로그인„Silvermere Reproductive Institute, hier spricht Dolores.“„Guten Morgen, Dolores. Mein Name ist Raymond Miller. Ich rufe im Auftrag eines Mandanten an, der glaubt, für eine Leistung belastet worden zu sein, die er nie erhalten hat.“Ray Miller saß in seinem Büro über der Wäscherei. Eine unangezündete Zigarette lag zwischen seinen Fingern, und die Quittung lag flach auf seinem Schreibtisch. Vierzig Stockwerke über ihm trug die Freisprechanlage auf Julians Schreibtisch seine Stimme, sodass sie entfernt und leicht undeutlich klang.„Der Name der Patientin lautet Elena Vane. V-A-N-E. Möglicherweise ist sie auch als Vance mit C eingetragen. Der strittige Betrag beträgt elftausendvierhundert Dollar.“Julian stand am Fenster, den Rücken zum Raum.Er hatte nur zwei Stunden geschlafen. Um ein Uhr morgens hatte er Carter zu einem Wagen gebracht, eine Decke über ihn auf dem Rücksitz gelegt und war ins Arbeitszimmer zurückgekehrt. Er hatte unter der Lampe gesessen, bis der Himmel langsam von Sch
Die Türklingel schrillte zehn Minuten vor Mitternacht. Es war kein gewöhnliches Klingeln. Es war ein langes, unterbrochenes Geräusch, als hätte jemand den Knopf mit der Stirn gedrückt und weigerte sich, loszulassen.Julian erreichte die Tür, bevor Mrs. Alvarez es konnte. Er war im Arbeitszimmer wach gewesen, die Lichter aus, die Fotos in seinem Schreibtisch eingeschlossen. Er hatte den leisen Geräuschen des Hauses gelauscht, während seine Frau oben schlief. Als er die Tür öffnete, ruhte eine Hand bereits am Rahmen.Carter Rhodes stand draußen im Regen.Seine Krawatte fehlte. Sein Hemd war durchweicht, die obersten Knöpfe geöffnet, und sein nasses Haar hing ihm in die Stirn. Ein Schuh war ungebunden. Er schwankte leicht und kämpfte um sein Gleichgewicht. In der rechten Hand hielt er eine Flasche Bourbon am Hals. Der Verschluss war bereits ab.„Carter. Es ist Mitternacht.“„Ich weiß, wie spät es ist.“„Du bist betrunken.“„Darum geht’s doch, Jules.“ Er versuchte zu lachen, doch es endet
Julian konnte sich nicht mehr daran erinnern, das Auto geparkt zu haben. Einen Moment noch war der Ordner von seinem Knie gerutscht, während er fuhr. Im nächsten stand er schon oben in seinem Büro, die Tür geschlossen, und sah zu, wie Ray Miller einen dicken Umschlag auf seinen Schreibtisch legte.„Sechs Donnerstage“, sagte Ray Miller. „Immer dieselbe Suite, immer dieselbe Uhrzeit. Sie kommt immer pünktlich, das muss man ihr lassen.“Er breitete die Fotografien über die Glasfläche von Julians Schreibtisch aus, legte sie eine nach der anderen hin. Das graue Nachmittagslicht fiel auf die Bilder. Der ganze Turm wirkte ungewöhnlich still, abgesehen von dem leisen Summen der Bürogeräte.Julian stand mit verschränkten Armen da und sah zu, wie die Fotografien landeten.Da war Chloe, wie sie in einem weißen Mantel, den er noch nie gesehen hatte, mit Pelzkragen aus einem Taxi stieg.Ein anderes zeigte sie im Hotelkorridor, eine Schlüsselkarte zwischen den Zähnen, während sie eine Nachricht tip
Elf Meilen lang sagte er kein einziges Wort.Chloe dagegen redete fast die gesamte Fahrt vom Alder Grand bis zu ihrem Haus. Sie rutschte unruhig auf dem Sitz hin und her, richtete ihre Handschuhe zurecht und fuhr mit dem Fingernagel am Rand ihrer Clutch entlang.Die Presse würde es lieben, sagte sie. *Vane bietet Rekordsumme für geheimnisvollen Designer.* Genau die Art von Publicity, die sie brauchten. Sebastian war wütend, aber Sebastian war immer wegen irgendetwas wütend, und das Einzelhandelsgeschäft würde das überstehen.Sie nannte Julian viermal *Darling* und bestand zweimal darauf, dass es wirklich nichts sei.Julian hörte kaum hin. Seine Aufmerksamkeit blieb auf die Windschutzscheibe gerichtet, während die Scheibenwischer hin und her gingen.Links. Rechts. Links. Rechts.Vance.Als der Wagen endlich durch die Tore ihres Hauses fuhr, legte Chloe eine Hand auf sein Knie. Er zog sie nicht weg, aber er ergriff ihre Hand auch nicht.Sie ging allein nach oben ins Bett.Julian blieb i
Der erste Posten hatte keinen Namen, nur zwei Buchstaben und eine Zahl. Doch in dem Moment, als der Auktionator ihn ankündigte, wurde der gesamte Ballsaal still.„Los eins. Eine elfteilige Debütkollektion mit exklusiven Lizenzrechten für die ersten zwölf Monate.“Der Auktionator war ein großer Mann mit silbernem Bart und einer tiefen, glatten Stimme. Er tippte den Hammer gegen seine Handfläche, bevor er fortfuhr.„Die Kollektion wurde unter den Initialen V.L. eingereicht. Wir beginnen bei zwei Millionen Dollar. Bekomme ich zwei Millionen?“Hinter ihm begann ein Laufstegvideo auf der Leinwand.Elena hatte dieses Video vierzigmal im Konferenzraum von Thorne gesehen. Samantha hatte eine Zigarette nach der anderen am Fenster geraucht, während Ethan auf dem Teppich saß und Gummibärchen aß.Selbst nach so vielen Wiederholungen zog sich ihr Magen immer noch zusammen.Die Models erschienen auf dem Bildschirm, gekleidet in Schwarz, Tintenblau und einem auffallenden Weißton. Sie gingen einen ka
„Wenn du diese Schuhe anziehst, kündige ich.“„Du arbeitest nicht für mich, Sylvia.“„Dann kündige ich als deine Partnerin. Ich erzähle jedem, was passiert ist. Ich setze sogar eine Pressemitteilung auf.“Sylvia hielt die Ballerinas hoch, als hätte sie soeben eine tote Maus in der Küche gefunden. Es waren schwarze Lederschuhe mit runden Zehen, ein Paar, das Elena im Frühling für vierzig Dollar gekauft hatte, weil sie bequem waren und nicht wehtaten.„Du trägst ein Mitternachtsblaues Seidenkleid mit Schleppe. Mit diesen Schuhen kannst du das nicht anziehen.“„Die anderen kann ich sechs Stunden lang nicht tragen.“„Du kannst alles sechs Stunden lang tragen, wenn du jemanden genug hasst.“„Ich ziehe keine sechs Zentimeter hohen Absätze auf einem Marmorboden an, wenn ich noch Nähte habe, die bei jeder Bewegung wehtun, als wäre da noch ein Baby drin. Ich mache das nicht, Sylvia. Ich falle vor vierhundert Leuten flach auf die Nase, und dann musst du Samantha erklären, warum ihre Debütkollek







