LOGIN„Ich will die Scheidung.“ … „Ich lasse mich von dir scheiden, sobald du mit meinem Kind schwanger bist.“ Elmy Jordyn hatte geglaubt, dass ihre Ehe mit Zayne Kensley sich mit der Zeit verändern würde. Doch sie hatte sich geirrt. Ihre Ehe war kalt – voller stiller Verletzungen, die nie verheilten. Als Elmy schließlich die Hoffnung verlor, Zayne jemals für sich gewinnen zu können, vor allem weil seine Ex-Freundin Sunny Carson immer zwischen ihnen stand, reichte sie die Scheidung ein. Doch Zayne weigerte sich. Stattdessen stellte er eine Bedingung: Elmy musste sein Kind zur Welt bringen. Erst da begriff Elmy die Wahrheit. In dieser Ehe war sie nie mehr gewesen als ein Mittel zum Zweck. Also traf sie eine riskante Entscheidung und zog Sunny Carson in ein Spiel hinein, das von Anfang an nie fair gewesen war. Doch Zayne ließ das nicht einfach auf sich sitzen. Er setzte einen neuen Vertrag auf – strenger, härter und noch bindender als zuvor. Als Gefühle, die längst hätten verschwinden sollen, plötzlich wieder an die Oberfläche kommen, steht Elmy vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Soll sie sich endlich die Freiheit nehmen, nach der sie sich so lange gesehnt hat – oder für eine Ehe kämpfen, die sie vielleicht nie wirklich verlassen wollte?
View More„Heute ist der Geburtstag meiner Mutter. Du kommst doch, oder?“, fragte Elmy leise und folgte mit den Augen jeder Bewegung, die Zayne an seinem Schreibtisch machte. Er würdigte sie keines Blickes, völlig vertieft in seine Arbeit und in die Welt, die er sich aufgebaut hatte.
„Meine Mutter hat gesagt, dass sie dich sehen möchte.“ Elmy ballte krampfhaft die Fäuste. „Könntest du … dir nicht ein bisschen Zeit abzwacken, um zu der Feier zu kommen?“
Zaynes Finger erstarrten auf der Tastatur. Seine hellbraunen Augen richteten sich nun auf Elmy. Kalt. Selbst hinter den rahmenlosen Gläsern seiner Brille.
Ein Schnauben entwich Zaynes Lippen. Widerwillig erwiderte er: „Ich komme später nach, sobald ich mich um etwas gekümmert habe.“
Elmy nickte und presste die Lippen zusammen. Sie schlang sich die Umhängetasche wieder über die Schulter, wandte sich ab und verließ Zaynes Büro.
Als Elmy beim Anwesen der Familie Jordyn ankam, bot sich ihr ein prachtvoll dekoriertes Haus. Eine große Geburtstagstorte stand im Wohnzimmer. Goldene Bänder zierten jede Säule, und ihre Mutter, Isabella Jordyn, wartete bereits mit geöffneten Armen auf sie.
„Mama, du siehst bildschön aus in diesem Kleid“, sagte Elmy, umarmte sie und küsste ihre Wange.
„Du bist noch viel schöner, meine Liebe.“ Isabella warf einen Blick hinter Elmy. „Wo ist Zayne?“
Elmys Lächeln schwand. „Zayne hat gesagt, dass er nachkommt. Er müsste bald hier sein.“ Die Worte klangen selbst in ihren eigenen Ohren leer.
Ihr Verdacht bestätigte sich. Zayne tauchte nicht auf, nicht einmal gegen Ende der Feier. Elmy zwang sich zu einem bitteren Lächeln und schluckte die Enttäuschung hinunter, an die sie sich in dem einen Jahr ihrer Ehe bereits gewöhnt hatte. Anfangs hatte sie Zaynes Ausreden noch tolerieren können – unvorhergesehene Meetings, familiäre Angelegenheiten, Aufgaben, die seine Sekretärin nicht erledigen konnte. Sie verstand, wie eingespannt ein Unternehmensleiter namens Zayne Kensley sein konnte.
Doch diesmal war es anders. Zayne hatte versprochen, dass er kommen würde, sobald er sich um etwas gekümmert hatte.
Was war dieses Etwas, das ihn diesen Anlass vergessen ließ? Etwas so Wichtiges, dass er die Momente sausen ließ, die Elmy so gerne mit ihm geteilt hätte. Elmy atmete tief aus und wandte sich ihrer Mutter zu, die auf sie zukam.
„Dein Mann ist wirklich nicht gekommen.“
Elmy antwortete nicht. Sie war es leid, jemanden zu verteidigen, der nie wahrhaftig hinter ihr gestanden hatte. Ohne jede Erklärung umarmte sie ihre Mutter und ging. Zum Glück hatte ihre Mutter Verständnis dafür.
Zu Hause angekommen, kniff Elmy die Augen zusammen. Das Licht im Wohnzimmer brannte; normalerweise war das Haus um diese Uhrzeit friedlich und still. Einen kurzen Moment dachte sie, Zayne sei noch nicht aus dem Büro zurück. Doch dieser Gedanke zerschlug sich, als ihr Blick zur Garage wanderte. Zaynes Mercedes stand dort geparkt. Er war zu Hause.
Elmys Brust zog sich zusammen, als sie leise zwei Stimmen sprechen hörte. Sie erkannte sie auf der Stelle. Zayne – und eine Frau.
Eine Beklemmung machte sich in ihrer Brust breit. Nicht aus Wut oder Angst, sondern aus etwas viel Zehrenderem. Dennoch trat sie ein, um sich mit eigenen Augen zu überzeugen: Zayne saß auf dem Sofa, neben ihm Sunny Carson – Zaynes Ex-Freundin.
Die Frau wirkte zerbrechlich. Ihre Kleidung war schlicht, ihr Gesicht müde, ihre Augen rot gerändert. Zayne beugte sich zu Sunny und sprach leise auf sie ein, als bestünde die Welt nur aus ihnen beiden.
Elmy umklammerte den Stoff ihres Kleides.
Zaynes große Hand ruhte auf Sunnys Schulter und streichelte sie sanft. Eine Geste, die Elmy in ihrer gesamten Ehe nie erfahren hatte.
Ihre Beine wurden weich. Sie hielt sich an der Wand fest. Ihr stockte der Atem, als hätte sich die Luft schlagartig verdünnt. Ihre Brust schmerzte, und ihre Haut kribbelte vor Qual.
Das war also dieses Etwas?
Es ging nicht um die Arbeit. Es war kein Meeting. Zayne hatte schlichtweg nicht wegen ihr kommen wollen. Diese Tatsache traf Elmy wie ein Schlag ins Gesicht. Sie holte tief Luft und versuchte, die Fassung zu wahren, obwohl in ihrem Inneren ein Sturm tobte.
„Zayne.“
Ihre Stimme ließ die beiden aufsehen. Doch Elmy erblickte weder Reue noch Schuldgefühle in Zaynes Gesicht. Nur eine flüchtige Überraschung.
„Du...“
„Du bist nicht gekommen, Zayne“, fiel Elmy ihm scharf ins Wort. Sie trat näher an das Sofa heran. Sie würdigte Sunny keines Blickes. Ihr Blick war fest in Zaynes eisige Augen gebohrt, durchdringend, als wären sie nur dazu geschaffen, ihr wehzutun. „Obwohl du es versprochen hattest.“
„Es ist etwas Dringendes dazwischengekommen“, erwiderte Zayne kurz angebunden.
Elmy zwang sich zu einem ruhigen Lächeln. Sie versuchte, sich die Situation zusammenzureimen.
„Sieht ganz so aus …“, sie streifte Sunny mit einem kurzen Blick, ehe sie wieder zu Zayne sah. „… dringend“, fügte sie hinzu.
Stille erfüllte das Wohnzimmer. Beinahe erstickend. Elmy sah, wie Sunny den Kopf senkte. Wie vermutet, hatte Zayne keineswegs vor, sich zu erklären. Und Elmy wollte auch gar nicht fragen. Sie wollte keine Erklärungen. Denn sie wusste bereits, dass die Antwort, nach der sie suchte, direkt vor ihr lag.
In dieser Nacht stürmte Elmy in ihr Zimmer hinauf, ohne sich zu verabschieden. Sie setzte sich auf die Bettkante und starrte auf den Ehering an ihrem Finger. Der Ring war wunderschön, ganz im Gegensatz zu ihrer Ehe.
Kalt. Gefühllos. Lieblos.
Wie lange sollte sie noch an einer solchen Verbindung festhalten? Wie lange sollte sie darauf warten, dass Zayne sich für sie entschied, wenn die Wahl doch nie auf sie fiel?
Sie massierte sich energisch den Nasenrücken und stieß ein leises Stöhnen aus, während sie sich das Haar zurückstrich. Langsam stand sie auf und trat ans Fenster.
Aus dem zweiten Stock bot sich ihr eine Szene wie aus einem Filmdrama: Ein Mann hielt seine Frau auf, als diese versuchen wollte zu gehen. Er packte ihren Arm und zog sie dicht an sich heran. Eine solche romantische Geste erschien unerreichbar – doch Zayne tat es. Für Sunny, nicht für sie.
Elmy wandte sich ab und zog den Vorhang zu. Zum ersten Mal wagte sie es, an etwas zu denken, das sie sich zuvor nie gestattet hatte.
Scheidung.
Elmy rollte sich neben ihm auf die Seite. „Zayne“, rief sie leise, während ihre schlanken Finger sanft über sein Gesicht strichen und eine Spur von Wärme hinterließen. „Wenn wir wirklich neu anfangen… was ist dann mit Sunny?“Zayne stöhnte genervt auf. Seine Frau besaß wahrlich das Talent, einen warmen Moment innerhalb von Sekunden abzukühlen. Er stützte den Kopf mit einer Hand auf und sah sie an, während seine andere Hand auf ihrem flachen Bauch ruhte und unter ihren Pullover glitt, um ihre warme, weiche Haut zu spüren.„Kannst du das nicht für einen kurzen Moment vergessen?“, fragte er.Elmy presste die Lippen zusammen. „Es tut mir leid.“Widerstrebend löste sich Zayne aus ihrer Wärme, nahm erneut ihre Hand, führte sie an seine Wange und rieb sich an ihrer Handfläche, ehe er nacheinander jeden ihrer Finger küsste.„Hmm. Ich verzeihe dir“, sagte er neckisch. „Aber nur unter einer Bedingung.“„Welcher?“„Küss mich.“„Nein.“Zaynes Gesicht lief augenblicklich rot an. Im Ernst? Einfach
„Warum bist du hier draußen? Wo ist dein Mann?“, fragte Dennis und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Glaswand, wodurch er Elmy die Sicht auf das ruhige Wasser versperrte. Er nahm einen lässigen Schluck aus seinem Kaffeebecher.„Er ist in der Hütte.“„Warum hast du ihn dann allein gelassen?“, bohrte Dennis nach. „Wollte er nicht mit dir reden?“Elmy warf ihm einen kurzen Blick zu, ehe sie ihre Aufmerksamkeit dem nahe gelegenen Weihnachtsbaum widmete, um den herum auf dem Boden Geschenke verteilt lagen. Sie waren ohne rechte Ordnung arrangiert und alle in etwa gleich groß verpackt. Mr. Harrington hatte jedem freigestellt, sich einfach ein Geschenk auszusuchen.„Wir haben schon geredet.“„Du siehst genervt aus.“Elmy zuckte mit den Schultern. Ehrlich gesagt verstand sie im Moment selbst nicht, was sie empfand. Zaynes Ehrlichkeit – seine Entschlossenheit vor wenigen Minuten – hatte jeden einzelnen Plan, den sie sich sorgfältig zurechtgelegt hatte, völlig über den Haufen geworfen.Jedes
„Wir können das aufhalten, bevor es zu spät ist.“Zayne stand vor der Glaswand mit Blick auf das Wasser und drehte sich zu Elmy um, die auf dem Sofa saß und auf ihren aufleuchtenden Handyschirm starrte. Von seinem Standpunkt aus konnte er die zarte Röte erkennen, die die Wangen seiner Frau färbte.Die Spiegelung ihres Telefons ließ Zaynes Mundwinkel ganz leicht nach oben wandern. Es bereitete ihm ein seltsames Vergnügen zu wissen, dass Elmy sein Foto auf ihrem Bildschirm betrachtete. Was auch immer sie vermuten mochte, Zayne würde nicht abstreiten, dass es wegen des Vertrags war. Er würde ehrlich antworten – falls sie ihn fragte.Unglücklicherweise tat sie es nicht.Sie schwieg und verlor sich wieder in ihren Gedanken.„Hast du gehört, was ich gesagt habe?“„Habe ich.“„Und was ist deine Antwort?“, fragte Zayne neugierig.„Ich werde das hier weiterführen. Eine Vereinbarung bleibt eine Vereinbarung.“ Elmy lächelte schwach und wirkte ruhig, während Zayne die Nähte seiner Hose fest umkla
„Was hast du dir bloß dabei gedacht, Sunny? Warum musstest du dich so erniedrigen?“, fragte Ford an Deck.Sunny zog ihre Pelzjacke enger um sich und starrte auf die ruhige Wasserfläche vor sich. Ihre Gefühle waren jedoch alles andere als ruhig.Zu sehen, wie Zayne vorhin vor Elmy gestanden hatte, ließ ihre Kiefermuskeln anspannen. Ihre Fingernägel gruben sich so fest in ihre Handfläche, bis es schmerzte. Etwas Schweres presste auf ihre Brust und raubte ihr die Luft, bis sie das Gefühl hatte, nach irgendetwas schlagen zu müssen, nur um wieder atmen zu können.„Ich weiß es nicht.“„Ich weiß, dass du all das nicht aus Versehen gesagt hast“, beschuldigte Ford sie.Sunny drehte sich zu ihm um und lächelte leicht bei dem besorgten Ausdruck auf seinem Gesicht. „Warum machst du dir solche Sorgen? Es ist mir völlig egal, was diese verdammten Reichen da drinnen denken.“„Dir mag es egal sein, aber mir nicht. Ich respektiere dich“, sagte Ford ruhig. Er fasste sie an den Schultern und beugte sich











