau?“

Katy zuckte mit den Schultern, fast ein bisschen verlegen über sich selbst.

„Alles. Den Moment. Wie er gefragt hat. Wie er dich angeschaut hat. Wie du reagiert hast.“

Sie lachte leise.

„Ich weiß nicht… es fühlt sich anders an, wenn du es nochmal sagst. Als würde es dadurch realer werden.“

Lia sah sie einen Moment lang an.

Dann wurde ihr Blick weicher.

„Du bist unmöglich.“

„Ich weiß.“

Lia schüttelte leicht den Kopf, aber sie lächelte dabei.

Dann hob sie langsam ihre Hand.

Der Ring fing das Morgenlicht ein.

Katy hielt den Atem kurz an.

„Okay… jetzt nochmal.“

Lia lachte leise.

„Flynn war so nervös. Ich dachte wirklich kurz, er kippt mir einfach um.“

Katy nickte sofort.

„Ja, das hab ich gesehen.“

„Er hat angefangen zu reden, sich verheddert, komplett den Faden verloren…“ Lia schmunzelte. „Und dann hat er einfach gefragt.“

Ihr Blick wurde weich, fast unbewusst.

„Und ich hab Ja gesagt.“

Katy lehnte sich zurück, sichtlich zufrieden.

„Ich wusste es. Ich hab euch gestern angeschaut und dachte nur: ja. Genau so.“

Lia spielte mit dem Ring, noch immer ein bisschen wie in einem Zwischenzustand aus Traum und Realität.

„Es fühlt sich noch nicht echt an.“

„Wird es gleich“, murmelte Katy und nahm einen Schluck Kaffee, „wenn die Jungs runterkommen.“

Kaum hatte sie es gesagt, hörte man oben Bewegung.

Schritte.

Türknallen.

Ein Fluchen.

Und dann Stimmen – viel zu viele für einen ruhigen Morgen.

Lia seufzte leise.

„Oh nein.“

Katy nickte.

„Oh ja.“

Flynn kam gerade die letzten Stufen in Richtung Küche herunter, noch mit diesem warmen Nachgefühl der Nacht im Körper, als er Lia sah. Sie stand dort am Tisch, barfuß, in seinem Hoodie, die Haare noch leicht zerzaust, und trotzdem wirkte sie, als würde sie den ganzen Raum ausleuchten.

Sein erster Impuls war einfach nur zu ihr zu gehen.

Zu ihr. Arm um sie. Kurz dieses „Wir sind wirklich hier angekommen“-Gefühl festhalten.

Er setzte einen Schritt vor.

„Lia…“, begann er leise, fast schon ein bisschen verlegen glücklich.

Doch bevor er auch nur in ihre Nähe kam, ging die Küchentür erneut auf – zu schnell, zu laut für diesen ruhigen Morgen.

Chris und Taylor kamen herein.

Noch halb verschlafen, aber eindeutig schon wach genug, um Chaos zu machen.

„Ohhh, guten Morgen!“, rief Taylor in die Runde und fuhr sich durch die Haare.

Chris dagegen blieb keine Sekunde stehen.

Sein Blick fiel auf Lia – und das war’s.

„Nein. Warte. Stopp.“ Chris zeigte sofort auf sie, als hätte er gerade etwas völlig Unglaubliches entdeckt. „Das ist nicht fair, so darf man nicht aussehen nach einer Nacht wie dieser.“

Taylor grinste breit. „Ich wollte gerade sagen… das ist illegal glücklich.“

Flynn hob automatisch die Hand, als wolle er sich bemerkbar machen. „Ich bin übrigens auch noch hier—“

Zu spät.

Chris war schon unterwegs.

„LIAAAA!“, rief er und beschleunigte seine Schritte quer durch die Küche.

Taylor folgte direkt hinterher, wich Flynn locker aus, als wäre er ein Hindernis im Flur, und schloss sich Chris an.

Bevor Flynn überhaupt reagieren konnte, waren beide schon bei Lia angekommen und umarmten sie gleichzeitig, stürmisch und herzlich, fast so, als hätten sie sie seit Jahren nicht gesehen.

„Ich kann nicht glauben, dass du es wirklich gesagt hast!“, lachte Chris und drückte sie fest.

„Zeig den Ring nochmal! Ich hab gestern nur halb geguckt!“, verlangte Taylor sofort und griff nach ihrer Hand.

Flynn blieb einen Moment stehen, blinzelte langsam und atmete dann hörbar aus.

„Ich wollte eigentlich genau das hier machen…“, murmelte er trocken.

Lia sah über die Schulter zu ihm, lächelte entschuldigend und hob kurz ihre freie Hand in seine Richtung – ein stilles „Warte kurz“.

Und Flynn wusste: Dieser Morgen gehörte gerade erstmal allen anderen.

Lia

Wie findet ihr die Beziehung zwischen Lia und Flynn – eher stabil oder noch wackelig? Glaubt ihr, die beiden sind schon „endgame“ oder kommt da noch Drama? Welche Beziehung in der Story fühlt sich für euch am ehrlichsten an? Wer passt eurer Meinung nach am besten zusammen?

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