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7.

Author: Dannywrites
last update publish date: 2026-07-22 21:30:21

ISABELLA

Ich falle zurück auf den Sitz und versuche immer noch, meine Atmung zu beruhigen. Mein Herz pocht wie wild vor einer Mischung aus Demütigung und Wut.

Ich ziehe mir den Sicherheitsgurt aggressiv über die Brust, auch um mich davon abzuhalten, die verdammte Tür zu öffnen und mich aus dem fahrenden Auto zu stürzen.

Noah wirft mir einen Seitenblick zu. „Braves Mädchen.“

„Ich werde aus diesem Auto springen“, murmele ich.

Er schüttelt den Kopf. „Das wirst du nicht.“

„Schau mir doch zu.“ Ich bluffe. Ich bluffe definitiv. Meine Gedanken schreien mich an. Ich kann nicht aus einem fahrenden Auto springen. Das wäre Selbstmord. Und so sehr ich mein Leben auch hasse, habe ich absolut keine Lust, es so früh zu beenden, schon gar nicht vor Noahs Augen.

„Ich habe dich buchstäblich hierher getragen. Wenn du springst, hebe ich dich einfach wieder auf und setze dich zurück.“

Ich stöhne, während die Stadt an uns vorbeirauscht … Geschäfte, verwilderte Hecken, die Hitzewellen … Mit jeder Unebenheit auf der Straße wird mir noch deutlicher bewusst, wie zerzaust ich aussehen muss … verschmierter Eyeliner, zerzaustes Haar, ein zerknitterter Rock, weil ich hin und her geschleudert wurde.

Ich erwische Noah dabei, wie er mich anstarrt, und schnappe: „Starr mich nicht an.“

„Du siehst aus wie ein getretener Welpe“, antwortet er beiläufig. „Der starrt mich ja auch zuerst an.“

Wird er es nie leid, mich zu beschimpfen? Ich fange langsam an zu glauben, dass er ein geheimes Wörterbuch voller Beleidigungen hat, aus dem er immer wieder etwas herauszieht.

„Aber Welpen sind süß und sie hören zu“, fügt er fast wie nebenbei hinzu.

Ich reiße meinen Kopf zu ihm herum. „Macht es dir Spaß, unerträglich zu sein, oder fällt dir das ganz leicht?“

„Oh, ich bin sehr talentiert.“

Ich verdrehe die Augen. Die Stille, die sich einen Moment lang ausdehnt, ist die gute Art von Stille. Oder zumindest die neutrale Art … wenn man bedenkt, dass bei Noah eigentlich nie etwas wirklich gut ist. Aber die Stille reicht aus, damit meine Gedanken wieder zu Hardin zurückwandern.

Er hat mich noch nie so im Stich gelassen. Er ist immer da, wenn ich ihn brauche. Ich musste noch nie einen Tag wie heute durchstehen, ohne dass er an meiner Seite war, also … was ist los?

Warum ist heute alles anders?

„Deine perfekte kleine Beziehung bekommt schon Risse. Das hat nicht lange gedauert.“ Noah unterbricht meine Gedanken, als hätte er meine Gedanken gelesen.

Ich drehe mich um. „Du bist verrückt, das weißt du doch.“ Meine Lippen sind zu einer schmalen Linie gepresst, während ich Noah finster anstarre. Verdammt noch mal, was ist los mit ihm? Warum muss er immer so ein zynisches Arschloch sein?

„Dreißig verpasste Anrufe von Hardin? Das ist … heftig.“ Er pfeift. „Ehrlich gesagt, ich dachte, ihr beiden würdet etwas länger durchhalten. Vielleicht, was? Noch eine Woche?“

„Kannst du damit aufhören?“ Meine Stimme ist eine Bitte. Und das liegt daran, dass ich das nicht von ihm hören will. Über meine Beziehung zu Hardin möchte ich lieber nicht mit seinem Bruder sprechen.

Aber Noah ist in Fahrt. „Hör mal, es ist nicht deine Schuld. Du bist anhänglich, er ist weich. Eine furchtbare Kombination.“

„Anhänglich?“ Ich hebe die Augenbrauen und mein Kiefer fällt herunter. „Ich bin nicht anhänglich.“

Er schnaubt. „Ich sag’s ja nur. Ihr zwei passt einfach nicht zusammen. Du weißt schon, wie Öl und Wasser.“

Ich öffne den Mund, schließe ihn dann aber wieder. „Unpassend?“, wiederhole ich. „Du bist eindeutig nicht ganz bei Sinnen. Was hast du genommen? Irgendein Halluzinogen? Falls du es vergessen hast: Er ist mein Freund. Wir sind glücklich. Bei uns läuft alles gut.“

„Ja, na ja“, sagt er mit einem Achselzucken. „Weichei-Jungs halten es nicht lange mit Mädchen wie dir aus.“

Mein Mund steht offen. Das ist schon das vierte Mal, dass er mir offen steht – und das alles wegen diesem verdammten Noah Hawkins. „Mädchen wie ich?“, wiederhole ich, weil mir nichts anderes einfällt.

„Ja. Emotional. Dramatisch. Leicht überfordert.“

Meine Hände ballen sich zu Fäusten und meine Fingernägel graben sich in meine Handflächen. „Gott, du bist der schlimmste Mensch auf Erden.“

„Nein, das ist dramatisch. Aber versuch’s weiter.“

Ich umklammere den Sicherheitsgurt so fest, dass er quietscht. Armer Sicherheitsgurt. „Warum gehst du immer davon aus, dass du alles über meine Beziehung weißt?“

„Weil es verdammt einfach ist. Hardin ist zu weich, du bist zu … verzogen. Er knickt um wie Papier. Du brauchst jemanden, der nicht zusammenbricht, wenn du deine Stimme erhebst.“

Ich schnaube. „Was? Jemand wie du?“

Er macht diese Geste. Das Schnalzen mit der Zunge, und ich könnte schwören, dass ich rot sehe. „Jemand, der mit dir klarkommt, Minnie. Und bevor du sagst, dass du das nicht brauchst: Jeder braucht jemanden, der mit ihm klarkommt. Vor allem du.“

„Hardin und mir geht es gut“, beharre ich. „Wir reden, wir …“

„Du duldest ihn“, sagt Noah unverblümt. „Er vergöttert dich. Das Ungleichgewicht ist ehrlich gesagt peinlich anzusehen.“

„Das stimmt nicht.“

„Klar“, sagt er unüberzeugt. „Lüg dich nur weiter selbst an.“

„Was geht dich das überhaupt an?“

„Nichts.“

„Das tust du ganz offensichtlich doch …“

„Ich hasse es einfach, zuzusehen, wie sich Katastrophen langsam anbahnen. Das langweilt mich.“

Ich reiße meinen Kopf zu ihm hinüber. „Weißt du was, Noah? Kümmere dich doch um deine eigenen Angelegenheiten. Halte dich vielleicht aus meiner Beziehung raus. Hör vielleicht auf, deine einsamen, elenden Probleme mit One-Night-Stands auf mich zu projizieren … Das ist erbärmlich. Eigentlich ist es sogar traurig.“

„One-Night-Stands?“, sagt er mit hochgezogener Augenbraue. „Willst du das wirklich ansprechen?“ Er lacht. „Glaubst du, du kommst mit diesem Thema klar?“

Ich presse die Kiefer zusammen. „Kein Wunder, dass du Single bist. Du bist eine wandelnde Warnung.“

Er hält inne. Nur eine halbe Sekunde lang. „Habe ich nie bestritten.“

„Ach bitte“, spottete ich und versuchte, wieder Fuß zu fassen. „Wer würde sich schon mit dir verabreden?“

„Jede Menge Leute.“

„Du gehst nicht auf Dates“, sage ich. „Das weiß ich ganz sicher. Das weiß jeder. Ich bin mir sicher, dass das verzweifelte Mädchen, das du letzte Nacht unter dir hattest, wusste, worauf sie sich einließ. Sie wollte wahrscheinlich nur eine gute Geschichte oder einen schnellen Kick, denn mehr hast du ganz sicher nicht zu bieten. Du bist eine One-Night-Stand-Maschine.“

„Wow. Da wirst du aber frech.“

„Nein, ich bin nur ehrlich. Du lässt niemanden an dich heran. Du vertraust niemandem. Du öffnest dich nicht. Du machst dich über alles lustig, damit nichts jemals eine Rolle spielt. Deshalb springst du von Mädchen zu Mädchen. Deshalb bleibt nichts von Dauer.“

Sein Grinsen verblasst ein wenig. Seine Knöchel sind knochenweiß auf dem Lenkrad.

Aber ich höre nicht auf. Weil ich zu wütend auf ihn bin, um daran zu denken, aufzuhören. Ich muss ihn unbedingt genauso tief verletzen, wie er mich verletzt hat.

„Du bist wütend, verschlossen und zu kaputt, um jemanden wirklich zu lieben oder auch nur zuzulassen, dass sich jemand um dich kümmert.“

Noah wird ganz, ganz still. Seine Augen sind auf die Straße vor uns gerichtet, aber sie scheinen hindurchzustarren, ins Leere. Sein ganzer Körper ist angespannt. Kein Grinsen. Keine schlagfertige Antwort. Nichts. Nur Stille. Völlige, beängstigende Stille.

Mir wird sofort übel. Schuldbewusste Hitze kriecht mir den Nacken hinauf. „Noah … ich … ich habe das nicht so gemeint …“

Er hält den Blick auf die Straße gerichtet, sein Kiefer spannt sich einmal, zweimal an.

„Das hätte ich nicht sagen sollen“, flüstere ich. „Es tut mir leid.“

Nichts.

„Noah“, versuche ich es noch einmal, leiser. „Bitte. Das ging zu weit. Ich war wütend, ich … ich hätte das nicht zu dir sagen sollen.“

Immer noch nichts.

Die Stille ist lauter als all unser Geschrei zusammen.

„Noah … sieh mich an.“

Er tut es nicht.

Meine Brust zieht sich zusammen.

So habe ich ihn noch nie gesehen.

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