LOGINNoah Hawkins ist der gebrochene Bruder. Der mit dem gefährlichen Lächeln und den Augen, die Sünde versprechen. Er ist derjenige, der ständig Anfälle hat und als bipolar gilt. Er ist der „Bad Boy“ mit einer Vergangenheit und der fiesen Angewohnheit, Mädchen das Herz zu brechen. Er verstümmelt, zerstört und zerbricht alles, was er anfasst. – Isabellas Stipendium für das College hat seinen Preis … kein Wohnheim, keine Unterkunft. Und das einzige freie Zimmer gehört dem Bruder ihres Freundes. Noah. Er sollte sie eigentlich nicht begehren. Sie sollte ihn eigentlich nicht begehren. Er redet sich ein, dass er sich fernhalten wird. Bis er es doch nicht tut. Denn Noah war noch nie der Typ, der um Erlaubnis fragt. Und wenn er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat … Hört er nicht auf, bis es ihm gehört. Selbst wenn er dafür alles zerstören muss, was ihm im Weg steht … einschließlich ihres Herzens.
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„Noah! Was zum Teufel, Mann?“, flucht Hardin, während er nach dem Laken greift, es um meinen nackten Körper wickelt und es fest um mich zieht. Gleichzeitig tastet er umher, seine Hand schlägt gegen die Matratze, auf der Suche nach irgendetwas, das seinen Schwanz bedecken könnte. Der gerade sehr eindrucksvoll stramm stand. Dann dreht er sich mit funkelnden Augen zu seinem Bruder um, der auf dem einzigen Sofa in diesem Zimmer sitzt, ein selbstgefälliges Grinsen im Gesicht. Als wäre er nicht gerade ohne auch nur einmal anzuklopfen hereingestürmt, während wir nackt miteinander kuschelten. Scheiße! Ich bin zu beschämt, um etwas zu sagen. Zu fassungslos, um auch nur ein zusammenhängendes Wort zu formulieren. Ich bringe es nicht einmal über mich, zu Noah aufzublicken. Mein Herz rast. Verdammt noch mal! Wie viel hat er gesehen? Meinen Hintern? Meine Brüste? Noah ist total durchgedreht. Im Ernst. Normale Menschen wissen, wie man anklopft. Normale Menschen würden nicht genüsslich zusehen, wie ihr Bruder und seine Freundin nackt auf dem Bett liegen. Aber wem mache ich hier etwas vor? Noah ist nicht normal. Überhaupt nicht. Er lebt vom Chaos, davon, Grenzen zu überschreiten, davon, allen um ihn herum Unbehagen zu bereiten. Ich wickle die Laken fester um meinen Körper, ziehe sie mir bis zum Kinn hoch und werfe einen Blick nach unten, um sicherzugehen, dass jede Kurve, jeder Zentimeter vor seinem durchdringenden Blick verborgen ist. „Komm schon, es sind doch nur Nacktfotos. Du musst dich deswegen nicht schämen, Minnie“, sagt er und lehnt sich noch weiter in die Couch zurück, auf der er sitzt. Da fängt er schon wieder an. Dieser nervtötende Spitzname. Er weiß genau, wie sehr ich seine Spitznamen für mich hasse, besonders „Minnie“. Und er weiß genau, wie er mir unter die Haut gehen kann, wie er jeden einzelnen meiner Knöpfe drücken kann. „Isabella“, sage ich und strecke mein Kinn mit einem Hauch von Trotz vor. „Minnie“, murmelt er, während sein Grinsen breiter wird. „Isabella“, sage ich noch einmal, ohne zu wissen, warum ich das überhaupt tue. Ich weiß, dass es ihm Spaß macht, mich zu provozieren, und dass ich seine Genugtuung nur noch steigere, wenn ich reagiere, aber … Aargh! Dieser Typ hat einfach etwas an sich, das mich immer wieder Gefühle empfinden lässt, zu denen ich absolut kein Recht habe. So wie jetzt. Obwohl er sich wie ein totaler Arsch benimmt, kann ich mich irgendwie nicht auf meine Wut konzentrieren, weil er ohne Hemd ist. Und hast du Noah Hawkins schon mal ohne Hemd gesehen? Das ist ein verdammter Augenschmaus. Seine Brust ist breit, muskulös und mit einem Netz aus komplizierten Tattoos bedeckt, die sich an seinen Armen empor schlängeln und unter dem Bund seiner tief sitzenden Jeans verschwinden. Die Tattoos, dunkel und geheimnisvoll, lassen vermuten, dass er eine Obsession dafür hat oder so – jedes einzelne erzählt eine Geschichte, die ich nie erfahren werde. Und schon allein der Gedanke daran gibt mir das Gefühl, der schlimmste Mensch auf Erden zu sein. Denn ich bin mit seinem Bruder Hardin zusammen, dem liebenswertesten Kerl, den man sich vorstellen kann – freundlich und sanft, und alles, was Noah nicht ist. Ich atme ein paar Mal tief durch und werfe einen Blick auf Hardin, der seinen Bruder immer noch mit vernichtenden Blicken ansieht, doch dann werden seine Augen weicher, als sie meine treffen. Ich nicke. „Ist schon gut. Ich … hasse deinen Bruder einfach.“ Noah schnaubt, als wäre ich unvernünftig, weil ich es nicht genieße, nackt erwischt zu werden. Ich starre ihn wütend an. „Was willst du?“ „Zunächst einmal, Drama-Queen, bin ich hier, um mit meinem Bruder zu reden. Nicht mit irgendeiner …“ Er mustert mich von oben bis unten. „Nackten Minnie-Maus.“ Hardin fährt sich mit der Hand über das Gesicht. „Kannst du damit aufhören? Du hättest doch nur anklopfen müssen.“ Noah zuckt mit den Schultern. „Wie ich schon sagte, es sind nur Nacktfotos.“ Er sieht mich an, und dieses nervige Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus. „Warum kuscheln, wenn man einfach hätte ficken können?“ Oh Gott! Die Vulgarität dieses Typen dreht mir den Magen um. „Halt verdammt noch mal die Klappe, Mann!“ Hardin stürzt sich auf seinen Bruder. Er wird nur dadurch zurückgehalten, dass er noch in den Laken verheddert ist und ich mich an seinen Arm klammere, um ihn davon abzuhalten, Noah tatsächlich zu erwürgen. „Lass sie in Ruhe. Musst du dich Bella gegenüber unbedingt wie ein Arsch verhalten?“ Hardin wirkt angespannt. Seine Muskeln spannen sich unter meinen Armen an. Und er ist wirklich, wirklich wütend. Und Noah lacht nur noch mehr, was Hardin noch wütender macht und ihn dazu bringt, sich gegen meinen Griff zu wehren. „Klar. Ich weiß. Ihr zwei habt noch nicht gevögelt.“ Meine Wangen werden heiß. Das ist … das ist einfach das Letzte, was ich mir von diesem Trottel gefallen lasse. Ich habe meine Grenze erreicht. Ich halte das keine Sekunde länger aus. Ich stelle sicher, dass das Laken jeden Teil meines Körpers bedeckt, und küsse Hardin. „Ich bin im Bad“, sage ich, und er nickt. Jetzt, wo ich allein bin und an etwas anderes als meinen Freund denken kann, beeile ich mich, mich frisch zu machen, und spritze mir kaltes Wasser ins Gesicht. Der Dampf aus der Dusche fühlt sich gut an, reinigend. Als ich, in sein flauschiges Handtuch gewickelt, zurück in Hardins Zimmer gehe, ist Noah zum Glück schon weg. „Was wollte er?“, frage ich Hardin, der seinen Arm um meinen nassen Körper legt und mich an sich zieht. Das Handtuch tut sein Bestes, aber meine Haare tropfen immer noch auf seine Schultern. „Igitt … Du stinkst.“ Ich schubse ihn spielerisch von mir weg und zeige auf die Tür seines Badezimmers. „Geh duschen, du Trottel.“ „Er schmeißt später eine Party. Er will das Haus nutzen“, erklärt Hardin, während er seine Boxershorts auszieht. Ich wende mein Gesicht schnell dem Nachttisch zu und tue so, als wäre ich völlig in die Staubkörnchen vertieft, die im Morgenlicht tanzen. Ich spüre, wie mir die Ohrspitzen brennen – ein untrügliches Zeichen dafür, dass ich wie verrückt rot werde. Verdammt noch mal! Falls Hardin das bemerkt, lässt er sich nichts anmerken. Er kichert nur aus dem Badezimmer. Einen Moment später ruft er mir zu, seine Stimme leicht gedämpft vom fließenden Wasser: „Das mit meinem Bruder tut mir leid, okay? Er hätte nicht einfach so bei uns hereinplatzen dürfen.“ Ich nicke, auch wenn er mich nicht sehen kann. „Du musst dich nicht entschuldigen. Er ist eben Noah.“ Und das erklärt leider alles. Ich hole mein Handy aus meiner Tasche und seufze angesichts der vielen SMS und verpassten Anrufe. Vor allem aber logge ich mich in das Portal der Greenville University ein. Denn das ist es, was mir am wichtigsten ist. Mein Stipendium. Das, für das ich mich letzten Monat beworben habe, nachdem Hardin mich dazu überredet hatte. Nicht, dass ich geglaubt hätte, ich hätte auch nur die geringste Chance an dieser renommierten Privatuniversität, aber … Oh Scheiße! „Ich bin angenommen worden“, murmele ich. „Schatz?“ Ich drehe mich um und sehe Hardin an. Er ist splitternackt. „Bei dem Tempo solltest du das Handtuch als dein Eigentum betrachten.“ Er lächelt und lässt seinen Blick auf das Handtuch ruhen, das ich um meine Brust gewickelt habe. „Ich bin angenommen worden, Hardin.“ISABELLA„Ist schon gut. Ich verstehe schon.“ Ich seufze und zwinge mir ein künstliches Lächeln auf, das nicht einmal bis zu meinen Augen reicht. Mein Magen macht Saltos, aber ich halte meine Stimme ruhig. „Du hast wahrscheinlich recht. Ich reagiere über“, sage ich zu Chloe.„Bella …“, sie streckt die Hand nach mir aus, aber ich lasse sie nicht zu mir kommen. Ich weiche einen Zentimeter zurück.„Ist schon gut. Du bist meine beste Freundin und hast immer recht. Ich verstehe schon. Du willst das Beste für mich und tust alles, was nötig ist, damit ich es verstehe.“Chloe hält inne, ihre Hand sinkt an ihre Seite. Sie zieht eine Augenbraue hoch und sucht in meinem Gesicht nach dem Sarkasmus, von dem sie weiß, dass er dort verborgen ist. „Und an dem Tag, an dem ich damit aufhöre …“ Ihre Stimme verstummt.Ich seufze. „Ist der Tag, an dem wir aufhören, beste Freundinnen zu sein“, beende ich ihren Satz.„Du verstehst also, warum ich besonders vorsichtig bin, oder? Es ist nicht so, dass ich Noa
ISABELLA„Bella!“ Ich schaue über meine Schulter und sehe Hardin, der ein paar Fuß von mir entfernt steht und breit grinst. Oh, er ist glücklich? Ich blinzele, völlig überrascht. Nach dem Desaster von gestern Abend hatte ich gedacht, er würde vor Wut schäumen oder mich zumindest ignorieren. Das war im Grunde genommen in den letzten Tagen unser „Ding“.„Hey“, sage ich und erwidere vorsichtig sein Lächeln. Ich verschränke die Arme vor der Brust, neige den Kopf zur Seite und mustere ihn. „Du siehst … gut gelaunt aus.“„Rate mal, was?“, fragt er.Wow. Er ist wirklich gut gelaunt. Das ist ehrlich gesagt ansteckend. Ich beschließe, mitzuspielen, lege einen Finger an mein Kinn und tippe damit.„Äh … lass mich mal überlegen. Bist du sauer auf mich? Machst du Schluss mit mir? Bin ich ein Arsch, weil ich gestern Abend nicht angerufen habe, und willst du mir jetzt die Leviten lesen?“Hardins Miene verfällt augenblicklich. Das Grinsen verschwindet. Er macht ein paar langsame Schritte auf mich z
NOAHFünf verdammte Minuten. So lange starrt Minnie mich an und blinzelt mit ihren dichten Wimpern, als würde sie nicht verstehen, was ich gerade gesagt habe. Es ist, als würde sie gar nicht wahrnehmen, dass ihre Haut an meiner liegt und dass sie ein Mädchen ist und ich ein Kerl. Ein heißblütiger Mann mit einem Schwanz und wilden Begierden.So sieht sie umwerfend aus. Ahnungslos. Verwirrt. Ihre Lippen öffnen sich, und sie fängt an zu kichern, rückt weiter von mir weg und steckt sich ein paar Haarsträhnen hinter die Ohren. „Das war ein sehr lustiger Witz“, sagt sie, während sie hektisch herumkramt und sich das Wasser und das Handtuch schnappt. „Jetzt ist alles in Ordnung. Dieser Kuss … der hat nie stattgefunden. Ich gehe jetzt, okay?“ „Min …“ Sie lässt mich meinen Satz nicht zu Ende sprechen, bevor sie hinausrennt. Ich lasse meinen Kopf auf meine Brust sinken und lächle leise darüber, wie süß sie gerade noch war. Ich berühre meine Lippen, mein Kopf schwirrt, nur um mich an den flüc
ISABELLA„Lassen wir das jetzt mal für ein anderes Mal, okay?“ Noah löst sich von mir und tritt einen Schritt zurück. „Und weine bloß nie wegen mir. Das ist erbärmlich“, sagt er, während er sein Handy nimmt und aus der Küche geht. „Beeil dich damit, sonst verhungere ich noch.“Ich muss unwillkürlich lächeln, auch wenn es sich ein bisschen bittersüß anfühlt. Er ist wieder da. Der Noah, den ich kenne. Derjenige, der mir sein kleines Trauma anvertraut hat, ist verschwunden. Und ehrlich gesagt bin ich schockiert. Ich weiß nicht, was ihn dazu gebracht hat, sich so zu öffnen, aber … diesen Noah mochte ich lieber. Den, der sich von mir umarmen ließ und dem ich Trost spenden konnte.Ich mache mich wieder daran, ihm sein Essen zuzubereiten, während das Brutzeln der Pfanne die Stille in der Küche füllt. Als ich fertig bin und eine Portion angerichtet habe, mache ich mich auf den Weg nach oben in mein Zimmer.Allerdings komme ich nicht weit. Ich sehe Noah an meiner Schlafzimmertür stehen. „Was i





