LOGINKINGSLEYS SICHT Das Wohnzimmer war wieder lebendig geworden, als ich mich auf den Weg zurück nach unten machte — Felix riss Witze, George lachte tatsächlich über einen davon, Summer saß in die Ecke des Sofas gekuschelt mit etwas, das fast wie Frieden auf ihrem Gesicht wirkte. Ich blieb für eine Sekunde im Türrahmen stehen und beobachtete sie einfach, und irgendetwas an diesem Anblick ließ meine Brust eher zusammenschnüren, als dass es mich beruhigte. Ich konnte nicht stillsitzen. Nicht, während Roberts' Worte noch in meinem Kopf kreisten, nicht mit dem Gewicht dieses unfertigen Gebäudes, das auf mir lastete, als hätte es eigene unerledigte Angelegenheiten. Ich ging zurück in mein Zimmer, schnappte mir meine Schlüssel und kam wieder nach unten, bevor ich es mir noch ausreden konnte. „Ich bin dann mal weg“, sagte ich, zielte auf lässig und verfehlte es um Lichtjahre. „Wohin?“ Die Stimme meiner Mutter durchschnitt sofort den Raum, scharf von der Sondermischung aus Misstrauen, die of
SUMMERS SICHT"Kingsley..." Sein Name kam kaum lauter als ein Flüstern heraus.Er lehnte sich vor, langsam genug, dass ich es hätte stoppen können, langsam genug, dass ein kleiner, ehrlicher Teil von mir es nicht wollte. Seine Stirn berührte fast meine, sein Atem warm auf meiner Haut, so nah, dass der Raum zwischen uns sich anfühlte wie das Einzige, was noch im Zimmer übrig war."Summer..." sagte er, tief, rau an den Rändern. "Sag mir, ich soll aufhören, und ich höre auf."Ich sagte nichts. Ich konnte nicht. Meine Hände hatten die Vorderseite seines Hemdes gefunden, ohne Erlaubnis vom Rest von mir, hielten fest, statt wegzuschieben.Die Tür schwang auf.Wir fuhren so schnell auseinander, dass ich fast rückwärts in den Stuhl stolperte, Hitze flutete mein Gesicht, als wir uns beide dem Geräusch zuwandten.Es war Eleanor, einen weiteren Teller in den Händen balancierend, die Augenbrauen erhoben beim Anblick von uns, die wir eine volle Raumbreite voneinander entfernt standen, atemlos, sch
SUMMERS SICHTDer Rest des Tages verging so schnell. George und Felix nahmen Clyde mit nach draußen, um seine Anspannung abzubauen. Ich und Kingsley beschlossen, zu ihm nach Hause zu gehen, um seine Mutter zu besuchen und auch für die Orientation-Show zu proben."Summer!" sagte Eleanor sofort, als sie mich sah. Sie war sehr aufgeregt. Sie sah jetzt agil aus, anders als bei unserem letzten Treffen im Krankenhaus. Sie zog mich in eine große, feste Umarmung. "Wie geht es dir?""Mir geht es sehr gut." Ich lächelte. "Und wie geht es Ihnen? Sie sehen jetzt besser aus als vorher.""Keine Anspannung mehr." Sie lächelte. "Ich hoffe, du hast über das nachgedacht, was ich gesagt habe?" Sie hielt meine Hände und tätschelte sie sanft. Kingsleys Augen gingen hin und her. Ich nickte einfach."Ich lasse euch zwei allein reden." sagte sie und ging zurück in die Küche. Ich und Kingsley gingen dann nach oben."Komm rein." Kingsley gab mir ein Zeichen, sein Zimmer zu betreten, als wäre es mein erstes Mal
KINGSLEYS SICHT Ich sah seine Hand sich um ihre Kehle schließen, bevor mein Gehirn vollständig verarbeitet hatte, was ich sah. Alles danach passierte zu schnell und zu langsam gleichzeitig. George bewegte sich schon, und ich war direkt hinter ihm, stieß mich durch die Menge, als wären sie nichts als Luft. Als wir sie erreichten, hatte Summers Gesicht die falsche Farbe angenommen, ihre Finger kratzten nutzlos an Roberts' Handgelenk. Ich dachte nicht nach. Ich schlug einfach zu. Meine Faust traf seinen Kiefer hart genug, um ihn rückwärts taumeln zu lassen, sein Griff riss schließlich los von Summers Kehle. Er fiel ein paar Meter entfernt zu Boden, ausgestreckt gegen einen umgekippten Stuhl, Blut sammelte sich schon an seinem Mundwinkel. Dira stand genau eine Sekunde lang erstarrt da, bevor sie sich umdrehte und davonstürmte, verschwand durch die Menge und zur Vordertür hinaus, als hätte das Gebäude Feuer gefangen. "Summer!" George war schon an ihrer Seite, ließ sie sich sanft hins
SUMMERS SICHT Ich ging nicht nach Hause. Stattdessen stand ich einen langen Moment vor dem Club, der Daumen schwebte über meinem Handy, bevor ich eine schnelle Nachricht an Felix tippte. Er war mein einziger Ausweg. George und Kingsley würden mich nicht in Ruhe lassen, bis ich ihnen sage, wo ich bin: "Ich bin eine Weile weg. Bin erst um Mitternacht zurück. Aber mir geht's gut." Es war nicht ganz eine Lüge. Mir ging es nicht gut, nicht wirklich, aber ich war auch nicht in unmittelbarer Gefahr, und das fühlte sich nah genug an der Wahrheit an, um es zu senden. Der Campus war fast leer, als ich dort ankam - Wochenendstille, die Art von Ruhe, von der ich nicht gewusst hatte, dass ich sie brauchte, bis ich mittendrin stand. Keine summenden Hörsäle, keine Menschenmengen, die über den Innenhof zogen. Nur Wind, der sich durch leere Bänke bewegte, und das ferne Geräusch eines Sprinklersystems irgendwo, das ich nicht sehen konnte. Ich fand mich dabei, zur Bibliothek zu gehen, ohne mich
SUMMERS SICHTIch sagte niemandem, dass ich ging.Nicht Kingsley, der noch schlief, mit Clyde zusammengerollt irgendwo in seinem Zimmer. Nicht George, der auf dem Sofa schnarchte, die Aktenmappe immer noch gegen seine Brust geklammert, als könnte sie Beine bekommen und davonlaufen. Nicht mal Felix, der anscheinend irgendeine Art von Tracker für mich rigged haben wollte, dem ich noch nicht zugestimmt hatte zu tragen. Ich schnappte mir einfach meinen Mantel, schlüpfte durch die Hintertür, und ließ die kalte Morgenluft meinen Kopf genug klären, um klar zu denken.Der Club sah bei Tageslicht anders aus - kleiner, fast erbärmlich, sein Neonschild dunkel und leblos gegen den grauen Himmel. Ich hatte nicht geschlafen. Mein ganzer Körper lief nur auf Adrenalin und einer einzigen, brennenden Frage: warum ich?Die Tür war unverschlossen, als ich dort ankam, was mir schon etwas hätte sagen sollen."Summer." Mr. Roberts' Stimme erreichte mich, bevor ich überhaupt vollständig eingetreten war, sanf






