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Auteur: J. C. Veyra
last update Date de publication: 2026-09-05 21:16:59

Kapitel 5: Das Beben im Fundament

Der ohrenäubende Knall, der von unten heraufdrang, schien nicht nur die hölzernen und stählernen Strukturen des Eclipse zu zerreißen, sondern auch die Luft im Raum augenblicklich zu vergiften. Es war ein markerschütternder Laut von roher, zerstörerischer Gewalt – das endgültige Bersten der schweren Eingangstür, die wie Spreu im Wind davongeflogen war. Splitter von poliertem Mahagoni und verzinktem Stahl regneten im Erdgeschoss auf den schwarzen Marmorboden, begleitet von einem tiefen, grollenden Echo, das durch die Treppenhäuser hallte wie das Gebrüll einer anrollenden Lawine.

Clara zuckte bei diesem infernalischen Lärm derart heftig zusammen, dass sie ihren eigenen Atem verlor. Ihre Knie gaben unter dem plötzlichen Schock fast nach, und nur Dantes eiserne, unnachgiebige Hand, die noch immer fest ihr Kinn umschlossen hielt, verhinderte, dass sie zu Boden sank. Die Hitze seiner Haut brannte auf ihrem Gesicht, ein greller Kontrast zu der eisigen, todesähnlichen Panik, die sich in ihren Adern ausbreitete. Unten im Eingangsbereich war ein schweres, schleifendes und hufähnliches Poltern zu hören, vermischt mit den harten, gleichmäßigen Schritten einer Gruppe von Männern, die sich wie ein feindliches Raubtierrudel durch die Gänge fraßen.

Dantes Gesicht hatte sich in der Zwischenzeit in eine Maske aus absolutem, unerbittlichem Granit verwandelt. Die Züge des Mafiabosses waren so scharf geschnitten, als hätte man sie aus Klingenstahl geschmiedet, und in seinen bernsteinfarbenen Augen loderte ein unbändiges, fast schon übernatürliches Feuer. Es war der Blick des unangefochtenen Alphas, der seinen ureigensten Raum, sein Territorium und vor allem seine Gefährtin bedroht sah. Die menschliche Fassade, die er bisher mühsam aufrechterhalten hatte, drohte in diesem Moment endgültig zu zerbröckeln, freigebend den ungezähmten, animalischen Instinkt, der tief in seinem Inneren lauerte.

„Sie sind da“, flüsterte Vance, der Clubmanager, mit heiserer, überschnappender Stimme. Er hatte die Waffe aus seinem Halfter gezogen – eine schwere, mattschwarze Handfeuerwaffe, deren Sicherung mit einem lauten Klick nach oben sprang. Seine Hände zitterten leicht, als er den Blick abwechselnd auf die Tür der VIP-Lounge und auf den Eingangsbereich im Erdgeschoss richtete. „Boss, das ist die absolute Elite des Nord-Rudel-Trupps. Die halten sich an keine Gesetze, die verhandeln nicht. Die wollen nur Beute machen.“

Dante wandte den Kopf keinen einzigen Zentimeter von Clara ab. Seine Augen durchbohrten sie mit einer intensiven, besitzergreifenden Härte, die jede Diskussion im Keim erstickte. Seine Daumen strichen mit einer unerwarteten, fast zärtlichen Rauheit über ihre Wange, während um sie herum das Chaos ausbrach.

„Sie werden dich nicht bekommen“, sagte Dante mit einer so tiefen, resonanten Sicherheit, dass sich der Klang in Claras Brustkorb spürte. Es klang nicht wie ein leeres Versprechen, sondern wie ein unumstößliches Naturgesetz. „Niemand holt sich aus meinem Revier, was zu mir gehört. Merk dir das, Clara.“

Mit einem ohrenäubenden Krachen flog die rechte Hälfte der schweren Tür aus den Angeln und stürzte krachend in den Raum. Im rauchigen, bläulichen Halblicht des Flurs zeichneten sich die breiten, bedrohlichen Silhouetten von mehreren Männern ab. Und an ihrer Spitze, in einem teuren, aber völlig vom Regen durchnässten Mantel, stand eine Gestalt, deren Anblick Clara jegliches Blut aus den Adern saugte.

Julian.

Sein Gesicht war eine Fratze aus kalter, besitzergreifender Gier und mörderischer Wut. Seine Augen blitzten in der Dunkelheit unnatürlich auf, als er den Raum musterte und schließlich direkt an Dantes Seite hängen blieb – genau dort, wo Clara stand.

„Da bist du ja, Clara“, dröhnte Julians Stimme hämisch und voller dunkler Vorfreude durch den Raum. „Zeit, nach Hause zu kommen.“

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