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Auteur: J. C. Veyra
last update Date de publication: 2026-09-05 21:18:30

Kapitel 6: Das Echo der Vergangenheit

Die drei Worte hallten in der zerstörten VIP-Lounge nach wie ein ver toxter Fluch. Zeit, nach Hause zu kommen. Für jeden anderen mochte es wie die autoritäre Forderung eines unerbittlichen Ex-Partners klingen, doch für Clara schnürte es die Kehle so brutal zusammen, als würde man ihr den Sauerstoff abdrehen. „Nach Hause“ – das bedeutete für Julian einen goldenen Käfig aus psychischer Folter, Ketten und der absoluten Unterwerfung unter sein grausames Alpha-Regime im Norden.

Julian machte einen langsamen, bedächtigen Schritt über die Trümmer der eingestürzten Holztür. Sein dunkler Mantel war an den Schultern durchnässt, und das Wasser tropfte unaufhörlich auf den Marmorboden, doch er schien die Kälte nicht zu spüren. Seine Augen – jene eiskalten, berechnenden Augen, die sie monatelang in ihren schlimmsten Albträumen verfolgt hatten – huschten von den bewaffneten Männern in Dantes Gefolge direkt zu der Stelle, wo Clara wie angewurzelt stand. Ein kalter, triumphierender Zug lag um seine schmalen Lippen.

Dantes Reaktion war augenblicklich und von tödlicher Präzision. Bevor Julian auch nur einen zweiten Schritt in den Raum tun konnte, schob Dante seinen massiven Körper schützend und absolut unnachgiebig vor Clara. Seine Schultern spannten sich unter dem Maßanzug an, und aus seiner Kehle drang ein tiefes, grollendes Knurren, das so gewaltig durch den Raum vibrierte, dass die verbliebenen Fenster im Takt erzitterten. Der Geruch von Zedernholz und Tabak, der Clara umfing, schien sich zu verdichten und zu einer undurchdringlichen Barriere zu verschmelzen.

„Du hast dich in der Tür geirrt, Fremder“, sagte Dante mit einer Stimme, die so kalt und messerscharf war wie gefrorener Stahl. Seine Hand blieb fest am Griff seiner Waffe, während er Julian fixierte, als wäre dieser nichts weiter als ein lästiges Insektenexemplar, das man zertreten musste. „Dieses Revier gehört nicht dir. Und die Frau, die du zu suchen glaubst, betritt deinen Boden nie wieder.“

Julians Blick verengte sich schlagartig zu finsteren Schlitzen. Die angespannte, fast überhebliche Maske in seinem Gesicht riss für eine Sekunde auf, als die animalischen Instinkte unter seiner Haut brodelten. Dass ein anderer Alpha es wagte, sich ihm in den Weg zu stellen – und dann auch noch in einem fremden, urbanen Revier –, schien in seinem Verstand eine sofortige Aggression auszulösen.

„Sie gehört zum Nord-Rudel, Mafiaboss“, zischte Julian, und in seiner Stimme lag jener hasserfüllte Unterton, den Clara so gut kannte und der ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Sie ist mein Eigentum. Sie hat mein Gesetz gebrochen und versucht zu entkommen. Wenn du auch nur einen Funken Verstand im Leib hast, übergibst du sie mir freiwillig, bevor ich diesen ganzen verdammten Club in Schutt und Asche lege und deine Männer aufknüpfe.“

Die Drohung hing wie eine greifbare, bleierne Last in der Luft.

Dantes Männer hinter den Sofas spannten die Abzüge ihrer Waffen durch; ein Chor aus feinem, metallischem Klicken füllte den Raum. Doch statt einzuknicken oder auch nur mit der Wimper zu zucken, hob Dante den Kopf. Ein dunkles, absolut furchterregendes Lächeln huschte über seine Züge – ein Lächeln, das zeigte, dass er die Drohung nicht nur nicht ernst nahm, sondern sie als Kriegserklärung verstand.

„Versuch es doch“, flüsterte Dante, und das Echo seiner Worte klang wie das Todesurteil für jeden, der es wagte, auch nur einen Schritt näher zu machen.

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