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Kapitel 7

作者: Hannelore
Janas Wimpern bebten leicht.

Wenn sie damals nicht mit David zusammen gewesen wäre, wäre sie tatsächlich bereits Psychologin geworden. Doch nach mehreren Jahren Pause — selbst wenn ihr Fachwissen nie wirklich eingerostet war — konnte sie wirklich wieder in ihren alten Beruf zurückkehren?

Professor Winter erkannte ihr Zögern und sprach ihr mit sanfter Stimme zu: „Das hat keine Eile. Aber wenn du Interesse hast, würde ich dir natürlich sehr gern helfen.“

„Professor, danke Ihnen.“

Janas Herz wurde warm.

All die Jahre hatte sie keine Zeit gefunden, den Professor zu besuchen; sie hätte nicht gedacht, dass Professor Winter sie noch immer als Schülerin im Herzen trug.

Jana erkundigte sich besorgt nach seinem Gesundheitszustand, und sie unterhielten sich eine ganze Weile. Professor Winter bestand sogar herzlich darauf, dass sie zum Mittag blieb.

Erst am Nachmittag verließ Jana das Haus der Winters.

Da sie am nächsten Tag zur Jagd gehen würde, holte sie die vorbereitete Kleidung und Ausrüstung ab.

Am folgenden Morgen holte Lucia sie mit dem Auto ab. Die Fahrt führte sie zum Mondberg. Die beiden kamen relativ früh an und sahen nur ein paar fremde Gesichter. Da die Jagd von der Familie Becker ausgerichtet wurde und sich deshalb allerlei Leute einfanden, verspürte Jana keine große Lust auf Smalltalk. Sie ging direkt ins Haus, um sich umzuziehen und eine Jagdwaffe auszuwählen.

Als sie herauskam, hörte sie gerade eine vertraute Stimme: „David, Tina, warum seid ihr hier? Euch interessiert das doch sonst gar nicht.“

„Tina meinte, das Wild hier sei sehr gut. Da dachten wir, wir könnten mal rauskommen.“

Janas Herz regte sich. Sie trat hinaus und sah, wie Davids Freund die beiden begrüßte.

Als er sie bemerkte, war er überrascht und rief: „Schwägerin... Was machst du denn hier?“

Dann bereute er seine Worte sofort und warf einen nervösen Blick auf Davids Gesicht.

Jana hatte ihr Haar zurückgebunden und kein Makeup getragen — ihr Gesicht war völlig natürlich. Die Brille hatte sie abgelegt und stattdessen Kontaktlinsen eingesetzt. Ihre Kleidung bestand aus einer schlichten, praktischen Tarnuniform für die Jagd, schlicht und effizient — und dennoch wirkte sie überaus entschlossen und prägnant.

David hatte sie noch nie so gesehen, und seine Stirn zog sich zusammen: „Was machst du hier?“

Lucia, die gerade fertig angezogen war, warf David einen genervten Blick zu und schnaubte: „Was denn, du darfst mit deiner kleinen Geliebten überall herumspielen, aber Jana darf nicht mal etwas Spaß haben, um sich die schlechte Laune zu vertreiben?“

„Frau Weber, David meint das nicht so. Aber David und Jana sind geschieden, Jana kann nicht jagen. Wenn sie extra wegen David hier auftaucht, ist das doch wirklich nicht passend.“

Kaum waren Tinas Worte gefallen, verdüsterte sich Davids Blick voller Abscheu. Auch die Leute um sie herum begannen zu flüstern. Viele glaubten offenbar, Jana sei ihm bis zum Mondberg nachgelaufen und würde sich an David klammern.

In diesen Kreisen wussten alle zumindest ein wenig über die beiden. Die ganzen Jahre hatte David Jana nie mitgenommen, niemals öffentlich zu erkennen gegeben, dass sie seine Frau war. Und jetzt, nach der Scheidung, sollte Jana ihm immer noch nachlaufen? Das wirkte in ihren Augen schamlos.

Lucia platzte der Kragen. Sie wollte sofort auf Tina losgehen: „Halt die...“

Jana zog sie sanft am Ärmel zurück und stellte sich vor sie. Zu Tina und David lächelte sie leicht: „Verzeiht, aber ihr interpretiert da zu viel hinein. Ich bin tatsächlich zum Jagen hier...“

Sie lud in geübter Bewegung ihr Gewehr und sagte gelassen: „Ich kann nicht nur jagen, ich bin eine erfahrene Jägerin. Wenn Herr Fischer und Frau Meyer das nicht glauben, können sie sich gern selbst ein Bild machen...“

Kaum hatte sie ausgesprochen, wurde es plötzlich still. Nur leise Schritte waren zu hören.

Der gerade beim Jagdgelände eingetroffene Leon kam lächelnd auf sie zu.

Er reichte Jana ein neues, vom Personal vorbereitetes Jagdmodell: „Das neueste Modell. Ich bin gespannt, Fräulein Schuhberts Können zu sehen.“

Seine tiefschwarzen Augen waren faszinierend, das Lächeln an seinen Lippen bedeutungsvoll — verführerisch und gefährlich zugleich.

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