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Kapitel 24

Auteur: fishhh
Der Fahrer hatte die Wagentür bereits geöffnet und wartete.

Reinhard führte sie hin, bückte sich und setzte sich auf den Rücksitz.

Mareike folgte ihm, doch kurz vor dem Einsteigen legte sie die Hand auf den Knopf nahe dem Türgriff und blieb stehen, statt einzusteigen.

„Herr Vohwinkel“, sagte sie zu dem Mann im Wagen, „danke, dass Sie mir bei der Sache mit Dominik geholfen haben.“

Reinhard hob bei ihren Worten den Blick. Er fiel auf ihre Hand an der Tür. Ruhig sagte er: „Steig erst ein.“

Mareike
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  • Nur ihre Berührung   Kapitel 30

    Als die Haut rasch rot anlief und beim Weiterreiben wohl bald geblutet hätte, kramte Tobias hastig ein Medikament aus der Tasche und reichte es ihm.Es war ein Beruhigungsmittel, das Lukas bei der Übergabe bereitgelegt hatte, gemischt mit einem Schmerzmittel. Der Chef musste es Lukas zufolge stets bei sich tragen.Reinhard verabscheute Berührungen durch andere zutiefst. In schweren Fällen reagierte er mit Erbrechen, sogar mit Dehydrierung, und brauchte ein solches Mittel, um sich zu beruhigen.Tobias hatte anfangs nur an eine Art Reinlichkeitszwang oder eine psychische Blockade gedacht, hätte aber nicht erwartet, dass eben ein paar Berührungen durch die Frau, noch dazu durch den Ärmel, eine so heftige Reaktion auslösten.Die Hand mit dem Medikament blieb in der Luft hängen.Reinhard hob plötzlich den Kopf. Sein Blick fing den forschenden Ausdruck auf, den Tobias nicht rechtzeitig verborgen hatte. In seiner Stimme lag unterdrückte Kälte.„Raus.“Tobias erschauderte und zog sich eilig au

  • Nur ihre Berührung   Kapitel 29

    Der Wagen kehrte zum „Goldenen Abend“ zurück.Das heutige Festbankett fand im luxuriösesten Hotel von Königsfeld statt.Es war das erste Dinner, das die Delegation aus Calbria nach Abschluss der Verhandlungen im Inland gab.In den vergangenen zweiundsiebzig Stunden hatte Reinhard ununterbrochen unter Hochdruck gearbeitet und kaum ein Auge zugetan. Er hatte die ursprünglich auf vier Tage angesetzte Karibikreise bis zum Äußersten zusammengestaucht, die Verhandlung mit aller Macht auf anderthalb Tage gedrückt und dafür enorme Gewinne abgegeben.Die Vertreter der Gegenseite hatte er mit blutunterlaufenen Augen in die Enge getrieben, und auch ihm selbst standen vor Erschöpfung und ständigem Taktieren die Übermüdung ins Gesicht geschrieben. Sogar Tobias sorgte sich, sein Chef könnte jeden Moment zusammenbrechen.Kaum war die Verhandlung beendet, verlangte Reinhard, sofort heimzukehren.Tobias kontaktierte über Nacht die Fluggesellschaft, um die Privatroute zu ändern, und nach siebzehn Stunde

  • Nur ihre Berührung   Kapitel 28

    Der Fahrer steuerte den Wagen wie angewiesen zu einer Bushaltestelle nahe dem Geschäftsviertel.Tatsächlich sahen sie an der Haltestelle am Lindenufer die dünn bekleidete Mareike auf den Bus warten.Sie stand einsam unter einer Straßenlaterne, hinter sich das prächtige Neon der nächtlichen Stadt, als wollte es sie ganz verschlingen.Ihre Schultern waren schmal, die Nasenspitze gerötet.Durch Reinhards Inneres zog plötzlich eine fremde Empfindung.Er hatte nicht viel Erfahrung im Umgang mit jungen Frauen und war es gewohnt, Probleme auf harte Weise zu lösen. Ob die Cousinen der Familie oder die Töchter der Geschäftspartner, begegneten ihm die meisten höchst ehrerbietig, glatt und schmeichelnd.Als er Mareike allein auf den Bus warten sah, wurde ihm wieder einmal klar:Er sollte sie wohl nicht nach dem alten Muster behandeln.…Der Nachtwind war kalt.Mareike stand an der Bushaltestelle und spürte das Fieber steigen. Ihr Kopf war benommen, die Lippen trocken und blass.Vorhin, als sie zu

  • Nur ihre Berührung   Kapitel 27

    Jetzt, da einer fehlte, herrschte im Wagen Stille.Reinhard saß im Schatten und betrachtete seine Finger.Auf seinen Fingerkuppen haftete noch die weiche Berührung – wie eine süchtig machende Substanz, von der man schon bei der kleinsten Berührung nicht mehr loskam.Dieser Zustand würde sein Urteilsvermögen trüben.Reinhard zog ein Seidentuch hervor und wischte langsam die Finger ab, doch jene Weichheit schien in die Haut eingesickert und ließ sich auch nach vielen Versuchen nicht vertreiben.Auf dem Beifahrersitz trug Tobias Mareikes heutigen Tagesablauf Punkt für Punkt vor.Reinhard hörte still zu Ende und sagte ruhig: „Hatte ich nicht angeordnet, dass die ihr nicht mehr zu nahe kommen sollten?“Schlagartig wurde die Luft im Wagen drückend.Auch Tobias’ Miene veränderte sich leicht, fast wäre ihm der Schweiß heruntergelaufen. „Verzeihung, Herr Vohwinkel, ich kümmere mich darum.“Der sonst so beherrschte Reinhard zeigte selten solche Momente offener Gefühle. Seine Miene war düster, se

  • Nur ihre Berührung   Kapitel 26

    Durch das schwarze, einseitig verspiegelte Glas war nicht zu sehen, was drinnen vorging. Alle warteten stillschweigend draußen.Im Wagen drohte die Stimmung zu gefrieren.Unter Reinhards vornehmer, kühler Fassade kam ein Stück seiner wahren Gefühle zum Vorschein – die Spitze des Eisbergs.Mareike war am ganzen Körper angespannt, ihr Kinn fest umfasst. An Reinhards Fingern saß noch der Verlobungsring; auf seinem Handrücken traten leicht die Adern hervor, und eine dichte Düsternis lag um ihn.Das kalte Metall drückte gegen ihre Haut. Er zog sie ganz nah heran, sein scharfer Blick fiel auf ihr Gesicht.„Warum, wegen dieses Menschen?“Seine Hand war groß und schön, die Finger lang; sie konnte ihr halbes Gesicht bedecken – hell und feingliedrig, wie geschaffen für ein Handmodel.Mareikes Atem stockte. Die Haut, auf die er gedrückt hatte, färbte sich rasch rot, und ihr heißer Atem strich unaufhörlich über seine Handfläche. Die weiche Berührung unter seinen Fingerkuppen löste in ihm einen suc

  • Nur ihre Berührung   Kapitel 25

    Mareike wusste, dass sie dankbar sein sollte.Reinhards erste Reaktion, nachdem ihr etwas zugestoßen war, war gewesen, sie zu rächen, und mit leichter Hand hatte er geschafft, was ihr selbst nie gelungen war.Der beste Weg, ein Gerücht zu ersticken, war, ein größeres in die Welt zu setzen. Seine Rache traf einen gewöhnlichen Menschen wie ein Schlag aus einer anderen Liga, stark genug, ein noch gar nicht begonnenes Leben zu zerstören.Doch sie konnte ihre Gefühle nicht einfach abschalten.In ruhigen Momenten quollen jene Bilder unkontrolliert hervor: wie Dominik mit der Plastiktüte über dem Kopf zitternd auf dem Boden kniete, das Gesicht blau angelaufen. Das Bild zerrte unaufhörlich an ihren Nerven.Nicht nur Dominik, auch jener junge Mann, der sie im Hörsaal öffentlich gedemütigt hatte, war seit Kurzem verschwunden.Die Fakultät hatte nichts öffentlich bekannt gegeben, doch Mareike konnte sich den Grund seines Verschwindens denken. Gerade deshalb wagte sie nicht, ihn zu Ende zu denken

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