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Kapitel 4: Unerwünscht

Author: Noona Aurora
last update publish date: 2026-09-07 10:54:16

Eleanor erstarrte über die Worte ihres Vaters. Sie wollte gerade etwas erwidern, als Archie ihre Hand fest umschloss und sie mit einem leichten Zug zur Seite zog.

Sie wandte den Kopf zu ihm und sah, dass sein Blick starr auf Jackson gerichtet war.

„Es spielt keine Rolle, wer ich bin. Was zählt, ist, dass ich Eleanor von ganzem Herzen liebe – und dass ich sie heiraten werde.“ Archies Stimme klang unverrückbar und duldete keinen Widerspruch.

Eleanor starrte ihn ungläubig an. Er sprach diese Worte mit einer Überzeugung aus, als sei das alles hier kein bloßes Schauspiel.

Als Jackson ansetzen wollte zu antworten, kam ihm Samantha zuvor.

„Wenn ihr euch wirklich liebt, werden wir euch unseren Segen natürlich nicht verwehren“, sagte Samantha mit einem Blick auf Eleanor. Dann wandte sie sich ihrem Mann zu: „Nicht wahr, Schatz?“

Eleanor verengte die Augen. Sie wusste genau, dass Samanthas Heuchelei alles andere als wohlwollend war. Ihre Stiefmutter war schlicht froh, wenn Eleanor dieses Haus endlich für immer verließ.

Doch genau das wollte Eleanor auch. Sie konnte nicht länger an einem Ort bleiben, an dem man sie weder schätzte noch wollte.

Jacksons Blick wurde noch eiskalter. Er schnaubte verächtlich. „Meinetwegen! Wenn ihr unbedingt heiraten wollt, dann tut es – und schaff sie mir endlich aus dem Haus!“

Eleanors Finger krampften sich schmerzhaft um Archies Hand. Sie hatte nicht erwartet, dass ihr Vater sie so mir nichts, dir nichts fallen lassen würde.

Wahrscheinlich war sie für ihn wertlos geworden, seit Julian die Verlobung gelöst hatte.

Wenigstens hatte er keine Ahnung, wer Archie wirklich war. So konnte er dessen Macht und Einfluss nicht für seine eigenen Geschäfte missbrauchen.

„Gut. Wenn wir Ihren Segen haben, erwarte ich, dass Sie noch heute als Trauzeuge fungieren!“, forderte Archie mit eiserner Härte. Kein Muskel in seinem Gesicht zuckte.

Jackson ballte die Fäuste auf seinen Oberschenkeln. Er wandte den Kopf ab und stieß ein verächtliches Schnauben aus.

„Aber wage es nicht, nach der Hochzeit jemals wieder einen Fuß in dieses Haus zu setzen!“

Eleanor schwieg und starrte ihren Vater an. Seine Worte bestärkten nur ihren Entschluss, ihm endgültig den Rücken zu kehren.

„Hol deine Sachen. Sobald die Papiere unterschrieben sind, kommst du mit mir“, raunte Archie ihr leise, aber bestimmt zu.

Eleanor nickte stumm. Sie löste ihre Hand aus seiner und ging auf ihr Zimmer im Erdgeschoss.

Kaum hatte sie den Raum betreten, folgte ihr Iris, die bis dahin geschwiegen hatte.

Ohne zu klopfen, trat ihre Stiefschwester ein und beobachtete Eleanor beim Packen.

„Nimm gefälligst nur das mit, was dir gehört. Nicht, dass du hier noch als Diebin rausspazierst“, stichelte Iris gehässig, um Eleanor daran zu erinnern, dass sie in diesem Haus nichts von Wert besaß.

Eleanor ignorierte die Stimme hinter sich.

Iris war hier selbst nur die Tochter der Stiefmutter, doch sie führte sich auf wie die Herrin des Hauses. Sie behandelte Eleanor wie einen Findelhund – nur weil Jackson sie immer bevorzugt und beschützt hatte.

„Keine Sorge, ich kenne meine Grenzen. Im Gegensatz zu jemandem, der sich wie eine Prinzessin aufführt, nachdem er von der Straße aufgelesen wurde“, konterte Eleanor mit schneidender Schärfe.

Iris fuhr herum. Die Worte hatten gesessen. Wutentbrannt schritt sie auf Eleanor zu.

Mit roher Gewalt riss sie Eleanor am Arm herum und holte aus.

Klatsch!

Das klatschen der Ohrfeige hallte durch den Raum. Eleanors Wange brannte wie Feuer und lief augenblicklich rot an.

„Zur Erinnerung: Du bist niemand! Deine Mutter war niemand! Die einzige Frau, die Vater je geliebt hat, ist meine Mutter. Merk dir das!“, zischte Iris ihr drohend ins Gesicht.

Mit einem gehässigen Lächeln stieß sie Eleanors Koffer um, sodass die Kleidung herausteilte, und trat demonstrativ auf ein paar der Stücke auf dem Boden.

Eleanor schwieg. Sie sammelte ihre Sachen wortlos wieder ein, um Archie nicht noch länger warten zu lassen.

Zurück im Wohnzimmer.

Archie stand noch immer an derselben Stelle. Seine Augen lagen wie Eis auf Jackson, der es nicht wagte, seinen Blick zu erwidern.

Schließlich kehrte Iris mit verärgerter Miene ins Wohnzimmer zurück. Archies Augen verengten sich, als er sah, wie sie sich sogleich bei Samantha beschwerte.

Wenig später trat Eleanor aus dem Flur. Sie zog einen kleinen Koffer hinter sich her.

Als Tochter einer angesehenen Familie – war das wirklich alles, was sie besaß?

Archie wurde schlagartig klar, wie sehr man sie in diesem Haus gedemütigt hatte. Kein Wunder, dass sie in seiner Firma arbeitete, obwohl ihre Familie ein beträchtliches Unternehmen besaß.

„Hast du alles …“, bracht Archie mitten im Satz ab, als sein Blick auf ihre rotertränkte linke Wange fiel.

Im selben Bruchteil einer Sekunde schnellte sein Blick messerscharf zu Iris hinüber, die neben Samantha saß.

Als er sich wieder Eleanor zuwandte, fragte er mit tiefer Stimme: „Wer war das?“

Eleanor hatte nicht damit gerechnet, dass ihm die Rötung sofort auffallen würde. Doch dieser Mann ging das alles nichts an, und sie wollte wegen Iris kein Drama vor ihm veranstalten.

„Es ist nichts“, flüsterte sie leise. „Können wir bitte gehen?“ In ihren Augen lag ein flehender Ausdruck – als wäre der Mann vor ihr der Einzige, der sie aus diesem heimatlosen Gefängnis befreien konnte.

Archie nickte langsam. Er verschränkte seine Finger wieder mit ihren. Doch bevor er sie nach draußen führte, brannte sein Blick noch einmal eisig zu Iris hinüber.

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