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Kapitel 003

last update Tanggal publikasi: 2026-06-09 15:08:38

POV: Rhett

Ich stand einen Moment vor dem Restaurant und strich meinen Anzug glatt. Meine Hände zitterten, was ja großartig war.

Ich bin nervös. Eigentlich trifft es nervös nicht einmal. Ich habe panische Angst.

Die Begegnung mit ƦHEXEI ist eine große Sache. Der Mann ist eine Legende, und nach der Art, wie seine Leute seine Geschäfte handhaben, ist er niemand, den man verärgern möchte. Er ist die Sorte Mensch, die einen mit einem einzigen Anruf vernichten kann.

Seit mein letzter Sponsor versucht hat, meinen Namen durch den Dreck zu ziehen, bin ich ein Wrack. Mein Selbstvertrauen ist dahin. Jedes Mal, wenn ich in ein Meeting gehe, habe ich das Gefühl, als würde gleich der Boden unter mir wegbrechen.

Ich wollte gerade die Tür öffnen, als jemand in mich hineinrannte.

„Pass doch auf, wo du –“

Die Worte blieben mir im Hals stecken. Ich sah auf und spürte, wie mir der Magen in die Knie sackte.

„Rhett? Bist du das wirklich?“

Es war Julian. Nicht der Julian von heute Morgen. Das war *er*. Der Schauspieler. Der aus London, der mein Leben fast ruiniert hatte, bevor ich aus dem Land geflohen war.

Er sah genau gleich aus. Dasselbe arrogante Grinsen, derselbe teure Mantel, dieselbe toxische Energie, die mir die Haut zum Kribbeln brachte.

„Julian“, hauchte ich und trat einen Schritt zurück. „Was machst du in New York?“

„Einen Piloten drehen“, sagte er und drang in meinen persönlichen Raum ein. Er streckte die Hand aus, um meine Schulter zu berühren, und ich zuckte zurück. „Du siehst gut aus, Rhett. Dünn. Aber gut. Ich habe dieses hübsche Gesicht von dir vermisst.“

Mein Herz hämmerte wie ein gefangener Vogel gegen meine Rippen. Dieser Mann war ein Albtraum. Er war besitzergreifend, grausam und kannte kein Nein.

„Ich habe ein Meeting“, sagte ich, meine Stimme brach. „Ich muss gehen.“

„Immer noch am Weglaufen?“, lachte er, seine Augen dunkel. „Du kannst nicht ewig weglaufen, Baby. Wir sehen uns.“

Ich wartete nicht, bis er noch etwas sagte. Ich rannte los. Ich schob mich an ihm vorbei und duckte mich ins Restaurant, mein Blickfeld verschwamm an den Rändern.

Ich musste mich zusammenreißen. Ich konnte nicht zu einem Millionen-Deal gehen, als hätte ich gerade einen Geist gesehen.

Ich ließ die Hostess mich in die VIP-Lounge führen. Es war ein privater Raum, abgeschieden vom Hauptsaal. Die Luft war kühl und roch nach teurem Holz und Lilien.

Ich setzte mich und umklammerte die Tischkante, bis meine Knöchel weiß wurden.

Konzentrier dich, Rhett. Konzentrier dich einfach auf die Arbeit.

Zehn Minuten später öffnete sich die Tür.

Mein Atem stockte. Ein Mann trat ein, in einem scharfen, maßgeschneiderten Anzug und mit einer Maske, die die obere Hälfte seines Gesichts bedeckte.

Er sah mächtig aus. Er sah gefährlich aus.

Er gab seinen Bodyguards ein Zeichen, draußen zu bleiben, und kam nur mit einer Frau im Business-Anzug und einem Typen herein, der aussah, als würde er lieber in einem Club sein als bei einem Geschäftstermin.

Ich stand sofort auf und zwang ein Lächeln auf mein Gesicht, obwohl die Panik immer noch in meinen Adern summte.

„Mr. ƦHEXEI!“, sagte ich, meine Stimme klang viel selbstsicherer, als ich mich fühlte. „Es ist mir eine Ehre, Sie endlich kennenzulernen. Ich habe fast alle Ihre Werke gelesen, und ich wage zu behaupten, dass ich ein Fan von allen bin.“

Der Mann mit der Maske blieb stumm. Er bewegte sich nicht. Er blinzelte nicht einmal.

Er beugte sich leicht zu der Frau – seiner Sekretärin, nahm ich an – und flüsterte etwas. Sie nickte, ihre Miene undurchdringlich.

„Es tut mir leid, Mr. Rhett“, sagte sie und trat vor. „Aber mein Chef würde es bevorzugen, wenn Sie das Pseudonym fallen lassen und ihn bei seinem Namen nennen.“

Ich blinzelte verwirrt. „Wie bitte?“

Der Mann hob die Hand. Seine Finger waren lang und blass. Er griff an den Rand der Maske und zog sie ab.

Ich spürte, wie die Welt kippte.

Er hatte diese Augen. Tiefe, geisterhafte violette Augen, die ich überall erkennen würde. Sie waren älter jetzt, kälter, aber es waren dieselben Augen, die mir früher gefolgt waren, als wäre ich die Sonne.

Er hatte einen halb toten Ausdruck darin, als hätte er zu viel von der Welt gesehen und nichts davon gemocht.

Ich machte zwei Schritte rückwärts, meine Beine stießen gegen den Stuhl. „A… Alexei…“

Er sah mich an, seine Miene flach, fast klinisch.

„Hi, On–“

Ich ließ ihn nicht ausreden. Ich konnte nicht.

Die Luft im Raum fühlte sich plötzlich wie Blei an. Ich konnte nicht atmen. Ich konnte nicht denken.

Alexei.

Der Junge aus meinen Träumen. Der Junge, der meilenweit weg sein sollte, in Sicherheit und vergessen.

Der Junge, dessen Familie meinen Vater getötet hat.

Ich wirbelte auf dem Absatz herum und rannte zur Tür.

Ich hörte jemanden meinen Namen rufen – vielleicht war es Leonard, vielleicht die Sekretärin –, aber ich blieb nicht stehen.

Ich stürmte aus der Lounge und rannte den Flur entlang, mein Herz schrie.

Ich schaffte es bis zur Toilette, knallte die Tür hinter mir zu und verriegelte sie mit zitternden Händen.

Ich sackte gegen das Waschbecken und starrte mich im Spiegel an. Mein Gesicht war weiß. Ich sah aus, als würde ich sterben.

Das kann nicht sein.

Es war unmöglich, dass der Mann, der in diesem Raum saß, der Mann, der meine gesamte Zukunft in den Händen hielt, er war.

Ich beugte mich über das Becken und spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht, aber es half nicht.

Ich konnte diese violetten Augen immer noch sehen.

Ich konnte seine Stimme immer noch hören.

Ich bin gefangen. Ich bin tatsächlich gefangen.

Ich bin hergekommen, um meine Karriere zu retten, und stattdessen bin ich direkt in die Arme der Person gelaufen, vor der ich seit einem halben Jahrzehnt weglaufe.

Ich sank zu Boden und vergrub das Gesicht in den Händen.

Das passiert nicht. Das kann nicht passieren.

Aber die kalten Fliesen an meinen Handflächen sagten mir etwas anderes.

Ich bin nicht mehr in einem Traum. Und dieses Mal kann ich nicht aufwachen.

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